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Kaufland wird wohl abgerissen:
Zwei Hochhäuser, Wohnungen und ein Park am Bahnhof Gesundbrunnen

Für das Kaufland-Gelände am Bahnhof Gesundbrunnen gibt es einen neuen städtebaulichen Entwurf. Geplant ist ein dichtes Quartier mit Wohnungen, Geschäften, Arbeitsplätzen und einem öffentlichen Park rund um die Swinemünder Brücke. Bis zum Abriss und Baubeginn ist es allerdings noch ein weiter Weg.

Isometrie: Max Dudler

Das Gelände am Bahnhof Gesundbrunnen könnte sich grundlegend verändern. Wo heute Kaufland, John Reed, Tedi und weitere Geschäfte untergebracht sind, soll ein neues Stadtquartier entstehen. Eine Jury hat jetzt den Entwurf des Berliner Architekturbüros Max Dudler einstimmig zum Sieger eines Werkstattverfahrens gekürt und im alten BVV-Saal vorgestellt.

Der Entwurf unter dem Namen „The Fountain“ des Investors Hines ist noch kein fertiger Bauplan. Er dient als Grundlage für das Bebauungsplanverfahren, in dem unter anderem Gebäudehöhen, Nutzungen, Verkehrsfragen und öffentliche Flächen festgelegt werden. Einen Termin für Abriss oder Baubeginn gibt es bislang nicht.

So sieht das heutige Gebäude aus

Quartier auf beiden Seiten der Brücke

Das rund 2,9 Hektar große Gebiet reicht vom heutigen Fachmarktzentrum an der Brunnenstraße bis zur Fläche östlich der Swinemünder Brücke. Eigentümer ist der Immobilieninvestor Hines.

Geplant sind mehrere größere Gebäude auf beiden Seiten der denkmalgeschützten Brücke. Besonders auffällig sind zwei Hochhäuser. Der höhere Turm an der Brunnenstraße soll etwa 60 Meter erreichen, ein zweiter Hochpunkt ist weiter östlich vorgesehen. Die Hochhäuser sollen überwiegend Büros, ein Hotel und weitere gewerbliche Nutzungen aufnehmen. Die Wohnungen sind vor allem in den niedrigeren Gebäuden geplant.

Zwischen Brücke und Fachmarktzentrum befinden sich Brachen

Wohnraum, Einzelhandel und Kita

Nach Angaben von Hines könnten in dem Quartier bis zu 900 Menschen wohnen und rund 1.200 Menschen arbeiten. Etwa ein Drittel der Wohnungen soll gefördert werden. Außerdem sind eine Kita, Gastronomie, Büros, ein Hotel und großflächiger Einzelhandel vorgesehen.

Damit hat sich das Projekt gegenüber früheren Überlegungen deutlich verändert. Als die Abrisspläne 2022 bekannt wurden, standen vor allem Büroflächen im Mittelpunkt. Wohnungen spielten damals kaum eine Rolle.

Für den Kiez besonders wichtig ist die Zukunft des Einzelhandels. Ein großer Markt ist weiterhin Teil des Konzepts. Ob Kaufland selbst später zurückkehrt, ist jedoch offen. Auch eine Übergangslösung während der Bauzeit wurde bisher nicht genannt.

Brache unter der Swinemünder Brücke – 📸 Samuel Orsenne

Park an der Swinemünder Brücke

Eine zentrale Rolle spielt der geplante Freiraum. Rund um die Swinemünder Brücke soll ein mehr als 5.000 Quadratmeter großer öffentlicher Park entstehen. Die Brücke würde damit zum Mittelpunkt einer Grünanlage.

Außerdem sind begrünte Plätze und Höfe vorgesehen. Es könnte eine durchgehende Grünverbindung zwischen Humboldthain, Mauerpark und Nordbahnhof für den Fahrrad- und Fußverkehr entstehen.

Modellfoto: Max Dudler

Höher und dichter als bisher

Aus dem heutigen Einkaufsstandort soll ein dicht bebautes Stadtquartier werden. Das schafft Wohnungen, Arbeitsplätze und Grünflächen, bringt aber auch mehr Verkehr und deutlich höhere Gebäude.

