Nussbreite – Die Wohnzimmerbar im Wedding

DSC_0839Nachdem in den letzten Jahren neue Bars wie das FLOP das bestehende Kulturangebot im Afrikanischen Viertel bereichert haben, hat im Oktober 2014 die „Nussbreite“ in der Seestraße 106 eröffnet. An der Ecke zur Togostraße verwandelte sich das alte Koreanische Restaurant in eine sehr einladende Wohnzimmerbar. Musikfans werden im Wedding hier am ehesten auf ihre Kosten kommen.

„Wir sind ein bunter Haufen von Künstlern, Studenten und Musikern, die ihr eigenes Wohnzimmer gerne mit anderen teilen“, schreiben die Betreiber über sich selbst. Die Macher der Nussbreite sind ein Kollektiv aus Alleskönnern, deren gemeinsame Leidenschaft die Musik ist. Sie haben sich alle auf Jam-Sessions kennen gelernt. Wen wunderts, dass alleine in dieser kleinen quirligen Bar fünf Weddinger Bands zu Hause sind. Sie alle sehen den Wedding als ihre Heimat und wollen eben diese Heimat ein stückweit familiärer gestalten.

Das große Geld wollen sie mit ihrem Laden nicht verdienen, alle haben nebenher noch einen Job, sind selbständig, sind Profimucker oder studieren noch. Von Donnerstag bis Sonntag ab 19 Uhr kann man hier mit dem herzlichen Personal den Alltag zelebrieren, eine Platte auflegen, Konzerten lauschen oder einfach für sehr faire 2,20 Euro ein kühles Flens 0,3 genießen.

Zwar ist das Programm, wie es sich für solche, durchaus liebenswerte, Chaoten gehört, ordentlich durchwachsen. Doch mit der Zeit hat sich die ein oder andere regelmäßige Veranstaltung etabliert.

Jeden zweiten Donnerstag heißt es zur GREENWICH WEDDING: „Bühne frei für Singer/Songwriter“. Am dritten Donnerstag im Monat geht es Konzert-technisch eher experimenteller zu. Jeden vierten Donnerstag dagegen jaulen die Jazz-Katzen von Kai durch den Laden und jeden Samstag kann jeder Musiker zur Jam-Session seinen ganz persönlichen Teil abliefern und dafür ein Freigetränk schnabulieren. Nicht umsonst heißt sie: LET`S GET NUTS. Für jeden Geschmack also was dabei. Auch jeden Sonntag zum Wochenausklangs-Konzert unterm Lampenschirm. Und wenn doch nicht, dann kommt man einfach zum AnythingCanHappen-Abend (jeden ersten Donnerstag) vorbei und macht sein eigenes Ding zur Nuss.

Darüber hinaus wird in der Nussbreite – eher spontan als regelmäßig, dafür um so sympathischer – der NUSSCAST produziert. Ein Podcast, der Neues und Altes aus dem Wedding und seiner Musikszene kommentiert, aufzeigt und einfach mal stehen lässt.

Das Programm findet man im Internet auf nussbreite.de oder auf Facebook.

 

Nussbreite
DSC_0714 Seestraße 106 nahe Togostr.
13353 Berlin
Donnerstags – Sonntags ab 19 Uhr
aktualisiert 07.2016
Text: Daniel Gollasch / Thorgen Bloch

17 comments

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  4. Melanie

    Zur info; das Arirang War damals nicht dort wo jetzt die nussbreite ist … sondern da wo jetzt das Bibel Café ist 😉 nur als kleine Bemerkung am Rande weil ich kurz stutzen musste.

    Ps: der Koreaner ist jetzt uhlandstr.

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  7. Kay

    Klingt alles schön und romantisch, unterm Strich ist es aber mehr oder wenigerder Anfang vom Ende des Wedding, klingt hart, aber die Gentrifizierung im Wedding kommt rasant…viel rasanter als es der „Normalo“ mitbekommt…Investoren sind aktuell schon richtig heiß auf Wedding…man wartet noch ein wenig bis die Studenten und Künstler alles noch ein wenig attraktiver gemacht haben und dann kommt die große Welle…5 Jahre dann gibt es auch im Wedding die Demos unter dem Motto „wir lassen und nicht vertreiben“…hat eben alles seine zwei Seiten.

    • Ruben

      Gastro und Ateliers sind aber nunmal die „erste Welle“ der Gentrifizierung…danach kommen die Touries und die Investoren…

  8. Malte

    Wow, langsam tut sich hier ja wirklich was! Und ich sehe keine Aschenbecher auf dem Tisch (es sei denn das Ding mit dem Teelicht ist eine Beleuchtungs/Aschenbecherkombi). Sollte das hier tatsaechlich Weddings erste rauchfreie Bar sein? Hell freezes over!

Wichtige Ergänzung? Konstruktiver Kommentar? Gerne: