Herbststürme Xavier & Co – Eine Schadensbilanz

Es war noch nicht mal ein Orkan, sondern bloß ein „schwerer Sturm mit Orkanböen“, der am 5. Oktober über Berlin hinwegfegte. Das Sturmtief „Xavier“ hinterlässt dennoch deutliche Narben im Stadtbild, die nach dem Sturm oft erst nach und nach sichtbar wurden. Insgesamt 56.000 Bäume hat er laut der Umweltsenatorin Regine Günther vernichtet, davon 46.000 in den Berliner Wäldern und rund 10.000 an Straßen, in Parks und auf Friedhöfen. Hinzu kommen wohl auch noch Tausende auf Privatgrundstücken. Berlin lag im Zentrum der schlimmsten Zerstörungszone. Die größte im Flachland gemessene Windgeschwindigkeit erreichte der Sturm mit 137 Kilometern pro Stunde über dem Wannsee.

Im Sturm erobert

Sturmschaden Seestr (C) Stefanie Gabrisch
Foto: Stefanie Gabrisch

Am Morgen des 31. März war das Wetter zunächst einmal einfach nur ärgerlich. Die Unwetterzentrale hatte zwar bereits das Sturmtief Niklas angekündigt, doch der einsetzende Schneeregen mit Graupelschauern zog einfach nur viele hämische Kommentare an – wo bleibt der Frühling? Doch dann kam er tatsächlich, der angekündigte Sturm! Die Berliner Feuerwehr hatte den Ausnahmezustand ausgerufen und musste 1 127 Mal ausrücken, vier Personen wurden verletzt.

Ausgerechnet auf der Hauptverkehrsachse Seestraße im Wedding fiel auf Höhe Turiner Straße ein Baum um und verletzte einen Fußgänger leicht. Befürchtungen, dass sich in dem Auto, das der Baum unter sich begrub, jemand befunden habe, waren glücklicherweise unbegründet.

Ein stürmischer Nachmittag und Abend sorgte für zahllose abgebrochene Äste, heruntergefallene Blumenkästen und menschenleere Straßen. Es wird sicher noch ein paar Tage dauern, bis alle Schäden beseitigt sind. Für uns vom Weddingweiser hatte der Orkan auch sein Gutes: unsere Facebookseite hat innerhalb von 24 Stunden das Herz von fast hundert neuen Fans im Sturm erobert…

 

Ausgeufert: so kam es zum Panke-Hochwasser

Panke, Brücke, Fluss, Torbogen, Müll, Sessel, Foto: Sulamith Sallmann
an der schönen Panke – Foto: Sulamith Sallmann

Seit 1980 ist es nicht mehr passiert – doch in der Nacht vom 21. zum 22. August führten starke Niederschläge zu Hochwasser in der Panke. Der Fluss trat ab Pankow bis zur Schulzendorfer Straße in Berlin-Wedding in unterschiedlichem Maße über die Ufer. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt informiert, wie es dazu kommen konnte. 

Große Regenwassermengen führen im dicht besiedelten und entsprechend versiegelten Einzugsgebiet der Panke schnell zu hohen Abflussspitzen und damit zu einer Hochwasserwelle. Die Wassermengen führen Treibgut, Unrat und Pflanzenmaterial mit sich, die vom Rechen in der Schulzendorfer Straße zurückgehalten werden. Die Rechenanlage wird von den Berliner Wasserbetrieben (BWB) seit 1988/1989 betrieben, um den „Pankedüker“ unter der Chausseestraße freizuhalten. Die Menge an Treibgut war jedenfalls so groß, dass das Wasser trotz der Reinigung der Rechenanlage nur verlangsamt abfließen konnte. Dadurch kam es zu einem Rückstau – und damit zu einem Anstieg des Wasserspiegels oberhalb des Rechens. Durch die hohen Wasserspiegelunterschiede zwischen Oberpegel und Unterpegel wurde automatisch die Überwachungszentrale der BWB alarmiert und der Einsatz von BWB-Mitarbeitern vor Ort ausgelöst. Obwohl die BWB reagierten, ließ sich das Ausufern der Panke nicht verhindern.

Simulation des Hochwassers

Das Hochwasserereignis wird im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, VIII E 2 nachmodelliert, um die Ursachen, die zu den Ausuferungen geführt haben, näher zu analysieren sowie eine Einordnung der Auftrittswahrscheinlichkeit vorzunehmen. Außerdem werden die Funktion der an der Schulzendorfer Straße betriebenen Rechenanlage einschließlich deren Überwachung bewertet und Empfehlungen zur Anlagen- und Betriebsoptimierung erarbeitet.

nach einem Artikel der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt

Mehr über die Panke bei panke.info