Leopoldplatz: Schluss mit Klischees

NazarethkirchenVor einigen Monaten bin ich in den Wedding gezogen. Ein Bezirk, dem noch immer so manch einer kritisch gegenüber steht. Vor allem der Leopoldplatz hatte ein schlechtes Image in meinem Bekanntenkreis: Problemkiez, Schmuddelkind, Trinkertreff. So kann man sich sicher vorstellen, dass ich eher mit gemischten Gefühlen zu einem Spaziergang durch den Kiez aufgebrochen bin …

Als ich vor meinem Aufbruch Freunde fragte, was es hier am und rund um den Leo zu entdecken gäbe, sprudelte es – wider Erwarten – aus den Ur-Berlinern nur so an guten Vorschlägen heraus. Das überraschte mich. Mit den positiven und negativen Informationen im Gepäck startete ich meinen Spaziergang durch das langgezogene und unterteilte Areal zwischen Müller- und Maxstraße. Die beiden Nazarethkirchen standen noch im trüben Grau des Morgens. Die angrenzenden Grünflächen und auch der Marktplatz vor dem Schinkelbau waren von einem frühen Regenschauer noch ganz nass. Nach einem flüchtigen Blick passten die eilig und grob zusammengeschobenen Müllberge und die kaputten Glasscheiben einer Telefonzelle zu dem negativen Bild, was ich mir durch die Erzählungen zum Kiez aufgebaut hatte. Auch als mir einige wohl stark angetrunkene und sehr laute Gestalten bei meinem Versuch ein Foto zu machen vor die Linse sprangen, wurde es zunächst nicht schöner.

„In den Seitenstraßen musst Du suchen!“

Nazarethkirchstraße am Leopoldplatz
Nazarethkirchstraße am Leopoldplatz

Auf dem Leo herrschte gähnende Leere. Es schien, als hätte der Regen alle vertrieben. Wo sonst Wochen- und Flohmärkte stattfinden – freier Blick auf die Schinkelkirche. Doch als ich meine Schritte in die ruhigeren Seitenstraßen lenkte, der Verkehrslärm langsam abebbte und auch die ersten Sonnenstrahlen über die Häuserdächer kletterten, musste ich an meine Ur-Berliner denken. Denn, sie hatten Recht. Hier tummeln sich Tagescafés, Restaurants und originelle Läden. Schade ist nur, dass die meisten um diese Uhrzeit noch ihre Rollläden unten hatten – gern hätte ich meine Schritte hinein anstatt vorbei gelenkt.

Eine Bar mit dem schräg klingenden Namen Weine & Geflügel – Die WG Bar (inzwischen zwei Blocks weitergezogen) lädt zu den allseits beliebten Tatort-Sonntagen ein. Gleich gegenüber: Spiritus Mundi – ein Mix aus Feinkostgeschäft, Café und Geschenkartikelladen. Hier kann man neben ausgesuchten Weinen und Biobrot auch Möbel und Kunst kaufen oder abendlichen Lesungen lauschen. Die Malplaquetstraße zeigt sich auch in ihrer Bauweise als besonders interessant. Ihre unterschiedlich ausgerichteten Querstraßen knicken alle in einem anderen Winkel ab und bilden so dreieckige Plätze.

Amerikanisches Flair und Handwerk in der Malplaquetstraße

Utrechter Str MalplaquetstrEin paar Meter weiter lockt das Largo mit amerikanischen Leckereien. Nebenbei schaute ich durch die Fenster des kleinen Handwerksbetriebes Katharinas Gardinennähservice, wo die Inhaberin tatsächlich noch per Hand und mit Nähmaschine Gardinen und Stoffe umnäht. Und das, wo heutzutage ja bekanntlich Menschen durch Maschinen ersetzt werden. Insider flüsterten mir zu, dass der kleine Eisladen Pingolino, (auch in der Malplaquetstraße ansässig) der Geheimtipp wäre, wenn man besonders leckeres, selbstgemachtes Eis schlecken will. Alles in allem: Kleine Schätze gibt es hier zur Genüge zu entdecken.