Gerade die Hochhäuser dürften die Umgebung des Bahnhofs stark verändern. Noch 2022 hatte Baustadtrat Ephraim Gothe fünf Geschosse für angemessen gehalten und Hochhäuser ausgeschlossen. Der nun ausgewählte Entwurf geht deutlich darüber hinaus.

„Uns ist wichtig, den Standort mit Blick auf das Quartier weiterzudenken und in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit dem Bezirk und den Senatsverwaltungen eine gemeinsame Lösung zu entwickeln, die einen Mehrwert stiftet und mit der Zielsetzung der Stadt in Einklang steht.

Alexander Möll, Hines

Abriss bleibt umstritten

Das heutige Kaufland-Gebäude wurde erst 2008 eröffnet. Schon bei Bekanntwerden der Pläne wurde kritisiert, dass ein vergleichsweise junges Gebäude abgerissen werden soll. Die aktuelle Planung enthält bislang keine näheren Angaben zur Wiederverwendung von Bauteilen, zum Recycling oder zum Energiekonzept.

So trist ist das Fachmarktzentrum heute 📸 Samuel Orsenne

Kommentar

Fest steht vorerst nur die Richtung: Aus dem Kaufland-Standort soll kein reines Büroviertel werden, sondern ein gemischtes Quartier. Das ist besser als der Ist-Zustand der städtebaulichen Einöde, die noch dazu im Strichcode-Design daherkommt. Schließlich war Anfang der 2000er ein Gebäude in einer Architektur versprochen worden, das zum Bahnhof und zum Gesundbrunnen Center passt. Daraus wurde bekanntlich nichts.

Viel Park wird am Ende wohl auch nicht entstehen, aber besser als der jetzige Zustand ist es allemal. Und wie viele (bezahlbare) Wohnungen es sein werden, wie der Einzelhandel während der Bauzeit gesichert wird und wann gebaut werden kann, wird man sehen.

Joachim Faust

Joachim Faust

hat 2011 den Blog gegründet. Heute leitet er das Projekt Weddingweiser. Mag die Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen gleichermaßen.

weddingweiserredaktion

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Die ehrenamtliche Redaktion besteht aus mehreren Mitgliedern. Wir als Weddingerinnen oder Weddinger schreiben für unseren Kiez.

2 Comments Schreibe einen Kommentar

  1. bei diesen tollen Pänen für die Errettung der Berlinernden vor der Wohnungsnot wird mir richtig bange.

    wer will schon in Hooochhäuser… also werden die Sozial schwächeren rein vergattert in meist sozial unverträglichen Konglomeraten, und die Armen dürfen bei eigenen sozial absaufen die Integrationsarbeit übernehmen.

    solange die Hochbunker nicht am Kollwitz, Arkonaplatz gebaut werden, weiss man was davon zu halten ist.

    ich sehne mich nach 1989 zurück, wo die Leute och offen füreinander waren, ausser Bayern u. Schwaben am Winterfeldpl.

  2. schön juten Tach

    Fountain…. schicker Name für dieses Projekt. Welchen Gedanken hatte der Architekt im Sinn …. die Nähe zum GesundBrunnen oder Quell der Inspiration ??
    Verwendung des Wortes:
    In der Natur: Fountains sind oft in Parks oder Gärten zu finden, wo sie als dekorative Elemente dienen.
    In der Sprache: Der Begriff wird auch metaphorisch verwendet, um eine Quelle von Ideen oder Kreativität zu beschreiben.

    Bis 2030 wollte man Berlin Klimaneutral (um)bauen…. Klima ist Wetterbeobachtung und Wetter macht was es will , nur eben nicht neutral. Aber das ist ein anderes Thema….
    Auf der anderen Seite wird nachverdichtet wo es nur geht, hier sogar dicht verdichtet, also entgegen Klimagerecht….also viel Beton, was aus viel Zement hergestellt wird … also viel Energie zur Herstellung benötigt, was wiederum alles andere als klimafreundlich betrachtet wird….ja es ist nicht leicht , wenn man CO2 für Klimaschädlich hält…. was es natürlich nicht ist

    900 Wohnungen…. echt viel 😉 ob die ausreichen werden :))) auf keinen Fall bezahlbarer Wohnraum

    Na schau wir mal was bis 2030 dort oben dann entstanden sein wird

    Genug der gedanken, es ist zu heiß

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