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Radweg nicht mehr nutzbar:
Müllchaos an der Transvaalstraße – wer räumt endlich auf?

23. September 2025
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Unsere Leserin Anna hat uns auf einen Schandfleck der Extraklasse aufmerksam gemacht: Seit mehr als einem halben Jahr steht er da, der schwarze Container am Straßenrand der Transvaalstraße, kurz vor der Kurve zur Sackgasse Dohnagestell. Von Anfang an übervoll, längst von Bergen aus Sperrmüll, Autoreifen, Sofas, Matratzen und unzähligen Müllsäcken umzingelt, hat er sich zu einem Mahnmal des Berliner Abfallproblems entwickelt. Was als temporäre Lösung gedacht war, ist längst ein Dauerzustand – und ein Freifahrtschein für alle, die ihre Wohnung entrümpeln wollen. Der ohnehin kaum vorhandene Radweg ist unter der Last der Sofapolster und Kühlschranktüren verschwunden, wer hier aufs Rad steigt, landet zwangsläufig auf der Fahrbahn – Tempo 50, dichter Verkehr, viel Spaß!

Die BSR hat das Chaos schon mehrfach weggeräumt. Doch der Effekt hält nie länger als eine Nacht, am nächsten Morgen wächst der nächste Müllberg. Wer sich fragt, wer für den Schandfleck verantwortlich ist: Der Container steht ohne Genehmigung da, ohne Adresse, ohne Hinweis auf den Auftraggeber. Zuständig für die Entsorgung ist zwar die BSR, doch solange nicht klar ist, wem das Ding gehört, bleibt er stehen wie ein Magnet für alles, was man loswerden will.

Und das Ordnungsamt? „Die Meldungen laufen nicht ins Leere“, heißt es aus dem Bezirksamt, als wir dort nachgefragt haben. Der Status „erledigt“ in der Ordnungsamt-App bedeute lediglich, dass der Vorgang an die (zuständige) BSR abgegeben sei – nicht, dass der Müll tatsächlich verschwunden ist. Eine Art Verwaltungs-Poesiealbum, während draußen der Sperrmüllberg weiterwächst.

Besonders bitter ist die Lage für Radfahrende. Der Bezirk gibt unumwunden zu: Der unter einem Meter breite Weg sei ohnehin viel zu schmal, um als offizieller Radweg zu taugen. Eigentlich sollen Radfahrende also auf die Straße ausweichen. Ändern kann aber an dieser Hauptstraße nur die CDU-geführte Senatsverwaltung etwas, die bekanntlich herzlich wenig für den Radverkehr übrig hat. Und – wer schon einmal die Transvaalstraße entlanggeradelt ist, weiß, wie angenehm es im dichten Berufsverkehr ist, mit dem Rad auf die Autospur auszuweichen. Kein Wunder also, dass viele lieber den holprigen und dunklen Schlenker durch die Rehberge nehmen.

Doch vielleicht gibt es Hoffnung: Das Bezirksamt will nun die Senatsverwaltung ins Boot holen. Denn die ist für Radwege an Hauptstraßen zuständig und könnte diesen „Radweg“ endlich sperren lassen. Ob das den Müllberg von heute beseitigt? Nein. Aber vielleicht sorgt es dafür, dass hier irgendwann nicht mehr Autositze, Kleidersäcke und alte Teppiche das Bild bestimmen, sondern wieder Radfahrende. Bis dahin bleibt der Container ein Symbol für Berliner Verwaltungsrealität – und für die Geduld derer, die jeden Tag daran vorbeimüssen.

UPDATE 29.8.2025:

Eine Woche nach unserem Artikel wurden die Müllberge vollständig beseitigt.

Joachim Faust

Joachim Faust

hat 2011 den Blog gegründet. Heute leitet er das Projekt Weddingweiser. Mag die Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen gleichermaßen.

19 Comments Schreibe einen Kommentar

  1. Klar, anstatt Reichensteuer einzuführen oder endlich die Beamtenpensionen zu besteuern, wird an der Müllabfuhr gespart. Bei meinen Spaziergängen stelle ich fest: Ab der ehemaligen Bezirksgrenze von Mitte zum Wedding ist der Wedding vermüllt und ab Mitte wird gesäubert.

