Angenehmes Café am Ufer

In die­ser Ecke des Wed­ding hat gute Gas­tro­no­mie schon lan­ge Tra­di­ti­on. Kein Wun­der bei der Lage mit dut­zen­den Tischen und Stüh­len auf der Außen­ter­ras­se zwi­schen Kiautschoustra­ße und Kanal. Seit August gibt es nun das Café am Ufer, ein Früh­stücks­lo­kal der Extra­klas­se, das auch einen Bar- und Restau­rant­be­trieb bereithält.

“Spurensuche Kolonialer Sprengelkiez” – deutscher Kolonialismus in Samoa und China

Spren­gel-/Sa­moa­stra­ße

War­um gibt es im Wed­ding eine Samoa­stra­ße und einen Pekin­ger Platz? Aktu­ell wird in den Medi­en viel über deut­schen Kolo­nia­lis­mus und Ras­sis­mus debat­tiert. Daher lud das Inter­kul­tu­rel­le Gemein­we­sen­zen­trum „Spren­gel­haus“ in der Spren­gel­stra­ße 15 am 17. Juni zur Füh­rung “Spu­ren­su­che Kolo­nia­ler Spren­gel­kiez” ein. Unse­re Autorin war mit von der Partie.

Der Weddingmarkt feiert den Sommer

(C) WeddingmarktAm Sonn­tag, den 3. Juli fin­det der Wed­ding­markt das drit­te Mal in die­sem Jahr statt und prä­sen­tiert von 11 bis 19 Uhr die Viel­falt der krea­ti­ven Sze­ne des Vier­tels. Dabei machen rund 60 Aus­stel­ler Lust auf den Som­mer und stat­ten die Besu­cher für den Urlaub oder war­me Tage in Ber­lin aus. Es gibt z.B. inter­es­san­te Strand­lek­tü­re vom Kul­tur­ver­lag Kad­mos, illus­trier­te Post­kar­ten von „Robert Rich­ter“, Strand­ta­schen aus Kork von „CORKAIN“, stra­te­gi­sches Brett­spie­le von „weekee­wa­chee“ und hand­ge­mach­ter Schmuck von „süss­mäd­chen“.

Unendliche Geschichte: die S 21 und der Sprengelkiez

Stand Februar 2015
Stand Febru­ar 2015

Auf Moa­bi­ter Sei­te wach­sen die Brü­cken­bau­wer­ke für die neue S‑Bahn-Linie über die Fenn­stra­ße und in Rich­tung Haupt­bahn­hof sicht­bar in die Höhe. Ursprüng­lich soll­te die Stre­cke Ende 2017 eröff­net wer­den. Doch auf Wed­din­ger Sei­te pas­siert an der Bau­stel­le: nichts. Die Pira­ten-Frak­ti­on im Abge­ord­ne­ten­haus hat daher die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt im Rah­men einer schrift­li­chen Anfra­ge¹ gebe­ten, den aktu­el­len Sach­stand zu erläu­tern. Bleibt der Spren­gel­kiez durch die geplan­te neue Stra­ßen­füh­rung vom Durch­gangs­ver­kehr ver­schont? Das Wich­tigs­te zuerst: der ver­kehrs­be­ru­hig­te Pekin­ger Platz bleibt für Autos gesperrt.

Lesermeinung: Eine doppelte Auszeit

Café Auszeit

Da bahnt sich was an. Im Spren­gel­kiez dreht sich gera­de alles um das Aus­zeit. Die­ses wirk­lich gut gele­ge­ne Restau­rant und Café war seit neun Jah­ren fes­ter Bestand­teil des Pren­zel­wed­dings und hat den Anwoh­nern so manch wun­der­ba­re Mit­tags­pau­se in der Son­ne oder auch eine lau­schi­ge Fei­er­abend-Stim­mung ver­passt. Die einen loben die Bur­ger in den sieb­ten Him­mel, wen­den sich aber vom Kaf­fee ab – die ande­ren emp­fin­den es genau umge­kehrt. Eben für jeden was dabei. Und daher so beliebt.

Nordufer: Immer am Kanal lang – die entspannteste Straße im Wedding

Nordufer Schiffahrtskanal TorfstraßenstegDer Name deu­tet es schon an – das Nord­ufer liegt am Was­ser. Kaum eine ande­re Wed­din­ger Stra­ße deckt ein so brei­tes Spek­trum an unge­wöhn­li­chen Bau­wer­ken ab: von einer Schleu­se über ein his­to­ri­sches Frei­bad, eine Kran­ken­haus­stadt, ein Mau­so­le­um für einen welt­be­rühm­ten For­scher, über eine denk­mal­ge­schütz­te Wohn­an­la­ge bis hin zu einem „Café Achteck“.

Sprengelkiez: schöner wohnen am Kanal

Der Pekinger Platz am Kanalufer
Der Pekin­ger Platz am Kanalufer

In einem Ufercafé sitzen oder in einer Hausbrauerei?

Das dicht bebau­te Wohn­vier­tel rund um die Spren­gel- und die Tege­ler Stra­ße ver­fügt neben einer weit­ge­hend intak­ten Alt­bau­sub­stanz aus der Grün­der­zeit über eine rich­ti­ge Was­ser­la­ge. Im Süd­wes­ten des Kiezes ver­läuft näm­lich der Ber­lin-Span­dau­er Schif­fahrts­ka­nal. Die aus­ge­bau­te Ufer­pro­me­na­de mit ihren reprä­sen­ta­ti­ven Wohn­häu­sern aus der Zeit um 1900 lädt zu Spa­zier­gän­gen und zu Café­be­su­chen ein. Wie an kei­ner ande­ren Stel­le im Wed­ding rei­hen sich hier gas­tro­no­mi­sche Betrie­be anein­an­der, sowohl tra­di­tio­nel­le Knei­pen (Lin­den­gar­ten, Deich­graf) als auch neue­re Cafés und Restau­rants (Fünf­und­sech­zig, Aus­zeit). Eben­falls im Spren­gel­kiez besteht seit vie­len Jah­ren die Wed­din­ger Haus­braue­rei Eschen­bräu, wo man im Som­mer in einem schat­ti­gen Bier­gar­ten im Hin­ter­hof sit­zen kann. In den letz­ten Jah­ren wur­de durch ein Quar­tiers­ma­nage­ment viel in die vor­han­de­nen Spiel­plät­ze investiert.

Neben dem Sparr­platz und dem Pekin­ger Platz (am Kanal) ist hier vor allem der Spren­gel­park zu nen­nen. Auf dem 10 000 qm gro­ßen ehe­ma­li­gen Indus­trie­are­al (hier wur­den Was­ser­flug­zeu­ge gebaut) zwi­schen der Kiautschoustra­ße und der Spren­gel­stra­ße haben Land­schafts­pla­ner einen urba­nen Sport- und Spiel­park mit viel Grün geschaffen.

Der kleine, aber feine Sprengelpark
Der klei­ne, aber fei­ne Sprengelpark

Im Spren­gel­kiez und in sei­ner unmit­tel­ba­ren Umge­bung befin­den sich wich­ti­ge öffent­li­che Ein­rich­tun­gen, deren Bedeu­tung weit über den Wed­ding hin­aus­reicht. Zu nen­nen ist hier vor allem das Robert-Koch-Insti­tut am Nord­ufer. Das 1891 gegrün­de­te Insti­tut ist die zen­tra­le Über­wa­chungs- und For­schungs­ein­rich­tung der Bun­des­re­pu­blik für Infek­ti­ons­krank­hei­ten. Es befin­det sich in unmit­tel­ba­rer Nach­bar­schaft zum Rudolf-Virchow-Kran­ken­haus (heu­te: Cha­ri­té Cam­pus Virchow). Die zen­tra­le Ber­li­ner Aus­län­der­be­hör­de liegt eben­falls am Kanalufer, jedoch auf der gegen­über­lie­gen­den Moa­bi­ter Sei­te. Sie ist mit dem Torf­stra­ßen­steg an den Spren­gel­kiez ange­bun­den. Auch Beschäf­tig­te und Stu­die­ren­de der nahe gele­ge­nen Beuth-Hoch­schu­le drü­cken dem Spren­gel­kiez ihren Stem­pel auf. Daher fin­det man in die­sem Kiez mehr stu­den­ti­sches Ein­flüs­se und die pas­sen­de Infra­struk­tur als in ande­ren Vier­teln im Wedding.


