Umweltpreis Mitte für Weddinger Projekte

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Alle Preisträger des Umweltpreises Mitte 2015.

Mehr Grün für die Schulen, weniger Verpackungsmüll, mehr Ökologie auf dem Sportplatz, Bienen für alle … Die Weddinger haben viele große Ziele. Das Bezirksamt Mitte hat die engagiertesten Umweltverbesserer und nachhaltigsten Projektideen aus dem Bezirk mit dem Umweltpreis Mitte geehrt. Der Preis wird seit 20 Jahren vergeben. In diesem Jahr kamen die meisten der 26 Bewerber aus dem Wedding und so gehen auch die Preise in diesem Jahr überwiegend in den Stadtteil.

Glückliche Gewinner: Christina Nitzsche (links) und Schülerin Yassmin Habade von der Schulimkerei der Ernst-Reuter-Oberschule.
Glückliche Gewinner: Christina Nitzsche (links) und Schülerin Yassmin Habade von der Schulimkerei der Ernst-Reuter-Oberschule.

Die Freude war groß bei den beiden Vertreterinnen der Ernst-Reuter-Oberschule. Gerade zwei Wochen vor der Preisverleihung am 1. Juli wurde die Schul-Imkerei eröffnet. Mit einem ersten Preis in der Kategorie Schulgärten und 500 Euro in der Tasche kehren Schülerin Yassmin Hamade und Erzieherin Christina Nitzsche nun ins Brunnenviertel zurück. „Unsere Bienen stehen auf dem Schuldach“, erzählt Christina Nitzsche. Im Rahmen des Unterrichtsfachs Wirtschaft-Arbeit-Technik kümmert sich eine 10. Klasse um die Tiere. „Sechs Kilogramm Honig haben unsere Bienen in den zwei Wochen schon gesammelt“, erzählt die Erzieherin, die sich mit anderen Kollegen für die neue Aufgabe weitergebildet hat. Das Projekt wird noch ein Jahr lang von einem professionellen Imker begleitet.

Verpackungsarmes Café im Himmelbeet ausgezeichnet

Ebenfalls noch am Projekt-Anfang steht der Träger des ersten Preises in der Kategorie Vereine. Der Gemeinschaftsgarten Himmelbeet hat im vergangenen Jahr ein Gartencafé gebaut, das Mitte Juni eröffnete. Das Besondere am „Low Waste Café“: Wer hier Kaffee trinkt, bekommt ihn in eine Tasse aus Keramik und Kuchen wird ebenfalls auf einem richtigen Teller serviert. Kaffeebecher aus Plastik zum Mitnehmen sind ebenso tabu wie Strohhalme. Die Kaffeebohnen werden in einer Rösterei im Wedding gekauft und kommen im Mehrwegbehälter ins Himmelbeet. Umweltfreundlich und verpackungsarm soll es sein im Gemeinschaftsgarten – und dafür gab es als Anerkennung jetzt 400 Euro vom Bezirk.

Ausgezeichnet: Das verpackungsarme Café im Himmelbeet.
Ausgezeichnet: das verpackungsarme Café im Himmelbeet.

Den mit 400 Euro dotierten ersten Preis in der Kategorie Einzelpersonen erhielt die Initiative von Uwe Sommer und Michael Wirkus. Vater und Sohn wohnen im Wedding und wollen den Naturschutz und die Honigbiene fördern. Sie bieten Projekttage in Schulen an und organisieren und betreuen Bienen-AGs. Um Lampen und Lichtobjekte geht es in dem Projekt der Erika-Mann-Grundschule, das sich gegen die anderen Bewerber in der Kategorie Kitas und Schule durchsetzte. Über die 400 Euro freuten sich die Grundschüler bei der Verleihung sehr. Die Freude teilten die Kinder mit der von Bezirksstadträtin Sabine Smentek: „Ich freue mich, dass es im Alltag des Unterrichts offenbar Raum für dieses Engagement gibt und dass sich so viele Umweltthemen widmen“.

Besonders nachhaltig: Gärtnern auf dem Sportplatz

In diesem Jahr wurde erstmals ein Sonderpreis für besonders nachhaltige Projekte verliehen. Die Ehrung, die mit 500 Euro Preisgeld verbunden ist, geht an den Sportverein Rot-Weiß Viktoria Mitte. Der Verein hat auf dem Sportplatz Stralsunder Straße im Brunnenviertel Hochbeete angelegt, Sträucher gepflanzt und Fledermausbehausungen und ein Insektenhotel eingerichtet. Regelmäßig gibt es Gärtnertage für die jungen Sportler, die von Trainern betreut werden, um die Kinder möglichst früh mit den Themen Umwelt und Bildung in Kontakt zu bringen.

An umweltfreundlichen Ideen mangelt es im Stadtteil wirklich nicht. Viele der Teilnehmer und Preisträger sind sozusagen Dauergäste beim Umweltpreis und reichen jedes Jahr eine neue gute Umweltidee ein. Auch im kommenden Jahr werden sie dafür wieder Gelegenheit haben.

Alle Preisträger des Umweltpreises Mitte 2015

Kategorie Einzelpersonen

  1. Preis: Die Schulimker Uwe Sommer und Michael Wirkus für „Bienen für Schulen“
  2. Preis: Frau Grove für den Bau eines Bio-Gas-Komposters
  3. Preis: Laura Tenenboim für „Orte des Gedenkens, Orte des Lebens“

Kategorie Schulen und Kitas

  1. Preis: Erika-Mann-Grundschule für „Lampen und Lichtobjekte“
  2. Preis: Anna-Lindh-Schule für das Projekt „Raumklima in der Klasse“
  3. Preis: Kita Spielraum Perlentaucher für Umwelt-Projekt zur Müllvermeidung und Müllverwertung

Kategorie Vereine und Institutionen

  1. Preis: Gemeinschaftsgarten Himmelbeet für das „Low Wast Café“
  2. Preis: Naturschutzbund Deutschland (NABU) für „Schöner Wohnen für Vögel“
  3. Preis: Heidemarie Kunert für Kunstobjekt „Verwurzelt – entwurzelt“
  1. Preis: Azubis des SUZ Mitte für „Vertical Room Gardening“

Sonderpreis Schulgärten

  1. Preis: Ernst-Reuter-Oberschule für die Schulimkerei
  2. Preis: Hedwig-Dohm-Oberschule für das Grüne Klassenzimmer
  3. Preis: Max-Planck-Gymnasium für ihren Gemeinschaftsgarten Max.Pflanzen

Sonderpreis Nachhaltigkeit

  1. Preis: Rot-Weiß Viktoria Mitte für das Projekt Sportbiodiversität/Gärtnern auf dem Sportplatz

Text und Fotos: Dominique Hensel

3 Kommentare
  1. tabu wie Strohhalme Sie meinen sicherlich Plastikhalme 🙂

    1. Stimmt! Das war jetzt wohl doch zu umgangssprachlich. Korrekt heißen die Teile wohl Trinkhalme und sind meist aus Plastik. Aber danke für’s fast-bis-ganz-zum-Schluss-Lesen 😉

  2. […] Ein ausführlicher Beitrag über die Preisträger und den Umweltpreis Mitte ist heute bei unserem Kooperationspartner Weddingweiser erschienen: Umweltpreis Mitte für Weddinger Projekte […]

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