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Mauerpark-Erweiterung: Bebauungsplan wird ausgelegt

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Mit dieser Broschüre "Mauerpark gewinnt" warb der Investor vergangenen Herbst bei Anwohnern für sein Projekt. 60 000 Stück wurden verteilt.
Mit die­ser Bro­schü­re “Mau­er­park gewinnt” warb der Inves­tor ver­gan­ge­nen Herbst bei Anwoh­nern für sein Pro­jekt. 60 000 Stück wur­den verteilt.

Inves­tor Tho­mas Groth hat kürz­lich sei­ne kon­kre­ten Plä­ne für die Bebau­ung im erwei­ter­ten Mau­er­park auf Wed­din­ger Sei­te öffent­lich gemacht. Auf einer Ver­an­stal­tung in der Ernst-Reu­ter-Ober­schu­le wur­den sie am Diens­tag­abend (20.1.) prä­sen­tiert. Der nächs­te Schritt: Der Bebau­ungs­plan soll nun öffent­lich aus­ge­legt wer­den. Bür­ger­initia­ti­ven leh­nen Groths Plä­ne wegen einer zu mas­si­ven Bebau­ung ab. Sie pla­nen ein Bür­ger­be­geh­ren, um das Pro­jekt zu stoppen.

Nach Tho­mas Groths Plä­nen sol­len nörd­lich des Gleim­tun­nels auf 3,5 Hekt­ar Flä­che rund 700 Woh­nun­gen ent­ste­hen. Vor­ge­se­hen sind über­wie­gend Miet­woh­nun­gen. 120 Woh­nun­gen sol­len spä­ter von der städ­ti­schen Gewo­bag über­nom­men wer­den und für 6,50 Euro pro Qua­drat­me­ter ver­mie­tet wer­den. Die nicht geför­der­ten 122 Miet­woh­nun­gen sol­len 8,50 Euro pro Qua­drat­me­ter kos­ten. Dar­über hin­aus soll es 219 klei­ne Stu­den­ten­apart­ments geben und 194 Eigen­tums­woh­nun­gen. Geplant ist die Zufahrt für das neue Wohn­ge­biet über einen Kreis­ver­kehr zwi­schen Gleim­tun­nel und Gleim-Oase. Die bereits frü­her ange­kün­dig­te Kita soll grö­ßer wer­den als zunächst geplant: sie soll 80 statt 40 Plät­ze haben.

Mit­tes Bau­stadt­rat Cars­ten Spal­lek (CDU) kün­dig­te an, dass der Bebau­ungs­plan für das Wohn­vier­tel im Febru­ar öffent­lich aus­ge­legt wird. Dann könn­ten die Bür­ger ihre Ein­wän­de for­mu­lie­ren. Die Bau­ar­bei­ten sol­len im Herbst beginnen.

Umstrittenes Bauprojekt: Plakate in der Graunstraße.
Umstrit­te­nes Bau­pro­jekt: Pla­ka­te in der Graunstraße.

Die Mau­er­park-Alli­anz, ein Zusam­men­schluss von Bür­gern, Initia­ti­ven und Ver­ei­nen aus Wed­ding und Prenz­lau­er Berg, lehnt das Bau­vor­ha­ben wegen der mas­si­ven Bebau­ung ab. Die Alli­anz plant nun ein Bür­ger­be­geh­ren. Das wür­de den Bau­start min­des­tens sechs Mona­te in Ver­zug brin­gen. Soll­ten die Bür­ger Erfolg haben und es schließ­lich kein Bau­recht für Woh­nen geben, wer­de er das Grund­stück nörd­lich des Gleim­tun­nels als Gewer­be­ge­biet ver­mark­ten, sag­te Tho­mas Groth. Inter­es­sen­ten gebe es dafür genug. Damit gäbe es kei­ne Erwei­te­rung der Grün­flä­chen im Mau­er­park, denn das war im Städ­te­bau­li­chen Ver­trag als Gegen­leis­tung des Inves­tors für erteil­tes Bau­recht fest­ge­schrie­ben worden.

Der Bezirk Mit­te hat am Diens­tag­abend gemein­sam mit dem Inves­tor den Anwoh­nern die Plä­ne prä­sen­tiert. Weil es bei vor­he­ri­gen Ver­an­stal­tun­gen zu dem umstrit­te­nen Bau­pro­jekt immer wie­der zu Pro­tes­ten vor Bür­ger­initia­ti­ven gekom­men ist, wur­den Sicher­heits­vor­keh­run­gen getrof­fen. Zu den befürch­te­ten Stö­run­gen kam es am Diens­tag jedoch nicht.

 Text und Fotos: Domi­ni­que Hensel

Dominique Hensel

Dominique Hensel lebt und schreibt im Wedding. Sonntags gibt sie hier den Newsüberblick für den Stadtteil, fotografiert dort für unseren Instagram-Kanal (Freitag) und hat hier und da einen aktuellen Text für uns - gern zum Thema Stadtgärten, Kultur, Nachbarschaft und Soziales. Hyperlokal hat sie es auf jeden Fall am liebsten und beim Weddingweiser ist sie fast schon immer.

14 Comments

  1. Also mir gefal­len die Bebau­ungs­plä­ne, das (von mir bewohn­te) Brun­nen­vier­tel wür­de näher an Prenzlberg rücken und über­haupt auf­ge­wer­tet wer­den (und das ist aus mei­ner Sicht drin­gend not­wen­dig), an umfang­rei­che Miet­erhö­hun­gen glau­be ich in dem Zusam­men­hang trotz­dem nicht, die­se sind nicht nur ein­fach Sache des Miet­spie­gels son­dern gera­de in Ber­lin immer auch ein gewis­ses Poli­ti­kum (Stich­wort “Miet­preis­brem­se” und über­haupt will die SPD ger­ne wie­der­ge­wählt wer­den, da soll­ten die gro­ßen kom­mu­na­len Woh­nungs­ge­sell­schaf­ten kei­ne Dumm­hei­ten machen, auch als Genos­sen­schafts­mit­glied hat man bedeu­ten­de Einflussmöglichkeiten)

  2. @ Mas­si­mo

    da treibt es mich doch sehr, eini­ges, was sie in ihrem kom­men­tar schrei­ben, rich­tig zu stellen.

    sie: “Ob D(G)ort Gewer­be baut oder bau­en kann, dar­auf kommt es ja nicht an, wenn im Gegen­zug die CA-IMMO dann Gewer­be dort ansiedelt.”
    in den jah­ren in denen die ca immo- ber­lin, als eigen­tü­me­rin ver­han­delt hat, hat sie immer klar gemacht, dass sie nicht sel­ber als bau­trä­ger und/ oder inves­tor bei die­sem grund­stück tätig sein wird, son­dern en- bloc ver­kau­fen wird. bei einer grün­flä­che ohne aus­sicht auf bau­recht ist erst recht davon aus­zu­ge­hen, dass die ca- immo die grün­flä­che ver­kau­fen wird.

    sie: “.….….…. aber sagen sie bit­te auch, dass Ber­lin dann wei­ter­hin auch zu Scha­den­er­sat­zah­lun­gen ver­pflich­tet ist, die sich aus dem ver­trags­wid­ri­gen Ver­hal­ten ergeben!!”
    der ver­trag war eine ver­wal­tungs­tech­ni­sche und ‑poli­ti­sche dumm­heit, die quer durch alle poli­ti­schen lager und in sämt­li­chen juris­ti­schen zir­keln, als offen­ba­rungs­eid der ber­li­ner poli­tik gewer­tet wird.
    war­um? hier­mit hat sich ber­lin im höchs­ten maße angreif­bar gemacht, was unge­schickt ist. angreif­bar des­halb, weil die­se art von ver­trag die gesetz­li­chen vor­schrif­ten im bebau­ungs­plan­ver­fah­ren in eini­gen sehr wich­ti­gen aspek­ten aus­he­belt. wenn vor einem bebau­ungs­plan­ver­fah­ren die kom­mu­ne sich mit dem inves­tor vor­ab auf die ergeb­nis­se ver­trag­lich ver­ein­bart, dann sind die rech­te der betei­lig­ten par­la­men­te und bür­ger im vor­hin­ein aus­ge­he­belt und alle recht­lich ver­an­ker­ten betei­li­gungs­for­men ad absur­dum geführt.
    sie dür­fen gewiss sein, dass die bür­ger auch sämt­li­che zuge­las­se­nen juris­ti­schen mög­lich­kei­ten nut­zen wer­den, um die ertei­lung von bau­recht zu verhindern. 

