Wilda Wolf: Glamrock für die Kleiderstange

Modedesignerin Daniela Wolf in ihrem Atelier in der Groninger Straße. Foto: Annika Keilen
Modedesignerin Daniela Wolf in ihrem Atelier. Foto: Annika Keilen

Wilda Wolf ist eine Modemarke aus dem Wedding. Dahinter steht eine 25 Jahre junge Modedesignerin, die mit ihren Kollektionen eine Nische bedient. Von der Konzeption bis zum fertigen Kleidungsstück wird jedes Einzelteil von ihr selbst gefertigt. Wir haben sie in ihrem Atelier  in der Groninger Straße 4 besucht.

Im Atelier von Modedesignerin Daniela Wolf in der Groninger Straße. Foto: Annika Keilen
Daniela Wolf an der Nähmaschine. Foto: Annika Keilen

Berlin gilt als eine Stadt der Individualität voller ausgefallener Geschmäcker. Eine Stadt, in der das Bestreben nach Selbstverwirklichung wichtiger scheint, als der Kontostand am Ende des Monats. Auch die Modedesignerin Daniela Wolf verfolgt ihren Traum von ihrer eigenen Modemarke: Wilda Wolf. In Stil und Gestaltung bedient sie eine Nische, die selbst im Kreativraum Berlin keine Konkurrenz kennt.

Goldenes Lametta schmückt die Schaufensterfassade. Einzelne Modestücke hängen an Kleiderstangen. Tops in schwarz-weißem Schachbrettmuster hängen neben knalligen Jacken und Stickern. Verschieden kombinierte Materialien ergeben einen auffallenden und einzigartigen Modestil, der mehr Kostümen als Alltagsmode gleicht. Laut Designerin Daniela Wolf hat sie mit dieser Art von Mode in Deutschland kaum Konkurrenz.

Modedesignerin Daniela Wolf in ihrem Atelier in der Groninger Straße. Foto: Annika KeilenDieser einzigartige Stil kommt nicht von ungefähr, denn die junge Designerin wendet sich ganz bewusst von der Modewelt ab. Trends und Haute Couture interessieren sie ebenso wenig, wie die Branche als solche: „Ich mache zwar Mode, aber ich finde die Modewelt relativ anstrengend und versuche so wenig wie möglich mit ihr zu tun zu haben“, sagt die Designerin. Sie bewege sich bewusst in anderen Kreisen und bleibe lieber in ihrer alternativen Schiene. Ihre Inspirationsquelle findet Daniela Wolf in der Musik. Durch ihren Vater lernte sie Künstler wie David Bowie und Queen kennen. Der mit ihnen verbundene Glamrock faszinierte sie so sehr, dass sie sich von ihrer eigentlichen Welt des Zeichnens in die Modebranche begab.

Nach der Schule begann Daniela Wolf eine Maßschneiderlehre in Leipzig und im Alter von 21 Jahren folgte die Selbstständigkeit mit eigener Modemarke in Berlin. „Ich habe mich so halb naiv da hinein gestürzt, aber ich hatte auch einfach Lust meine Ideen umzusetzen“, sagt sie. Die Mode verkauft sie dann an Berliner Shops wie Coexist und Pink cadilack. Auch online ist sie vertreten, unter anderem bei Etsy. In ihrem Weddinger Atelier kommen allerdings nur sehr selten Kunden vorbei. Dabei würde sie sich sehr wünschen, in ferner Zukunft auch ohne fremde Absatzmärkte leben zu können.

Im Atelier von Modedesignerin Daniela Wolf in der Groninger Straße. Foto: Annika KeilenNeben der Nähmaschine zählen immer noch klassische Zeichenutensilien zu ihren Werkzeugen. Auch Patches und Siebdruck finden Eingang in die Mode. Für die neuste Kollektion nutzt Daniela Wolf außerdem Materialien wie Lack und Absperrketten. Orientiert hat sie sich hier an der Szene der Bikergirls. Am 20. Juli können Interessierte diese Kleidung dann auch auf dem Bikerfestival „Petrolettes“ in Milmersdorf (Brandenburg)  begutachten. Obwohl ihr Berufsleben auch Schwierigkeiten berge, ist die Designerin insgesamt sehr zufrieden. Schließlich verbinde sie all ihre Leidenschaften und mache „Kunst auf Klamotten“.

Wilda Wolf, Groninger Straße 4, E-Mail: wildawolfmode@gmail.com, Telefon: (030) 53168759

Autorenfoto Annika Keilen

 

Annika Keilen hat die junge Modedesignerin aus dem Wedding in ihrem Atelier besucht. Zwischen den Kleiderstangen  kam es ihr so vor, als würden Klänge von „Space Oddity“ durch die bunte Mode dringen. Der Atelierbesuch war für die Autorin vielleicht keine Reise ins Weltall, aber zumindest eine in den Glamrock.

 

 


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