Nach wem sind diese Straßen benannt? (Teil 3)

Im Afri­ka­ni­schen, im Eng­li­schen oder im Brüs­se­ler Vier­tel, aber auch im Brun­nen­vier­tel oder im Sol­di­ner Kiez sind vie­le Stra­ßen nach Län­dern, Orten oder mit Bezug auf Kriegs­schau­plät­ze benannt. Da kann man eine klei­ne Welt­rei­se machen.

So man­cher Stra­ßen­na­me im Wed­ding und Gesund­brun­nen klingt merk­wür­dig. Nicht weni­ge sind nach Per­so­nen benannt – mit teil­wei­se sehr frag­wür­di­gen Bio­gra­phien. Wer dahin­ter steckt, dürf­te aller­dings kaum jemand wis­sen. Wir erklä­ren euch kurz, mit wem wir es zu tun haben.

Magendoktor

Meine 11 Stunden im Magendoktor

Der Magen­dok­tor am Net­tel­beck­platz ist so etwas wie die Schnee­ku­gel unse­rer Gesell­schaft. Es wirkt, als hät­te man sich wahl­los Men­schen aus allen Berei­chen des Lebens geschnappt, dort hin plat­ziert und geschüt­telt. Am Ende, wenn sich die Nacht in den Mor­gen ver­ab­schie­det und alle Bewe­gun­gen lang­sa­mer wer­den, löst sich die­ser Quer­schnitt der Gesell­schaft lang­sam, aber nie voll­stän­dig, in alle Him­mels­rich­tun­gen wie­der auf.
Jeden Tag – 24 Stun­den nonstop.

Wedding kurz & knapp

22.08.2020 Das Leben ist nach dem Coro­na-Lock­down wie­der zurück­ge­kehrt. Auch im Wed­ding ist das jetzt deut­lich zu spü­ren. Die Kul­tur­ein­rich­tun­gen wagen sich vor­sich­tig an ers­te Ver­an­stal­tun­gen und die Orte der Gemein­schaft öff­nen wie­der ihre Türen. Die Mel­dun­gen heu­te sind nur eine klei­ne Aus­wahl des­sen, was im Wed­ding der­zeit geschieht in Poli­tik, Wirt­schaft, Kul­tur, Sozia­lem und Frei­zeit. In unse­rem Nach­rich­ten­for­mat „Wed­ding kurz & knapp“ schau­en wir die­ses Mal auf genau 20 der aktu­el­len Ereig­nis­se in unse­ren Kiezen.

Mirage: Auf dem Sonnendeck des Wedding

Mirage-Betonsäule und Betreiber Jochen Küpper

Die Post­an­schrift des Café Mira­ge lau­tet zwar Rei­ni­cken­dor­fer Stra­ße, gefühlt han­delt es sich aber natür­lich um die ers­te Adres­se am Net­tel­beck­platz. Die Coro­na-Zeit haben die Betrei­ber genutzt, um sich über eine Öff­nung des ensem­ble­ge­schütz­ten Eck­hau­ses zum ver­kehrs­be­ru­hig­ten Platz Gedan­ken zu machen. Wir stel­len euch ihre Ideen für ein neu­es Son­nen­deck und einen zwei­wö­chent­lich statt­fin­den­den Markt vor.

Flohmarkt am Pankeufer auf den Nettelbeckplatz?

Es gibt Floh­märk­te, die sind ech­te Insti­tu­tio­nen und die ste­hen in jedem Rei­se­füh­rer. So wie der Floh­markt im Mau­er­park direkt an der Gren­ze zum Wed­ding, der Scha­ren von Tou­ris­ten aus der gan­zen Welt anlockt. Und dann gibt es immer wie­der die­se Geheim­tipps, die plötz­lich da sind und die mit ihrem beson­de­ren Charme rasch Floh­markt­fans von Temp­fel­hof bis Pan­kow anzie­hen. Zu die­ser Kate­go­rie gehört der Floh­markt am Pan­keufer. Begon­nen hat die­se Wed­din­ger Floh­markt­ge­schich­te vor drei Jah­ren am Ufer der Pan­ke und in den Gerichts­hö­fen. Nur acht Tische stan­den damals idyl­lisch zwi­schen alten Back­stein­bau­ten und Pan­ke­grün­zug. Jetzt steht der drit­te Umzug an.

Mirage: Die Erscheinung am Nettelbeckplatz

Tisch im Mirage. Foto: Promo
Tisch im Mira­ge. Foto: Promo

Ein hel­ler, unge­wöhn­lich geschnit­te­ner Raum mit Blick auf den ver­kehrs­be­ru­hig­ten Net­tel­beck­platz, dazu eine ambi­tio­nier­te fran­zö­sisch inspi­rier­te Küche – wer da glaubt, eine Erschei­nung vor sich zu haben, liegt gar nicht so falsch. Das Mira­ge, fran­zö­sisch für Fata Mor­ga­na, wagt das Über­fäl­li­ge an die­sem unter­schätz­ten Ort.

Unverblümtes Weihnachtsspecial auf dem Nettelbeckplatz

Zum ers­ten Mal wird es in die­sem Jahr auch im Dezem­ber eine Unver­blümt Kul­tur­ex­pe­di­ti­on geben – und das wird eine ganz beson­de­re sein! Die Macher der belieb­ten Wed­din­ger Kul­tur- und Kon­zert­rei­he haben gemein­sam mit dem Gewer­be­trei­ben­den-Pro­jekt des Quar­tiers­ma­nage­ments Pankstra­ße einen Mini-Weih­nachts­markt auf dem Net­tel­beck­platz orga­ni­siert und gleich noch eine klei­ne Unver­blümt-Tour oben drauf­ge­setzt. Am 13. Dezem­ber um 15 Uhr geht es schon los! Auf dem Pro­gramm ste­hen Eis­stock­schie­ßen, Musik und Tanz, Stock­brot, Gum­mi­bär­chenora­kel, Lesun­gen für Kin­der und Erwach­se­ne, Feu­er­show und Pup­pen­mu­sik­thea­ter. An den Stän­den erwar­ten die Besu­cher unter ande­rem hand­ge­mach­tes Design und kuli­na­ri­sche Köst­lich­kei­ten aus dem Kiez.

Unverblümt Kulturexpedition #21: Tanzt vor dem Vulkan

Foto: Gerald von Foris

Nach der Kul­tur­ex­pe­di­ti­on ist vor der Kul­tur­ex­pe­di­ti­on und so zieht die unver­blüm­te Kara­wa­ne am 24. Mai wie­der los. Start ist um 18 Uhr im Sani­täts­haus TOC Strei­cher  in der Rei­ni­cken­dor­fer Stra­ße 13. Zwi­schen Stütz­strümp­fen und Rol­la­to­ren wird Han­nes Köh­ler aus sei­nem Roman „Ein mög­li­ches Leben“  lesen. Er wird von Mar­tin erzäh­len, der mit sei­nem Groß­va­ter Franz eine letz­te gro­ße Rei­se nach Ame­ri­ka unter­nimmt und so die Ver­gan­gen­heit des alten Man­nes leben­dig wer­den lässt. Umer­zie­hungs­pro­gram­me spie­len hier eben­so eine Rol­le wie die Prä­senz des Natio­nal­so­zia­lis­mus und mas­si­ve Gewalt in US-Camps wäh­rend des Zwei­ten Welt­krie­ges. Ver­an­kert ist sein Roman aber in der Gegen­wart: Er befasst sich damit, wie tief Erfah­run­gen von damals bis heu­te in Fami­li­en wirken.