    sie: .….….. “Stel­len Sie sich vor, sie hät­ten die­se gan­ze Ener­gie zum Bei­spiel dar­in gesteckt, zu ver­su­chen, die Zahl des güns­ti­gen Wohn­rau­mes zu erhö­hen! Oder eine beson­de­re Archi­tek­tur zu ermög­li­chen! Oder den Inves­tor zur Schaf­fung bei­spiels­wei­se einer klei­nen offe­nen Büh­ne oder eines ähn­li­chen Kul­tur­or­tes zu bewe­gen. Da hät­ten eine gan­ze Men­ge Men­schen mehr von gehabt.”

    der foto­graf gerd danie­gel hat am 01.04.2014 die ers­ten pflan­zun­gen im mau­er­strei­fen foto­gra­fiert. was hat zu die­sen pflan­zun­gen geführt? es wur­de bekannt, dass es pla­nun­gen in ver­wal­tung und poli­tik gibt, dass der mau­er­strei­fen als stra­ßen­bau­tras­se genutzt wer­den soll. das woll­ten die bür­ger nicht. sie woll­ten schon damals an die­ser stel­le einen park. da stand die mau­er noch und die wach­tür­me und mit­ten drin begin­nen am falk­platz die ber­li­ner den mau­er­park zu pflan­zen und zu nut­zen. ‑ich lie­be ber­lin, ich lie­be die ber­li­ner und ihre unver­wüst­li­che ent­schlos­sen­heit.- in die­ser tra­di­ti­on der beharr­li­chen ent­schlos­sen­heit ste­he ich, ste­hen wir. wir wer­den die fer­tig­stel­lung und erwei­te­rung des mau­er­parks, fried­lich, ideen­reich, soli­da­risch, fin­dig, hart­nä­ckig und sehr ent­schlos­sen durch­set­zen. was an kom­pro­mis­sen zu machen war, ist gemacht wor­den, jetzt bleibt nur noch bebau­ungs­frei unse­ren mau­er­park fer­tig­zu­stel­len und zu erweitern.

    die beschrie­be­nen bil­der fin­den sie hier:
    http://ddr-fotograf.de/?s=falkplatz&x=38&y=10
    http://ddr-fotograf.de/?s=falkplatz&x=22&y=8
    http://ddr-fotograf.de/?s=falkplatz&x=24&y=8

    sie: “.….….…..“Mehr als von einem Inves­tor, der, wenn er die Schnau­ze voll hat auf sol­che Umgangs­for­men, ein­fach baut wie er will – weil er darf!”

    darf er nicht!
    er hat gar kein bau­recht, die über­wie­gen­de flä­che ist nach wie vor im gül­ti­gen flä­chen­nut­zungs­plan von 1994, gül­tig als grün­flä­che ausgewiesen.
    einen gül­ti­gen bebau­ungs­plan gibt es nicht und bevor hier bau­recht über­haupt ent­ste­hen könn­te, wird es noch tau­sen­de von schrift­li­chen ein­wen­dun­gen gegen den bebaungs­plan geben, ein bür­ger­be­geh­ren und ein bür­ger­ent­scheid durch­ge­führt und meh­re­re kla­gen wird die­se bau­pla­nung, wenn es nötig wird, auch noch zu über­win­den haben.

    bei allem was recht ist, ich ken­ne kein bau­pro­jekt in ber­lin, das so aus­sichts­los weit von bau­recht ent­fernt ist, wie dieses. 

    vie­le grü­ße- hei­ner funken

    • Dan­ke für eini­ge sehr auf­schluss­rei­che Erläu­te­run­gen, Herr Funken!

      Dass die CA-Immo die Grün­flä­che ver­kau­fen wird, davon ist in der Tat bei der von Ihnen geschil­der­ten Situa­ti­on aus­zu­ge­hen. Ber­lin könn­te dann sein Vor­kaufs­recht gel­tend machen, bevor irgend­je­mand einen pri­va­ten Park dar­aus macht. Das stimmt.

