Saint Bess: Steinofen-Pizzeria mit dem besonderen Flair

Wer Lust auf Pizza hat, der muss sich im Wedding nicht lange umschauen. Von amerikanischer Lieferpizza, dem typischen knusprig-dünnen italienischen Klassiker über neue vegane Variationen ist in den verschiedenen Kiezen unseres Stadtviertels alles in Vielzahl vertreten. Das Saint Bess allerdings besticht durch die Kombination der typischen Pizza-Varianten und lässt Raum für ungewohnte Kreationen und neue Geschmackserlebnisse. Kommet, sehet und schmecket selbst.

Ein heiliger Ort im Sprengelkiez

Die gebürtigen Amerikaner:innen Katie und Logan haben sich mit ihrer Pizzeria einen großen Traum erfüllt. Als Verfechter der „California Cuisine“, einem Kochstil, der Wert auf die Verwendung frischer, saisonaler Zutaten aus der Region legt,  lieben sie die italienische Küche. Schon seit März 2018 betreiben sie gemeinsam mit Ole, welcher uns als Inhaber der gegenüberliegenden Bar Freya Fuchs wohl bekannt ist, das etwas andere Lokal.

Besonders groß ist die Überraschung, wenn man an dem unauffälligen Eingang nicht vorbeigeht, sondern in die vegetarische Pizzeria einkehrt. Hinter der Hauswand mit den sechs Kacheln, die auf das Saint Bess hinweisen, befindet man sich direkt vor dem Herzstück des ristorante italiano: der große, weiße, traditionelle Kuppelofen, welcher mit Holz gefeuert den frisch zubereiteten Pizzen das ganz bestimmte Aroma verleiht. Mit jeglichen Sinnen ließ sich also schon am Eingang erahnen, was es kurze Zeit später auch zum Probieren gab: köstlich aussehende, rauchig duftende und dampfende Pizza-Kreationen.

Vorerst haben wir es uns aber im Gastraum die Treppe runter gemütlich gemacht. Nach und nach füllten sich die circa 40 Plätze. Aus dem hellen, offenen Raum mit Betonboden und Holz- und Tonwaren, wurde ein Ort der Begegnung, des Austausches und einer kulinarischen Entdeckungsreise. Ohne, dass ein Wort italienisch gesprochen wurde, fühlte sich der Besuch bei Saint Bess wie eine Siesta in den italienischen Vororten an, um sich gemeinsam der intensiven Mittagssonne zu entziehen. Nur, dass es mittlerweile 18 Uhr im regnerischen Wedding – und zusätzlich März – war. Wir entschieden uns aus den acht angebotenen Pizzen für die beiden veganen Variationen. Die geringe Auswahl gefällt mir gut. Mit einem Paprika-Pürree, Frühlingszwiebeln und frischer Petersilie belegt, habe ich einen Eindruck bekommen, wie Pizza auch ohne die typisch mediterranen Gemüsesorten funktionieren kann. Regional, saisonal, lokal.

Der Weg vom Sauerteig zur fertigen Pizza

Neben des Belags ist vor allem der zwei Tage lang kalt-fermentierte Teig eine eigene Sache für sich. Dieser aufwendige Prozess lohnt sich jedoch und sorgt dabei für die besondere Leichtigkeit und Geschmacksintensität, wie Logan mir erzählte. Der Rand geht auf, doch in der Mitte bleibt der Teig dünn und knusprig. Dadurch wird den intensiven Geschmäckern der frischen Kräuter- und Gemüsekomposition genügend Raum gewährt.

Ach übrigens: Saint Bess ist die Abkürzung für Elisabeth von Thüringen, die unter anderem auch die Schutzpatronin der Bäcker ist. Unter dieser Obhut des Saint Bess in der Sprengelstraße lässt es sich in jeder Hinsicht gut gehen! Definitiv einen Besuch wert.

Saint Bess

Sprengelstraße  41, 13353 Berlin

Montag geschlossen / Di- Fr 17-22 Uhr / Sa/So 13-23 Uhr


























 

 

 


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