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Gefährlicher Stau im Wedding:
Warum die Querung an der Antwerpener Straße Sorgen macht

28. Februar 2026
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Autos stauen sich, die Ampel wird grün – und trotzdem kommt niemand richtig rüber. Wer im Wedding zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist und die Seestraße queren will, kennt diese Momente: Der Überweg ist zugestellt, Motoren laufen weiter, man schlängelt sich zwischen Blech hindurch und hofft, dass alles gut geht. An der Seestraße auf Höhe der Antwerpener Straße ist genau das für viele inzwischen Alltag geworden – und für Eltern ein wachsender Grund zur Sorge.

Monica hat sich mit einem Leserbrief bei uns gemeldet. Ihr Kind besucht eine nahegelegene Kita, und sie beschreibt eine Verkehrssituation, die sich seit Beginn der Baustelle an der Kreuzung Seestraße/Müllerstraße deutlich zugespitzt hat. Der Rückstau auf der Seestraße führt regelmäßig dazu, dass Fahrzeuge direkt auf dem Fußgängerüberweg stehen bleiben. Wer bei Grün queren will, muss sich dann zwischen Autos hindurchbewegen.

Besonders belastend sei, dass Fahrzeuge immer wieder trotz grüner Fußgängerampel weiterfahren, den Überweg blockieren oder ihn noch überrollen, während Menschen ihn bereits betreten haben. Für Kinder, die hier täglich auf dem Weg zu Kita oder Schule unterwegs sind, entstünden unübersichtliche Situationen. Nach Angaben aus der Elternschaft seien bereits zwei Kita-Kinder angefahren worden. In beiden Fällen blieb es glücklicherweise bei einem großen Schrecken – die beteiligten Fahrer entfernten sich jedoch. „Wenn die Eltern bei der Polizei eine Anzeige aufgeben wollten, wurden sie von der Polizei bloßgestellt, weil sie sich das Kennzeichen des beteiligten Autos nicht gemerkt hatten“, schreibt Monica.

Auch aus der Antwerpener Straße heraus komme es immer wieder zu gefährlichen Szenen. Beobachtet werde, dass Autos aus der Antwerpener Straße kommend über den Überweg in die Seestraße fahren, um anschließend wieder in die Gegenrichtungsfahrbahn der Antwerpener Straße abzubiegen. Eigentlich wäre für sie nur das Rechtsabbiegen auf die Seestraße erlaubt. Für zu Fuß Gehende und Radfahrende werde der Überweg dadurch noch schwerer einschätzbar.

Die beschriebenen Situationen treten laut Eltern täglich auf – besonders zu den Bring- und Abholzeiten der umliegenden Einrichtungen. Viele fühlen sich damit allein gelassen und wünschen sich, dass die Problemlage wahrgenommen wird und Lösungen geprüft werden: Schilder, Verkehrspolizisten im Einsatz, mehr Kontrollen…

Unsere Leserin wünscht sich, genau dafür Aufmerksamkeit – und Abhilfe – zu schaffen.

weddingweiserredaktion

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Die ehrenamtliche Redaktion besteht aus mehreren Mitgliedern. Wir als Weddingerinnen oder Weddinger schreiben für unseren Kiez.

13 Comments Schreibe einen Kommentar

  1. Neben den genannten Kreuzungen gibt es im Wedding auch anderswo sehr häufig gefährliche Rotlichtverstöße. An der Kreuzung Müllerstraße/Utrechter/Ostender geschieht das bspw. extrem häufig – gern fahren auch 2 Autos hintereinander über Rot. Warum gibt es keine in Ampeln integrierten Rotlichtblitzer?
    Warum nur selten Blitzerkontrollen?

  2. Schlimm ist die Situation leider auch eine Kreuzung weiter an der Seestr./Genter Str. 🙁 Die Autos stauen sich auch hier und blockieren den Fußgängerüberweg zur Tramhaltestelle. Besonders gefährlich wird es dadurch, dass genervte Autofahrer*innen die temporäre Busspur und die Linksabbiegerspur auf der Seestraße immer wieder für unberechenbare Fahrmanöver missbrauchen, um links und rechts den Stau zu überholen. Das ist lebensgefährlich für Fußgänger*innen, die bei grüner Ampel gezwungen sind, sich durch die stehenden Autos zu schlängeln.

