Mirage: Auf dem Sonnendeck des Wedding

Mirage-Betonsäule und Betreiber Jochen Küpper

Die Postanschrift des Café Mirage lautet zwar Reinickendorfer Straße, gefühlt handelt es sich aber natürlich um die erste Adresse am Nettelbeckplatz. Die Corona-Zeit haben die Betreiber genutzt, um sich über eine Öffnung des ensemblegeschützten Eckhauses zum verkehrsberuhigten Platz Gedanken zu machen. Wir stellen euch ihre Ideen für ein neues Sonnendeck und einen zweiwöchentlich stattfindenden Markt vor.

Öffnung in Richtung Nettelbeckplatz

Ab Montag den 18. Mai öffnet das Café wieder für einen eingeschränkten Betrieb – ein paar Tische draußen, wenige Plätze im Innenraum, und nach wie vor mit dem Fokus auf Essen zum Mitnehmen. „Die Renner sind im Moment unsere Lunchangebote“, erklärt Mitbetreiber Jochen Küpper. „Quiches, Sauerteig-Sandwiches to go, aber auch unsere Klassiker Croissant & Pain au chocolat.“ Eine Leistung ist die Tatsache, dass alle Arbeitsplätze dank Kurzarbeitergeld erhalten werden konnten. Und optisch hat sich auch etwas getan:„Wir haben die Zeit nicht nur genutzt, um unser Menu zu überarbeiten, sondern auch um die Fugen an den Außenfliesen zu reinigen und im Innenraum ein wenig zu malern.“

Doch nicht nur, um das Bestehende zu erhalten, hat man sich Gedanken gemacht. So wurde die geflieste Säule im Eingangsbereich, die die Ecke des Hauses abschließt, von dem Künstler „Senior Schnu“ mit Paste-Up Art beklebt. Die Kunst an der Säule ist die Weiterführung der „Vitrine Blanche“ – einer Open Air Galerie, die direkt mit den Anwohnern am Nettelbeckplatz kommuniziert. Ein echter Hingucker ist daraus geworden!

Und jetzt wird eine weitere Öffnung in Richtung Platz in Angriff genommen. „Wir wünschen uns ein gemeinschaftlich finanziertes Sonnendeck auf der kleinen sandigen Grünfläche vor dem Mirage“, beschreibt Jochen die Idee. Viele Nutzergruppen bevölkern den Platz, und da sollen auch die Cafébesucherinnen und -besucher einen Teil der Fläche sichtbar bespielen dürfen. „Sie sollen die von Hochbeeten eingerahmte Holzterrasse als ,ihr Sonnendeck‘ wahrnehmen“, so stellt sich Jochen das Konzept vor, für das jetzt schon eifrig Geld per Crowdfunding gesammelt wird.

Ein Netter Markt

Darüber hinaus gibt es weitreichende Pläne für einen Markt, der den inzwischen eingegangenen Wochenmarkt mit einem neuen Konzept wiederbeleben soll. Das Mirage-Team stellt sich dazu einen „Netten Markt“ vor, bei dem es vor allem um Lebensmittel geht – gerne gesund und regional (in Kooperation mit dem Netzwerk des Baumhauses und anderer Akteure), eine Vinyl-Plattenbörse, ein paar Design-Angebote und einen Kleidertauschstand geben soll. DJ’s aus dem Mirage-Umfeld könnten aus dem Angebot der Plattenbörse auflegen. Die Stände werden vom Mirage gegen Gebühr gestellt. Dem Nettelbeckplatz täte eine solche regelmäßige Belebung gut, davon ist Jochen Küpper überzeugt. Keiner soll ausgegrenzt werden, es soll ein Platz für alle bleiben, auch für Randgruppen. „Wir wollen die Gemeinschaft stärken, daher haben wir uns für die Bewerbung des Marktes ein BVG-gelbes Herz-Logo überlegt, mit dem Slogan #seidnettzueinander. Das sollte das neue Motto auf dem Nettelbeckplatz sein“, findet der Mirage-Mitbetreiber. Interessenten mit guten Ideen für den neuen Markt können sich gern beim Café melden: info@mirage.berlin.

Die Crowdfunding Kampagne für die geplante Sonnendeck Terrasse läuft noch bis zum 08.06.2020 unter: https://www.startnext.com/mirage-sonnendeck

Über das Mirage Bistrot

JULI 2020 So bis Mi geöffnet 9 – 19 Uhr, Do-Sa 9-22 Uhr


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