„Wedding? Ich bleibe hier!“ gewinnt

Foto: Andaras Hahn

Am 15. Dezember wurden im City Kino Wedding die zwölf beim Wettbewerb „90 Sekunden Wedding“ eingereichten Kurzfilme gezeigt. Im Anschluss daran konnten die etwa hundert Zuschauer für ihren Lieblingsfilm abstimmen. Gewonnen hat ein Film, der in nur einer einzigen Kameraeinstellung den verkehrsumtosten Leopoldplatz zeigt, aber dennoch sehr eindringlich die Situation einer stadtbekannten Obdachlosen zeigt. 


Sieger des 1. Foto-WEDD-bewerbs

S-Bahnhof Wedding (C) Andi Weiland
S-Bahnhof Wedding, Foto (c) Andi Weiland

Pokal Weddingweiser

Wir haben unser Siegerbild gekürt:

Herzlichen Glückwunsch Andi Weiland!

 

 

 

 

Uns gefällt an dem Foto, dass Andi es geschafft hat, die Stadt mit der Natur, der Sonne zu verbinden.
Oft wirkt moderne Architektur kalt und glatt. Doch mit den goldenen Sonnenstrahlen und der Abwesenheit von Fahrgästen strahlt der Bahnhof Wedding eine seltene Ruhe und Friedlichkeit aus.
Durch die Aufnahme im Gegenlicht hat der silhouettenhafte Bahnhofseingang etwas sehr Abstraktes und man muss zwei-, dreimal hinschauen, bevor man diesen vertrauten Ort wiedererkennt.
Auch dieser Aspekt trägt zum Reiz des Bildes bei.

Andi selbst schreibt dazu:
„…In dem Bild zeigen sich für mich auch die schönen Seiten vom Wedding, weil es auf der einen Seite eine „rustikale“ vom Arbeiterbezirk geprägte Architektur hat, aber auf der anderen Seite auch viel Natur, die auch zum entspannen einlädt.“

Rathaus und Hochhaus bekommen ein vorzeigbares Umfeld

Rathausvorplatz Wedding
heutiger Zustand

Ein Straßenschild vor dem Alten Rathaus, direkt vor der Galerie Wedding, mit der Aufschrift „Limburger Straße“ zeigt in Richtung eines tristen Platzes mit überwucherten Freiflächen, überkommenen Stadtmöbeln und einer Gruppe von hoch gewachsenen Pappeln. Eine Straße ist da nicht mehr zu erkennen. Zumal mitten in der Sichtachse ein gläserner Verbindungsgang zwischen den Verwaltungsgebäuden verläuft, die sogenannte „Beamtenlaufbahn“…

Das soll sich neuesten Umgestaltungsideen zufolge ändern. Am 18. Juni entschied nämlich ein Preisgericht unter dem Vorsitz der Landschaftsarchitektin Gabriele Pütz, welcher Entwurf der Planung zugrundegelegt werden soll. Der erste Preis mit 9.000 Euro Preisgeld ging an das Berliner Landschaftsplanungsbüro ANNABAU. Der klar gegliederte Entwurf sei „eine Arbeit, der es gelingt, eine angemessene Verbindung zwischen Leopoldplatz und Beuth-Hochschule anzubieten“, begründete die Jury ihre Entscheidung.

Zentraler Ort für den Wedding

Planung Rathaus-Umfeld
Quelle: ANNABAU

Wesentliches Ziel des von der Senatsverwaltung ausgelobten Wettbewerbs ist es, einen urbanen Platz als zentralen Identifikationsort und vielseitig nutzbare Freiflächen zu schaffen. Der Ort hat nämlich viel Potenzial: die den heutigen (namenlosen) Platz umgebenden Gebäude werden bald ihre Funktion und ihr Gesicht stark verändern – so wird Ende 2014 in den sanierten Hochhausturm von 1964 das Job-Center Mitte einziehen und die mit Raumnot kämpfende Schillerbibliothek erhält einen aufsehenerregenden Neubau an der Brandwand auf der Südseite.

Eine Verbindung zwischen Genter und Müllerstraße

Der Clou am Gewinnerentwurf ist die Verbindung zwischen der eher etwas steinlastigen Müllerstraßen-Seite und der wesentlich grüneren Rückseite des Hochhausturms: eine Art „Lesegarten“ vor der neuen im Bau befindlichen Bibliothek und direkt neben dem zukünftigen Job-Center-Hochhaus macht die bislang ziemlich unwirtliche und unzugängliche Fläche überhaupt erst zu einem öffentlichen Raum.

(Quelle: ANNABAU)
Quelle: ANNABAU

Die Bau- und Realisierungskosten werden mit 2,1 Mio € für ca. 14.700 m² Freiraum aus dem Bund-Länder-Städtebauförderprogramm ‚Aktive Stadtzentren‘, sowie aus Städtebaufördermitteln des Bezirkes finanziert. Geplant ist die weitestgehende Fertigstellung des Umfeldes 2014/2015.

Übrigens bleibt die Pappelgruppe vor der heutigen Bibliothek (im ehemaligen Sitzungssaal der BVV) erhalten – sie sollen nämlich an den Rummelplatzbetreiber und Artisten „Onkel Pelle“ erinnern, der an dieser Stelle Anfang des 20. Jahrhunderts einen Vergnügungspark betrieb.

