Panke-Trail folgt Stettiner Bahn

Humboldtsteg
Hier soll sich eine wei­te­re Brü­cke ein­fä­deln. Foto: And­rei Schnell

Ein Rad­schnell­weg wie eine Auto­bahn ohne Kreu­zun­gen und Ampeln – das bleibt ein Traum. Doch der Pan­ke-Trail wäre immer­hin kreu­zungs­arm. Eine Mach­bar­keits­un­ter­su­chung hat Ende letz­ten Jah­res eine Rou­te für den neu­en Rad­weg aus­ge­wählt. Der Trail ist eine von meh­re­ren Rad­schnell­ver­bin­dun­gen, die Ber­lin bau­en möch­te. Der Favo­rit der Unter­su­chung führt ent­lang der ehe­ma­li­gen Stet­ti­ner Bahn durch die Grün­ta­ler Stra­ße. Und am Hum­boldt­hain soll es eige­ne Brü­cken nur für Rad­fah­rer geben.

Immer an der Bahn lang

Der Pan­ke-Trail ist einer von zehn Express­rou­ten, auf denen Rad­fah­rer spä­ter ein­mal rela­tiv schnell aus den Außen­be­zir­ken ins Stadt­zen­trum gelan­gen kön­nen. Im Orts­teil Gesund­brun­nen soll der neue Rad­weg eine eige­ne Brü­cke erhal­ten. „Das Brü­cken­bau­werk muss die Gleis­an­la­gen im Vor­feld des Bahn­ho­fes Gesund­brun­nen über­que­ren und den Hum­boldt­steg unter­que­ren“, heißt es in der Unter­su­chung. Die Brü­cke wäre eine Ver­bin­dung zwi­schen der zur Fahr­rad­stra­ße umge­wid­me­ten Grün­ta­ler Stra­ße und einem neu­en Rad­weg auf ehe­ma­li­gen Bahn­stre­cken neben dem Hum­boldt­hain. Ein wei­te­res Bau­werk, das nötig wäre, ist eine „Anram­pung“ der Wie­sen­brü­cke. Die Ram­pe wird gebraucht, damit der geplan­te Rad-High­way neben der S‑Bahn einen Anschluss an die Wie­sen­stra­ße bekommt. Die Pla­ner wol­len den neu­en Rad­weg zwi­schen Mit­te und Karow so weit es geht kreu­zungs­frei anle­gen. Dazu möch­ten sie zwi­schen Nord­bahn­hof und Bahn­hof Gesund­brun­nen die Lie­sen­brü­cken nut­zen, die den Stra­ßen­ver­kehr an der Gar­ten­stra­ße überfliegen.

Pan­ke-Trail oder S‑Bahn auf den alten Lie­sen­brü­cken? Foto: Nachtschatten.

Die aus­ge­wähl­te Rou­te ist eine „der­zei­ti­ge Vor­zugs­va­ri­an­te“. Ziel ist, dass der Pan­ke-Trail mög­lichst ohne Nut­zung von Auto-Haupt­stra­ßen als zusätz­li­cher Ver­kehrs­weg ent­steht. Alter­na­ti­ven wei­sen einen „Raum­kon­flikt mit dem vor­han­de­nen Baum­be­stand in der Hoch­stra­ße, nicht ver­füg­ba­re Grund­stücks­flä­chen im Bär­bel-Boh­ley-Rin­g/­Schwed­ter Steg“ oder „zu stark befah­re­ne Stra­ßen“ auf. End­gül­tig ist die vor­ge­schla­ge­ne Rou­te noch nicht, Ände­run­gen sind in den nun anste­hen­den wei­te­ren Bau­pla­nun­gen und den behörd­li­chen Geneh­mi­gun­gen mög­lich. Dann wird sich ent­schei­den, ob die teu­ren Bau­wer­ke wie Brü­cke und Ram­pe und die Ankäu­fe von Grund­stü­cken von der Deut­schen Bahn Rea­li­tät wer­den. Ob der Wunsch der S‑Bahn, die Lie­sen­brü­cken zu nut­zen, zwangs­läu­fig zu einem Kon­flikt mit dem Pan­ke-Trail füh­ren muss, das ist noch unklar. Sie­he dazu den Bei­trag “Plan für die Lie­sen­brü­cken hin­fäl­lig” vom Juli 2020.

Es ist nicht Ziel der Rad­schnell­ver­bin­dung, eine Renn­stre­cke für Radra­ser zu schaf­fen. „Schnell“ bedeu­tet „bis etwa 25 km/h“. Der Zeit­ge­winn soll ent­ste­hen, in dem die Rad­stre­cke „mög­lichst gerad­li­nig und getrennt vom Fuß- und Kfz-Ver­kehr“ errich­tet wird. Aus­ge­stat­tet wer­den sol­len die Ber­li­ner Rad­schnell­ver­bin­dun­gen mit glat­tem Unter­grund, nächt­li­cher Beleuch­tung und einer kom­for­ta­blen Weg­brei­te von vier Metern. Ber­lin möch­te 100 Kilo­me­ter sol­cher Fern­ver­bin­dun­gen bau­en. Der Pan­ke-Trail ist in sei­ner gesam­ten Län­ge von Karow bis Mit­te etwa 18 Kilo­me­ter lang. Trotz des Namens Pan­ke-Trail macht der neue Rad­weg einen Bogen um die Wal­ter-Nick­litz-Pro­me­na­de am Ufer der Pan­ke. Bis vor drei Jah­ren hieß der Schnell­weg unter Pla­nern noch „Stet­ti­ner Bahn“.

Bereits im Mai 2019 berich­te­te der Wed­ding­wei­ser über den Pan­ke-Trail. Über­schrift war damals: “Platz fürs Rad”.

Logo Weddinger Allgemeine ZeitungDer Text stammt aus der Wed­din­ger All­ge­mei­nen Zei­tung, der gedruck­ten Zei­tung für den Wed­ding. Geschrie­ben wur­de er von And­rei Schnell. Wir dan­ken dem RAZ-Ver­lag.

Andrei Schnell

Mit ostdeutschem Hintergrund bin ich im Weddingspektrum einer von vielen anderen Sonderlingen. Ich vergleiche Politik gern mit Sport, dann ist sie spannend und nicht bierernst. Wenn ich ein Buch lese, frage ich mich immer, wo ich es besprechen kann. Ich reporte ja für Weddingweiser, Weddinger Allgemeine Zeitung und Kiezmagazine. Ich mag Geschichten und Geschichte.

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