  3. Liebe Monica,
    deinen Unmut über die Ampelschaltung zwischen der Antwerpener Straße und der Togostraße kann ich total nachvollziehen. Die Situation vor Ort ist für Fußgänger*innen im Wedding – ob aus dem Brüsseler Kiez oder dem Afrikanischen Viertel total gefährlich. Gerade für Familien mit Kindern oder älteren Menschen, die mehr Zeit bräuchten, um die Seestraße zu queren ist die Situation vor Ort nicht akzeptabel. Der durch die Baustelle an der Kreuzung Müllerstraße / Ecke Seestraße entstehende Rückstau verschärft das Überqueren dieser Ampel noch zusätzlich, weil mitten auf der Fahrbahn dann plötlich Autos stehen, obwohl die Fußgängerampel grün zeigt.
    Ich habe mich bereits im Jahr 2023 an den Senat gewendet und auf diese problematische Ampelschaltung aufmerksam gemacht. Die Senatsverwaltung für Verkehr teilte mir damals mit, dass die Ampeln hier bewusst so geschaltet seien – ich gehe davon aus, dass sich an der Antwort des Senat bis heute nicht geändert hat:
    – Die Ampel in der Mitte am Grünstreifen hat eine eigene Schaltung, die sich nach der Straßenbahn orientiert, die hier vorbei fährt.
    – Die Schaltungen der beiden äußeren Ampeln Richtung Antwerpener Straße bzw. Togostraße orientieren sich an den Grünphasen für die dort fahrenden Autos welche in den beiden Fahrtrichtungen jeweils unterschiedlich geschaltet sind. Hintergrund dieser Schaltung ist, dass der Senat den Autos auf der Seestraße zulasten der Fußgänger*innen Vorfahrt gibt, da die Seestraße als Verlängerung der Autobahn fungiert und der Senat Staus von bzw. zur Autobahn vermeiden will.
    – Obwohl viele Anwohner*innen aus dem Brüsseler Kiez mir berichteten dass man lange warten müsse bis die Ampel von rot auf grün springt für Fußgänger*innen teilte der Senat mir in der Anfrage mit, dass Fußgänger*innen maximal 82 Sekunden warten müssten bis die Ampel grün werde
    – Da der Senat keine Beschwerden zur Ampel vorliegen habe werde man die Ampel nicht umprogrammieren zugunsten von Fußgänger*innen
    Hier findest du die Anfrage: https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-15568.pdf
    Ich finde diese Antworten natürlich total frustrierend, weil sie zeigen was hier an der Seestraße schief läuft! Wenn eine Ampel ernsthaft primär danach geschaltet ist keinen Rückstau zur Autobahn zu produzieren ist sie eigentlich nur eine Dekoration auf der Straße statt ihre Funktion zu erfüllen. Wenn der Senat sagt ihm lägen keine Beschwerden vor dann sollten wir das ändern und möglichst viele Menschen aus dem Wedding eine Beschwerde an [email protected] schreiben.
    Ich finde deine Forderungen richtig und unterstütze diese. Der Senat muss die Ampelschaltungen endlich fußgänger*innenfreundlich anpassen! Gerade bei den Rot- und Grünphasen muss die Stau/Baustelle an der Kreuzung berücksichtigt werden, um Rückstaus zu vermeiden.
    Mit freundlichen Grüßen aus dem Brüsseler Kiez,
    Taylan Kurt

  4. Der Übergang über die Seestraße zwischen Antwerpener- und Togostraße ist auch ohne Rückstau in beide Richtungen ein Risiko. Die falsch abbiegenden Autos, die von der Antwerpener in einem verbotenen „U-Turn“ gegen die Fahrrichtung und über den Fußgängerweg in die Seestraße und dann wieder in die Antwerpener einbiegen, wurden schon genannt.
    Aber auch die Ampelschaltung für Fußgänger über die Seestraße ist abenteuerlich. In beide Richtungen steht man lange vor einer roten Fußgängerampel während die Autos gleichzeitig eine Querstraße vorher auch Rot haben. Die Straße ist also für Fußgänger frei, aber man kann nicht gehen. Das macht die Überquerung vor allem für Eltern, die ihre Kinder in die Kita bringen wollen, zu täglichen Geduldsprobe.

  5. Es gibt doch das VZ 136 „Spielende Kinder“, das man an der Ampel Seestrasse Ecke Antwerpener Strasse aufhängen kann. Dort ist nicht weit entfernt der Zeppi-Spielplatz, eine Kita bei der Kapernaumkirche, der grüne Mittelstreifen der Antwerpener mit kleinem Spielplatz und sommers fahren viele Kinder mit kleinen Rädern bis zu dieser Ampel.

  6. @blog carbrain macht carbrain-Dinge. Ich glaube mich zu erinnern, dass man als Autofahrer die Kreuzung so lange freizuhalten hat, bis man sie komplett überqueren kann. Leider scheinen dass sehr viele Autofahrer vergessen zu haben.

