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Antik Café: Ein neuer Stern am Leo

Anne und Haidar, die Betreiber des Antik Cafés in der Nazarethkirchstraße. Foto: Andreas Oertel
Anne und Haidar, die Betreiber des Cafés. Foto: A. Oertel

Zu West-Berliner Zeiten war der Leopoldplatz für mich der Nabel der Welt. Karstadt, C&A und der kleine CD-Laden zogen mich mindestens einmal in der Woche in die Müllerstraße. Dann war ich lange nicht da … bis mir ein Freund einen neuen Laden in der Nazarethkirchstraße 38 empfahl. „Im Antik Café werden alle Sinne angesprochen, das musst du dir anschauen!“ – mit diesem Satz lobte er das Café und weckte meine Neugier. An einem sonnigen Oktobertag mache ich mich auf den Weg.

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Ein Plan B für den Umbau der Müllerstraße?

Vorschnell hatten wir im letzten Jahr schon das herannahende Ende der Siebzigerjahre verkündet. Zumindest was die Optik der Müllerstraße mit ihrem hässlichen Mittelstreifen und das Fehlen einer Radspur angeht.

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Kiez rund um den Leo und Osramkiez: Städtische Qualität

Neue und alte Nazarethkirche direkt hintereinander

 

Neue Nazarethkirche
Neue Nazarethkirche

Das namenlose Viertel an der Nazarethkirchstraße zwischen dem Leopoldplatz, der Müllerstraße, der Seestraße und der Reinickendorfer Straße besitzt von allen Weddinger Kiezen mit die geschlossenste Bebauung aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg. Die in ein Gewerbe- und Bürozentrum umfunktionierten Osram-Höfe, einst Europas größte Glühlampenfabrik (erbaut 1904-1910), schließen das Viertel nach Norden hin ab.

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Leopoldplatz: Schluss mit Klischees

NazarethkirchenVor einigen Monaten bin ich in den Wedding gezogen. Ein Bezirk, dem noch immer so manch einer kritisch gegenüber steht. Vor allem der Leopoldplatz hatte ein schlechtes Image in meinem Bekanntenkreis: Problemkiez, Schmuddelkind, Trinkertreff. So kann man sich sicher vorstellen, dass ich eher mit gemischten Gefühlen zu einem Spaziergang durch den Kiez aufgebrochen bin …

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Fête de la Musique: Mittsommer auf französisch

Die Skandinavier begehen am 21. Juni seit Menschengedenken Mittsommer – während die Franzosen seit 1982 auf Initiative des damaligen Kulturministers Jack Lang ein landesweites, kostenloses Open-Air-Musik-Festival feiern. In keiner französischen Altstadt kann man an diesem längsten Tag des Jahres den musikalischen Klängen entgehen. Ab dem Jahr 1995 hat auch Berlin mit zahllosen Bühnen nachgezogen, und seit ein paar Jahren gibt es auch im Wedding ein paar Ableger dieses stimmungsvollen Festivals.

Das Centre Français in der Müllerstraße 74 (zwischen U Rehberge und U Afrikanische Straße) ist der logische Ausgangspunkt, um diese sehr französische Idee von der Musik als universelle Sprache auch in Berlin zu verbreiten. Auf dem Rasen vor dem 60er-Jahre-Gebäude, direkt an der kleinen Eiffelturm-Nachbildung, ist eine Bühne aufgebaut. Das Programm findet von 16.00 Uhr bis 22.00 Uhr statt und stellt französische Musik, Rock und Worldmusic in den Fokus.

16:00 Crash Test (keller band, rock), 16:45 Pussies in Boots (rock), 17:30 Mr. Bondy (französischer pop, indie, rock), 18:30 Di Grine Kuzine (klezmer, balkan, brass, ska), 19:30 Son Kapital (chanson ska, urban folk), 20:30 44 Leningrad (ska, punk, polka, folklore)

Auch auf dem Leopoldplatz wird am 21. Juni von 16:00 – 22:00 Uhr die Fête de la Musique gefeiert, wieder mit einem umfangreichen Programm. Die Bühne steht, anders als in den vergangenen Jahren, auf dem hinteren Teil des Leopoldplatzes vor der Neuen Nazarethkirche in der Turiner Ecke Nazarethkirchstraße. Es werden Musiker vorgestellt, die Brücken zwischen Musikstilen und Musikkulturen bauen. So reicht das Programm vom swingenden Jazz des AGVH-Quintetts über Indiepop und Loop-Klänge der Musikerin „Linse“. Auf der Bühne stehen die im Wedding gegründeten und für ihren mitreißenden Gypsyswing bekannten Django Lassi.