      Könn­ten Sie mir bit­te fol­gen­des näher erklä­ren? Sie schrei­ben: “[…] weil die­se art von ver­trag gesetz­li­chen vor­schrif­ten im bebau­ungs­plan­ver­fah­ren in eini­gen sehr wich­ti­gen aspek­ten aus­he­belt […]” Wel­che Vor­schrif­ten sind damit kon­kret ausgehebelt?

      im letz­ten Punkt, haben sie geschickt an mei­nem Argu­ment vor­bei­ge­re­det. Es ist den Ber­li­ner Bür­gern von damals hoch anzu­rech­nen, dass sie den heu­ti­gen Falk­platz ange­legt haben. Gar kei­ne Frage.
      Aber mir erschließt sich nicht, wie sie aktu­ell die Ver­grö­ße­rung des Mau­er­parks aufs Dop­pel­te durch­set­zen und gleich­zei­tig das Bau­vor­ha­ben auf dem bis­her ziem­lich unat­trak­ti­ven, gewerb­lich genutz­ten Gelän­de ver­hin­dern wol­len. Auch nicht, wor­in da der Vor­teil liegt. Oder wol­len Sie ein­fach nur um jeden Preis den Bür­gern von damals nach­ei­fern? Die Situa­ti­on heu­te ist eine andere.

      Die Bebau­ung schafft doch neue Woh­nun­gen, die drin­gend in Ber­lin gebraucht wer­den. Selbst wenn die­se eher im mit­tel­prei­si­gen bis hoch­prei­si­gen Seg­ment lie­gen, so ent­span­nen sie doch die Woh­nungs­markt­la­ge. Nur weil neben­an jemand mit viel Geld ein­zieht, steigt bei mir ja nicht die Mie­te. Das Argu­ment, dass der Miet­spie­gel in Fol­ge steigt, stimmt natür­lich, aber das ist beim Gesetz­ge­ber anzu­set­zen um Miet­preis­brem­sen zu for­dern. Irgend­wel­che Pro­jek­te zu ver­hin­dern bringt da auf Dau­er nichts. Sol­che Woh­nun­gen die­nen ja auch als Puf­fer, bevor güns­ti­ger Wohn­raum auch von Bes­ser­ver­die­nen­den bezo­gen wird, weil sonst nichts frei ist. Der Bezirk soll­te nur gut auf­pas­sen, dass nicht alle neu­en Pro­jek­te sich glei­chen, son­dern auch güns­ti­ger Wohn­raum in guten Lagen ent­steht! Aber einer Inves­ti­ti­on alles auf­zu­hal­sen ist auch uto­pisch. Das sind Fra­gen der Stadtplanung.
      Ich mein­te, statt das gan­ze Pro­jekt ver­hin­dern zu wol­len, hät­ten Sie mei­ner Mei­nung nach ihre Ener­gie dar­in ste­cken sol­len, in einen kon­struk­ti­ven Dia­log mit den Betei­lig­ten zu treten:
      Da kommt jemand der augen­schein­lich jede Men­ge Geld mit­bringt um ein gro­ßes Wohn­pro­jekt zu bau­en. Dem Anschein nach ist die­ser Inves­tor auch kom­pro­miss­be­reit und gibt sich zumin­dest um die Sor­gen der Anrai­ner bemüht. Viel­leicht hät­te so ein Inves­tor ja Inter­es­se dar­an gehabt, dem Pro­jekt noch einen wei­te­ren z.B. sozialen/kulturellen Aspekt hin­zu­zu­fü­gen. Das hät­te den Men­schen in der Umge­bung gut getan, und dann ist dem Inves­tor auch der Image­ge­winn zu gönnen.
      Ich habe den Ein­druck, Bür­ger­be­we­gun­gen Ihrer Art tra­gen immer mehr zu einem Kli­ma bei, bei denen aus Sicht der Inves­to­ren die Anrai­ner ein läs­ti­ges Pro­blem dar­stel­len, wel­ches man mit ein­kal­ku­lie­ren und womit man leben muss. Statt­des­sen wäre es doch bes­ser, wenn die angren­zen­de Bevöl­ke­rung bei sol­chen Vor­ha­ben als eine Grup­pe gese­hen wer­den wür­de, die man mit Inter­es­se anhört, und die unter­stüt­zend dazu bei­trägt dass sol­che Pro­jek­te zum Gefal­len aller gelingen.
      Als Inves­tor wären mir dann doch die etwas gerin­ge­re Ren­di­te pro Pro­jekt egal, wenn ich mich statt­des­sen im Wett­be­werb mit Kon­kur­ren­ten durch beson­ders gelun­ge­ne, inte­gra­ti­ve Pro­jek­te abset­zen kann. Und mir zudem auch noch die gan­zen Anwalts­kos­ten spa­re! Dann ver­di­en ich am Schluss sogar mehr.

