GESCHLOSSEN: Der Wedding exportiert die Moritz Bar

Moritz am Park 1Am Samstag, 16. Mai eröffnete die Bar Moritz am Park, Dreysestr. 17, Moabit. Damit wurde die Kneipenszene in Moabit um ein Schmuckstück reicher. Warum uns das vom Weddingweiser überhaupt interessiert? Ganz einfach: die Wurzeln von Moritz am Park liegen nämlich im Wedding.

Wie alles begann

Am 2.3.2013 eröffneten die Brüder Lukas (30) und Kilian (24) die Moritz Bar im Wedding. Darauf hatte der Kiez gewartet.  Die Adolfstraße ist eine verschlafene Ecke, in der man nicht auf Laufkundschaft hoffen darf. Doch die Gäste kamen – und blieben.

Das Erfolgsrezept

Am Anfang war jeder Tag ein neues Abenteuer. Die Bar musste sich erst langsam selbst finden. Im ersten Jahr standen die Brüder täglich hinter dem Tresen und lernten dabei ihre Gäste und deren Wünsche gut kennen. Worauf sie besonderen Wert legen, ist der Service. Sie verstehen sich in erster Linie als Gastgeber, die alles für das Wohl der Gäste tun. Inzwischen bekommen sie Unterstützung von vier Barkeepern. Ausgewählt haben sie die Kollegen nach dem richtigen Charakter. Der Umgang mit Menschen muss passen. Denn wie man ein Tablett hält, das kann schließlich jeder lernen.

Die Welt ist nicht genug

Moritz am Park 3Die Moritz Bar machte Lukas und Kilian so viel Spaß, dass sie eine zweite Bar öffnen wollten. Das gäbe ihnen die Option, alle Erfahrungen sofort in einem neuen Projekt umzusetzen und den Gästen von Anfang an mehr zu bieten. Als Standort kamen die Stadtteile Wedding und Moabit in Frage. Beide Orte findet Lukas spannend, weil sie sich langsam entwickeln, aber noch unklar ist, wohin. Die Suche ergab sich als schwieriger, als gedacht. Viele interessante Immobilien waren in der Hand ausländischer Investmentgesellschaften, die auf schnelles Geld spekulierten. Das stimmige Konzept, die Erfahrung und der bisherige Erfolg der Brüder war vielen Vermietern egal. Nach einem Jahr der Suche wurden sie schließlich doch in Moabit fündig.

Die neue Nachbarschaft

Während den Renovierungsarbeiten steckte nach und nach die ganze Nachbarschaft die Nase zur Türe herein und war neugierig, was dort gewerkelt wurde. Einige kannten  noch den „Blauen Bock“ von früher, andere freuten sich über frischen Wind in der Straße. Ob Mütter mit Kinderwagen, Studenten oder Rentner, das herzliche Willkommen kam aus allen Generationen. Über diese warme Aufnahme und die Offenheit freuen sich Lukas und Kilian besonders.

Ein starkes Team

Zu zweit sind sie stark: Lukas und Kilian ergänzen sich gegenseitig ganz gut. Kilian studiert Stadt- und Regionalplanung. In seinem Studium hat er schon einige Projekte im Wedding und in Moabit gemacht. Er ist vertraut mit der Bewohnerstruktur und bringt einen planerischen und gestalterischen Hintergrund mit. Lukas, der Systemgastronomie studiert hat, weiß, wie man sich in der Gastronomie nachhaltig etabliert. Außerdem kann er die Bar mit Inhalt füllen. Er tüftelt am perfekten Rezept für selbstgemachtes Tonic Water und erstellt alle vier Monate eine neue Getränkekarte, die sein Bruder dann in ein stimmiges Design hüllt.

Moritz am Park

Moritz am Park 2In den letzten Wochen setzten die Brüder, unterstützt von einigen Freunden, die alte Eckkneipe in der Dreysestraße 17 wieder in Stand. Statt braunem Teppich zu gelben Wänden lächeln die Räumlichkeiten dem Gast jetzt in hellen Tönen entgegen. Vorne befindet sich der Barbereich, hinten kann man sich an Tischen niederlassen. In den warmen Monaten lockt ein großzügiger, gemütlicher Außenbereich unter Bäumen.
Auch am neuen Standort setzt das Team auf bewährte Qualitäten. Die Gäste wollen gute Getränke, guten Service und sich unterhalten. Ein einfaches Konzept, das um besondere Veranstaltungen erweitert wird. Jeden Mittwoch steht GAY TONIC auf dem Programm. Auf der einzigen Gay Party in Moabit wird es 2 für 1 Gin Tonic geben. Vom Erlös werden Lukas und Kilian jede Woche 10% an die Berliner Aids Hilfe spenden. Weitere Formate werden noch ergänzt, wie es auch schon bei der Moritz Bar der Fall war.
Wir freuen uns, dass die Moritz Bar im Wedding so erfolgreich war und ihre Gründer mit Moritz am Park auch den Nachbarbezirk bereichern. Ein gelungener Export Weddinger Kultur.

Autorin: Sigrun Wetzel
Fotos: Lena Meyer

Moritz am Park
Dreysestr. 17

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