Unverblümtes Weihnachtsspecial auf dem Nettelbeckplatz

Zum ersten Mal wird es in diesem Jahr auch im Dezember eine Unverblümt Kulturexpedition geben – und das wird eine ganz besondere sein! Die Macher der beliebten Weddinger Kultur- und Konzertreihe haben gemeinsam mit dem Gewerbetreibenden-Projekt des Quartiersmanagements Pankstraße einen Mini-Weihnachtsmarkt auf dem Nettelbeckplatz organisiert und gleich noch eine kleine Unverblümt-Tour oben draufgesetzt. Am 13. Dezember um 15 Uhr geht es schon los! Auf dem Programm stehen Eisstockschießen, Musik und Tanz, Stockbrot, Gummibärchenorakel, Lesungen für Kinder und Erwachsene, Feuershow und Puppenmusiktheater. An den Ständen erwarten die Besucher unter anderem handgemachtes Design und kulinarische Köstlichkeiten aus dem Kiez.

Unverblümt Kulturexpedition #21: Tanzt vor dem Vulkan

Foto: Gerald von Foris

Nach der Kulturexpedition ist vor der Kulturexpedition und so zieht die unverblümte Karawane am 24. Mai wieder los. Start ist um 18 Uhr im Sanitätshaus TOC Streicher  in der Reinickendorfer Straße 13. Zwischen Stützstrümpfen und Rollatoren wird Hannes Köhler aus seinem Roman „Ein mögliches Leben“  lesen. Er wird von Martin erzählen, der mit seinem Großvater Franz eine letzte große Reise nach Amerika unternimmt und so die Vergangenheit des alten Mannes lebendig werden lässt. Umerziehungsprogramme spielen hier ebenso eine Rolle wie die Präsenz des Nationalsozialismus und massive Gewalt in US-Camps während des Zweiten Weltkrieges. Verankert ist sein Roman aber in der Gegenwart: Er befasst sich damit, wie tief Erfahrungen von damals bis heute in Familien wirken.

Wedding forscht! Wissenschaft vor der Haustür

Der humanoide Roboter Myon. Foto: Beuth Hochschule
Der humanoide Roboter Myon. Foto: Beuth Hochschule

Hatten wir euch einem vorherigen Artikel der Serie unter der Überschrift Wohin im Wedding? 10 Tipps für Studenten noch lokale Brauereien und Tränken für den durstigen Gaumen empfohlen, verraten wir euch heute, wo im Wedding aus Bier eine Wissenschaft gemacht wird – und umgekehrt natürlich. Wir schauen dorthin, wo Menschen im Wedding Fragen stellen und nach Antworten suchen. Entdecken, forschen und entwickeln: Schnallt euch an, hier kommt die Wissenschaft!

Bunte Spuren im grauen Weddinger Winter

Foto: Annika KeilenMit grimmigem Gesicht schlage ich mich durch die Massen, die mit eiligen Schritten aus der S-Bahn huschen. Ihre Gesichter verstecken sich hinter Wollmützen und dicken Schals. Der Winter ist da. Nicht irgendein Winter, sondern der gefürchtete Berliner Winter –  grau und endlos. Von meinem Fenster am Nettelbeckplatz aus konnte ich genau verfolgen, wie die letzten Blätter ihre bunte Farbe verloren und in eine braune Biomasse übergingen. Übrig blieben Matsche, nackte Bäume und Hoffnung. Hoffnung auf die ein oder andere Oase, die es hilft auch bei eisigen Temperaturen den Weddinger Winter zu überleben. Am Nettelbeckplatz spreche ich eine Dame mittleren Alters an und frage sie nach farbenfrohen Orten im Wedding. „Ick kenn keenen bunten Ort hier. Hier is allet trüb. Aber viel Glück noch.“ Trotz dieser nicht so erfolgsverheißenden Antwort setzte ich meine Suche fort.

Reinickendorfer Straße: Viel Charakter

Eine glanzlose, nicht ganz geradlinige Straße wie die Reinickendorfer verdient – wie so viele Weddinger Straßen – einen zweiten Blick. Die einzige Bundesstraße des Wedding (B 96) durchzieht unseren Stadtteil von Nord nach Süd genau an der 2001 recht willkürlich gezogenen Grenze zwischen Wedding und Gesundbrunnen. Doch gerade diese vermeintlich nichtssagende Straße ohne Sehenswürdigkeiten ist typisch für die Weddinger Mischung und erzählt viel vom Charakter unseres dichtbesiedelten Stadtteils.

Mirage: Die Erscheinung am Nettelbeckplatz

Tisch im Mirage. Foto: Promo
Tisch im Mirage. Foto: Promo

Ein heller, ungewöhnlich geschnittener Raum mit Blick auf den verkehrsberuhigten Nettelbeckplatz, dazu eine ambitionierte französisch inspirierte Küche – wer da glaubt, eine Erscheinung vor sich zu haben, liegt gar nicht so falsch. Das Mirage, französisch für Fata Morgana, wagt das Überfällige an diesem unterschätzten Ort.