      Nur mal als Bei­spiel: In der Gegend hät­ten man­che, dar­un­ter vie­le älte­re Leu­te, ger­ne einen Ort um sich mit ihren Rent­ner-Freun­den zum Früh­stück oder Kaf­fee­trin­ken zu tref­fen. Man hät­te zum Bei­spiel mit dem Inves­tor dahin arbei­ten kön­nen, dass ent­lang der Bahn­tras­se etwas erhöht ein Café mit gro­ßen Pan­ora­ma-Fens­tern und Ter­ras­se ent­steht. Die Lage ist für Woh­nun­gen wegen der Nord­aus­rich­tung und dem Bahn­ver­kehr eh pro­ble­ma­tisch. Für ein Café oder Restau­rant aber sehr inter­es­sant, weil das Pan­ora­ma dort schon sehr schön und ein­zig­ar­tig ist wie ich fin­de. Ob das Café dann ein pri­va­ter Betrei­ber über­nimmt, oder eher Orga­ni­sa­tio­nen wie die AWO oder ähn­li­ches sind ande­re, wei­te­re Fragen.
      Das ist auch aus Inves­to­ren­sicht nicht abwe­gig, weil man dafür even­tu­ell För­der­gel­der von Stif­tun­gen oder dem Bund bean­tra­gen kann, und man wie schon gesagt einen enor­men Image­ge­winn hat.

      Übri­gens, ich schrieb ”Mehr als von einem Inves­tor, der, wenn er die Schnau­ze voll hat auf sol­che Umgangs­for­men, ein­fach baut wie er will – weil er darf!”. Das war all­ge­mein gemeint. Ihr “darf er nicht! er hat gar kein bau­recht”, stimmt ja auch nur noch aktu­ell. Am Ende ist der Inves­tor doch eh wie­der der Gewin­ner, und dann darf er tat­säch­lich. In der Zwi­schen­zeit ist viel Geld für Anwäl­te und vie­le pri­va­te Mühen ver­geu­det wor­den, die man auch hät­te anders nut­zen können.

      P.S.: Inter­es­san­te Bilder!

  3. sehr geehr­te domi­ni­que hensel,
    sehr geehr­te damen und herren,

    die plä­ne wur­den, nach mei­ner wahr­neh­mung, bei die­ser ver­an­stal­tung, als auch bei frü­he­ren ver­an­stal­tun­gen kei­nes­wegs nur von den bür­ger­initia­ti­ven abge­lehnt, son­dern mehr­heit­lich von den anwe­sen­den bürgern.

    bezüg­lich der dro­hung des inves­tors groth sei hier angemerkt:
    der eigent­li­che eigen­tü­mer des grun­stücks ist nach wie vor die ca- immo- berlin.
    groth wird, gemäß sei­nes kauf­ver­tra­ges erst eigen­tü­mer, wenn bau­recht ergan­gen ist.
    soll­te, dank des bür­ger­be­geh­rens und eines fol­gen­den bür­ger­ent­scheids, kein bau­recht erge­hen, bleibt die ca-immo-ber­lin eigen­tü­mer des gelän­des und groth hat abso­lut nicht zu ent­schei­den wie die wei­ter­ver­wen­dung orga­ni­siert wird.
    ergo- ist die sache, daß wenn nicht gebaut wird groth dort gewer­be ansie­deln wird, schlich­ter dings ein bluff, oder aber auf gut deutsch eine lee­re dro­hung und somit gegenstandslos.

    da ein erfolg­rei­ches bür­ger­be­geh­ren und eine fol­gen­der, erfolg­rei­cher bür­ger­ent­scheid, einem bvv- beschluss gleich­kommt, ent­spricht das einer tota­len bebau­ungs­ab­leh­nung durch die bvv, bestand­teil des bürgerbegehrens/ bür­ger­ent­scheids ist die auf­for­de­rung an das bezirks­amt für die flä­chen einen bebau­ungs­plan- grün­flä­che aufzustellen.
    wir erin­nern uns ein erfolgreiche(s)r bürgerbegehrens/ bür­ger­ent­scheid ent­spricht einem bvv beschluss.
    somit ist das bezirks­amt damit bvv- gemäß auf­ge­for­dert auf den flä­chen statt bau­recht, grün­flä­che per bebau­ungs­plan fest zu schreiben.
    der grund­stücks­ei­gen­tü­mer, die ca- immo- ber­lin hat dann das recht, daß das land ber­lin ihnen die flä­chen zum grün­land­preis abkauft.

