Kulturexpedition #22: Unverblümt trifft Ausufern

Das Plakat zur Kulturexpedition im Juni. Grafik: georg + georg
Das Pla­kat zur Kul­tur­ex­pe­di­ti­on im Juni. Gra­fik: georg + georg

Im Juli erwar­tet die Besu­cher der 22. Kul­tur­ex­pe­di­ti­on ein span­nen­des Pro­gramm: eine Füh­rung durch die Ufer­hal­len und Ufer­stu­di­os mit Werkstatt‑, Aus­stel­lungs­be­such und offe­ner Pro­be, eine Wed­din­ger (T)Rauminstallation, chi­le­ni­sche Cum­bia-Musik und ein geräusch­vol­ler orches­tra­ler Abschluss zum Mit­ma­chen. Die Unver­blümt Kul­tur­ex­pe­di­ti­on star­tet am 4. Juli um 17.20 Uhr in den Uferstudios.

Bis auf den umge­bau­ten alten Bus, der zum Café Pfört­ner gehört, erin­nert heu­te nichts mehr an die eins­ti­ge Zen­tral­werk­statt der BVG in der Ufer­stra­ße 8/23. 2007 wur­de das rund 38.000 Qua­drat­me­ter gro­ße Gelän­de von der Ufer­hal­len AG über­nom­men und gehört mit sei­nen über 50 Ate­liers (unter ande­rem von Asta Grö­ting, John Bock und Moni­ca Bon­vici­ni), Werk­stät­ten, Pro­jekt- und Ver­an­stal­tungs­räu­men, „The Base“ und natür­lich den Ufer­stu­di­os für zeit­ge­nös­si­schen Tanz zum fes­ten Bestand­teil der Wed­din­ger Kulturszene.

Uferstudios. Fotos: Uferstudios
Ufer­stu­di­os. Fotos: Maik Richter

Seit die Hälf­te des Gelän­des 2017 an die Immo­bi­li­en­ge­sell­schaft Augus­tus Capi­tal Manage­ment ver­kauft wur­de, geht auch hier die Angst vor Ver­trei­bung um. Der Gesell­schaft gehört auch Alex­an­der Sam­wer an, der jüngs­te der Rocket-Internet-Brüder.

Direkt zu Beginn der unver­blüm­ten Juli-Expe­di­ti­on, die auf­grund einer Koope­ra­ti­on mit der Pro­gramm­rei­he Aus­ufern der Ufer­stu­di­os erst­ma­lig an einem Mitt­woch statt­fin­det, gibt es die Gele­gen­heit, etwas mehr über die der­zei­ti­ge Situa­ti­on, aber auch die Geschich­te der Hal­len zu erfah­ren. Wäh­rend einer kur­zen Füh­rung wird die Aus­stel­lungs­werk­statt Zei­le besucht, in der Susan­ne zusam­men mit ihrem Team künst­le­ri­sche Kon­zep­te mit dem Schwer­punkt auf dem Mate­ri­al Holz umsetzt und Aus­stel­lungs­ob­jek­te unter ande­rem für Muse­en rea­li­siert. Wei­ter geht es dann zum Pro­jekt­raum „Bot­schaft“. Der Künst­ler Man­fred Peckl hat ihn Anfang 2016 gegrün­det und wird die Besu­cher durch die aktu­el­le Aus­stel­lung führen.

Auf der ande­ren Sei­te der Ufer­stra­ße war­tet schon Simo­ne Wil­leit. Die in Ita­li­en gebo­re­ne ehe­ma­li­ge Tän­ze­rin und Cho­reo­gra­phin lei­tet der­zeit die Ufer­stu­di­os und wird mit unter ande­rem zu einer offe­nen Pro­be der aus Tel Aviv stam­men­den Tän­ze­rin, Cho­reo­gra­phin und Per­for­me­rin Lee Méir füh­ren. Méirs Solo­pro­gramm „Line up“, wel­ches sich mit­tels Bewe­gung, Spra­che und Klang mit der Kör­per­lich­keit von Cha­os und Orga­ni­sa­ti­on aus­ein­an­der­setzt, wird bei Aus­ufern im August Pre­mie­re fei­ern. Die unver­blüm­ten Kul­tur­tou­ris­ten kön­nen vor­ab schon ein­mal Aus­schnit­te dar­aus sehen. Natür­lich wird Simo­ne die Teil­neh­mer auch mit inter­es­san­ten Fak­ten und Insi­der-Wis­sen ver­sor­gen und jeden noch so ent­le­ge­nen Win­kel des Gelän­des zeigen.

