Gut „behütet“ im Afrikanischen Viertel

Es riecht noch nach Farbe vom Renovieren und ein wenig nach Strohsteife in Angela Klöcks Hut–Werkstatt. Das Erste, was sofort im Schaufenster auffällt, ist die bunte Vielzahl an verschiedenen Hütten und Kappen, die auf verschieden hohen Metallständern zur Schau gestellt sind und sehr neugierig machen.
 Ruhiges, aber emsiges Treiben herrscht im Laden. Am Arbeitsplatz, konzentriert am Abstecken und Beschneiden einer neuen Wollfilzkappe, sitzt Inhaberin und Hutmacherin Angela Klöck und erzählt von ihrer Passion. 


Die Kunst des Hütemachens

Im November diesen Jahres hat sie ihr Ladenatelier in der Lüderitzstraße 18 eröffnet, fühlt sich sehr wohl und bestärkt in ihrer Entscheidung, sich im Wedding niederzulassen.
 Auf den Hut gekommen ist sie damals durch einen befreundeten Bildhauer. Sie liebt das Dreidimensionale an ihrer Arbeit und dass man als Skulpteur agieren kann. Die Herausforderung, verschiedenste Materialien in wunderschönen und einzigartigen Kopfschmuck zu verwandeln, ist der Reiz daran. 

„Mein Ziel ist es, den Frauen mit meinen Arbeiten so viel Spaß und Selbstbewusstsein zu geben, dass ein Tag ohne Hut ein verlorener Tag ist.“

Ein Praktikum Anfang der 90er bei der Haute-Couture-Modistin Fiona Bennet in Berlin brachte sie nach London, wo sie dann am Kensington & Chelsea-College im Jahre 1994 mit dem „Advanced Diploma in Millinery Design for the Fashion Industry“ ihren Abschluss machte und seitdem selbstständige Hutdesignerin ist. 
Während der Zeit in Englands Hauptstadt absolvierte sie Praktika unter anderen bei namenhaften Hutmachern wie Philip Somerville und Philip Treacy oder der Modistin Gilly Forge.

 Nach all den Stationen zog es Angela Klöck wieder nach Berlin und sie entwickelte die Kunst des Hütemachens immer weiter. 
Von Wollfilzkappen, über Strohhüte bis hin zum Fascinator, hat Angela Klöck alles im Repertoire und Angebot.
 Viele ihrer Hüte entspringen aus der Zeit der 20er und 30er Jahre und „very British“ darf es auch gerne mal sein.
 Gefertigt wird im Atelier hauptsächlich für ihren Onlineshop (hathunter.net), aber sie empfängt auch gerne nach telefonischer Absprache Kunden, die einen speziellen Kopfschmuck für sich suchen, ein Unikat, so wie Angela Klöck eben auch eins ist.

Am 16. Januar 2018 eröffnet im hinteren Teil noch der „Temporary Room“, wo Christopher Gerberding und Lukas Bury Aussttellungen von verschiedenen Künstler aus aller Herren Ländern kuratieren. 
Es soll ein sogenannter versteckter „White Cube“ sein, der sich im Herzen Weddings verbirgt und keine wirtschaftlichen Absichten wie eine Galerie hat.
 Den Auftakt macht der aus Hong Kong stammende Künstler Liu Guangli mit dem Motto „ET IN ARCADIA EGO“, was soviel bedeutet wie „Even in Arcadia, there am I“.

Angela Klöck – Hüte

Lüderitzstr. 18

Fotos: Sebastian Wischmann


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