    fin­den sie nicht, daß klingt ganz anders, als das was groth androht?
    also gemach, gemach und bloß nicht ban­ge machen lassen!

    lie­be weddinger,
    bit­te ent­schei­den sie sich den bebau­ungs­wi­der­stand zu unterstützen.
    bit­te täti­gen sie schrift­li­che ein­wen­dun­gen gegen die bebaungs­plä­ne (wahr­schein­lich ab mit­te februar)
    und bit­te unter­zeich­nen sie (wahr­schein­lich auch ab mit­te febru­ar) das bür­ger­be­geh­ren gegen die bebau­ung und für die fer­tig­stel­lung und erwei­te­rung des mauerparks.

    mit freund­li­chen grü­ßen- hei­ner funken

    (Hei­ner Fun­ken ist Ver­tre­ter der Mau­er­park Stif­tung Welt-Bür­ger-Park e.V., die Mit­glied im in der Mau­er­park-Alli­anz ist – Anm. der Weddingweiser-Redaktion)

    • Ob Gort Gewer­be baut oder bau­en kann, dar­auf kommt es ja nicht an, wenn im Gegen­zug die CA-IMMO dann Gewer­be dort ansiedelt.

      Wenn ich sie (bei allem Mühe geben) rich­tig ver­stan­den habe, will die Bür­ger­be­we­gung im End­ef­fekt, dass der Fit­zel, wo zur Zeit Gewer­be­ge­biet ist, auch Park wird.
      Des­we­gen begeh­ren sie die Ände­rung des B‑Plans in die­sem Gebiet zu Grünflächen. 

      Es stimmt, dass das Land Ber­lin in dem von ihnen geschil­der­ten Fall dem Eigen­tü­mer dann die­ses Gebiet für den Grün­flä­chen­preis abkau­fen kann – aber sagen sie bit­te auch, dass Ber­lin dann wei­ter­hin auch zu Scha­den­er­satz­zah­lun­gen ver­pflich­tet ist, die sich aus dem ver­trags­wid­ri­gen Ver­hal­ten erge­ben!! Und ob der Eigen­tü­mer ver­kauft, weiß man auch nicht. Dann bleibt dort Gewerbe.

      Ich bekom­me den Ein­druck, dass sie die Ver­dopp­lung des Mau­er­park-Gelän­des und das ent­ste­hen von neu­em Wohn­raum für einen im Ver­gleich klei­nen Fit­zel Park auf’s Spiel set­zen, und breits jeden frucht­ba­ren Dia­log zwi­schen allen betei­lig­ten im Keim erstickt haben.

      Stel­len Sie sich vor, sie hät­ten die­se gan­ze Ener­gie zum Bei­spiel dar­in gesteckt, zu ver­su­chen, die Zahl des güns­ti­gen Wohn­rau­mes zu erhö­hen! Oder eine beson­de­re Archi­tek­tur zu ermög­li­chen! Oder den Inves­tor zur Schaf­fung bei­spiels­wei­se einer klei­nen offe­nen Büh­ne oder eines ähn­li­chen Kul­tur­or­tes zu bewe­gen. Da hät­ten eine gan­ze Men­ge Men­schen mehr von gehabt.
      Mehr als von einem Inves­tor, der, wenn er die Schnau­ze voll hat auf sol­che Umgangs­for­men, ein­fach baut wie er will – weil er darf!

  4. Bin nicht ganz im Bilde:
    Auf den ers­ten Blick sieht das doch nach einer guten Sache aus…aber was sagt schon der ers­te Blick.
    Also, war­um ist der Plan jetzt schlecht?

    • Die Bür­ger­initia­ti­ven kri­ti­sier­ten unter ande­rem, dass die Bebau­ung zu dicht sei. Auch die Zuwe­gung über das Brun­nen­vier­tel (und nicht über das Gleim­vier­tel) wird kri­ti­siert. Befürch­tet wird, dass die Jugend­farm Moritz­hof und die Gleim-Oase wei­chen muss und dass das grü­ne Band unter­bro­chen wird. Die Maß­nah­me ist auch umstrit­ten, weil befürch­tet wird, dass zu wenig güns­ti­ge Woh­nun­gen gebaut wer­den und zu vie­le teu­re Eigen­tums­woh­nun­gen … Außer­dem gab es ein jah­re­lan­ges Bür­ger­be­tei­lungs­ver­fah­ren, in dem Vor­schlä­ge erar­bei­tet wur­den. Die fin­det man­chei­ner nicht aus­rei­chend berücksichtigt.