  2. „Die BSR hat das Chaos schon mehrfach weggeräumt. Doch der Effekt hält nie länger als eine Nacht, am nächsten Morgen wächst der nächste Müllberg.“
    Ist es denn personell nicht möglich, dass das OA oder die Polizei dort über Nacht versteckt mal beobachten bzw. filmen?
    Wenn es wirklich über Nacht immer wieder zu Müllablagerungen kommt, dann ist das doch für die Behörden ein „gefundenes Fressen“, um endlich mal jemanden auf frischer Tat zu erwischen.

  3. Das Müllproblem ist auch in der Brienzer Str. vorzufinden. Vor der Kirche ist ein Gebüsch, in dem immerwieder Sessel, Kühlschränke, Türen, Bauschutt, etc., vorzufinden sind. Auch stehen hier Glascontainer der Firma Meyer, die ich per E-mail anschrieb. Am nächsten Tag kam ein Mitarbeiter, der die auf der Strasse stehenden Flaschen einsammelte, die Container wurden nicht geleert. Über kurz oder lang stellt sich das Problem von Neuem. Ich weiss nicht, was hier in den letzten Jahren für Menschen nach Berlin gezogen sind. Das war doch früher nicht so. Vielleicht sollte man doch ein paar Kameras in dieser Stadt installieren, auch im Hinblick der überbordenden Kriminalität, aber da gäbs wahrscheinlich
    ein Riesenaufschrei….. Datenschutz etc.
    Ich nähme das inkauf, wenn ich dabei aufgenommen werde, wenn ich über den Leopoldplatz laufe, habe ja nichts zu verbergen. Obwohl, da zieht mich auch nichts mehr hin, habe keine Lust auf Drogensüchtige und Verwahrlosung.
    Wäre ich jünger, ich wäre weg aus Deutschland.

  4. Also ehrlich gesagt, was diese „OA-Poesiealben“ angeht (siehe oben, die ich auch fülle) gibt es noch viel mehr beizutragen. Zum Beispiel ein riesiger Glascontainer (dreiteilig für drei Farben), der neben der Kapernaumkirche bis fast zur Hälfte des Gehwegs (sog. „Schweinebäuche“ aus auf 600 Millionen Jahre alten Granitplatten) postiert ist und außerdem immer wieder Unmengen an Glas(scherben) um sich ansammelt, bis über diese „Schweinebäuche“, also die Gehwegplatten hinaus in den Bereich des kleinen Kopfsteinpflasters (Ober- und Unterstreifen).
    Bemerkenswerterweise hat es neuerdings eher aufgehört, dass dort anderer Hausmüll wie Bekleidung und Matratzen abgeworfen werden, die die vielen Ratten aus dem Mittelstreifen der Antwerpener anziehen, aber eine Belastung ist das schon, denn in der Antwerpener kreuzen seit dem neuen Kinderspielplatz, also seit Jahren viel mehr Passanten und Kinder denn je – und der Gehweg dort Nähe Seestraße ist zugemüllt.
    Wie soll das im Winter bei Schneefall sein, wenn nicht ortskundige Passanten dort ausrutschen und körperlang in Scherben, die trasparent unter der Schneedecke liegen, fallen? Insbesondere auch Kinder, viele, die dort kreuzen.
    Mehrere meiner Meldungen an das OA und an die Fa. Meyer Recycling blieben in den vergangenen 14 Tagen erfolglos.
    Worauf ich eigentlich hinaus will: Es kann doch nicht so schwer sein, ein paar Kiezläufer durch die Kieze zu schicken, die vllt zweimal wöchentlich Protokoll führen und einen KI-erstellten logistischen Abfuhrplan für zusätzliche Runden ermöglichen?
    Außerdem frage ich mich, wie viele und welche Verwaltungsvorschriften es verhindern, dass auf den regelmäßigen Runden nicht auch dieser „Sondermüll“ mitgenommen und abgefahren wird.

    • Morjen Renate Straetling

      im Winter wird niemand körperlang hinfallen… bedenken Sie wir haben einen Klimawandel… hatten einen Absoluten nie dagewesenen Hitzesommer und der Winter wird deswegen ausfallen … also, allet wird jut :))))

      Gruß

      • Guten Morgen, Reinhard. Eigentlich wollte ich mich heute früh gar nicht echauffieren oder so lange in die Tasten schmeißen, aber nun muss es aber raus: Ihr Klimawandel scheint eher neu zu sein…

        Anfang Dezember 2023 fiel ich an der Seestraße auf Glatteis, obwohl die BSR Tage hier an der Seestraße überall zuvor nach dem ersten Schneefall Ende Nov 2023 vorbildlich gestreut hatte; dann aber kamen etliche so sehr kalte Nächte, so dass alles gefror, was vorher noch nicht rutschig glatt war – und dann nicht nochmals gestreut wurde.
        Erst Anfang Jan 24 – tragischerweise in meinem Alter erstmals stationär im Krankenhaus-, kam ich heim. Am 15. Jan 24 schrieb hier an dieser Stelle über eine große Idee, ein Modell zur Abhilfe zum Thema „Streuen oder Fallen“.

        Jetzt, heute früh, kommt mir die diabolische Einsicht, dass diese Modellidee auch der SoMü-Frage Abhilfe schaffen könnte!

        Schöne Grüße aus`m Brüsseler Kiez!

        • Hallo was bitte ist SoMü? hab ick wat übasehn ?
          das mit dem Klimawandel sehe ich mit einer Portion Humor… ist alles nur Wetter – keine Panik
          Hoffe das der Sturz keinen bleibenden Schaden angerichtet hat!!

  5. Morjen in die Runde
    Meine Güte wenn ich solch Blödsinn lese, springt mir fast der Draht aus’de Mütze…
    Wann fing den diese extreme Vermüllung in Berlin und anderen Städten an ??? vor gut 15 jahren, was ist da nur passiert!!?
    und wer hat da im Roten Rathaus gesessen ?? Wer hat hier und dort regiert, da waren wohl alle Parteien mal dran
    Drehen wir doch mal den Spieß um … die Bezirke die Grün / Rot regiert werden sind die, die solche Problemecken haben…aber es ist einfach zu kurz nun auf die CDU zu wettern, aber darüber zu diskutieren hat wenig Sinn, auch die Erhöhung der Gelder für Ordnungswidrigkeiten… solange niemand erwischt wird.
    Es sind die Menschen die ihren Müll an allen Ecken fallen lassen und Bauschutt entsorgen… muss der Raucher überall seine sch…ß Kippen auf die Straße schnippen, muss sich jeden morgen ein Kaffee im Becher gekauft werden um ihn dann achtlos nach 5min ins Gebüsch zu werfen, ebenso die leeren Platikflaschen??
    Offensichtlich leben unter uns Menschen die völlig respektlos mit dieser Stadt umgehen, vielleicht weil sie keinen Bezug zu dieser Stadt haben oder weil sie schlicht und einfach a-sozial sind – man muss sich das doch mal auf der Zunge zergehen lassen: wann hat es eine Zeit gegeben in der sich Gruppen von Menschen in ihrem Kiez zusammen finden, um den Müll von Anderen zuentsorgen , noch nie !!! und bringt es etwas – nee, nächste Woche geht’s wieder los
    In diesem Sinne reizenden sonnigen Tag noch

    • Die CDU hat die BSR- Kieztage, das Programm saubere Stadt sowie den Müllgipfel gekürzt. Maßnahmen zur Müllprävention und besserer Ausstattung der Grünflächen Ämter wurden ebenfalls gekürzt. Bei der Unterstützung Wohnungsloser wurde ebenfalls gekürzt: Wenn mehr Menschen auf der Straße leben ist bestimmt super für unser Müllproblem.

      Geld für PR Kampagnen ist aber da, löst dann sicher die Probleme oder geht’s da um Wählerfang?

      https://gruene-fraktion.berlin/pressemitteilungen/pr-kampagne-statt-sauberkeit-cdu-und-spd-machen-berlin-dreckiger/?utm_source=perplexity

      • Tja lieber Johan

        das Geld wird eben immer knapper… Denken sie mal ganz scharf nach wofür aber Geld da ist … na kann ich Sie möglicherweise zur Erleuchtung bringen

        Gruß

      • Trotz aller Maßnahmen schockiert die von Herrn Faust im Artikel beschriebene illegale Müllentsorgung. Und sowas findet man an vielen Ecken in der Innenstadt. Ich bezweifle die Sinnhaftigkeit, irgendwelche politischen Parteien damit in Verbindung zu bringen. Vielmehr stimmt das Mindset vieler Mitbürger nicht. Es mangelt einfach an Respekt den Mitmenschen und der Mitwelt gegenüber. Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken

        • Politische Maßnahmen sind der größte Hebel den wir bei diesem Problem haben.
          Wenn Gewalt Kriminalität zunimmt sagen wir ja auch nicht das ist halt das Mindset aber da kann unsere Regierung leider nichts machen.
          Insofern finde ich es schon angebracht zu kritisieren dass die CDU wärend einer akuten Müllkrise alle Maßnahmen der Vorgängerregierung alternativlos streicht.

