Wild im Wedding

Foto: JJ Harrsison / Wikimedia Commons

Echte Hasen trifft man in der Stadt kaum an, dafür aber Wildkaninchen. Diese harmlos wirkenden Nager legen weitverzweigte Höhlensysteme an, die die Statik von Straßen gefährden können – das kann auch Baumwurzeln zerstören. Sogar zu Mauerzeiten überwanden die hoppelnden Langohren den Todesstreifen mühelos. Welche weiteren wild lebenden Tiere leben mit uns gemeinsam, zum Teil mitten im Wedding? Und sollte man sie füttern?

Foto Sulamith Sallmann

Die invasive Art der Waschbären fressen seltene Tiere wie die Sumpfschildkröte oder den Graureiher, wühlen Gärten um und nisten sich auf Dachböden ein. Ursprünglich nicht in Europa beheimatet, gibt es mittlerweile Tausende Waschbären in Berlin. Waschbären gelten als eine echte Plage, weil sie durch nichts fernzuhalten sind. Die fünf bis zehn Kilogramm schweren Tiere ernähren sich in Städten von Essensresten, klettern auf Obstbäume, stöbern auf Kompostplätzen oder in Mülltonnen.

Wildschwein-Wildtiergehege
Wildtiergehege Rehberge

Tausende Wildschweine leben in Berlin, einige davon kann man am Wildschweingehege in der Rehberge anschauen. Auch sie graben den Boden auf oder drücken Gartenzäune hoch, um an Nahrung in Komposthaufen oder Abfalltonnen zu gelangen. Sie haben einen guten Geruchssinn und wittern Nahrung auf weite Entfernungen. Wildschweine greifen Menschen aber äußerst selten an. Wichtig ist, bei einer Begegnung Ruhe zu bewahren und dem Tier Rückzugsmöglichkeiten zu geben.

Auch viele Steinmarder leben in Berlin – überall in der Stadt verteilt. Steinmarder sind etwa so groß wie Katzen, wiegen um die 1,5 Kilogramm und sind an ihrer langen, struppigen Rute erkennbar. Autofahrer fürchten sie, denn sie zerbeißen Kabel oder Wasserschläuche im Motorraum.

Füchse im Sprengelkiez (C) Ware Schönheit

Seit 2006 wurde die Tollwut beim Fuchs nicht mehr bei den Tieren nachgewiesen. Auch der Fuchsbandwurm spielt in Berlin keine Rolle. Im Stadtgebiet gibt es Tausende Füchse, denn sie werden in der Stadt nur in Ausnahmefällen geschossen. Die Tiere von Grundstücken komplett fernzuhalten ist schwierig, da sie Mauern überklettern können und sich unter Zäunen hindurchzwängen. Um sie nicht anzulocken, sollten Nahrungsmittelquellen wie Hunde- oder Katzenfutter entfernt und offene Mülltonnen geschlossen werden.

Der Biber war fast ausgerottet, seit etwa zehn Jahren gibt es über 100 Tiere in Berlin. Die niedlichen Nager mit der charakteristischen Biberkelle sind  streng geschützt. Stolze 45 Gehölzarten stehen auf ihrem Speiseplan, darunter auch Nadel- und Apfelbäume. Vor allem im Winter, wenn sonstige Nahrung rar ist, fällt der Biber auch Ufergebüsche und Bäume.

Wildtiere brauchen keine Fütterung

Aber was man unbedingt unterlassen sollte, ist Wildtiere zu füttern.„ Die Tiere haben Strategien entwickelt, mit dem Nahrungsangebot in der Stadt klarzukommen. „Daher ist darauf zu achten, dass die essbaren Abfälle so entsorgt werden, dass Wildtiere sie nicht erreichen können.„„ Reste eines Picknicks oder einer Grillparty sollten wieder mitgenommen werden – das sieht auch an den überquellenden Mülleimern schöner aus. „„Und wer Haustiere als Freigänger hält, sollte diese so füttern, dass wilde Tiere nicht an deren Futter gelangen können.

Broschüre der Senatsverwaltung zum Füttern von Wildtieren


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