      • Zu dich­te Bebau­ung? Was heißt das? Und wel­che Befürch­tun­gen sind damit verbunden?
        Wo ist das Pro­blem mit der Zuwe­gung? Wohin über­haupt? War­um ist das Gleim­vier­tel zu bevorzugen?
        Das wei­chen vom Moritz­hof und vor allem der süßen Gleis-Oase wäre wirk­lich schei***, aber das sieht der Plan doch gar nicht vor, oder ver­guck ich mich da ganz krass?
        Was das Ver­hält­nis von güns­ti­gen zu teu­re­ren Woh­nun­gen angeht, kann ich die Kri­tik ver­ste­hen. Wäre natür­lich schön wenn mehr Leu­te unab­hän­gig vom Ein­kom­men in der schö­nen Lage am Mau­er­park woh­nen könn­ten. Mehr güns­ti­ger Wohn­raum ist immer bes­ser, den­ke ich.

        Das die betei­lig­ten einen öffent­lich-recht­li­chen Ver­trag aus­ge­han­delt haben, wirkt natür­lich komisch aber ist doch nur eine Vari­an­te derer sich die öffent­lich-rech­ti­che Ver­wal­tung bedie­nen kann, anstatt einen Ver­wal­tungs­akt zu schlie­ßen, vgl. §§54ff. VwVfg. Irgend­wel­che Scha­dens­er­satz­for­de­run­gen etc. wären auch ohne Ver­trag auf das Land Ber­lin zuge­kom­men, wenn die Behör­den Mist bau­en. Das gilt für Groß­in­ves­ti­tio­nen genau­so wie für Einfamilienhäuschen.

        Ich fin­de fet­te Inves­to­ren-Pro­jek­te auch ten­den­zi­ell erst­mal ziem­lich dubi­os, aber hier erschließt sich mir die Kri­tik nicht ganz.
        Irgend­was muss ich doch über­se­hen, oder wol­len alle lie­ber einen klei­ne­ren Mau­er­park und dafür lie­ber lär­men­des, unat­trak­ti­ves Gewerbe?

        Wirkt so, als wür­den die Betei­lig­ten befürch­ten der “böse” Gesund­brun­nen könn­te zu nah an das schöööö­ne Prenzlberg ranrücken.

        Ich raff es ernst­haft nicht! Und die Web­site von Groth ist natür­lich mit Vor­sicht zu genie­ßen. Aber die Web­site von der Mau­er­park-Alli­anz gibt auch nichts geschei­tes von sich. Kennt jemand seriö­se, d.h. objek­ti­ve Quel­len zu dem Thema?

        • Die Pres­se berich­tet regel­mä­ßig, wobei es kaum neu­tra­le Berich­te gibt. Die meis­ten Medi­en schla­gen sich auf eine Sei­te. Auf der Inter­net­sei­te des Quar­tiers­ma­nage­ments Brun­nen­stra­ße ist die Bür­ger­be­tei­lung in Pro­to­kol­len doku­men­tiert (http://www.brunnenviertel-brunnenstrasse.de/Downloads.145.0.html). Das ist viel­leicht ein wenig müh­sam zu lesen, ist aber eine wei­te­re Quel­le. Ansons­ten hilft nur, den Bebau­ungs­plan anzu­schau­en und sich eine eige­ne Mei­nung zu bilden.

  5. hal­lo,
    hope you´re fine!
    wenn die bebau­ungs­plä­ne am mau­er­park schei­tern, das gan­ze dann wie­der gewer­be­ge­biet wer­den soll­te, feh­len dann nicht die 2 ha, die den park 10 ha groß machen wür­den und müss­te ber­lin dann der alli­anz umwelt­stif­tung die € 2,4 mil­lio­nen för­de­rung, die man damals mit die­ser auf­la­ge bekom­men hat, zurückzahlen?
    einen schö­nen tag noch,
    hans boekhorst

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