Helft mit, das Fotobuch „Der Wedding“ zu ermöglichen!

Foto: Annette Hauschild

Mit einer Crowdfunding-Aktion soll jetzt ein Fotobuch finanziert werden, das eine Momentaufnahme unseres Stadtteils dauerhaft festhält. Sozialer Brennpunkt, Hipster-Bezirk, Melting Pot, Altes Westberlin – „der Wedding ist ein Abbild der Welt, aber in Miniatur“, sagt die Journalistin Julia Boek.

Foto: Espen Eichhöfer

Während vielerorts das Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen, Milieus und  Religionen erst noch erprobt werden muss, finde alles das in Wedding längst statt. Und so ließen sich am Beispiel des Stadtteils die großen gesellschaftlichen Fragen erörtern. Mehr noch: „Im Wedding liegen die Geschichten buchstäblich auf der Straße“, sagt Boek. Gemeinsam mit dem Magazindesigner Axel Völcker realisiert die 37-Jährige derzeit ein Fotobuch über den Wedding. Die beiden Macher des Magazins für Alltagskultur „Der Wedding“ haben in der Vergangenheit schon mehrfach erfolgreich bewiesen, dass die Beschäftigung mit dem Außergewöhnlichen im Alltäglichen ganze Magazinausgaben wert sein kann. Nun haben sie Fotografen der renommierten Agentur Ostkreuz dafür begeistern können, einen offenen und zugleich kritischen Blick auf das Kleine, Alltägliche und Lokale im Wedding zu werfen.

Bilder der Facetten des Wedding

Foto: Hendrik Lietmann

Entstanden sind fein beobachtete, sozialkritische wie zeitlose Reportagen und Porträts, wie etwa von Annette Hauschild über den Zusammenhalt am Biertresen in den Stammkneipen Café Morena und Kugelblitz oder von Espen Eichhöfer, der die Black Community in christlichen Kirchen und Kleingärten beobachtete. Oder auch von Dorothee Deiss, die ein kleines Fotostudio in einer Weddinger Kinderarztpraxis aufbaute und Kinder mit ihren Eltern porträtierte. Die dabei entstandene Fotoausstellung wird am Freitag, den 16. Juni in der Galerie Wedding eröffnet. Für die sehenswerten Bilderserien haben die Fotografen unterschiedliche Arbeitsweisen an den Tag gelegt. Alteingesessene Weddinger werden in den umfangreichen Fotoserien ebenso wie Künstler gewürdigt. Oder die Fotos beschäftigen sich mit der Frage, wie wir in einer Stadt gemeinsam mit Flüchtlingen, Migranten, Armen und Reichen leben möchten.

Foto: Dawin Meckel

Präsentiert werden einige Bilder der 16 Fotoserien in einer Ausstellung, die am Freitag, den 16. Juni in der Galerie Wedding eröffnet. Zur Finissage am 30. Juni soll dort dann die Fotobuchveröffentlichung gefeiert werden. Mit ihrer neuen Publikation beschreiten die Wahl-Weddinger formal einen neuen Weg: „Als Magazinmacher ist das Medium ‚Fotobuch‘ für uns neu und spannend“, sagt Axel Völcker im Gespräch mit dem Weddingweiser.“Auch sei es wunderbar, die alltäglichen, kleinen Phänomene des Weddings auf diese Weise zu erzählen.

Crowdfunding macht’s möglich

Foto: Dorothee Deiss

Doch damit das großformatige Fotobuch tatsächlich in vollem Umfang, mit Hardcover-Bindung und Deutsch-Englisch-Übersetzungen entstehen kann, werben die Macher derzeit im Rahmen einer Crowdfunding-Kampagne um finanzielle Unterstützung. Noch bis zum 31. Mai sollen insgesamt 9.000 Euro zusammenkommen. Warum sich das für den Leser lohnen sollte? „Weil das Berlin-Wedding-Fotobuch als Momentaufnahme eines Berliner Lebensgefühls im Bücherregal aufbewahrt und gesammelt werden kann“, sagt Völcker.

 

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