Wedding und Moabit sind Nachbarn, fast Brüder – aber solche, die sich in vielem ähneln und trotzdem ganz eigene Wege gegangen sind. Beide waren Arbeiterquartiere, Industriestandorte und Ankunftsorte für Menschen aus aller Welt. Dazwischen liegen vor allem Gleise, Kanäle und ein paar Brücken. Eine davon ist die Putlitzbrücke.

Ab heute (Dienstag, 21. Juli) wird diese direkte Verbindung für den Autoverkehr gesperrt. Bis zum 1. August um 18 Uhr müssen Autos einen größeren Bogen über Turmstraße, Beusselstraße, Seestraße und Amrumer Straße fahren. Zu Fuß und mit dem Fahrrad bleibt die Brücke passierbar, an Engstellen sollen Räder allerdings geschoben werden. Eine nähere Umfahrung über Nordufer und Friedrich-Krause-Ufer fällt wegen weiterer Bauarbeiten aus.
Grund für die Sperrung sind Arbeiten am Kraftwerk Moabit. Dort werden Kaminsegmente ausgetauscht. Die Arbeiten auf der Moabiter Seite wirken sich damit auch auf den Wedding aus – und zeigen, wie eng beide Stadtteile miteinander verbunden sind.

Vom U- und S-Bahnhof Westhafen führt die Putlitzbrücke über den Güterbahnhof und den Westhafenkanal hinüber zur Föhrer Straße. Wer sie überquert, wechselt fast unmerklich die Kiezwelt. Auf der einen Seite liegen die dichten Wohnstraßen rund um die Birkenstraße und der Westhafen, auf der anderen Seite das Virchow-Klinikum, der Sprengelkiez und die Seestraße.
Für knapp zwei Wochen wird der kurze Weg zwischen Wedding und Moabit nun etwas länger. Getrennt sind die beiden Nachbarn deshalb noch lange nicht.

