Kampf gegen den Sperrmüll geht – punktuell – weiter

Wedding, der Sperrmüll gehört zu deinem Straßenbild. Das hat verschiedene Gründe. Zum Einen können viele Menschen ausrangierte Möbel und Hausrat nicht selbst zum Recyclinghof bringen, da sie kein Auto haben. Auf der anderen Seite gibt es aber auch viele, die ganze Wohnungseinrichtungen einfach auf die Straße stellen und davon ausgehen, dass sich jemand anderes schon darum kümmert. Das Bezirksamt kämpft dagegen an. Eine Erfolgsaktion aus dem letzten Jahr wird nun wiederholt. Leider greift diese zu kurz.

Zwei Pfade über den Müllberg

Dassel (Bezirksbürgermeister) und Reich (vom Müll Museum)
Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel und Lena Reich vom Müll Museum Soldiner Kiez. Foto Andrei Schnell

11.03.2020 Müll als Abfall auf Gehwegen und Sperrmüll am Straßenrand ist ein praktisches Problem. Gleichzeitig zeigt sich im Müll wie bei allem, was Menschen tun und lassen, ein Problem auf der Bedeutungsebene. Deshalb nähert sich Lena Reich vom Müll Museum Soldiner Kiez der Diskussion um Müll mit künstlerischen Mitteln. Sie sagt doppeldeutig, sie „wolle dem Müll ein Zuhause geben“. Dagegen blickt Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel nicht von der Metaebene herab, sondern kümmert sich konkret. So überlegt er schon mal, ob er den Müll abholen lässt oder bewusst liegen lässt. Die beiden haben sich vor dem ersten Geburtstag des Müll Museums (Feier ist am 13. März) getroffen, um über ihre Sichten und ihre Sorgen mit dem Müll miteinander zu sprechen. Hier Ausschnitte des Gesprächs:

Das Wichtigste der Woche im Wedding

Hund
Foto: Weddingweiser

Bevor der Eindruck entsteht, wir hätten etwas gegen Hunde in der Stadt. Nein, haben wir nicht. Nur gegen rücksichtslose Hundehalter. Zwar reichen die beiden Hundeauslaufgebiete im Wedding hinten und vorne nicht aus (und sie liegen auch nicht gerade leicht erreichbar), doch gilt seit 1. Januar 2019 eine grundsätzlich Leinenpflicht. Und das Ordnungsamt tat in dieser Woche mal das, was es tun soll: Die Hundehalter kontrollieren und Bußgelder bei Verstößen einsammeln. Diesmal ohne Toleranz. Angefangen hat die Aktionswoche im Volkspark Rehberge.

Dem Sperrmüll an den Kragen: Aktionen im Wedding

Sperrmüll - einfach auf die Straße gestellt. Foto: Hensel
Sperrmüll – einfach auf die Straße gestellt. Foto: Hensel

Wenn es ein Thema gibt, das generationenübergreifend für Aufregung im Wedding sorgt, dann ist es der Sperrmüll auf den Straßen. Verschwindet eine Müll-Ecke, taucht bald wieder die nächste auf: Sofagarnituren, Röhrenfernseher, sogar ganze Schrankwände werden einfach auf die Straße gestellt. Ein möglicher Lösungsweg, den die Berliner Stadtreinigung (BSR) bis jetzt noch nicht geht, ist eine kostenlose Sperrmüllabholung zu festen Terminen im Jahr. Dies wünschen sich immer mehr Weddinger, wie die Diskussionsverläufe in unserer Facebookgruppe „Weddingweiser Pinnwand“ zeigen. Der Bezirk Mitte scheint dort mitzulesen und hat nun die Initiative ergriffen: Die BSR wurde beauftragt, an bestimmten Aktionstagen in verschiedenen Kiezen tätig zu werden. Hier listen wir einmal alle Termine für den Wedding auf.

Wedding, du alte Drecksau!

Vermüllter Müllplatz. Foto: Annette Santo
Vermüllter Müllplatz. Foto: Anette Santo

Meinung. Wedding, Gesundbrunnen und Moabit sind die dreckigsten Ecken in Berlin. Nirgendwo liegt mehr Sperrmüll, fliegen alte Mülltüten durch die Straße, liegt an vielen Ecken Zeug herum. Als die Senatsinnenverwaltung vor einem Monat die dazugehörigen Zahlen veröffentlichte, war das hier im Wedding sicher keine Überraschung. Trotzdem mussten wir uns zunächst ein wenig sammeln. Der Wedding ist schmutzig, so ist es und was soll man dazu auch noch sagen, außer: Macht mal sauber!