Im Viertel haben sich zudem viele wohltätige Vereine und Kindertagesstätten angesiedelt. Hier passiert viel Ehrenamtliches. So kümmern sich beispielsweise die Fördervereine LeLe Kiez und auch das Outreach um die kleinen und großen Belange ihrer Mitbürger.

Fontänenfeld LeopoldplatzIn erster Linie verbindet man den Leo mit Problemen wie Verschmutzung, Alkoholismus und Drogenkriminalität. Auch ich habe mich von den Vorurteilen beeinflussen lassen. Meiner Ansicht nach ist der Kiez aber vor allem eins geworden: Eine gut funktionierende Mischung aus großstädtisch, lebendig, Multikulti und mit kulturellem Aufwind.

Autorin: Susann Prautsch, QIEZ.de

Der Beitrag wurde uns von unserem Kooperationspartner qiez.de zur Verfügung gestellt. 

Link: Unser Porträt des umgebauten Leopoldplatzes

26 comments

  1. Pingback: Zwischen Leopoldplatz und Osramhöfen: Städtische Qualität | Weddingweiser
  2. tikerscherk

    @Susanne Haun- ich freu mich auch über die Erfolge. Aber ich freu mich erst recht über eine differenzierte und asgewogene Berichterstattung. Zur Aufwertung eines Kiezes gehört ben leider auch die Verdrängung. Das musste und muss ich hier in Kreuzberg schmerzhaft erleben. Deswegen empfinde ich diese Seite hier als zu naiv-blauäugig.
    Wenn es aber gar nicht Ziel dieses Blogs ist beide Seiten zu zeigen, sondern nur die Schöne, dann will ich mich nicht weiter beschweren.
    Die Links von Moritz zeigen diese Seite, und Freunde, die im Wedding leben (Afrikanisches Viertel) leiden unter der Entwicklung.

    Für kritische Stimmen ist das hier nicht der richtige Ort.

    • Moritz

      Lieber Joachim Faust,
      zu Ihren Zeilen:

      Lieber Moritz Berger, über die Verdrängung der Künstler aus den Gerichtshöfen haben wir durchaus schon berichtet, und zwar in einem Artikel über die Gerichtstraße. Was die Themen angeht: wir machen diesen Blog in unserer Freizeit neben unseren Jobs und dürfen uns als Privatpersonen doch die Themen heraussuchen, die wir gut finden. Es handelt sich bei diesem Projekt nicht um ein von einer breit aufgestellten Gruppe getragenes Nachrichtenportal mit gesellschaftspolitischer Zielsetzung. Wer ebenfalls seine freie Zeit aufwenden möchte, ist herzlich dazu eingeladen, selbst tätig zu werden und sich nicht bei denen zu beschweren, die etwas tun und damit vielen aus der Seele sprechen.

      noch ein Kommentar.

      1. Ich habe lediglich den Beitrag von Susann Prautsch in dem Sinne kritisiert, dass ein Spaziergang im Leopoldplatzkiez doch wohl nicht eine Einschätzung der tatsächlichen Situation wie Sie meiner IMHO entspricht und ein paar Argumente aufgeführt.

      2. Ähnliches gilt auch für die Kritik am Beitrag von Susanne Haun

      3. Auch wenn Sie schreiben, dass ihr Blog sich nicht als gesellschaftspolitisches Portal versteht, zeigt doch ihre Reaktion auf den Fall in der Türkenstr.:
      „Das ist allerdings krass. Vielleicht liegt es aber auch an der Nähe zum Schillerpark?“
      dass sie sich gesellschaftspolitischen Frage auch im Weddingweiser nicht verschließen. Siehe auch die Gerichtshöfe oder auch die Kündigung einer Bäckerei am Leopoldplatz.

      Was mir allerdings auffällt, dass unter den tags diese Dinge ausgeblendet werden. Daher habe ich einmal etwas provozierend den Ausdruck Schönwetter- Blog verwendet.

      Und:

      Ich wäre nicht so häufig auf der Webseite des Weddingweisers, wenn ich nicht die Beiträge zu Kunst, Kultur, Kaffee und Kulinaria im Wedding interessant finde.

      Die anderen Blogs im Wedding, bieten nicht so ein umfangreiches Informationsportal wie der Weddingweiser.

      Und was ebenfalls gut finde ist, die Tatsache, dass es hier auch möglich ist (auf der Kommentarseite) zu diskutieren wo es im Wedding noch etwas zu verbessern gibt.

      Und dass ist leider immer noch die schlechte Arbeitsmarktsituation, die u.U. auch dazu führt, dass sich zukünftig einige Einwohner die Wohnungen hier nicht mehr leisten können.

      Ob die Aufwertung eines Stadtgebietes immer zu einer Verdrängung führen muß (wie hier vereinzelt angeführt wird) wäre auch einmal zu beleuchten.

      P.S. Und:Ich schreibe die Kommentare auch wie sie, in meiner Freizeit, neben meinem Job!!

  3. Susanne Haun

    Ich bin Urberlinerin, in der Malplaquetstr. 1965 geboren. Ich habe viele Höhen und Tiefen des Weddings um den Leopoldplatz erlebt. Ich freue mich über die Nazaretkirchstr., denn sie ist ein Anfang. Ich mag auch die Osramhöfe sehr. Aber ich laufe auch gerne über die Badstr. Überall ist Leben im Wedding, ein Leben, dass, wenn auch manchmal hart, für mich viel ehrlicher ist als z.B. das Leben in Reinickendorf, wo ich zwischendurch lebte. Ich finde es wichtig, AUCH über die „schönen“ Seiten des Lebens zu berichten. Möchtet ihr immer nur von den Dramen des Lebens lesen? Ganz sicher sollte man sich AUCH darüber informieren, aber ich freue mich auch über die Erfolge!
    LG Susanne Haun

    • Moritz

      Liebe Susanne Haun,

      mit Sozialromantik habe ic h so meine Probleme:

      „Überall ist Leben im Wedding, ein Leben, dass, wenn auch manchmal hart, für mich viel ehrlicher ist“

      Das man über Erfolge berichten finde ich sehr gut, nur ist dieser Blog auf “ Schönwetter “ im Wedding ausgerichtet.
      Dies ist für denjenigen, der sich über Eiscafes, Kunst und Kaffee und Restaurants informieren will prima.

      Das Drama im Wedding ist leider immer so , dass der Sozialatlas des Landes Berlin, diesen Kiez als den ärmsten in Berlin ausweist.

      Und da hat sich trotz der Verbesserung des Leopoldplatzes nichts verändert:
      http://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/basisdaten_stadtentwicklung/monitoring/de/2011/index.shtml

      Korrigiere mich bitte, wenn ich als Teilzeitberliner im Wedding hier falsch liege.

      Wenn ich mir z.B. diese Kiez-Webseite hier anschaue:

      http://www.moabitonline.de/

      dann stelle ich hier schnell fest, dass es außer Kunst. Kaffe und Restaurants auch noch tags wie Gentrifizierung, Stadtentwicklung, Wohnen gibt.

      Aber der Weddingweiser hat sicherlich seine Gründe dafür warum er diese Themen nicht im Wedding anspricht.

      Gut finde ich es, dass es hier im Jahr 2014 einmal zur Diskussion über Inhalte kommt, die man vielleicht auch hier präsentieren könnte, ohne dass es gleichzeitig dramatisch klingen muß.

      Und da Sie Urberlinerin sind, können Sie uns Teilzeit-Weddinger vielleicht mehr Details über die Mietentwicklung in der Malplaquetstr. geben.

      Was mich noch interessieren würde ist was Sie unter einem harten Leben verstehen,

      Hartz IV Empfänger

      Eine Arbeitslosigkeit von 14 % ??

      Künstler, die zunehmend aus dem Wedding verdrängt werden, weil die Ateliers nicht mehr bezahlbar sind ?

      Warum steht z.B. hier im Weddingweiser noch nichts von der Situation der Künstler in den Gerichtshöfen, die sicherlich bald auch zur Verdrängung führen wird.

      Wenn das Kind in den Brinnen gefallen ist, werden hier vielleicht im Schönwetterblog Krokodilstränen vergossen 🙂

      Aber wie gesagt, ich persönlich finde den Blog nicht schlecht, was Kiezinformationen zu Kunst, Kaffee und Restaurants betrifft.

