Straßenumbenennungen: Widerspruch ist teuer!

Maji-Maji-Allee, Anna-Mun­gun­da-Allee, Man­ga-Bell-Platz und Cor­ne­li­us-Fre­de­ricks-Stra­ße statt Peter­s­al­lee, Nach­tig­al­platz und Lüde­ritz­stra­ße? Las­sen wir an die­ser Stel­le die längst abge­schlos­se­ne Dis­kus­si­on über die Not­wen­dig­keit der Umbe­nen­nun­gen von Stra­ßen im Afri­ka­ni­schen Vier­tel ein­mal bei­sei­te. Das Ver­fah­ren ist inzwi­schen fast zum Abschluss gekom­men – der vor­erst letz­te Akt war die Ertei­lung von 127 Wider­spruchs­be­schei­den an Anwoh­ne­rin­nen und Anwoh­ner. Für die ent­hielt das Schrei­ben des Bezirks­amts vom 22. Dezem­ber eine böse Überraschung.

WWW – Das Wichtigste der Woche im Wedding

Vor 90 Jah­ren, 1929, sorg­te ein Demons­tra­ti­ons­ver­bot des Poli­zei­prä­si­den­ten für den 1. Mai in Ber­lin für Auf­stän­de und bru­ta­le Poli­zei­ein­sät­ze, denen vor allem im Wed­ding zahl­rei­che Men­schen, auch Unbe­tei­lig­te, zum Opfer fie­len. Lesun­gen aus dem Buch „Bar­ri­ka­den am Wed­ding“ und eine Stadt­füh­rung rufen heu­te Abend und am 1. Mai die Ereig­nis­se wie­der ins Gedächt­nis. Und sonst? Schwitz­te der Wed­ding bis ges­tern unter blau­em Him­mel und bei pral­ler Sonne…

Neue Straßennamen, alte Probleme

Nun ist es beschlos­se­ne Sache: Die drei umstrit­te­nen Stra­ßen­na­men im Afri­ka­ni­schen Vier­tel wer­den durch neue Namen ersetzt, so hat die Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung ent­schie­den. Für den Nach­tig­al­platz und die Lüde­ritz­stra­ße sind die Namen Bell-Platz und Cor­ne­li­us-Fre­de­ricks-Stra­ße vor­ge­se­hen. Für die Peter­s­al­lee sind sogar zwei neue Namen beschlos­sen wor­den. Der West­teil soll Maji-Maji-Allee, der Ost­teil Anna-Mun­gun­da-Allee heißen.

Weddingmelder-Wochenschau #9/18

Abrei­ßen, sanie­ren, oder für sei­nen Erhalt kämp­fen? Jetzt steht fest: Das all­seits belieb­te Simit Evi kann sich über einen um ein Jahr ver­län­ger­ten Miet­ver­trag freu­en. Dies mel­det die Ber­li­ner Woche. Jetzt kann der Früh­ling kom­men, auch auf den (namen­lo­sen) Rat­haus­vor­platz vor dem Job-Cen­ter und der Biblio­thek. Das erwärmt doch das Herz, vor allem bei die­ser Eises­käl­te von bis zu minus 15 Grad. Und sonst? Es steht in der Wochenschau.

Aus Nachtigalplatz und Lüderitzstraße wird …

Schon  fast gestri­chen: Lüderitzstraße

Aus einer kolo­nia­len Begeis­te­rung in der Kai­ser­zeit her­aus wur­den im Afri­ka­ni­schen Vier­tel Stra­ßen nach Prot­ago­nis­ten der deut­schen Kolo­ni­al­ge­schich­te, Städ­ten, Flüs­sen oder Län­dern Afri­kas benannt. Im letz­ten Jahr sorg­ten Ideen für den Ersatz umstrit­te­ner Stra­ßen­na­men in ganz Ber­lin und dar­über hin­aus für Furo­re. Nun lie­gen neue Namens­vor­schlä­ge für den Nach­tig­al­platz, die Lüde­ritz­stra­ße und die Peter­s­al­lee vor, die am Don­ners­tag (1.3.) vor­ge­stellt wer­den. Sie läu­ten die nächs­te Run­de in der Aus­ein­an­der­set­zung um die Kolo­ni­al­na­men ein.

Weddingmelder-Wochenschau #7/18

Das ist mal ein The­ma, wo wir die ech­ten Zei­tun­gen zur Sei­te schie­ben kön­nen und die B.Z. in ihrer vol­len Pracht ent­blät­tern: “Kaum Hirn, dafür umso mehr PS!” Mit 185 Kilo­me­ter auf der Tacho­na­del ist ein Anwär­ter auf den Bou­le­vard-Titel Limou­si­nen-Mör­der in den U‑Bahnhof Rei­ni­cken­dor­fer Stra­ße “geka­chelt”. Die ernst­haf­te Pres­se ruft aus: “ille­ga­les Auto­rennen” (zum Bei­spiel Tages­spie­gel). Ein Fra­ge­zei­chen hängt ledig­lich die Ber­li­ner Zei­tung hin­ten an. Doch vorn set­zen alle Redak­tio­nen von Bild bis rbb ein­stim­mig ein “ille­gal” hin. Nie­mand schreibt kri­mi­nel­les, fahr­läs­si­ges oder (ein vom Maul des Vol­kes abge­schau­tes) kran­kes. Was sonst noch so los war, steht im Weddingmelder. 

Wie afrikanisch ist das Afrikanische Viertel?

Alles Mögliche hat hier einen Afrikabezug....
Alles Mög­li­che hat hier einen Afrikabezug.…

In den Medi­en geis­tern immer wie­der aben­teu­er­li­che Zah­len her­um, wie vie­le Afri­ka­ner angeb­lich im Afri­ka­ni­schen Vier­tel leben sol­len. So war bei­spiels­wei­se im Tages­spie­gel des 10. Juli von 2.500 Afri­ka­nern (»vor allem aus Gha­na, Kame­run und Nige­ria«) zu lesen, die dort inzwi­schen gemel­det sei­en. Ins­ge­samt hat das Afri­ka­ni­sche Vier­tel 20.722 Ein­woh­ner – inklu­si­ve der »Cité Joff­re« süd­lich der Juli­us Leber-Kaser­ne, die zum sel­ben sta­tis­ti­schen Gebiet gehört. Von denen müss­te dem­nach fast jeder Ach­te aus Afri­ka stam­men. So vie­le sind es aber bei wei­tem nicht.