GESCHLOSSEN: „Frack du lac“: Second Hand-Trends entdecken

Frack du lac 2„Leben“ prangt noch in großen Lettern über dem Second-Hand Geschäft „Frack du Lac“ in der Kameruner Straße 43. So lässt sich das alte Lebensmittelgeschäft nur noch erahnen. Heute gibt es hier ein großes Sammelsurium an funktionalen Textilien für Sie und Ihn. Das Sortiment reicht von Hosen, Jacken, Pullover, Shirts, Schmuck bis hin zu zahlreichen Accessoires. In dem kleinen Laden vergisst man schnell die Zeit, denn es gibt Vieles zu entdecken. Gleich vor dem Geschäft fällt die „Free Box“ ins Auge. Hier kann sich der Kunde gern ein Kleidungsstück seiner Wahl kostenlos mitnehmen.

ZweigStelle Berlin: Second Hand mit Ausstrahlung

zweigstelle gitte zweigEine sechzig Jahre alte Rose in der Tegeler Straße zeigt im Winter ihre Dörnchen – und das Schaufenster dahinter, das was die ZweigStelle das ganze Jahr über beherbergt: den vielfältigen Geschmack ihrer Besitzerin Gitte, die schon beim Übertreten der Türschwelle mit ihrer Ausstrahlung und Offenheit jeder neugierigen Kundin entgegen kommt.

„Second Hemd“: Kleidung und ein guter Zweck

Rein oder nicht? Foto: D_Kori
Rein oder nicht? Foto: D_Kori

Klamottenläden gibt es viele, an Second-Hand-Läden besteht kein Mangel. Auch in den beiden Weddinger Filialen von „Second Hemd“ kann man (und Frau) qualitativ hochwertige Kleidung aus zweiter Hand zu günstigen Preisen erstehen.

Das Besondere an den beiden von der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Berlin – Mitte e.V. (AWO) betriebenen Läden: Sie ermöglichen straffällig gewordenen Frauen, ihre Geldstrafen abzuarbeiten und somit eine Inhaftierung zu vermeiden.

Geldstrafen werden in der Regel bei relativ „kleinen“ Delikten verhängt, z.B. Schwarzfahren, Beleidigungen, Diebstähle. Doch was tun, wenn man die Strafe nicht bezahlen kann? Dann droht eine Inhaftierung, um die Geldstrafe „abzusitzen“. Eine Alternative bietet die von der Arbeiterwohlfahrt betriebene Einrichtung „IsA-K (Integration statt Ausgrenzung – Kleiderwerkstatt)“. Die Einrichtung bietet Frauen in schwierigen Lebenssituationen sowohl die Möglichkeit, ihre Geldstrafen abzuarbeiten als auch eine Beratung durch eine erfahrene Sozialarbeiterin. IsA-K und Second Hemd arbeiten hier Hand in Hand: Die an die Läden gespendeten Textilien werden in der Kleiderwerkstatt aufbereitet und kommen dann tip-top in den Ladenverkauf. Die Gewinne aus dem Verkauf kommen direkt IsA-K zugute. Gegenwärtig bietet IsA-K bis zu 30 Frauen die Chance, dem Gefängnis zu entgehen.

Second Hemd hat übrigens keineswegs – wie der Name vermuten lassen würde – nur Hemden im Angebot, sondern das komplette Programm an Damen- und Herrenbekleidung, darüber hinaus auch Schuhe, Heimtextilien sowie (in der Filiale Plantagenstraße) Kinderartikel. Das Projekt lebt von gespendeten Textilien, die gern direkt in den Läden abgegeben werden können. Bei größeren Stückzahlen, oder, falls der Spender nicht selbst vorbeikommen kann, werden die Kleidungsstücke nach Rücksprache auch von Second Hemd abgeholt.

Second-Hemd-Läden

Prinzenallee 74 Ecke Osloer Str. (Soldiner Kiez)

Mo-Fr 11 – 18 Uhr, Sa 10  16 Uhr

Plantagenstr. 43 Ecke Reinickendorfer Str. (Nettelbeckplatz)

Mo – Fr 12-18 Uhr, Sa 10 – 16 Uhr

www.second-hemd-berlin.de und www.isa-k.de.

Quelle: Wahlkreis-Rundschau des Abgeordneten Ralf Wieland
Verwendung mit freundlicher Genehmigung des Autors

Weitere Second-Hand-Läden im Wedding:

Die ZweigStelle, Tegeler Str. 25