Alles auf eine Karte gesetzt

Um es kurz zu machen:  Genau so stelle ich mir eine ideale Kiezkarte vor. Auf den ersten Blick wirken die Orientierungspläne der Quartiersmanagements wie ein Produkt für Kinder. Wer genauer hinschaut, erkennt aber, dass sie maßstabsgetreu sind, so gut wie jedes Gebäude im Kartenausschnitt ist dreidimensional dargestellt – aber das, worauf es ankommt, was einen Ort aus der grauen Masse hervorstechen lässt, ist farblich und detailreich hervorgehoben. Der Weddinger Illustrator Burkhard Piller hat wunderbare Karten geschaffen. Ausgaben sind inzwischen für das QM-Gebiet Pankstrae, den Sprengelkiez und das QM-Gebiet Pankstraße erschienen.

KiezkarteEntwickelt haben diese Kiezkarte übrigens nicht die Quartiersmanager in der Prinz-Eugen-Straße 1, sondern die Weddingerinnen und Weddinger: bei Workshops haben sie Hunderte Ideen zusammengetragen und mit bunten Klebepunkten auf einem großen Stadtplan abgebildet. Außerdem wurde geklärt, dass der Plan für Fremde (Besucher des Kiezes) und für Bewohner gleichermaßen hilfreich sein sollte. Wichtig war den Teilnehmern auch, dass die Karte nicht nur praktisch und realitätsgetreu sein ist, sondern auch viel Atmosphäre ausstrahlen muss. Der Illustrator, Burkhard Piller, der selbst im Kiez wohnt, wusste, worauf es ankommt und schaffte es, der 3D-Kiezkarte einen typisch Weddinger Anstrich zu geben. Am Ende ist ein Plan herausgekommen, der die wirklichen Entfernungen und Gegebenheiten mit „gefühlten Orten“ und Geheimtipps kombiniert.

Trotz der verspielt wirkenden Illustration von Burkhard Piller sind die Kiezkarten der QMs Pankstraße, Badstraße und Sparrplatz aber keine Wimmelbilder, im Gegenteil: wer sich auf sie einlässt, erlebt den Versuch, ein subjektiv wahrgenommenes Kiezgefühl auf einen abstrakten Stadtplan zu übertragen. Die Sehenswürdigkeiten wie die beiden Nazarethkirchen und das Krematorium sind natürlich auf den ersten Blick zu erkennen. Dazu kommen jedoch kleine, gelungene Details: der Imbisswagen von „Falafel Dream 2010“ findet sich ebenso auf der Karte wie der Brunnen mit den tanzenden Menschen auf dem Nettelbeckplatz. Außerdem ist nicht nur das QM-Gebiet abgebildet, sondern die beiden Kartenausschnitte schließen auch Teile des Brüsseler Kiezes, den Weddingplatz und die mittlere Müllerstraße mit ein.

Erwähnt werden sollte auch, dass auf der Rückseite jede Menge Serviceinformationen wie Adressen und Öffnungszeiten von Ämtern sowie den Wedding beschreibende Texte stehen.

Eine Variante der Kiezkarte ist die Gewerbe-Kiezkarte des QM Pankstraße mit Einträgen vom kleinen inhabergeführten Fachgeschäft über gemütliche Kneipen und Cafés bis hin zu international renommierten Kreativwirtschaftlern. Die KiezGewerbeKarte ist ebenfalls gratis erhältlich.

Kostenlos abzuholen:

QM Pankstraße

Prinz-Eugen-Straße 1

QM Badstraße

Bellermannstr. 81

 

7 comments

  1. MatKreb

    Hallo,
    kommt noch der Wedding nördlich der Seestraße dazu?
    Dadurch fehlen auf jeden Fall:
    -Kombibad Seestraße
    -Centre Francais
    -Volkspark Rehberge
    -Schillerpark
    -…

  2. Nellie

    Warum wird Gesundbrunnen eigentlich weiterhin konsequent zum Wedding gezählt? Auch die Webseite des QM ist in dieser hinsicht nachlässig.

    • Joachim Faust

      Wir verschlagworten unsere Beiträge korrekt, wenn es um Gesundbrunnen geht. Aber die Grenze in der Reinickendorfer Straße ist schon sehr willkürlich und hat mit dem gefühlten Wedding nichts zu tun.

  3. macjosetty

    An der Schulstraße fehlen ganze Häuserzeilen. Und maßstabsgetreu ist sie auch nicht. Eine nette, teilweise sehr frei interpretierte Wedding-Spielerei, mehr nicht.

Wichtige Ergänzung? Konstruktiver Kommentar? Gerne: