Die S 21 wird gebaut – Weddinger Straßen werden neu geführt

Am linken Bildrand wird die S 21 ans Tageslicht kommen, um dann Y-förmig in die Ringbahn einzufädeln (Bildmitte)

AKTUALISIERT IM NOVEMBER 2016

Berlin hat ebenfalls sein „S 21“ – Projekt. Allerdings handelt es sich hier um eine S-Bahn-Linie, für die bereits 2009 die ersten Vorbereitungen begonnen haben. Die Baustelle scheint derzeit fast stillzustehen, doch die neue Berliner Landesregierung fordert das zügige Ende des ersten Bauabschnitts. 

Mitte Oktober 2012 begannen die ersten echten Bauarbeiten dieser neuen Strecke, die das Berliner S-Bahnnetz nur um einen neuen Bahnhof bereichern wird. Dabei handelt es sich um eine unterirdische Station unter dem Hauptbahnhof. Zunächst war an der Perleberger Brücke ein Bahnhof geplant, der große Teile des mit Schnellbahnen unterversorgten Ostteil Moabits angebunden hätte.

Die neue Strecke wird jedoch zwei Enden am Nordteil der Ringbahn haben: Westhafen und Wedding. Dort, wo auch der Fernbahntunnel endet, erreicht die S-Bahn vom Hauptbahnhof kommend das Tageslicht. Die S-Bahn-Trasse, die zunächst in einem Trog liegt, wird zwischen den Gleisen der Fernbahn und zwei Gleisen, über die Güterzüge vom Nordring aus Westen kommend zum Güterbahnhof des Westhafens sowie zum Kraftwerk Moabit rangiert werden, geführt. Die Verbindung bis zum S- und U-Bf. Westhafen erfolgt ebenerdig, denn in den 90er Jahren hat man bei der Wiederherstellung des S-Bahn-Nordrings in den 1990er Jahren ein Tunnelportal als Vorleistung mitgebaut.

S 21 (Grafik: DB Projektbau)
S 21 (Grafik: DB Projektbau)
Fernbahnbrücke zwischen Wedding und Hauptbahnhof (Tegeler Straße)
Unter dieser Fernbahnbrücke wird die neue Brücke entlangführen (Tegeler Str.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erheblich aufwändiger wird dagegen der Bau der östlichen Strecke zum S- und U-Bf. Wedding. Hinter dem Ende des Hauptbahnhof-Tunnels steigt die Trasse an. Sie wird als Spannbetonbrücke mit einer Länge von 265 m fortgeführt. Die Perleberger Brücke wird als Stabbogenbrücke überbrückt, die Anfang 2015 eingehoben wurde. Die S-Bahn wird dann das Friedrich-Krause-Ufer und den Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal als 154 Meter lange Spannbetonbrücke überqueren. Am Nordufer erreicht die Strecke die Doppelpfeiler des Fernbahn-Overflys, die sie durchquert. Dort führt die Strecke bergab und fädelt auf der Höhe der Tegeler Straße zwischen dem Overfly und der Brücke des Nordrings in ein ebenfalls in den 90er Jahren erstelltes Tunnelportal ein. Damit wird der Hauptbahnhof mit der S-Bahn direkt aus beiden Richtungen des Nordrings erreichbar sein. Da die S 21 wohl auf Dauer am Hauptbahnhof enden wird, hält sich der Nutzen dieser Linie für den Wedding in Grenzen, für ganz Berlin ist er hingegen ziemlich fragwürdig.

Auf das Straßensystem in diesem Bereich hat dieser Knoten aus Brücken, Rampen, Überwerfungsbauwerken und Tunnelstrecken erhebliche Auswirkungen. Die Tegeler Straße wird durch die fast ebenerdig ankommende S-Bahn-Strecke unterbrochen und somit beidseitig zur Sackgasse. Damit Pkw, Lkw und Busse trotzdem durchkommen, wird das Nordufer bis zur Fennstraße durchgängig für den Straßenverkehr ausgebaut. Noch in diesem Jahr werden Bäume und Sträucher für den Straßen- und Brückenneubau am Mettmannplatz gerodet, damit es  mit den Bauarbeiten losgehen kann. Erst wenn das neue Nordufer fertiggestellt ist, wird die Tegeler Straße unterbrochen.

S 21 Brücke Fennstr
Die Brücke steht schon mal – im Winter 2014/15

Im Februar 2015 wurde bekannt, dass das Projekt wieder auf der Kippe stehen könnte. „Es hat sich herausgestellt, dass die vorbereiteten Bauwerke für die geplante S21 zum Teil nicht den erforderlichen Anforderungen entsprechen“, teilte die Bahn mit. Die beim Bau des Hauptbahnhofs erbrachten Vorleistungen für die künftige Decke der S-Bahn-Station sind unzureichend. Der Bund übernimmt übrigens 60 Prozent der Kosten, die anderen 40 Prozent muss das Land finanzieren. Im Koalitionsvertrag der Rot-rot-grünen Landesregierung aus dem November 2016 fordert das Land von der Deutschen Bahn,  die S 21 zügig fertigzustellen, insbesondere den Baubeginn für den zweiten Bauabschnitt zeitnah anzugehen und die Planungen für den dritten Bauabschnitt rasch voranzubringen. Sie setzt sich auch für den Bau eines zusätzlichen Bahnhofs Perleberger Brücke ein. Dieser würde erhebliche Fahrgastpotenziale in der neuen Europa-City Heidestraße, in Moabit und auch im Weddinger Sprengelkiez abschöpfen.

In diesem Flyer der DB wird das Projekt beschrieben

Grafik DB Projektbau GmbH
Grafik: DB Projektbau GmbH
37 Kommentare
  1. […] freigegeben ist. Dies wird voraussichtlich Ende 2017 bzw. Anfang 2018 erfolgen². Die künftige Straßenführung am Nordufer ist den Planfeststellungsunterlagen zu entnehmen. Hier hat es keine Änderungen […]

  2. […] Süden des Sprengelkiezes, eine neue S-Bahn-Strecke für die neue Linie S 21 entsteht. Die Tegeler Straße soll an beiden Enden gekappt werden, die kleine Grünanlage an Mettmannplatz und Nordufer hat sich […]

  3. […] 1. Platz Die S 21 wird gebaut, Weddinger Straßen werden neu geführt […]

  4. Kannte noch die Zeit, als das Nordufer Durchgangsstraße war. Wenn man jetzt noch den zusätzlichen Verkehr durch die Heidecity dazurechnet und das generell immer höhere Verkehrsaufkommen wird aus dem Nordufer quasi ein Autobahnabschnitt. Wo bleibt die Bürgerinitiative?

    1. Das QM Sparrplatz möchte sich in dieser Angelegenheit weiter engagieren. Dort kennt man den Artikel und die Problematik. Die Anwohner sollten sich durch Vermittlung des QM organisieren!

  5. […] Uferradweg ist gesperrt und es ist nicht mehr zu übersehen: im Februar haben die Arbeiten für die neue S-Bahn-Linie 21 begonnen. Zurück geht diese Maßnahme auf einen Planfeststellungsbeschluss von 2005. Nach zwei […]

  6. Korrektur: Es heißt natürlich „Insbesondere durch die Anwesenheit eines (qualifizierten) Moderators hätten unsägliche Zwischenrufer evt. gestoppt werden können;“ …

  7. Infoveranstaltung am 23. Februar zur S21 – ein Resümee:

    Die Veranstaltung hinterließ bei mir einen zwiespältigen Eindruck.
    Positiv: Vertreter der Bahn erläuterten genau das Projekt und waren auch (weitestgehend) informiert.
    Negativ: Keine Gesprächsführung, keine Moderation.
    Insbesondere durch das Fehlen eines (qualifizierten) Moderators hätten unsägliche Zwischenrufer evt. gestoppt werden können; die Diskussionsfähigkeit mancher Anwesenden ließ doch sehr zu wünschen übrig!
    Der Bau/die Streckenführung und die Sinnhaftigkeit der S21 stehen mittlerweile wohl ausser Frage und dieser Themenkreis geht an den eigentlich zu erwartenden Problemen des Kiezes vorbei (war allerdings so angekündigt – insofern Thema nicht verfehlt aber am Problem vorbei).
    Echte Fragen (z.B. nach dem zu erwartenden Durchgangsverkehr) wurden abgewiegelt. „Ggf. muss man hier Nachbessern“ war eine der Aussagen, die bei mir Unverständnis hervor riefen. Über das aktuell geschlossene F.-Krause-Ufer lagen den Verantwortliche keine Informationen vor (da anderer Bezirk!).
    Weiter: Verkehrszählungen aus lange zurück liegenden Jahren als Grundlage für die aktuelle Situation zu nehmen bringt niemanden weiter und hilft den Anwohnern auch nicht!
    Der Mettmannplatz wird aktuell abgeholzt, die Bahn muss Ausgleichszahlungen leisten und diese Gelder werden irgendwo in Berlin verbuddelt – für den Kiez ist nur Rasen geplant (auch wenn die schönen Zeichnungen etwas anderes verheissen!). Uns so könnte die Aufzählung weiter gehen…
    Schade, dass anscheinend weitere Veranstaltungen mit wirklich kompetenten Vertretern nicht geplant sind (der Bau der S21/die Bahn sind nur noch zweitrangig zu betrachten). DIe Verkehrsplaner des Bezirkes, die BVG-Vertreter, die Umweltbeauftragten etc. gehören an den Tisch/in die Öffentlichkeit.

    1. Danke für die Zusammenfassung, wir haben die Veranstaltung ähnlich wahrgenommen. Als kleiner Lichtblick erwies sich noch eine Bemerkung von Herrn Wustrow (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung), die eher am Rande fiel: Sollte der Verkehr im Kiez deutlich zunehmen, könnte man ohne großen Aufwand das Einbahnstraßensystem ausweiten – z.B. auf den südlichen Teil der Samoastraße – um somit dem Durchgangsverkehr entgegenzuwirken.

      Die Betonung liegt dabei auf „ohne großen Aufwand“: Das ist erstmal gut, denn wenn’s wenig kostet, bekommt man solche Maßnahmen eher genehmigt als wenn größere Bauarbeiten nötig werden.

      Einschränkend muss man aber dazusagen, dass nach der Eröffnung des „neuen“ Nordufers nicht automatisch neue Verkehrszählungen durchgeführt werden. Diese lassen sich wohl aber relativ einfach in die Wege leiten, wenn es soweit ist (hierzu zeigte sich Herr Sack von der Bezirksverordnetenversammlung gesprächsbereit).

      1. Da sollte man schon mal genauer aufpassen, denn eine Verkehrszählung würde, wenn das neue Nordufer Ende 2014 eröffnet wird, wahrscheinlich erst irgendwann in 2015 relevant und ob da ein Herr Sack noch zuständig ist, ist die andere Frage. Fakt ist, dass der Senat bei dieser, wie erwartet etwas unstrukturierten Veranstaltung, prima davongekommen ist, denn an die Bewohner mussten keine Zugeständnisse oder Versprechungen gemacht werden. Spätestens, wenn sich der Verkehr vor dem Pekingplatz und der Samoastraße staut, werden die ersten wieder aufschreien, denn natürlich wird keiner den Schlenker durch die Lynarstraße machen (Gott sein Dank), wenn er geradeaus schneller vorankommt. Die Chance, den Senatsvertreter auf Maßnahmen, das Krause-Ufer noch verstärkt für den Durchgangsverkehr zu markieren (auch das wäre nicht nur eine billige, sondern auch die beste Lösung), ist vertan worden. Konstruktive Arbeit war bei der Veranstaltung vom 23. sowieso nicht möglich, da sich der Kenntnisstand der Anwesenden als zu unterschiedlich erwies und wenn dann noch viel Zeit mit Beiträgen vergeudet wird, wo es „ums Prinzip“ und Streckenführungen aus der Zeit vor der Wende, wenn nicht länger, geht, dann kann man sich natürlich auch ganz schnell vom berühmten Acker machen. Die Anwohner sollten sich vielleicht ab dem nächsten Jahr zu einer festen Institution machen, um die ganz Sache, zum Beispiel bei regelmäßig stattfindenden Informationstreffen, nicht aus den Augen zu verlieren. Ich bin gerne bereit, dabei mitzuarbeiten, wenn sich so etwas formiert. Das müsste uns der Kiez eigentlich wert sein.

      2. „natürlich wird keiner den Schlenker durch die Lynarstraße machen (Gott sein Dank), wenn er geradeaus schneller vorankommt“

        Ein Blick auf den Bauplan zeigt, dass es ein Geradeaus nicht geben wird: Die Ecke Nordufer-Lynarstraße wird zwar für den Bus verbreitert, bleibt aber in ihrer grundsätzlichen Form erhalten und steuert den Verkehr somit eher in Richtung Lynarstraße:

        http://oi49.tinypic.com/35kr4g9.jpg

        Die Samoastraße ist mit ihren Fahrbahnschwellen, schlechten Straßenverhältnissen und der engen Ecke zum Nordufer auch nicht gerade attraktiv. Dank Spielplatz stehen die Chancen zudem gut, dort eine Verkehrsberuhigung bzw. Einbahnstraße zurchzuboxen, wenn es irgendwann soweit ist.

        Für Durchreisende richtung A100 sind beide Routen (Lynar- und Samoastraße) im Vergleich zur bisherigen Strecke ein nerviger Umweg, den man sich übers Krause-Ufer sparen kann. Schön für den Kiez.

  8. Wir wohnen direkt am Pekinger Platz und haben gerade erst heute vom Umfang der geplanten Baumaßnahmen erfahren. Bei dem, was wir hier so lesen, sind wir gleichermaßen beunruhigt (drohende Öffnung Nordufer) wie auch ermutigt (weil es ja offenbar schon eine ganze Reihe von Anwohnern gibt, die sich kritisch und engagiert mit dem Thema auseinandersetzen). Mal schauen, was die morgige Infoveranstaltung bringt!

  9. Ja, klar, das wird alles gruselig, aber als „Ersatz“ hat man uns ja den Sprengelpark geschenkt (das funktionierte aber nur, weil man keine Straße durchbauen konnte. Ich weiß, dass ist jetzt ein wenig unsachlich). Fakt ist, dass das ja alles im Planfeststellungsbeschluss stand und deswegen ja auch keine Überraschung ist. Natürlich überkommt einem Wut, wenn man weiß, dass die Trasse so blödsinnig und unnötig ist wie nur was. Umso wichtiger ist es, und ich kann das immer nur wiederholen, sich Gedanken zu machen, wie das Verkehrs-
    aufkommen hier zu regeln ist. Da gibt es noch nichts Definitives, das wird alles wieder einfach gemacht, wenn es zu spät ist. Dann wird auch das Geschrei groß. Wie wäre es denn mal mit einer BI Verkehrsplanung im Kiez, liebe Mitbürger? Dann gibt’s vielleicht auch mal Informationen, die nicht heimlich im Rathaus um 10 Uhr morgens der Presse mitgeteilt werden.

  10. Eine aktuelle Besichtigung ergab jedenfalls, dass gegenwärtig alles wohl zunächst platt gemacht wird (auch der kleine Platz am Ufer mit den Platanen –
    Ich glaube, es wird furchtbar … 🙁

  11. Eine Frage zur (hofffentlich nicht erfolgenden) Wiedereröffnung des Nordufers am Pekinger Platz für den Straßenverkehr: Worauf bezieht sich dieser Passus im Planfeststellungsbeschluss (S. 20)? Von welchem Bebauungsplan III-212 ist da die Rede?
    „Der Abschnitt der Straße „Nordufer“ zwischen den Einmündungen Samoastraße
    und Torfstraße (Teilfläche des Flurstücks 429 der Flur 27 von Wedding; Band 1, Anlage 4.4 der Planunterlage) wird bis zur Umsetzung des Bebauungsplanes III-212 des Bezirksamtes Mitte vom 07.09.2004 (GVBl. S. 440) gemäß § 4 Abs. 1 Satz 3 BerlStrG für den motorisierten Verkehr eingezogen. Diese Regelung tritt zeitgleich mit der Verkehrsübergabe der neu zu bauenden Verlängerung des Nordufers zur Fennstraße gemäß Absatz 1 in Kraft. Die Vorhabenträgerin hat sicherzustellen, dass durch in Abstimmung mit dem Bezirksamt Mitte zu treffende bauliche Vorkehrungen (z.B. durch
    Setzen von Pollern) die Nutzung des teileingezogenen Abschnitts der Straße durch den motorisierten Verkehr ab diesem Zeitpunkt ausgeschlossen wird.“

  12. Es stellen sich folgende Fragen:

    1. Muss das verlängerte Ufer Parkspuren haben? Durch den S-Bahn-Bau fallen kaum Parkplätze weg. Eine zweispurige Straße ohne Parkspuren müsste reichen.

    2. Wird die Umgebung des verlängerten Nordufers am Mettmannplatz offen gestaltet? (wie weiter oben auf dem Bild der DB Projektbau GmbH) Oder mit einer dichteren Bepflanzung mit Bäumen um den Park zu erhalten? Muss die DB die gefällten Bäume nicht ersetzen?

    Meiner Meinung nach ist es wünschenswert eine dichtere Bepflanzung anzustreben. Auch ist wünschenswert das kleine malerische Ufer, an dessen Steg man sitzen konnte wiederherzustellen.

    3. Wird das verlängerte Nordufer mit Kopfsteinpflaster gebaut?
    Meiner Meinung nach wäre das besser, da für Autos unattraktiver.

    4. Wird das Nordufer an der Kreuzung Nordufer/Lynarstraße begradigt? Die aktuelle Straßenführung zwingt zum langsamen Fahren und sollte so bleiben. Möglicherweise wird aber der Bus Probleme haben. Da sollte eine Lösung her, die wenig Verkehr begünstigt

    5. Wird das Nordufer nur für Busse und Anwohner freigegeben?

    6. Wie würden sich Zusagen der DB rechtlich festhalten lassen?

  13. Kurz zum Jürgen: Wer sollte klagen? Fakt ist, dass durch das geschlossene Nordufer der Verkehr durch die Lynarstraße abfließen müsste. Das alleine wäre schon durch die Kopfsteinbepflasterung und Enge der Straße eine neue Zumutung zum Lärm der bereits vorhandenen drei Bahntrassen. Aber der durchfahrende Autolenker ist ja pfiffig und stellt bald fest, dass die Lynarstraße ein Umweg für ihn ist, wenn er duch den Kiez brettern will, also wird er das schöne neue Nordufer nutzen und dann am Pekinger Platz in die Samoastraße einfahren, wo es ganz ähnliche Probleme gibt – Kopfsteinpflaster und Enge. Ganz abgesehen vom Spielplatz. Und irgendwann kommt dann ein Planer und findet, dass es so nicht geht und der Weg des geringsten Widerstandes das Nordufer ist. Und verkauft das dann als unabwendbar, weil es der geradeste Weg ist und außerdem den Kiez „entlastet“. Wie gesagt, wer klagt? Man sollte sich hier dafür einsetzen, dass die vorhandenen Straßen für die Anwohner, BVG und Versorgungsfahrzeuge sind. Durchgangsverkehr aufs Krause-Ufer, wenn da mal irgendwann die drei Baken auf der Straße verschwinden. Das ist m.E. die einzige, für alle vertretbare Lösung. Darauf sollte man sich konzentrieren, alles andere ist im Prinzip nur schwer vermittlebar und macht die Verkehssituation im Kiez nur noch schwieriger.

  14. @Jürgen:
    DAS liest man ja gerne – bleibt nur zu hoffen, dass nicht durch die Hintertür (z.B. „heutige Situation war damals nicht abschätzbar“ etc.) neue, veränderte und für das Gebiet nicht zuträgliche Beschlüsse gefasst werden!

  15. Eine Wiederöffnung des Nordufers für den Autoverkehr am Pekinger Platz ist durch Planfeststellungsbeschluss zur S21 rechtlich unzulässig. Aus Seite 131 des Beschlusses vom 17.02.2005 heißt es: „Dieser Planfeststellungsbeschluss setzt fest, dass zeitgleich zur Verkehrsübergabe der verlegten Tegeler Straße (Öffnung des Nordufers zur Fennstraße) das Nordufer im Bereich Pekinger Platz für den motorisierten Verkehr teileingezogen wird und durch bauliche Maßnahmen gegen eine Befahrung durch Kfz gesichert werden muss (vgl. Abschnitt A Ziffer 4 b sowie Entscheidung zu Abschnitt B Ziffer 6.2.3). Damit ist sichergestellt, dass die von der Einwenderin befürchteten Auswirkungen des Vorhabens auf ihre Wohnanlage am Nordufer vermieden werden.„.

  16. Den Nutzen einer Anbindung des Hauptbahnhofs nach Norden und an den Ring halte ich keinesfalls für fragwürdig.

  17. Das ist das, was ich unter „geheim“ meine. Selbst wenn man rechtzeitig Bescheid bekommen hätte, könnte wohl kein Arbeitnehmer oder sonstiger Berufsausübender so einen Termin wahrnehmen. Aber hinterher sagen, man hätte ja informiert. Noch ein Grund mehr, sich zu … aber was denke ich da schon wieder? Naja, sowas wie sich mal kurzschließen mit einer größeren Vorlaufzeit als 36 Stunden. Kann man wirklich nur auf die Veranstaltung in der Osterkirche hinweisen, am 23.2. um 13 Uhr. Vielleicht hat Herr Spallek da mal für den Bürger ein paar Minuten.

  18. Anwohner können dem Stadtrat Spallek bei seinem nächsten Pressegespräch am Freitag 15.2. 10.00 Uhr in Raum 119 im Altbau des Rathauses Wedding Fragen dazu stellen.

    1. Toller Termin – danke für den Hinweis, aber da ich kein Pressevertreter bin, habe ich Freitags um 10:00 andere Dinge zu tun, als mit dem Stadtrat Spallek ein Gespräch zu führen.
      🙁
      Dieser Termin ist doch ansonsten wohl nur für Rentner oder Arbeitslose wahrzunehmen!

  19. Was ich bis jetzt vermisse, um den unsäglichen Durchgangsverkehr und die damit verbundenen Rasereien in den Bereichen Sprengel-, Tegeler Str. zu bremsen, sind umfangreiche Aufpflasterungen, bzw. Straßenrückbau (= Verengungen).
    Schaut man dagegen die getroffenen Maßnahmen im gesamten Stephankiez an, ist bei uns noch viel Nachholbedarf zur Verkehrsberuhigung. Kleine Erfolge sieht man ja bereits in den Bereichen Nordufer/Samoastr. bzw. Nordufer/Torfstr.
    Ein Minikreisel vor dem Schupke (heute Rosenberg) würde evt. auch helfen.

  20. Vielen Dank für den ausführlichen Kommentar! Das Friedrich-Krause-Ufer wäre wirklich eine Alternative, bei der niemand Bauchschmerzen haben müsste. Ob es zu einer BI kommt, müssen letztendlich die Anwohner entscheiden – lohnt es sich noch, sich zu engagieren oder sind die Entscheidung schon irreversibel?

    1. Ja, ob es sich noch lohnt, sich zu engagieren kommt auf die Bewohner an. Das ist genau der Knackpunkt, den ich meine. Resignation ist immer ein schlechter Berater. Ob die Entscheidungen irreversibel sind, weiß ja noch keiner, weil keiner die Verkehrskonzepte kennt. Denn der Feststellungsbeschluss bezog sich ja nur auf den Bau. Alles andere liegt im Schleier der Stadtplaner und von da kommt freiwillig keine Meldung, denn das könnte ja zu einer BI und Öffentlichkeit führen. Gerade im
      Wahljahr doch sehr unwillkommen. Aber schon richtig, hier wäre nochmal der Bürger gefordert, denn eine Entlastung des gesamten Kiezes oder eine verträgliche Neuordnung steht ja nicht erst seit gestern im Raum. Damals wurde ja nur um eine Schließung des Nordufers gekämpft und als die kam, löste sich ja alles wieder auf. Wahrscheinlich wird hier erst wieder aufgeschrien, wenn Ende 2014 das Nordufer ganz schnell aufgemacht wird. Dabei hätten wir jetzt wahrscheinlich noch etwas mehr Zeit zur Beteiligung. Wenn der Bürger …

  21. Am 5.2. fand im Sprengelhaus eine Infoveranstaltung der DB statt. Mit der Bahn muss man nicht mehr reden, die geht die Konsequenzen nichts an. Der Punkt ist der: Für die Verkehrsplanung ist wirklich noch kein schlüssiges Konzept da. Scheint jedenfalls so und hier sehe ich die einzige Chance, überhaupt noch Eifluss nehmen zu können. Man kann es drehen, wie man will, geht der ganze Verkehr über die Lynarstraße, kann man dieses Stückchen, zumal Kopfsteinpflaster, vergessen. Auch die Einbindung der Samoastraße hätte denselben Effekt. Für die Planer ist natürlich die einfachste Lösung die Öffnung des Nordufers (dazu wird es wahrscheinlich kommen). Die aber verträglichste und beste Lösung (außer für die Autofahrer und die wurden bislang hier immer vorgeschoben – ich sage nur: bis zu 1,5 km Umweg, wie gruselig) wäre, endlich das Friedrich-Krause-Ufer als festen Bestandteil der Planung zu machen. Die Straße ist fast unbewohnt, teilweise neu asphaltiert, gut asugebaut. Das „neue“ Nordufer nur als Einfahrt für BVG und Einsatzfahrzeuge, meinetwegen noch als Anliegerstraße, gerne auch mit Plakette oder sonstwas. Aber das Krause-Ufer wird nicht genutzt, z.B. stehen an der Föhrer Brücke drei Baken schon wochenlang auf der Straße und nichts wird getan, außer, dass das Ufer seitdem Einbahnstraße ist und sich dieser Verkehr auch noch durch den Kiez quält. In die Richutng muss man bei der Erhaltung des Kiezes denken. Ja, und wo ist denn nun die Bürgerinitiative? Alle beklagen sich und niemand tut? Dabei wäre die Mobilisierung der Anwohner dringend notwendig, denn so, wie die Verkehrsplaner das vorhaben, soll wohl alles ganz geheim bleiben. Bis heute ist eine Versammlung am 23.2. unter Mitwirkung der Bahn und des Senats nur gerüchteweise publik gemacht worden (eben bei der nicht überwältigend gut besuchten Versammlung am 5.2.), Also, informieren, irgendwie vernetzen, dann gemeinsam Lösungen suchen. Natürlich am besten mit Hilfe der zuständigen Verantwortlichen, denn der Planfeststellungsbeschluss von 2005 gilt ja nur für den Bau der S 21. Die Straßenführung ist da noch nicht verbindlich geregelt. Mein Vorschlag: Sollte Interesse an einer BI bestehen, mal im QM vorsprechen, ob man da einen Anlaufpunkt einrichten kann. Vielleicht könnte man mit einem bisschen guten Willen von allen Seiten eine Konzeptidee entwickeln, die den Kiez nicht zu einem neuen Verkehrsknotenpunkt macht.

  22. Hilfe!!
    Was passiert mit dem Nordufer, wenn die neue Strasse gebaut wird!
    Die Sperrung wird aufgehoben und der Pekinger Platz wieder zur Durchgangstrasse?!
    Das darf doch nicht wahr sein!! Autoverkehr direkt von der Heidestr. über das Nordufer zur Autobahn??
    Morgens und abends noch längere Autoschlangen aus OHV usw.???
    Wo ist die Bürgerinitiative???

    1. Die Frage ob der Pekinger Platz wieder aufgebrochen wird, scheint nicht geklärt zu sein – zumindest kann man in den Skizzen die bisher einsehbar sind, nichts Genaues erkennen. Sollte es so kommen, wird das Nordufer massiven Durchgangsverkehr nach Mitte zu bewältigen haben – was das Thema mit den Mietpreissteigerungen wieder etwas in die Gegenrichtung formen könnte. Dank der 2 Krankenhäuser auf der Strecke rechne ich dem Nordufer ab Pekinger Platz aber doch noch recht gute Chancen auf weiterhin ruhiges Wohnen aus… aber wie gesagt, mal sehen was Baustufe 2 et al. noch so bringen.

  23. DIe Neugestaltung des Nordufers heißt dann aber auch wohl: Aufhebung des Strassensperre am Pekinger Platz, oder??
    Zusätzlich hoher Durchgangsverkehr nach Norden (Richtung Amrumer Str./Autobahn)!!
    Das alles ist für das jetzt tolle Nordufer tödlich!!

    1. Allein schon durch den Bau der Europacity zwischen Nordufer und Hauptbahnhof wird die ganze Gegend ihr Gesicht verändern und plötzlich eine zentrale und begehrte Lage aufweisen: http://www.berliner-zeitung.de/berlin/europacity-ein-juwel-in-der-oednis,10809148,20681766.html An mehr Verkehr wird man sich dann im Sprengelkiez wohl oder übel gewöhnen müssen – wenn man sich dann die Mieten überhaupt noch leisten kann!

      1. Aha – man soll also alles auf sich zukommen lassen und sich nur auf die zu erwartenden Mietsteigerungen einlassen – egal, ob das Umfeld drumherum kaputt geht??
        In sämtlichen sog. „begehrten Kiezlagen“ (z.B. Prenzlauer Berg rd. um dem Kollwitzplatz, Helmholtzplatz, Boxi in Friedr.hain etc.) sind in letzter Zeit erhebliche Anstrengungen unternommen worden, die Verkehrsbelastung AUS dem Gebiet zu nehmen. Und im Sprengelkiez soll man erst einmal gegen die Wand fahren, bevor wieder alles geändert wird??
        Nein, wehret den Anfängen!

        1. Dazu scheint es im Jahr 2005 schon einmal eine Bürgerinitiative gegeben zu haben. Vielleicht gibt es die ja noch?
          http://bi-s21.tripod.com/

      2. Das wird sich wohl leider nicht mehr ändern lassen. Da hätte man schon früher aufstehen müssen. Ich bin auch nicht gerade begeistert davon das der Weg zum Sprengelkiez und S-Bahnhof Wedding abgeschnitten wird. Wenn dann auch noch der Bahnhof Perleberger Brücke nicht kommt, ist das eher eine Verschlimmbesserung. Ich wohne übrigens direkt gegenüber vom Mettmannplatz.

  24. Soll die S 21 nicht später bis zum Potsdamer Platz verlängert werden?

    1. Ja, und sogar bis Südkreuz. Aber es gibt große Probleme, den Tunnel weiterzubauen – er muss unter der Spree hindurch und direkt vor der US-Botschaft angebunden werden. Das wird teuer. Ob wir das noch erleben werden?

      1. Ich glaube, nur unter der Bedingung, dass die Strecke bis mindestens Potsdamer Platz weitergebaut wird, hat sich der Bund überhaupt an der Finanzierung beteiligt. Insofern stehen die Chancen wahrscheinlich gar nicht so schlecht…

Wichtige Ergänzung? Konstruktiver Kommentar? Gerne: