Im Erika-Heß-Eisstadion:
Wie ich im Wedding geimpft wurde

Die Impfung ist so schmerzlos und schnell vorbeigegangen, dass unsere Autorin ehrlich verwundert ist, als die Ärztin „Das war es schon“ sagt.

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Die Bun­des­re­gie­rung hat ver­spro­chen, bis Ende Sep­tem­ber jedem Bür­ger und jeder Bür­ge­rin ein Impf­an­ge­bot zu machen. Im ers­ten Quar­tal des Jah­res lief das Imp­fen eher im Schne­cken­tem­po, aber seit unge­fähr einem Monat geht es berg­auf. Mitt­ler­wei­le ist etwa ein Drit­tel der Bevöl­ke­rung geimpft. Wir haben im Wed­ding auch ein Impf­zen­trum, und unse­re Autorin hat­te das Glück, dort geimpft zu werden. 

Der erste Anlauf geht schief

Impf­pass mit Impfeinladung

Es ist Diens­tag, der 11. Mai, 18 Uhr und der zwei­te Som­mer­tag im Früh­ling die­ses Jah­res, aber immer­hin schneit es nicht wie eini­ge Tage zuvor. Ich lau­fe auf das Eri­ka-Heß-Eis­sta­di­on zu – unser Wed­din­ger Impf­zen­trum, heu­te bin ich an der Rei­he. Am Vor­mit­tag war ich schon ein­mal dort, als mir ein sehr freund­li­cher Mit­ar­bei­ter erklär­te: „Wir haben ein tech­ni­sches Pro­blem, unse­re Ser­ver sind abge­stürzt.” Auf­grund des Feh­lers war das Zen­trum län­ger geöff­net, man wol­le gewähr­leis­ten, dass jede Per­son, die für den Tag ein Ter­min hat, auch geimpft wird. Weil es dem Mit­ar­bei­ter so auf­rich­tig leid­tut und er für die Situa­ti­on auch nicht ver­ant­wort­lich ist, kann ich ihm natür­lich nicht böse sein. 

Im Land der bunten Westen

Am Abend bin ich also erneut im umfunk­tio­nier­ten Eis­sta­di­on. Nach einer kur­zen Kon­trol­le mei­ner Unter­la­gen lässt mich der Mit­ar­bei­ter durch. Unge­fähr 50 Meter wei­ter ste­hen schon die nächs­ten Mitarbeiter:innen in blau­en Wes­ten. Sie kon­trol­lie­ren erneut mei­ne Unter­la­gen und rei­chen mir einen Auf­klä­rungs­bo­gen. Die­sen muss ich aus­fül­len, bevor es ins Impf­zen­trum geht. Am Ein­gang zum umfunk­tio­nier­ten Eis­sta­di­on ste­hen wei­te­re Mitarbeiter:innen. Einer misst die Tem­pe­ra­tur, eine ande­re blät­tert noch­mals akri­bisch die Unter­la­gen durch und ein wei­te­rer Mit­ar­bei­ter kon­trol­liert noch mei­ne Tasche – es ist alles sehr sicher und genau hier. Dann zeigt mir eine jun­ge Frau (dies­mal in einer gel­ben Wes­te) den Weg zu einem ‚Fens­ter‘, hier wird in das –  am Mor­gen abge­stürz­te – Pro­gramm mei­ne Anwe­sen­heit ein­ge­tra­gen. Im Anschluss führt mich sofort ein jun­ger Mann (dies­mal in einer grü­nen Wes­te) zur Impf­ka­bi­ne – endlich! 

Foto: Domi­ni­que Hensel

Es pas­siert alles sehr schnell und rei­bungs­los, alle Mitarbeiter:innen sind zuvor­kom­mend und auf­merk­sam. Nur eine Sache macht mich irgend­wie neu­gie­rig – was sol­len die ver­schie­de­nen Far­ben der Wes­ten? „Je nach Posi­ti­on müs­sen wir eine ande­re Wes­te tra­gen“, wird mir erklärt. Das habe ich mir fast gedacht – eine typisch deut­sche Ant­wort. Nach dem kur­zen Gespräch macht jemand den Vor­hang der Kabi­ne von der ande­ren Sei­te auf; es ist die Ärz­tin. Außer­dem erschei­nen jetzt auch eini­ge Soldat:innen, die um einen Tisch her­um­ste­hen. Die Ärz­tin klärt mich natür­lich noch­mal auf: Bei Fie­ber Par­acet­amol statt Ibu­profen ein­neh­men, Sport sei für drei Tage tabu und so wei­ter. Dann geht sie auf den Tisch zu, an dem auch die Soldat:innen ste­hen und jetzt ver­ste­he ich auch, war­um sie dort ste­hen – sie kon­trol­lie­ren den Impf­stoff, das “Flüs­sig­gold 2021”. 

Die Imp­fung ist so schmerz­los und schnell vor­bei­ge­gan­gen, dass ich ehr­lich ver­wun­dert bin, als die Ärz­tin „Das war es schon“ sagt. Ich wer­de dann von einem wei­te­ren Mit­ar­bei­ter (blaue Wes­te) zum War­te­be­reich beglei­tet, hier wird wirk­lich nichts dem Zufall über­las­sen. Das War­ten sei frei­wil­lig, wird aber emp­foh­len, falls es doch zu Neben­wir­kun­gen kom­men soll­te. Da ich mich präch­tig füh­le, sowohl phy­sisch als auch psy­chisch, ver­las­se ich das Impf­zen­trum etwas schnel­ler als nach dem emp­foh­le­nen 15 Minuten. 

Ins­ge­samt wür­de ich dem Wed­din­ger Impf­zen­trum vier von fünf Impf­ster­nen geben (ich zie­he einen für die Ver­schie­bung des Ter­mins ab). Jetzt bin ich gespannt auf die Neben­wir­kun­gen, hof­fent­lich blei­be ich vom Fie­ber verschont.

Ach ja, zu guter Letzt soll­te ich viel­leicht noch die der­zeit viel­leicht rele­van­tes­te Fra­ge beant­wor­ten: Moderna!

3 Comments

  1. Mei­nen ers­ten Impf­ter­min mit Moder­na hat­te ich letz­te Woche – eben­falls im Eri­ka-Heß-Sta­di­on. Es lief alles rei­bungs­los, und die Logis­tik fand ich ziem­lich fas­zi­nie­rend. Aus­nahms­los alle Leu­te waren sehr freund­lich, und den Pieks habe ich nicht mal gemerkt. Fünf Sterne. ^ ^

  2. Das hört sich doch alles sehr gut an. Ich habe mit der Erst­imp­fung mit MODERNA am 24.3. und der Zweit-Imp­fung am 21.04. die glei­chen sehr, sehr posi­ti­ven Erfah­run­gen im Eri­ka-Hess-Eis­sta­di­on gemacht.

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