Neuer Glanz fürs Strandbad Plötzensee

Der Wedding hat im Laufe der Jahre viel von seiner Geschichte verloren. Für eine über 100 Jahre alte „blaue Perle“ scheint es nun aber einen Rettungsanker und eine Zukunft zu geben. Das Freibad am Westufer des natürlichen Gewässers mit seinem markanten Backsteingebäude ist seit diesem Jahr an ein neues Team verpachtet. Die Betreiber Michael Verhoeven und Katharina Zahn – Geschäftsführerin – wollen das Potenzial dieses Naturparadieses mitten in der Stadt heben, und etwas gegen die permanente Übernutzung des Sees an seinem Ostufer tun. Statt wild im Landschaftsschutzgebiet zu baden soll es wieder gute Gründe geben, ins frisch renovierte Strandbad zu gehen.

Rehberge und Plötzensee: Rudern inmitten Weddings grüner Lunge

Auf Sand gebaut

(C) Linn Asmuß
(C) Linn Asmuß

Das heutige Parkgelände ist Teil des früher ausgedehnten Waldgebietes Jungfernheide. Die sprichwörtliche märkische Streusandbüchse prägte das Landschaftsbild auf dem Gebiet des heutigen Volksparks Rehberge und des Goetheparks in besonderer Weise. Denn in der späten Eiszeit abgelagerter Flugsand hatte sich dort zu ganzen Sanddünen formiert. Darauf wuchsen zum Teil Kiefern und Eichen, doch spätestens nachdem diese nach dem ersten Weltkrieg von der frierenden Bevölkerung abgeholzt wurden, lag die Sandfläche komplett frei. Der Sand beeinträchtigte die benachbarten Wohngebiete erheblich – er war allenfalls als Scheuersand zu gebrauchen. „Der Volksausdruck Berliner Schnee, womit das Treiben des Flugsandes gemeint ist, schreibt sich von den Rehbergen her“, schrieb der Stadtrat Ernst Friedel im Jahr 1899. Es musste also etwas mit dieser Fläche geschehen….