Sehenswertes am Nordufer und im Kiez

Torfstraßensteg
Torf­stra­ßen­steg

Da das Indus­trie­ge­län­de an der Spren­gel­stra­ße erst am Ende des 19. Jahr­hun­derts auf­ge­ge­ben wur­de, konn­te sich der west­li­che Teil des Kiezes am Nord­ufer erst um 1900 her­um zu einem Wohn­ge­biet ent­wi­ckeln. Die reprä­sen­ta­ti­ve Gebäu­de­grup­pe zwi­schen Feh­mar­ner Stra­ße, Nord­ufer und Buch­stra­ße ist ein beson­ders gelun­ge­nes Bei­spiel für genos­sen­schaft­li­chen Reform­woh­nungs­bau. Vor allem die Eck­bau­ten, davon eines sogar mit einem Dop­pel­gie­bel, prä­gen das Kanalufer an die­sem Abschnitt. Auch das Eck­haus Torfstraße/Kiautschoustraße ist ein groß­bür­ger­li­cher Pracht­bau, wie es ihn im Wed­ding eher sel­ten gibt. Die Oster­kir­che liegt an der Samoa­stra­ße / Spren­gel­stra­ße und damit exakt in der Mit­te des Spren­gel­kiezes. Die wuch­ti­ge Back­stein­kir­che ist in die Ecke eines Blocks gebaut und ver­eint Kir­chen­schiff, Turm und Pfarr­haus in einem ein­zi­gen Gebäu­de. Das gewöl­be­lo­se Kir­chen­in­ne­re ist mit pracht­vol­len Male­rei­en ver­se­hen. Das Geschäfts­zen­trum des immer belieb­ter und damit auch teu­rer wer­den­den Spren­gel­kiezes ist neu­er­dings die Tege­ler Stra­ße mit ihren vie­len Cafés, Restau­rants und Fach­ge­schäf­ten. Aber auch in die Spren­gel­stra­ße zieht es Nacht­schwär­mer (in das gleich­na­mi­ge Musik­lo­kal) oder in die vie­len klei­nen Gastronomiebetriebe.

Tegeler Sprengel StrKaffeeangebot im Bioladen Tegeler Str

 

 


Roter Wedding, schlechter Wedding

Prime Time TheaterIn Rich­tung Mül­ler­stra­ße ist der Kiez stär­ker von sozia­len Pro­ble­men geprägt, was vor etli­chen Jah­ren auch der Grund für die Ein­rich­tung des Quar­tiers­ma­nage­ments Sparr­platz war. Der namens­ge­ben­de Platz ist eine lang­ge­zo­ge­ne Grün­an­la­ge mit Bolz- und Spiel­plät­zen. Genau in die­ser Lage ist mit dem Prime-Time-Thea­ter an der Burgsdorfstraße/Müllerstraße ein kul­tu­rel­ler Anzie­hungs­punkt von ber­lin­wei­ter Rele­vanz ent­stan­den. Des­sen Allein­stel­lungs­merk­mal ist eine fort­lau­fen­de Sei­fen­oper auf der Büh­ne namens “Gutes Wed­ding, schlech­tes Wed­ding”. Doch anders als bei dem ver­meint­li­chen TV-Vor­bild gibt es bei die­sem Thea­ter­spaß mit Wed­din­ger Ori­gi­na­len ech­tes Geläch­ter eines glän­zend unter­hal­te­nen Publi­kums. Direkt neben­an liegt die Ber­li­ner SPD-Zen­tra­le (Kurt-Schu­ma­cher-Haus) – tra­di­tio­nell eng mit dem “roten Wed­ding” ver­bun­den. Bedeu­tend für den gan­zen Orts­teil ist auch das Job­cen­ter direkt gegen­über – unter­ge­bracht in einem typi­schen Arbeits­amts­ge­bäu­de aus den 1950er Jahren.

St. Josef in der Müllerstraße
St. Josefs­kir­che an der Müllerstraße