Unverblümt Kulturexpedition #16

Das Plakat für die 16. Ausgabe von Unverblümt. Plakat: georg+georg
Das Pla­kat für die 16. Aus­ga­be von Unver­blümt. Pla­kat: georg+georg

Am 30. Juni ab 18.30 Uhr fin­det die drit­te Unver­blümt Kul­tur­ex­pe­di­ti­on in die­sem Jahr statt. Los geht es dies­mal in der Gale­rie Wed­ding in der Mül­ler­stra­ße. Hier gibt es die Gele­gen­heit, die Grup­pen­aus­stel­lung „Ber­lin Wed­ding. Ein Stadt­teil – 16 foto­gra­fi­sche Posi­tio­nen“ zu besu­chen, die an die­sem Tag mit der Ver­öf­fent­li­chung des durch Crowd­fun­ding finan­zier­ten Foto­bu­ches endet.

Eine Foto aus de Foto­buch und der Aus­stel­lung in der Gale­rie Wed­ding. Foto: Espen Eichhöfer

Ein­ge­fleisch­te Unver­blümt-Fans wer­den in der Aus­stel­lung sicher eini­ges wie­der­erken­nen, aber auch ganz viel Neu­es ent­de­cken. „Die Foto­gra­fien […] sind fein beob­ach­te­te, zeit­lo­se wie sozi­al­kri­ti­sche Repor­ta­gen, Essays und Por­träts, die sich mul­ti­per­spek­ti­visch mit den unter­schied­li­chen Aspek­ten des Wed­dings beschäf­ti­gen“, schreibt Julia Boek, die zusam­men mit Axel Völcker die Aus­stel­lung initi­iert hat, im beglei­ten­den Text.

Der Max­platz. Foto: Sabi­ne Jahnke

Was den Wed­ding aus­macht, das sind die Men­schen, die hier Leben und ihren Bezirk (teil­wei­se aktiv) gestal­ten. Eine schnel­le und recht unkom­pli­zier­te Metho­de ist bei­spiels­wei­se das wil­de Gärt­nern auf trost­lo­sen Ver­kehrs­in­seln, brach­lie­gen­den Grund­stü­cken oder vor der eige­nen Haus­tür. Eigent­lich ille­gal, wird Gue­ril­la Gar­de­ning in Ber­lin von den meis­ten Grün­flä­chen­äm­tern jedoch tole­riert, da für Neu­be­pflan­zung und Instand­hal­tung wenig bis gar kein Geld vor­han­den ist. Auch Sabi­ne Jahn­ke, eine Wed­din­ger Künst­le­rin, gehört zu den Gar­ten­pi­ra­ten. Seit drei Jah­ren ver­bringt sie einen Groß­teil ihrer Frei­zeit auf dem Maxplatz/Leopoldplatz. Was sie schon alles gemacht hat und wie an sie unter­stüt­zen kann, wird sie bei der zwei­ten Unver­blümt-Sta­ti­on (Naza­reth­kirch-/Max­stra­ße) und einer gemein­sa­men Pflanz­ak­ti­on erzählen.

Foto: Jun­ges Ensem­ble Berlin

Mit Musik geht alles bes­ser, auch Blüm­chen pflan­zen. Das Jun­ge Ensem­ble Ber­lin hat sich wie­der­holt als bes­tes Ber­li­ner Blas­or­ches­ter beim Lan­des­or­ches­ter­wett­be­werb die Kro­ne gesi­chert und ist aus dem Orches­ter­le­ben der Haupt­stadt nicht mehr weg­zu­den­ken. Es wird gelei­tet von Hen­ning Strass­bur­ger und umfasst in sei­ner vol­len Beset­zung zir­ka 60 Musi­ker  aus Ber­lin und der gan­zen Welt. Neben klas­si­scher Sin­fo­nik haben sie bei Unver­blümt auch ein paar Gas­sen­hau­er dabei. Vor­sicht, Schunkelalarm!

Vom Leo­pold­platz geht es in die Mal­plaquet­stra­ße zum Utrech­ter Platz, den es eigent­lich gar nicht gibt. Zumin­dest nicht offi­zi­ell. Er befin­det sich zwi­schen Mal­plaquet­stra­ße und Utrech­ter Stra­ße. Seit Kur­zem ist dort der Pro­jekt­raum des gemein­nüt­zi­gen Ver­eins Kul­tu­ren im Kiez e. V., der vor zehn Jah­ren das Wed­din­ger Kiez­müt­ter-Pro­jekt initi­iert hat, das vie­le bestimmt ken­nen wer­den. Was der Ver­ein heu­te so macht und wie der neue Raum genutzt wird, erzählt Gott­fried Uebe­le, bevor es dann wei­ter­geht mit der Sin­ger-Song­wri­te­rin Jana Mendelski.