  7. Es sind generell zu viele Autos unterwegs – Punkt. Die Seestraße kann diese Massen nicht fassen – und die Horrorbaustelle zwischen Müllerstraße und Osramhöfen gibt der Sache den Rest: Alle Richtung Norden Fahrenden müssen einmal im S auf die Gegenfahrbahn und dann im zweiten S wieder zurück, das sind Nadelöhre, mit denen man hoffentlich durch jede Zwischenprüfung Verkehrsplanung fallen würde. Die dafür verlängerten Ampelschaltungen machen es für Fußgänger:innen und die Tram noch schwerer voranzukommen und verursachen einen ewigen Rückstau.
    Leider sind es nicht nur private PKWs, sondern auch Lieferwagen, Busse und LKWs aller Größe, die einfach Stoßstange an Stoßstange voranrollen und Kreuzungen und Fußgängerüberwege einfach ignorieren. Lebensgefährlich für Kinder, lebensgefährlich für alle, die zu Fuß oder per Rad zur Problemlösung beitragen (nämlich: weniger Autos).
    Und: Dieses Fahrverhalten verstößt gegen die Straßenverkehrsordnung und muss zu Bußgeldern und Flensburg-Punkten führen.
    Da die Behörden offenbar kein Personal dafür abstellen können / wollen:
    – Gibt es technische Lösungen, die automatisch und regelmäßig diese Verstöße dokumentieren und auswerten können? Eine Blitzeranlage, quasi, die nicht (nur) über Rot Fahren, sondern auch Blockieren von Kreuzungen knipst?
    Die würde ich mir wünschen. Im Sinne der Kids, für mich, für alle, die sich hier sicher bewegen wollen.
    PS: Wenn es an der Baustelle gelegentlich voranginge, hätte auch niemand was dagegen.

  8. Ich wohne schon über 10 Jahre in der Ecke und die Rücksichtslosigkeit durch Aurofahrer nimmt jedes Jahr zu. Ich beobachte zusätzlich zu dem was hier beschrieben wird regelmäßig Rotlicht Verstöße wo Fußgänger Ampeln schon mehrere Sekunden grün sind, Fußgänger bereits mit der Querung beginnen und noch ein Autofahrer Gas gibt und durch brettert.
    Ich bin eigentlich kein Freund von extremen politischen Maßnahmen aber ich fühle mich mittlerweile in meinem Alltag so regelmäßig gefährdet durch Autos dass ich keine Alternative mehr zu radikalen Einschnitten sehe.

    • Ja es ist nur noch Wahnsinn. Es vergeht kaum eine Woche mehr ohne dass ich beinahe von einem Auto umgeholzt werde dass über rot rast oder wo fährt wo es nicht sein sollte. Dazu das sinnlose Dauergehupe wie in Kalkutta. Aber die Politik findet’s gut und die Berliner wollen mehr davon.

  9. Auch wenn es diese konkrete Situation nicht kurzfristig verbessert, gibt es aber hoffentlich bald einen Volksentscheid, bei dem wir Berlinerinnen entscheiden dürfen, wie viel Platz in der Stadt durch Autos eingenommen werden soll: der Berliner Verkehrsentscheid. Damit der Volksentscheid durchgeführt werden darf, und wir dann Basisdemokratisch mitentscheiden dürfen, braucht es aber noch einige Unterschriften: http://verkehrsentscheid.de/
    In diesem Artikel sind noch Unterschriftenaktionen aufgeführt: https://weddingweiser.de/der-verkehrsentscheid-startet-in-die-entscheidende-phase/, aber es gibt auch einige Orte, an denen Unterschriftenlisten ausliegen, z.B. in der SuperCoop in den Osramhöfen.

  10. An der Stelle bin ich mal als Radfahrer von der Rad-Polizei zu einem extremen Knöllchen verdonnert worden (sie lauerten in einem Versteck), obwohl weit und breit keiner unterwegs war und keinerlei Gefahr bestand.
    Doch die Autofahrer dürfen alles, wie die Fotos zeigen, und sind an der Stelle wahrscheinlich das letzte Mal vor 50 Jahren kontrolliert worden?

  11. Also richtig gefährlich ist der Bereich Amrumer Strasse Ecke Brüsseler Strasse, wo auch eine Kita ist. Da gibt es viele Unfälle, weil Autos bei kleinen Verkehrslücken in die Brüsseler Strasse reinrasen müssen, bevor die nächsten Autos auf der Amrumer Strasse angerollt kommen. Es sind zuviele Autos auf der Amrumer Strasse unterwegs. Dazu kommt die Linie parkender Autos mitten auf der Amrumer Strasse. Seit den Strassenblockaden ist das so, finde ich.

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