          • Gewalt Kriminalität erfordert vor allem die Durchsetzung des Strafrechts. Genau daran mangelt es aber beim Müll Problem. Bis auf zuletzt gestiegene Preise für das Wegwerfen von Kippen wird ja genau nämlich so gut wie kein Verbot durchgesetzt und geahndet. Präventive Maßnahmen bringen die wirklichen Müllsünder kaum zum Umdenken. Aber über Ursachen zu spekulieren warum das nicht fruchtet ist müßig. Strafverfolgung ist jedenfalls was anderes, der Vergleich stimmt nicht. Und wie isses denn mit Fahrraddiebstahl? Ermittlungen werden in der Mehrzahl eingestellt, Polizei zuckt die Schultern, können wir nichts machen. Genau so 😁

  6. Wollte die CDU nicht für Recht und Ordnung sorgen? Recht dass Raser mal endlich zur Kasse gebeten werden?! Ordnung indem mal das Müll Problem auf Landesebene angegangen wird?!

    Ich hab das Gefühl dass das Einzige was die CDU für den Wedding tut ist dem Bezirk bei seinen Vorhaben Knüppel zwischen die Beide zu werfen, Gelder zu kürzen und Autobahnen zu bauen. Kann es echt nicht erwarten bis die nächstes Jahr wieder abgewählt werden.

  7. Bald habe ich keine Kraft mehr, mich über den Berlinmüll aufzuregen. Was hier abläuft ist unfassbar- wann kapieren die Politiker dass hier ein Umdenken angebracht ist? Schaffe den Müllberg zum Roten Rathaus, mal sehen ob dann was passiert..

    • Guten Morgen @Cecilia.
      Danke, Sie sprechen mir aus der Seele. Mir geht’s genauso. Meine Baumscheibe (insgesamt über 300 € Investition) habe ich nun erstmal aufgegeben, da TÄGLICH neuer Müll darin landet. Wir leben schließlich in einer Stadt, in der es tatsächlich Menschen gibt, die in der bewussten Vermüllung ihres Umfeldes eine legitime Maßnahme gegen „Gentrifizierung“ sehen. Und daneben gibt es eben leider auch sehr viele Menschen die einfach null Sinn für ein sauberes Lebensumfeld übrig haben. Warum auch immer.
      Auch meine mal täglichen Sperrmüllmeldungen in der OA-App habe ich auf ein Minimum zurückgefahren. Ich fühle mich wie der „einzige Idiot“, der das meldet und den das täglich tierisch aufregt.
      Allein auf meinen wenigen morgendlichen Metern die Lynarstraße zur S-Bahn komme ich mir vor wie in einer aufgegebenen Stadt. Müll, Müll und noch mehr Müll.
      Es gibt im Sprengelkiez nur noch ganz ganz wenige Ecken, die stets sauber gehalten werden. Dazu gehört besonders der große wunderschöne Genossenschaftsbau am Nordufer. Dort ist so gut wie kein Müll zu sehen. Ich denke, es hat sehr viel mit der dortigen (bürgerlichen?) Bewohnendenschaft zu tun, aber auch mit der Genossenschaft selbst, die dort sehr viel in die Pflege der schönen Vorgärten investiert.
      Wo nichts gepflegt wird, verkommt auch das Umfeld immer mehr (broken-window-theory). Tagtäglich zu beobachten, leider auch im Sprengelkiez.
      Aber auch ich werde wieder die Kraft finden, verstärkt dagegen vorzugehen. Nur, aktuell ist es mir einfach echt zu viel Müll und zu schäbig geworden. Da reibt man sich als Einzelperson förmlich auf und muss auch an die eigene Energie denken.

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