Foto: Deeryo­na

Unter dem Künst­ler­na­men Deeryo­na tritt sie seit fünf Jah­ren auf klei­nen und gro­ßen Büh­nen in Bars, Wohn­zim­mern und auf Fes­ti­vals auf. In St. Peters­burg gebo­ren und in Ber­lin zu Hau­se, spielt sie sich mit Gitar­re, Loo­p­sta­ti­on und unver­wech­sel­ba­ren Vocals in die Her­zen der Zuhö­rer. Zwi­schen laut und lei­se, kraft­voll und still, hat sie einen ganz eige­nen Stil ent­wi­ckelt, der noch lan­ge nach­klingt. Die wun­der­schön war­me Stim­me von Deeryo­na im Ohr, geht es wei­ter, die Mal­plaquet­stra­ße hoch, zum nächs­ten Kon­zert in die Num­mer 25.

 

 

 

 

Der Schnaps, der Schnaps, der muss getrun­ken wer­den! Wenn ich kei­nen Schnaps habe, tut mir das Herz weh. (Lied­zei­le aus „Palenc“)

Foto: Ber­lins­ka Dróha

2007 tra­fen sich Uta und Paul bei einem Fes­ti­val an der pol­ni­schen Gren­ze, Paul stand auf der Büh­ne und Uta im Publi­kum. Spon­tan sang sie das sor­bi­sche Volks­klied „Palenc“ (Schnaps) mit und „Ber­lins­ka Dróha“ war gebo­ren. Seit­dem tourt das Anti­folk-Punk-Chan­son-Duo durch die Repu­blik und manch­mal auch durch die Welt, von der Ukrai­ne bis nach Marok­ko. Mit ihrem unge­wöhn­li­chen Sound auf Keys und fünf­sai­ti­ger Vio­li­ne zie­hen sie das Publi­kum in ihren Bann. Ihre Lie­der tan­zen zwi­schen Melan­cho­lie und Kaba­rett, die Text­spra­che ist größ­ten­teils Sor­bisch (genau­er horn­jo­ser­bšći­na, Ober­sor­bisch) – neben Deutsch ihre zwei­te Muttersprache.

Auf­tre­ten wer­den die bei­den im Café More­na, dort, wo sonst der Bil­lard­tisch steht und die Dart­pfei­le flie­gen. Seit Chris­sie die Knei­pe vor ein paar Jah­ren über­nom­men hat, fin­den hier regel­mä­ßig Kon­zer­te statt und in den Neben­räu­men, wo frü­her ein Puff war, befin­det sich die Gale­rie Mon­ta­ge­hal­le. Wie es sich für eine ech­te Wed­din­ger Eck­knei­pe gehört, gibt es eines aller­dings nicht – Cola light. Dafür ganz viel Herz und Seele!

Der Ein­tritt zu allen Ver­an­stal­tun­gen ist wie immer frei.

Zeitplan

Start/Treffpunkt 18.25 Uhr vor der Gale­rie Wed­ding – Raum für zeit­ge­nös­si­sche Kunst, Mül­ler­stra­ße 146/147

18.30 Uhr Finis­sa­ge der Aus­stel­lung „Ber­lin-Wed­ding. Ein Stadt­teil – 16 foto­gra­fi­sche Posi­tio­nen“ und Book Release, Gale­rie Wed­ding, Mül­ler­stra­ße 146/147

19.30 Uhr Unver­blü­men II: Gue­ril­la-Gar­de­ning mit der Wed­din­ger Künst­le­rin Sabi­ne Jahn­ke, hin­te­rer Leo­pold­platz (Naza­reth­kirch-/Max­stra­ße)

19.40 Uhr Jun­ges Ensem­ble Ber­lin | Blas­or­ches­ter, hin­te­rer Leo­pold­platz (Naza­reth­kirch-/Max­stra­ße)

20.30 Uhr Deeryo­na (Sin­ger Song­wri­te­rin) und Kul­tu­ren im Kiez e. V., Utrech­ter Platz, Utrech­ter Straße/Malplaquetstraße

21.30 Uhr Grup­pen­aus­stel­lung “Zusam­men­stel­lung”, kura­tiert von Josh Zielin­ski, Gale­rie Mon­ta­ge­hal­le, Mal­plaquet­stra­ße 25

21.45 Uhr Ber­lins­ka Dróha (Anti­folk-Punk-Chan­son-Duo), Café More­na, Mal­plaquet­stra­ße 25 (Rau­cher­knei­pe! Zutritt erst ab 18 Jahren)

Wei­te­re Infos gibt es auf der Unver­blümt-Face­book­sei­te.

Text: georg+georg

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