Wovon träumst du? Foto: Nils Plambeck
Wovon träumst du? Foto: Nils Plambeck

Nach­dem die Expe­di­ti­on sich mit dem tol­len Ort bekannt gemacht hat und sicher­lich ein wenig mehr über die Ber­li­ner Tanz­sze­ne weiß, fol­gen gleich zwei Pro­gramm­punk­te auf einen Schlag. Im Ate­lier 64 prä­sen­tie­ren die Cho­reo­gra­phin Lea Mar­ti­ni und und der Cho­reo­graph Dani­el Alm­gren-Recén ihre luzi­den (T)Raumlandschaften. Über meh­re­re Wochen haben die bei­den Stim­men in der Umge­bung der Ufer­stu­di­os gesam­melt und zusam­men mit dem Stadt­so­zio­lo­gen und Fil­me­ma­cher Nils Plam­beck, der dem Wed­ding poe­tisch ver­frem­de­te Film­auf­nah­men ent­lockt hat, wur­den die indi­vi­du­el­len Stim­men zu einem Geschich­ten­kalei­do­skop mit­ein­an­der ver­wo­ben. Die Instal­la­ti­on „Wovon träumst du?“ ist eine Ein­la­dung zum Ver­wei­len und Zuhö­ren, zum Schläf­chen im Sub­li­mi­na­len, bevor man sich wie­der zurück in den All­tag begibt.

Solo Pájaros. Foto: Solo Pájaros
Solo Pája­ros. Foto: Solo Pájaros

Da nur maxi­mal 20 Leu­te in den klei­nen Ate­lier­raum pas­sen und nie­mand her­aus­ge­scho­be“ wer­den soll, kön­nen alle War­ten­den sich zu den Klän­gen der chi­le­ni­schen Reg­gea-Cum­bia-Band Solo Pája­ros hin- und her­wie­gen. Oder Tan­zen! Inspi­riert vom Flug eines Vogels, ver­su­chen sie mit ihrer Musik und Tex­ten über Poe­sie, Lie­be und Tod die Welt ein wenig bes­ser zu machen.

Blac Blob. Foto: Blac Blob
Blac Blob. Foto: Blac Blob

Am Ende der Tour steht das orches­tra­le Kon­zert des Kol­lek­tivs Blac Blob. Emma Juli­ard und Arn­aud Lesa­ge bau­en vier Tage lang mit inter­es­sier­ten Teil­neh­mern eine Noi­se-Maschi­ne und Sound-Skulp­tu­ren, die im Hof der Ufer­stu­di­os instal­liert wer­den. In einer abend­li­chen Jam­ses­si­on sind alle ein­ge­la­den, die selbst­ge­bau­ten Instru­men­te aus­zu­pro­bie­ren und am gro­ßen Abschluss­kon­zert teil­zu­neh­men. Auch für lecke­res Essen und kal­te Geträn­ke ist gesorgt: Den gelb-weiß-gestreif­ten Stand des  vege­ta­ri­schen Cafés Bao­bab fin­det sich auf dem Hof der Uferstudios.

Die Unver­blümt Kul­tur­ex­pe­di­ti­on #22 star­tet am 4. Juli um 17.20 Uhr am gro­ßen Schorn­stein auf dem Hof der Ufer­stu­di­os (Ein­gang Ufer­stra­ße 23). Wie immer kön­nen Besu­cher jeder­zeit hin­zu­sto­ßen. Die Zei­ten für die ein­zel­nen Sta­tio­nen der Füh­rung mit einem genau­en Lage­plan gibt es dem­nächst auf der Face­book-Sei­te von Unver­blümt. Übri­gens:  Ein wich­ti­ger Hin­weis für alle Fuß­ball­fans. An die­sem Tag fin­den KEINE WM-Spie­le statt!

Zeitplan (ohne Gewähr)
  • 17.20 Uhr: Start am gro­ßen Schorn­stein auf dem Hof der Ufer­stu­di­os, Ein­gang Ufer­stra­ße 23
  • 17.30 Uhr: Füh­rung Ufer­hal­len und Uferstudios
  • 19 Uhr: Wovon träumst du? (Instal­la­ti­on von Lea Mar­ti­ni und Dani­el Almgren-Recén)
  • 19 Uhr: Solo Pája­ros (Cumbia/Reggae)
  • 20 Uhr: Blac Blob Orches­tra (Noi­se)

 

Ach­tung: Die Ter­mi­ne der nächs­ten Unver­blümt Kul­tur­ex­pe­di­tio­nen 2018 haben sich geän­dert. Sie fin­den nun am 24. August und 5. Okto­ber statt.

Text: georg+georg/Ausufern


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