      Was mehr die harten Inhalte betrifft, gehe lieber zu http://www.moabitonline.de/
      .

      • Joachim Faust

        Lieber Moritz Berger, über die Verdrängung der Künstler aus den Gerichtshöfen haben wir durchaus schon berichtet, und zwar in einem Artikel über die Gerichtstraße. Was die Themen angeht: wir machen diesen Blog in unserer Freizeit neben unseren Jobs und dürfen uns als Privatpersonen doch die Themen heraussuchen, die wir gut finden. Es handelt sich bei diesem Projekt nicht um ein von einer breit aufgestellten Gruppe getragenes Nachrichtenportal mit gesellschaftspolitischer Zielsetzung. Wer ebenfalls seine freie Zeit aufwenden möchte, ist herzlich dazu eingeladen, selbst tätig zu werden und sich nicht bei denen zu beschweren, die etwas tun und damit vielen aus der Seele sprechen.

      • Susanne Haun

        Die Antwort muss ich aufteilen, denn ich habe gerade sehr viel Arbeit und nicht die Zeit, alles auf einmal zu beantworten.

        „Hartes Leben“? Wie beschreibe ich es? Wie war der Wedding früher?

        Der Wedding war ein Arbeiterbezirk. Als ich klein war, haben mein Vater und ich fast täglich vom Balkon die Demonstrationen mit den roten Fahnen beobachten können. Aber mehr Erinnerung habe ich nicht daran.

        Sozialer Brennpunkt, Schlägereien, Pöbeleien. Einer der ersten Kinderläden Berlins. Wiederaufbau des Schrader Hauses. Handwerk – Auszug des Handwerks.

        Vom Künstlersein, was arbeitet ein Künstler, was braucht er?

        Hartz IV, Ofenheizung, Aldi und heisst denn Hartz IV überhaupt noch Arbeitslosigkeit?

        Es tut mir leid, ich bin gerade überfordert.

        Diese vielen Themen kann ich einfach nicht strukturiert beantworten……

        Aber ich werde es immer wieder versuchen … auch mit meiner Kunst ……. nicht immer direkt aber immer authentisch ….

  4. tikerscherk

    Weil dieses Blog so auf Schönwetter eingestellt ist, und weil die kritischen Stimmen (beispielsweise zur Gentrifizierung, die ja schon voll im Gang ist), nicht so gerne gehört werden, lese ich hier kaum noch und kommentiere(normalerweise) auch nicht mehr.
    Ich freu mich, wenn im Wedding alles gut läuft, aber ich bezweifle, dass das so ist, wie dieses Blog es vermitteln möchte.
    In dem Hype um den Wedding sehe ich die Gefahr, dass es dort so laufen wird, wie hier bei uns in Kreuzberg.
    480 Euro kalt für eine EG-Wohnung mit 55 qm?
    Da läuft was falsch.

    • ariane

      so true! kritik wird häufig gar nicht freigeschaltet. der blog is ja auch recht offensichtlich ein aufwertungsinstrument für den wedding. das schönwettergeseiere soll nämlich vor allem eines – leute anlocken.
      wozu? hier herrscht kein massiver leerstand. die mieten sind (gerade
      noch) bezahlbar – die leute fühlen sich wohl. also lasst und bitte in
      ruhe mit dem verdammten rumgehipster und hört auf den bezirk
      trendy zu schreiben…

      • Joachim Faust

        Also, auch wenn es vielleicht nicht in euer Gut/Böse-Schema passt: wir haben hier noch nie einen kritischen Kommentar gelöscht. Man kann nämlich durchaus Kritik zulassen und trotzdem anderer Meinung sein…. 😉

      • ariane

        wer sind denn „wir“? welches simple schema unterstellst du „uns“ denn da?
        „uns“ gehts doch gerade um differenzierung in der diskussion contra
        dem allgegenwärtigen gejuble auf diesem blog. nebelkerzen…

        von löschen spreche ich nicht. in mindestens einem fall wurde ein
        kommentar von mir einfach nicht freigeschaltet. fakt. schön, wenn
        das ne ausnahme gewesen sein sollte – dennoch passiert.

      • Joachim Faust

        Also in den gelöschten Kommentaren habe ich nichts von dir gefunden, nur SPAMs. Da wir ein offenes Projekt sind: wie wäre es denn mal mit einem Gastbeitrag von dir, in dem eine andere Sichtweise dargestellt wird – das würde bestimmt viele andere auch sehr interessieren…. Ich fände das jedenfalls sehr spannend!

      • ariane

        leider keine schreiber_in – wenig zeit und hirn zu klein, bin eher in f2f-kommunikation unterwegs und amsonsten pöbel und trolle ich ggf..
        aber werde das angebot mal weiterleiten.

  5. Moritz

    Ich habe so meine Zweifel ob ein kurzer Spaziergang im Wedding um den Leopoldplatz die tatsächliche Situation darstellt.

    Da die Autorin wohl auch in der ehrenamtlichen Szene tätig ist, ist sie vielleicht schon etwas betriebsblind, wenn sie die Aussage macht:
    „Im Viertel haben sich zudem viele wohltätige Vereine und Kindertagesstätten angesiedelt. Hier passiert viel Ehrenamtliches. So kümmern sich beispielsweise die Fördervereine LeLe Kiez und auch das Outreach um die kleinen und großen Belange ihrer Mitbürger“

    Mir fällt im Wedding als Nicht-Weddinger und nur Teilzeit-Berliner auf, dass hier im Vergleich zu anderen Städten in jedem 3. Laden irgendein Verein sitzt, der sich mit den sozialen Belangen der Weddinger beschäftigt.

    Dies ist doch sicherlich ein Indikator dafür, dass im Wedding viele Dinge nicht in Ordnung sind.

    Da vertraue ich nicht so sehr eine Spaziergängerin im Leopoldplatzviertel, die jetzt noch sondern eher dem Sozialatlas des Landes Berlin, der noch von keiner Verbesserung der sozialen Situation ausgeht.

    Aber diese Diskussion wird hier nicht im Blog geführt. Man hat es eher mit dem Thema “ Langeweile “ ..

    Und darunter fällt auch die Diskussion mit dem schwarzen Bunker in der Müllerstr. Ein wenig wird gemosert und dann verfällt man in Lethargie:
    Man kann ja sowieso nichts ändern.

    Und was die Negativschlagzeilen betrifft, wenn jetzt Langeweile übersetzt eine Vogel Strauß Politik angesagt ist, dann ist vielleicht notwendig wie auch inhttp://www.yelp.de/biz/ital-eis-eiscaf%C3%A9-silvio-dal-col-berlin-2Hamburg die Klobürsten herauszuholen:
    http://assets.vice.com/content-images/contentimage/130798/Bdfnp3cCQAAFLUD.jpg

    Ich kann mich auch Erik und Maik anschließen, die hinter die Fassade des Weddings schauen, und knallharten Fakten, was die Mietsituation hier im Wedding betrifft, hier veröffentlichen.

    Aber dieser Blog ist eben auf Schönwetter eingestellt:

    Und das ist gut so 🙂
    Dann weiß ich wenigstens beim nächsten Mal dass ich im Frühling neben dem http://eiscafekibo.wordpress.com/ , dem http://www.yelp.de/biz/ital-eis-eiscaf%C3%A9-silvio-dal-col-berlin-2 auch das http://www.yelp.de/biz/pingolino-eis-berlin besuchen werde

  6. Maik

    Der Kiez ist aber vor allem eins geworden: Teurer.

    In der Türkenstraße konnte man vor kurzem eine Wohnung im EG zur Straße mieten. 55 qm für 480 € kalt. Wo sind wir denn hier gelandet?! Weggegangen ist sie wohl trotzdem.

  7. erik

    Euer Blog wird zunehmend langweiliger. Und dieser Gastbeitrag ist ein Paradebeispiel.

    Das Klischee vom Leo wird schon ewigst nicht mehr bedient, genauso auch der Zoo oder Kotti.

    Ich warte noch 3 Jahre, dann schreibt ihr sicher über Gen****** und zu hohe Mieten, kein Wunder.

