Unendliche Geschichte: die S 21 und der Sprengelkiez

Stand Februar 2015
Stand Febru­ar 2015

Auf Moa­bi­ter Sei­te wach­sen die Brü­cken­bau­wer­ke für die neue S‑Bahn-Linie über die Fenn­stra­ße und in Rich­tung Haupt­bahn­hof sicht­bar in die Höhe. Ursprüng­lich soll­te die Stre­cke Ende 2017 eröff­net wer­den. Doch auf Wed­din­ger Sei­te pas­siert an der Bau­stel­le: nichts. Die Pira­ten-Frak­ti­on im Abge­ord­ne­ten­haus hat daher die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt im Rah­men einer schrift­li­chen Anfra­ge¹ gebe­ten, den aktu­el­len Sach­stand zu erläu­tern. Bleibt der Spren­gel­kiez durch die geplan­te neue Stra­ßen­füh­rung vom Durch­gangs­ver­kehr ver­schont? Das Wich­tigs­te zuerst: der ver­kehrs­be­ru­hig­te Pekin­ger Platz bleibt für Autos gesperrt.

Baustelle S 21
Wir geben die Fra­gen der Pira­ten­frak­ti­on und die Ant­wor­ten der Senats­ver­wal­tung und der Deut­schen Bahn AG aus­zugs­wei­se wieder.
Wann wird sich die Bau­tä­tig­keit auf den Spren­gel­kiez aus­wir­ken? Wie soll die Stra­ßen­füh­rung am Nord­ufer zukünf­tig aussehen?
Ant­wort der DB AG: Die Aus­wir­kun­gen der Bau­tä­tig­keit auf den Spren­gel­kiez wer­den sich vor allem durch den Bau der Brü­cke über den Ber­lin-Span­dau­er-Schif­fahrts­ka­nal erge­ben. Der Schwer­punkt der Bau­tä­tig­keit wird hier vor­aus­sicht­lich in 2017 lie­gen. Die Tege­ler Stra­ße wird erst geschlos­sen, wenn die neue Nord­ufer­stra­ße fer­tig gestellt und für den Ver­kehr frei­ge­ge­ben ist. Dies wird vor­aus­sicht­lich Ende 2017 bzw. Anfang 2018 erfolgen².
Die künf­ti­ge Stra­ßen­füh­rung am Nord­ufer ist den Plan­fest­stel­lungs­un­ter­la­gen zu ent­neh­men. Hier hat es kei­ne Ände­run­gen gegeben.Die Andie­nung der Bau­stel­le erfolgt von der Per­le­ber­ger Str. und / Tege­ler Str. Eine Beein­träch­ti­gung des Spren­gel­kiezes durch Bau­stel­len­ver­kehr ist somit nicht gege­ben. Wei­te­re über das bei Groß­bau­stel­len übli­che Maß hin­aus­ge­hen­de Beein­träch­ti­gun­gen sind durch die Maß­nah­me S 21 nicht zu erwar­ten. Im Plan­fest­stel­lungs­be­schluss sind Auf­la­gen zur Immis­si­ons­mi­ni­mie­rung gemacht wor­den, die durch das Vor­ha­ben bis­lang ein­ge­hal­ten werden.
Gibt es ein Ver­kehrs­kon­zept für den Spren­gel­kiez für die Bau­zeit? Gibt es ein Ver­kehrs­kon­zept für den Spren­gel­kiez nach Abschluss der Bau­maß­nah­me S 21?
Ant­wort der Senats­ver­wal­tung:  Ein bau­zeit­li­ches Ver­kehrs­kon­zept für den Spren­gel­kiez ist nicht erfor­der­lich, da die Tege­ler Stra­ße erst nach Öff­nung des Nord­ufers geschlos­sen wird.
Mit der Öffung des Nord­ufers wür­de dann eine durch­ge­hen­de Stra­ßen­ver­bin­dung am Kanalufer zwi­schen Föh­rer Stra­ße und Fenn­stra­ße ent­ste­hen, die auch vom Durch­gangs­ver­kehr ange­nom­men wer­den wür­de. Um die damit ver­bun­de­nen nega­ti­ven Wir­kun­gen für das Wohn­ge­biet zu ver­mei­den, wur­de im Rah­men des Bebau­ungs­plan­ver­fah­rens III 212 für den Bereich Pekin­ger Platz eine Sper­rung und Teil­ein­zie­hung des Nord­ufers zwi­schen Torf­stra­ße und Samoa­stra­ße vor­ge­se­hen. Die Sper­rung des Nord­ufers für den moto­ri­sier­ten Indi­vi­du­al­ver­kehr in die­sem Bereich ist inzwi­schen realisiert.
Wie ist der Stand der Pla­nung bzw. der Bau­fort­schritt auf dem 1. Bau­ab­schnitt des zukünf­ti­gen Stre­cke S21 (nörd­li­cher Ber­li­ner S‑Bahn-Ring bis Haupt­bahn­hof)? Wel­che Ände­run­gen zu den ursprüng­li­chen Pla­nun­gen (uns lie­gen Ent­wür­fe von Sep­tem­ber 2013 vor) sind eingetreten?
So wird die S 21 in die Verkehrssituation eingreifen
So wird die S 21 in die Ver­kehrs­si­tua­ti­on eingreifen

Ant­wort der DB AG: Das Bau­vor­ha­ben S21 befin­det sich in der Rea­li­sie­rung. Umfang­rei­che Tei­le der nörd­li­chen Anbin­dung sind bereits erstellt bzw. ste­hen kurz vor der Fer­tig­stel­lung. Die S21 wird wie plan­fest­ge­stellt errich­tet. Ände­run­gen haben sich erge­ben im Bereich Bau­werks­grün­dung im Tun­nel­be­reich sowie durch die Erhö­hung des Niveaus der Aus­rüs­tung. Die o.g. Pla­nungs­än­de­run­gen, ins­be­son­de­re bei der Bau­werks­grün­dung im Tun­nel­be­reich, haben Ver­zö­ge­run­gen im Bau­ab­lauf zur Fol­ge. Der ursprüng­lich geplan­te Fer­tig­stel­lungs­ter­min kann nicht ein­ge­hal­ten wer­den. Der neue Fer­tig­stel­lungs­ter­min befin­det sich der­zeit in Abstimmung.

Wann ist nach der aktu­el­len Pla­nung mit der Fer­tig­stel­lung des ers­ten Bau­ab­schnit­tes zu rech­nen? Ist der­zeit ein Bahn­hof Per­le­ber­ger Stra­ße in Planung?
Ant­wort der Senats­ver­wal­tung: Auf­grund des nicht ein­zu­hal­ten­den Fer­tig­stel­lungs­ter­mins hat die DB AG daher die Errich­tung eines Inte­rims­bahn­steigs unter der Inva­li­den­stra­ße ange­bo­ten, um die Ver­zö­ge­run­gen für die Fahr­gäs­te zu verringern.
Der Bahn­hof Per­le­ber­ger Brü­cke ist in dem im März 2011 beschlos­se­nen Stadt­ent­wick­lungs­plan Ver­kehr als Bestand­teil der Maß­nah­me „S21“ auf­ge­führt. Vor der Auf­nah­me von ver­tie­fen­den Pla­nun­gen für die­sen Bahn­hof sind aber u.a. noch Fra­gen zum Nut­zen und zur Wirt­schaft­lich­keit zu klären.
Sind die Berich­te über Kos­ten­stei­ge­run­gen kor­rekt und wenn ja: Wie wer­den sich erhöh­te Kos­ten auf die noch nicht rea­li­sier­ten Tei­le des Bau­ab­schnitts auswirken?
Ant­wort der DB AG: Auf­grund der Pla­nungs­än­de­run­gen und der all­ge­mei­nen Bau­preis­ent­wick­lung sind Kos­ten­stei­ge­run­gen ein­ge­tre­ten. Die Kos­ten­stei­ge­run­gen haben kei­ne Aus­wir­kun­gen auf den 1. Bau­ab­schnitt. Die Kos­ten­tra­gung des ent­ste­hen­den Mehr­be­darfs befin­det sich der­zeit in Abstimmung.

 


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