Unter der Voraussetzung, dass die Mittel dafür zur Verfügung stehen, soll der die Blickachse verstellende Verbindungsgang zwischen Rathausaltbau und dem zukünftigen Job-Center abgerissen werden. An der dadurch wieder wahrnehmbaren „Limburger Straße“ entsteht statt dessen ein baumbestandener beleuchteter Fuß- und Radweg – in der Hoffnung, dass die Beuth-Hochschule und der ganze Brüsseler Kiez eine grüne Wegeverbindung zur Müllerstraße erhält und dieser Übergangsbereich ganz neu belebt wird.

Sieht gut aus für den Wedding

Sollte die neue Bibliothek genau so spektakulär aussehen wie auf den Visualisierungen, sollte durch die Sanierung des Rathausturmes und des BVV-Saals die Eleganz der Sechzigerjahre-Architektur wieder erkennbar sein und sollten die neu gestalteten Freiflächen Lust darauf machen, an diesem Ort länger zu verweilen als unbedingt nötig – es wäre ein Gewinn für den ganzen Wedding und ziemlich gut investiertes Geld.

Link zum Wettbewerbsergebnis

Der erste Spatenstich ist am 9. Mai 2015 erfolgt.

 

Ente gut – alles gut

Da hatte der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland, gut lachen: er durfte dem Gewinner des Entenrennens den Hauptpreis überreichen. Ulrich Wirth kann sich über zwei Übernachtungen im Holiday Inn in Dresden freuen. Was er dafür getan hat? Er hat auf’s richtige Pferd gesetzt – oder besser gesagt auf die richtige Ente.

Enten zu Wasser gelassen (Foto: Bürgerstiftung Wedding i.G.)
Enten zu Wasser gelassen (Foto: Bürgerstiftung Wedding i.G.)

Sonderbehandlung für Förderer (Foto: D.Hensel)
Sonderbehandlung für Förderer (Foto: D.Hensel)

Beim Entenrennen am 23. September hatten Jung und Alt viel Spaß. Bei strahlendem Sonnenschein zog es etwa 500 Besucherinnen und Besucher an die Panke zwischen der Pankstraßenbrücke und der Gerichtstraße. Nachdem die beiden Veranstalter, die Bürgerstiftung Wedding, vertreten durch Daniel Gollasch und Birgit Thomsmeyer und panke.info, vertreten durch Thorsten Haas, das Rennen eröffnet hatten, setzten sich zunächst die großen Gummienten der Sponsoren in Bewegung. Dann kamen die Förderenten dran, die außer Konkurrenz liefen. Und dann war es soweit: aus großen Tüchern wurden die übrigen 500 Enten in die Panke gelassen, wo sich sogleich ein gelber Teppich aus gelben Quietscheentchen bildete. Die 300 Meter lange Rennstrecke war von neugierigen Kindern und Erwachsenen gesäumt. Die meisten hofften, dass ihre Ente die schnellste sein würde. Die anderen Zaungäste hatten einfach Spaß an dem gelben Spektakel auf Weddings Stadtfluss, der an diesem Tag so sehr im Mittelpunkt stand wie nur selten zuvor. Aussichtsplätze gab es mit den drei Brücken an der Rennstrecke zwar genug, doch an den Brücken- und Ufergeländern war jeder Platz innerhalb kürzester Zeit von mitfiebernden Entenlosbesitzern belegt.

Zieleinlauf mit Schwimmhilfe

Viel zu sehen (Foto: D.Hensel)
Viel zu sehen (Foto: D.Hensel)

Enten am Ziel (Foto: D.Hensel)
Enten am Ziel (Foto: D.Hensel)

Zum Finale stellte ein Anwohner Boxen an seinen Balkon, und das Quietscheentchen-Lied von Ernie und Bert begleitete die Enten akustisch beim Zieleinlauf. Die letzten Meter bestanden aus Schwimmnudeln, die in V-Form aufeinander zuliefen und die Enten dadurch abbremsten. Am Ende konnten auf diese Weise alle Enten aus dem Wasser gefischt werden – wobei die ersten hundert Enten ihre Besitzer zu Gewinnern machten. Auf der Bühne des Wedding Kulturfestivals auf dem nahen Nettelbeckplatz überreichten dann Vertreter der Bürgerstiftung Wedding (in Gründung) und Ralf Wieland (SPD-Abgeordneter) die Hauptpreise. Beeindruckend war, wie viele Kiez-Akteure und Unternehmer aus dem Wedding das Entenrennen mit Preisen, Losverkäufen und Werbung unterstützt hatten. Dazu kamen 27 Freiwillige, die bei der Ausrichtung des Entenrennens geholfen – und sich zum Teil auch nasse Füsse geholt – haben!

Bei panke.info können die Losbesitzer nachsehen, ob sie etwas gewonnen haben

Neubau in Nachbarschaft des Weltkulturerbes Schillerpark

Die Siedlung Schillerpark in Weddings Englischem Viertel gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Wer dort in unmittelbarer Nachbarschaft baut, muss sich an hohen architektonischen Ansprüchen messen lassen. An der Barfusstraße, direkt gegenüber der Siedlung und in unmittelbarer Nachbarschaft der denkmalgeschützten St.Aloysius-Kirche aus den 1950er Jahren sollen nun Wohnungsbauten entstehen. Die Jury für einen nichtoffenen Planungswettbewerb tagte am 16. Mai unter dem Vorsitz des Berliner Architekten Andreas Becher. Mehr über den Wettbewerbsgewinner und Bilder unter baunetz.de