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Unverständnis für Vandalismus:
Was soll das? Wandbild sinnlos übersprayt

Das Auftragswerk eines Graffiti-Künstlers an der Wriezener Straße ist über Nacht hinter einer dicken Farbschicht verschwunden.

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„Sehr schei­ße gesprayt wor­den, echt erbärm­lich. Sol­len zum Üben sich alte Müll­ton­nen suchen.“ – „In mei­ner Kind­heit sag­te man, Nar­ren­hän­de beschmie­ren Tisch und Wän­de“ „Der hat echt kei­ne Ehre!“ So harsch fie­len Reak­tio­nen in der Face­book­grup­pe Wed­ding­wei­ser Pinn­wand aus, als Kita-Erzie­her Andre­as Ebert Bil­der von der Fas­sa­de sei­ner Kita in der Wrie­ze­ner Stra­ße Ecke Oslo­er Stra­ße pos­te­te. Beson­ders ärger­lich: Die Kita Mei­len­stein hat­te die Wand ihrer im Erd­ge­schoss eines Eck­hau­ses befind­li­chen Räum­lich­kei­ten vor län­ge­rer Zeit selbst ver­zie­ren las­sen. Ver­gan­ge­ne Woche wur­de das Zil­le-Bild übersprayt.

„Das ist vor fünf Jah­ren vom Graf­fi­ti-Künst­ler und Auf­trags­ma­ler Han­nes Höh­lig mit Alt­ber­li­ner Zil­le-Moti­ven gestal­tet wor­den“, schreibt uns Andre­as Ebert. Für Kin­der, Eltern und Erzieher:innen der Eltern­in­itia­tiv­ki­ta, aber auch für die Bewohner:innen des Sol­di­ner Kiezes gehör­te die bun­te Fas­sa­de ein­fach dazu. So wie über­haupt vie­le Murals, Fas­sa­den­kunst oder Wand­bil­der ganz nor­ma­ler Bestand­teil des Ber­li­ner Stadt­bil­des sind.

Auch unse­re Lese­rin Bet­ti­na hat die lieb­los beschmier­te Wand an einem Mor­gen in der ver­gan­ge­nen Woche ent­deckt und uns dar­auf­hin ange­schrie­ben. Sie fragt den oder die Spray­er: „Sor­ry, aber was soll die­ses neue ‚Bild´ den Kin­dern sagen? Ein­fach gar nichts!“ Sie fin­det es scha­de, dass es Leu­te im Wed­ding gibt, die sich „schlimms­ten­falls auch noch als gro­ße Graf­fi­ti-Künst­ler oder Rebel­len“ sähen und einen sol­chen Mist pro­du­zier­ten. Denn das neue Graf­fi­ti ist eine stump­fe Anein­an­der­rei­hung von groß­flä­chi­gen Tags, die das alte Bild fast voll­stän­dig verdecken.

Über die rei­ne Sach­be­schä­di­gung hin­aus ärgern sich vie­le Wed­din­ge­rin­nen und Wed­din­ger genau wie Bet­ti­na vor allem über die Respekt­lo­sig­keit dem ursprüng­li­chen Street Art-Werk eines Spray­ers gegen­über. So fragt sie den oder die Ver­ur­sa­cher: „Respekt ist nicht euer Ding? Da habt ihr grund­sätz­lich etwas nicht kapiert. Mehr habt ihr nicht drauf?“

Joachim Faust

hat 2011 den Blog gegründet. Heute leitet er das Projekt Weddingweiser. Mag die Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen gleichermaßen.

2 Comments

  1. Hal­lo

    lie­ber Jupp Schmitz hat es jemals von Links etwas wirk­lich erhel­len­des zu hören bekom­men :)))… war­um sehen die Fas­sa­den im Wed­ding so aus …. war­um ist der Wed­ding so ver­müllt … usw 

    Gruß

  2. „Nur“ weil ein künst­le­ri­sches Graf­fi­ty von Schmier­fin­ken besprayt wor­den ist, regt sich jetzt die Gemein­schaft dar­über auf. 

    Nahe­zu jedes Haus/jeder Haus­ein­gang sieht im Wed­ding aus „wie Sau“! 

    Von irgend­wel­chen Links­al­ter­na­ti­ven muss man sich dann aber anhö­ren, dass beschmier­te Haus­wän­de „das Woh­nen bil­lig“ machen wür­den, da Inves­to­ren abge­schreckt wür­den! Sel­ten so einen Unfug gehört! Und hier haben die Spray­er vor dem Eigen­tum ande­rer eben­so­we­nig „Respekt“, wie vor den Graf­fi­ties ihrer „Kol­le­gen“.

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