Es tut sich viel am Strandbad Plötzensee

Ein Beachsoccerfeld am Plötzensee24.7.2019 Eigentlich fasst der Name Strandbad nicht so richtig zusammen, was es alles auf dem gut 7 Hektar großen Gelände zwischen Nordufer und Plötzensee zu entdecken und zu erleben gibt. Seit ein neues deutsch-niederländisches Betreiberteam das Traditionsbad an Weddings einzigem natürlichen See gepachtet hat, wird überall gewerkelt, aufgeräumt und gegärtnert.

Yoga im Wedding, vielfältig wie der Kiez

drei bunte Yogamatten zusammengerollt
Yogamatten, hier in der NachbarschaftsEtage der Fabrik Osloer Straße. Foto: NachbarschaftsEtage

In der sich immer schneller drehenden Welt mit vielen äußeren Einflüssen, Anforderungen, täglich notwendigen Entscheidungen, ist die Auszeit auf der Matte Normalität geworden.  Im Alltag geschieht es immer wieder, dass wir unsere Bedürfnisse immer weniger wahrnehmen. Da ist Yoga ein guter Plan. Im Wedding gibt es natürlich nicht DAS eine Yogastudio. So vielseitig der Kiez ist, so vielseitig sind auch die Angebote. Damit ihr nicht mühsam das Internet durchsuchen müsst, bekommt ihr hier alles auf einen Blick, zusammengestellt von einer Yogalehrerin.

Neuer Glanz fürs Strandbad Plötzensee

Der Wedding hat im Laufe der Jahre viel von seiner Geschichte verloren. Für eine über 100 Jahre alte „blaue Perle“ scheint es nun aber einen Rettungsanker und eine Zukunft zu geben. Das Freibad am Westufer des natürlichen Gewässers mit seinem markanten Backsteingebäude ist seit diesem Jahr an ein neues Team verpachtet. Die Betreiber Michael Verhoeven und Katharina Zahn – Geschäftsführerin – wollen das Potenzial dieses Naturparadieses mitten in der Stadt heben, und etwas gegen die permanente Übernutzung des Sees an seinem Ostufer tun. Statt wild im Landschaftsschutzgebiet zu baden soll es wieder gute Gründe geben, ins frisch renovierte Strandbad zu gehen.

„Icedippers“: Die Eisbader vom Plötzensee

Foto: Stephan Wall

Die Luft riecht nach nassen Haaren, nach Bier und Gras und Badehandtüchern. Irgendwo spielt jemand Gitarre, plötzlich platscht es laut im Wasser und dann wieder lacht eine Gruppe von Männern. Der Plötzensee ist an diesen magischen Sommerabenden voll mit kleinen Booten, Badetieren und Schwimmerinnen. Auf der Wiese beim Steingarten sitzen Gruppen von jungen Leuten, auf der anderen Seite FKK, und das Strandbad ist ohnehin immer voll. Später im November sind die Uferwege dann verlassen und es ist viel leichter, dort seine Laufrunden zu drehen. Und vom Sommer zu träumen. Donnerstags ein Erinnerungsfoto bei Instagram teilen. Und das ist alles?

Magic Mountain: Wo Engagement „die Wände hochgeht“

Um den Wedding mal ordentlich aufs Dach zu steigen, könnte man auf den Flakturm Humboldthain gehen – oder die Kletterhalle Magic Mountain gleich gegenüber besuchen. Was 2002 als Traumprojekt einer Privatperson gestartet ist, ist fast 17 Jahre später nicht nur ein Ort für Kletter- und Boulder-Fans geworden. Der Magic Mountain sollte von Anfang an gerade auch diejenigen erreichen, die sich so etwas nicht unbedingt leisten könnten. So gibt es neben dem Willkommens-Klettern für Flüchtlinge auch verschiedene Kurse für Kinder- und Jugendgruppen, um die Faszination für Berge und das Klettern nahe zu bringen. Ein Besuch auf dem Kunstberg.

Wedding braucht beides: Safe Hub und Himmelbeet!

Ein Motiv aus dem Himmelbeet, das derzeit bei der Freiluftausstellung in der Müllerstraße gezeigt wird. Foto: Hensel
Lieber Freiraum … Ein Motiv aus dem Himmelbeet, das derzeit bei der Freiluftausstellung in der Müllerstraße gezeigt wird. Foto: Hensel

Meinung Es klingt zu schön, um wahr zu sein. Im Wedding entsteht mit dem Safe Hub ein besonderes Projekt, das es so bis jetzt nur in Südafrika gibt. Der Bezirk verpachtet ein Grundstück für 30 Jahre, der Träger Amandla betreibt gemeinnützig ein Bildungszentrum für benachteiligte Kinder mit drei Fußballplätzen, auf denen auch Schulen und Vereine trainieren können. Der Haken: Dummerweise ist das betroffene Grundstück die Fläche des Gartenprojekts Himmelbeet. Gut, dass jetzt der Bezirksbürgermeister bei der Suche nach einem Ersatzstandort helfen will.