Während „Kumbiandina“ lateinamerikanische Rhythmen beisteuern, entführt der „Polyphonia-Chor“ in die griechische Folkmusik. Den Abschluss bilden „Beatsafari“, die mit treibenden Beats Reggae-, Rock- und Popmusik mit einander verbinden und ihr Publikum wie immer zum Tanzen bringen.

21. Juni 16.00-22.00 Uhr

Müllerstraße 74 bzw. Turiner-/Nazarethkirchstr.

Weitere Bühnen in Wedding und Gesundbrunnen

Brauerei Eschenbräu
Triftstr. 67,13353 Berlin-Mitte-Wedding, www.eschenbraeu.de
Programm: Rock, Blues, Swing, Open Air 16:00 – 22:00 Uhr

Jugend-Brunnen-Bühne
Bahnhofsplatte Bahnhof Gesundbrunnen, Badstraße 4, 13357 Berlin-Mitte-Wedding
Programm: Kinderprogramm, Hip Hop, Pop, Open Air 14:00 – 22:00 Uhr 

Klangbunker – Mit Pauken und Trompeten
Flakbunker im Humboldthain,13355 Berlin-Mitte-Wedding
Programm: Trommelgruppen, Blasmusik, Open Air 16:00 – 22:00 Uhr

STATTBAD Wedding
Gerichtstr. 65, 13347 Berlin-Mitte-Wedding, www.stattbad.net
14:00 Kinderprogramm mit Live Kunst Workshop an der Terrasse im Stattbad Wedding mit Parkanlage an der Panke, 15:00 Sqim (stattbad, gruppenzwang), 16:00 Shir Khan (exploited), 18:00 Oliver $ (made to play), 20:00 Zombie Disco Squad vs. Renaissance Man (made to play)
Fête de la Nuit: weiter indoor ab 22:00 – 06:00 Uhr

Nettelbeckplatz

GESCHLOSSEN: „da Baffi“: Retro-Italiener ohne Kompromisse

Das kleine italienische Restaurant hat es geschafft, dass man nur wegen des guten Essens in den Wedding kommt.

Von außen unscheinbar: das „Da Baffi“

Wenn eine Hobelbank ein Symbol für Handarbeit ist, dann kann ich mir kaum eine bessere Einrichtung für das Da Baffi vorstellen. Pizza sucht man bei diesem Italiener in der Nazarethkirchstraße vergeblich. Stattdessen kommen Köstlichkeiten der italienischen Küche auf den Tisch, die man sonst wohl nur an Festtagen von einer echten „Mamma“ serviert bekommt. Oder eher Pappa, denn der Vater von Inhaber Frederico Pesta war Restaurantbesitzer im norditalienischen Bologna. Gemeinsam mit seinen Freunden Francesco Righi (aus Cesena) und Wibke Isenberg (eigentlich aus Düsseldorf) setzt er nun mediterrane Akzente mitten im Wedding.

Über die Speisekarte kommt man ins Gespräch

„Bei der Übersetzung ins Deutsche verliert die Speisekarte an Gehalt“, sagt die Inhaberin Wibke Isenberg. Die Bezeichnungen bleiben folglich im Original. Und genauso überlässt man dann auch die Auswahl des passenden Weins getrost dem qualifizierten Personal. Das schlichte Ambiente erinnert ein wenig an die frühen Tage des gastronomischen Aufstiegs des Prenzlauer Bergs. Aber das ist ohnehin nebensächlich. Hier geht es um’s Essen, Genießen, Wohlfühlen mit Leib und Seele. Auch wenn man es eher beiläufig erfährt: Gedacht hat man sich sowieso, dass die Pasta täglich frisch von Hand gemacht wird. Besonders zu empfehlen sind auch die Trüffel, die Francescos Mama nach Berlin liefert.

Und wer sich im Sommer auf den Bänken vor dem Da Baffi den Wind des Leopoldplatzes um die Nase wehen lässt, kann sich an dem Stromkasten erfreuen, der kurzerhand zur Speisekartentafel umgewidmet wurde.

Der Name ist übrigens ein Ausruf nach einem guten Essen: Da leccarsi i baffi – da leckst du dir den Bart.

Autor: Marcus Bauer

Das Restaurant hat seit dem 21. Dezember 2014 geschlossen..
http://dabaffi.com, Nazarethkirchstraße 41,