      • erik

        Joachim

        Ob das gut oder schlecht ist will ich nicht beurteilen.
        Ich mochte und mag auch die Ranzigkeit vom Wedding.

        Cleanness hab ich mittlerweile überalll anders, egal ob FHain, XBerg oder PBerg.

        Ich wollte mit der Aussage auch eher Richtigkeit des Beitrags hinterfragen – und darauf aufmerksam machen dass dies kein guter Journalismus ist. Vor allem nicht wenn Protagonisten zugezogen sind, und daher auch nicht wirklich die Situation beschreiben können.

        Zusätzlich finde ich halt die letzten Entwicklungen hier nicht mehr so toll – die Kooperationen und bezahlte Beiträge mögen aus eurer Sicht logisch erscheinen – allerdings sinkt für mich dadurch die Relevanz der Inhalte hier – und wird nur noch Mainstream.

        Und ich warte nur auf den ersten _wirklich_ relevanten Bericht des Wandels. Ich finde hier kann man sehr gut den Sprengelkiez und Sprengelstraße nehmen.

        @Lichtwege:
        Genau da ist auch >>Holz-Montessori-Bio-Soja-Latte-Macchiato<> Wem der Wedding nicht passt, oder zu teuer wird: Versucht es doch in einem anderen Bezirk billiger.

        Super Argumentation.
        Ich möchte dass der Wedding noch ein Stück günstig und kiezig bleibt – und der Wandel des Blogs bspw. trägt nicht dazu bei.

        Vll. noch ein kleiner Tipp: Zieh doch wieder nach PBerg, da ist es jetzt schön sauber, stylisch – und Hundekacke und Drogendealer gibt es auch nicht.

    • lichtwege

      Ich kapier nicht, was hier gemeckert wird!
      Wem der Wedding nicht passt, oder zu teuer wird: Versucht es doch in einem anderen Bezirk billiger.
      Wem der Blog zu langweilig ist: Lies etwas interesssantes.

      Es ist immer wieder erfrischend zu lesen, dass Menschen bibeldicke Bücher verfassen über etwas, das sie langweilig finden, oder sie gar nicht betrifft, weil sie ganz woanders wohnen.

      Kann es nicht sein, dass den Bloggern hier der Wedding schlichtweg GEFÄLLT und sie DESHALB positive Berichte schreiben?
      Kann es nicht sein, dass es Menschen gibt, die hier GERNE wohnen, denen die kulturelle Vielfalt gefällt, die ihren Kiez GERNE unterstützen und sich Vereinen anschließen, um ihre Wohngegend schöner zu machen?

      Ich lebe auch im Wedding und ich liebe es hier – und ich habe in den 90zigern im Friedrichshain und dann im Prenzlauer Berg gewohnt. Dann bin ich 2004 in den Wedding gezogen, weil nur noch Holz-Montessori-Bio-Soja-Latte-Macchiato für mich einfach zu viel war.
      Ich genieße heute den Wandel im Wedding, ich genieße es, wenn die Straßen sauberer werden, wenn Hundebesitzer die Häufchen entfernen und wenn die Lebensqualität allgemein steigt.

      Daumen hoch, Weddingweiser!

    • Joachim Faust

      @erik: Danke für die Erläuterungen, aber nur eine wichtige Klarstellung zum Passus „die Kooperationen und bezahlte Beiträge mögen aus eurer Sicht logisch erscheinen“ – wir haben noch nie Geld für einen Beitrag erhalten, sondern arbeiten rein aus unserer persönlichen Überzeugung heraus. Das einzige Mal, als uns Geld angeboten wurde http://weddingweiser.wordpress.com/2013/12/05/wie-wir-fast-unsere-seele-verkauften/ , haben wir dieses Geld einem sozialen Projekt zugutekommen lassen. Mit Mainstream habe ich übrigens gar kein Problem, solange ich dahinter stehen kann. Mein Maßstab ist eben, was ich selbst gern lesen möchte. Und noch etwas: Ausgewogene Artikel über Gentrifizierung erfordern leider so viel Recherche, dass zumindest ich das gar nicht leisten könnte, selbst wenn ich es wollte….

Wichtige Ergänzung? Konstruktiver Kommentar? Gerne: