Die Antragsflut zur Fischerpinte, wir berichteten, fällt nun doch kompakter aus. Der Ältestenrat der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hat empfohlen, dass sich die Fraktionen zusammensetzen und eine gemeinsame Linie ausarbeiten – statt vier verschiedener Anträge zur Abstimmung. Es ist somit sehr wahrscheinlich, dass die Anträge in der heutigen BVV an den Umweltausschuss überwiesen werden.

Die Mitglieder des öffentlichen Umweltausschusses könnten am 17. Juni über einen gemeinsamen Antrag beraten oder sich bereits im Vorfeld untereinander abstimmen und einigen. Wenn eine Einigung erzielt wird, könnte ein neuer Antrag an die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) überwiesen werden, über den bereits einen Tag später abgestimmt werden könnte.
Die BVV im Juni ist auch die letzte vor der Sommerpause. Danach dürfte langsam der Wahlkampf beginnen, denn im September finden in Berlin Wahlen statt. Wenige Tage vor dem Wahltag, am 20. September, findet ebenfalls noch eine BVV-Sitzung statt.
Fazit:
Die Empfehlung des Ältestenrats erscheint sinnvoll. Das Thema „Fischerpinte” ist emotional, und es scheint, als sei die Politik überrascht, welchen Stellenwert dieser Ort in der Wahrnehmung der Weddinger hat.
Es ist dabei kein schlechter Ansatz, dass sich die Fraktionen nun zusammensetzen sollen, um eine gemeinsame Linie zu finden. Ob es gelingt, steht auf einem anderen Blatt. Vielleicht geht man am Ende auch nicht mit einem, sondern mit zwei oder drei Anträgen raus. All das wird man sehen. Aber wie schon so oft geschrieben: Genau hier passiert, was den Bezirk im Innersten zusammenhält: gelebte Bezirkspolitik.
Ob die Anträge vom Bezirksamt umgesetzt werden, wird sich im weiteren Verlauf zeigen.
Spannend könnte auch werden:
Am Freitag, dem 12. Juni um 18:30 Uhr findet ein moderiertes Bürgergespräch in der Kapernaumkirche, Seestraße 35, statt. Der amtierende Stadtrat Christopher Schreiber, Initiativen, der Verein Fischerpinte Plötzensee und die gesamte Öffentlichkeit sind eingeladen, um sich in einem moderierten Rahmen mit dem Bezirksamt über die Zukunft der Fischerpinte auszutauschen.




Gut, dass es das Bürgergespräch geben wird – und ausgerechnet da kann ich nicht. Nichtsdestotrotz wünsche ich mir eine sachlich fundierte Diskussion, bei der auch ein paar Fragen noch geklärt werden sollten.
Die Rechtslage ist klar und dass die Bezirke an diese sowie auch an Landes- und Bundesgesetze gebunden sind, auch. Insofern hilft es nicht, nur pauschal das Bezirksamt oder den Umweltschutz im Besonderen zu attackieren. Was so oft als „arrogant“ wahrgenommen wird, ist schlicht „Verwaltungs-“ bzw. „Gesetzessprache“.
Dass sich die meisten im Wedding und auswärtige Besucher*innen den Fortbestand der Fischerpinte, in welcher Konstruktion auch immer, wünschen, ist klar. Dass es hier nicht nur um Nostalgie oder „urbane“, sondern soziale Bedürfnisse geht, ist auch klar. Dass gerade die schon zu lange weitgehend ignoriert werden, nagt sicher an vielen von uns.
Ebenso klar ist aber auch, dass die Nutzung des Plötzensees wirklich einen umweltgerechten Umbau braucht. Zu viele, vor allem an den Böschungen Wildbadende, haben durch ziemlich achtloses Verhalten große Schäden verursacht. Jetzt tut sich aus meiner Sicht viel Gutes, wenn es auch schade ist, dass das mit starren Zäunen passieren muss. Die Kernfrage ist aber: Was hat die Fischerpinte damit zu tun?
1
Dass Ruderboote (nicht von Lidl) benutzt wurden, um gerade am hinteren, geschützten Ende Pflanzen auszurupfen oder zu angeln, habe ich selbst gesehen. Nichtsdestotrotz wird es sinnvoll sein, nach Zahlen bzw. konkreten Auswirkungen ausschließlich der Ruderbootnutzung zu fragen. Was ist mit der fachlichen Prüfung durch Frau Dr. Neumann? Wer kann noch Fachwissen einbringen? Welche Ziele will die Naturschutzbehörde durch den Abriss der Pinte erreichen? Oder geht es vor allem um die klammen Kassen (aus irgendeinem Topf gibt es Gelder für den Abriss, nicht aber für einen kommunalen Weiterbetrieb)?
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Während ich mich einerseits frage, wie eine starke Ruderbootnutzung im See (Schulklassen?? Ernsthaft?) mit dem Schutzgedanken zusammenpasst, haben Sie, Herr Hahn, auch Recht, wenn sie den Ruderbooten eine Schutzfunktion am Steg zuschreiben. Ich habe nie gesehen, dass am Ruderbootverleih Menschen ins Wasser gegangen sind.
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Der Kernpunkt ist: es genügt nicht, sich die Pinte zu wünschen. Es gibt den Verein und ein loses (sehr ambitioniertes) Konzept, aber wer setzt das alles konkret um? Wer finanziert es? Wer übernimmt die rechtliche Verantwortung? Ich denke nicht, dass sich irgendeine Stelle (weder im Bezirk noch auf anderen Ebenen) auf einen Weiterbetrieb als Zwischennutzung einlässt, ehe das nicht geklärt ist.
Seit Jahren bin ich bei meinen Radtouren immer wieder Gast in der Fischerpinte gewesen, auch mit den Seepferdchenkindern Boot gefahren. Ein wunderschöner Ort. Ihn für alle aufrecht zu erhalten, das müsste doch möglich sein. Andernfalls wäre es ein grosser Verlust. Silke Fischbeck