5 Dinge, die ihr zur Parkraumbewirtschaftung im Wedding wissen müsst

Ein Parkschein, gezogen am Bahnhof Gesundbrunnen. Halleluja! Foto: Sallmann
Foto: Sallmann

September 2019 Bis jetzt gibt es sie (fast) noch nirgends im Wedding, doch bald wird man sich an ihren Anblick gewöhnen müssen: Parkscheinautomaten. Fast alle Gebiete im Wedding und in Gesundbrunnen sollen über kurz oder lang eine Parkraumbewirtschaftung im öffentlichen Straßenland bekommen. Wir fassen einmal zusammen, was das für euch bedeutet, wenn ihr selbst ein Auto besitzt oder Gäste habt, die ihr Auto in eurem Kiez abstellen möchten.

1.     Was ist Parkraumbewirtschaftung und wo gibt es sie bereits im Wedding?

Detail eines FahrscheinautomatenDer Parksuchverkehr nervt: mehr Lärm, mehr Abgase, weniger Parkraum für die Kiezbewohner. Die Parkraumbewirtschaftung sorgt dafür, dass in einem Wohngebiet weniger ortsfremde Autos abgestellt werden. Wer also in einem Kiez arbeitet oder etwas zu erledigen hat, ohne dort zu wohnen, muss einen Parkschein ziehen. Durch eine deutliche Abnahme von ortsfremden Dauerparkern bewirkt die Parkraumbewirtschaftung eine nachhaltige Entspannung der Parksituation. Im Wedding gibt es das nur rund um die Bayer AG.

2.     Was genau ist geplant?

Schild P-ZoneDer Senat plant, das Parken innerhalb des gesamten S-Bahn-Rings kostenpflichtig zu machen. Außerdem soll das Parken teurer werden. Auch Berlin-Mitte weitet die Parkzonen aus. Über die Einführung kann das Ordnungsamt noch keine Angaben machen. Allerdings kündigte es an, eine Ausschreibung für Kräfte für die Parkraumbewirtschaftung vorzunehmen. Auch für das Bürgeramt würde das wegen der Bearbeitung der Parkausweisanträge eine große Herausforderung darstellen, sodass mit einer schrittweisen Einführung zu rechnen ist. Das Bezirksamt Mitte hat beschlossen, dass die Parkraumbewirtschaftung bis zur Seestraße, nördlich davon im Afrikanischen Viertel bis zur Otawistraße und an der Müllerstraße im Englischen Viertel bis zur Liverpooler / Edinburger Straße gelten soll. Gesundbrunnen ist vollständig betroffen, nur bei den Parkzeiten und -gebühren gibt es Einschränkungen. Dies meldet die Berliner Morgenpost.

Laut Berliner Woche stehen die Parkautomaten ab September 2021 fast im ganzen Wedding und Gesundbrunnen.

3.     Was müssen Anwohner beachten, wenn sie ein eigenes Auto nutzen?

HinweisschildAutobesitzer, deren Wohnung sich in einer Parkzone befindet, haben’s gut. Sie können einen Anwohnerparkausweis bekommen. Der Ausweis wird beim Bezirksamt Berlin-Mitte beantragt. Er ermöglicht gebührenfreies Parken in der Parkzone, in der der Fahrzeughalter gemeldet ist und gilt für maximal zwei Jahre. Den Ausweis gibt es aber grundsätzlich nur in der Zone, in der man polizeilich gemeldet ist. So ist beispielsweise ein Ausweis für die Zone, in der man arbeitet, oder für eine Nachbarzone nicht möglich.

4.     Was, wenn ihr einmal Besuch bekommt, der das Auto bei euch abstellen möchte?

Dann wird’s kompliziert! Gäste erhalten auf Antrag eine Gästevignette für die Bewohnerparkzone des besuchten Bewohners, die nicht online beantragt werden kann. Auch die besuchten Bewohner können den Antrag stellen, wenn sie das Kfz-Kennzeichen, den Wohnort und den Aufenthaltszeitraum des Besuchers angeben. Beantragt der Gast  die Genehmigung, sind der Name und der Wohnort des Gastgebers zu benennen. Gästevignetten werden grundsätzlich nur für Personen (Gäste) ausgestellt, die ihren Wohnsitz außerhalb der Postleitzahlenbereiche 10000 und 16999 haben. Für Mietwagen gilt diese Regelung analog. Die Gästevignette kann für längstens für 4 Wochen erteilt werden.

5.     Was kostet der Spaß?

Die Kosten halten sich in Grenzen. Die Verwaltungsgebühr für einen Anwohnerparkausweis beträgt derzeit 20,40 Euro für zwei Jahre. Bei einem Fahrzeug- bzw. Kennzeichenwechsel, ersatzweiser Ausstellung abhanden gekommener Parkausweise, Zonenänderungen usw. beträgt die Gebühr 10,20 Euro. Gästevignetten können tage- oder wochenweise beantragt werden und kosten zwischen 10,20 und 25 Euro.

Und was kostet das Parken selbst? Wer sein Fahrzeug in einer Parkzone abstellt, muss einen Parkschein am Automaten ziehen. Diese akzeptieren Münzen, aber auch die Bezahlung per Handy ist in vielen Fällen ebenfalls möglich. Dafür ist eine Anmeldung erforderlich. Je nach Zone können 25 oder 75 Cent für fünfzehn Minuten, ein oder zwei Euro pro Stunde oder ein anderer Betrag fällig werden. Das gezogene Ticket muss von außen gut sichtbar im Auto platziert werden. Parken ohne Parkschein kostet ab 10 Euro aufwärts, je nach Länge der Überschreitung. Die Regelung soll montags bis freitags von 9 bis 20 Uhr, und in allen Gebieten außer dem Soldiner Kiez auch samstags von 9-18 Uhr.


3 Kommentare
  1. Lächerlich, wie billig der Anwohnerparkausweis noch immer ist. Auch da sollte über höhere Kosten ein Anreiz geschaffen werden, mal nachzudenken, ob man in der Berliner Innenstadt tatsächlich so eine gigantische Blechkiste vor der Tür stehen haben muss, die den öffentlichen Raum blockiert.

    1. Ja, nee is klar! Da wird einfach mal sowas rausgehauen, ohne zu reflektieren, ob der-/diejenige vielleicht auf das Auto angewiesen ist.
      Am Schluß ist die Zahl der zu erteilenden Ausnahmegenehmigungen (und damit der Aufwand für alle Beteiligten) höher als die Zahl der „Normalos“.

  2. Zur Ergänzung: „Für Mietwagen gilt diese Regelung analog.“
    Dies gilt aber nicht für all die Car2Go, DriveNow etc. -Fahrzeuge. Die dürfen überall stehen, wobei – soweit ich informiert bin – deren anfallende Parkgebühren via GPS-Ortung direkt von der Verwaltung eingezogen werden…

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