///

Klare Kante gegen Rechts im Strandbad Plötzensee

8

Strand und Steg am Plötzensee

Im Strand­bad Plöt­zen­see wur­de nach ras­sis­ti­schen Belei­di­gun­gen und Holo­caust­leug­nung der selbst­er­nann­te “Volks­leh­rer” Niko­lai Ner­ling raus­ge­schmis­sen. Kla­re Kan­te gegen Rechts – gera­de im Wed­ding unheim­lich wich­tig, fin­det unse­re Autorin.

Das Strand­bad Plöt­zen­see bedeu­tet für vie­le Wed­din­ger ein bun­tes Trei­ben, Ent­span­nung und natür­lich die Erfri­schung beim Sprung ins kal­te Nass. Vor Ort trifft man einen Quer­schnitt durch den Wed­ding – Men­schen aus allen Kiezen und Stra­ßen­zü­gen, ob alt, ob jung, alle sind will­kom­men und kön­nen den Tag am Strand verbringen.

Es gibt aller­dings Men­schen, die dort nicht will­kom­men sind: Rechts­ex­tre­me. Und das ist auch gut so. Am Mitt­woch (03.09.) hat­te sich, offen­bar zum wie­der­hol­ten Male, Niko­lai Ner­ling dort ein­ge­fun­den. Die Mit­ar­bei­ter kann­ten ihn nicht, wes­halb er nicht wei­ter auf­fiel. Der selbst­er­nann­te “Volks­leh­rer” Niko­lai Ner­ling ist vor allem bekannt durch sei­ne rechts­ex­tre­me Hal­tung und sei­ne (geschei­ter­ten) Ver­su­che, trotz die­ser Ideo­lo­gie im Schul­dienst ange­stellt zu blei­ben. Laut Tages­spie­gel erhebt die Staats­an­walt­schaft Ber­lin gegen Ner­ling der­zeit wegen “Ver­harm­lo­sung von Gräu­el­ta­ten des Natio­nal­so­zia­lis­mus, Leug­nen der Scho­ah, Zei­gen des Hit­ler­gru­ßes sowie Belei­di­gung und kör­per­li­che Miss­hand­lung” Anklage.

Die­se men­schen­feind­li­che Hal­tung beka­men die Mit­ar­bei­ter im Strand­bad Plöt­zen­see lei­der direkt zu spü­ren. Ein Mit­ar­bei­ter, den Ner­ling als Mos­lem erkannt haben woll­te, wur­de von ihm ras­sis­tisch belei­digt. Zudem leug­ne­te er – mal wie­der – den Holo­caust. Dar­auf­hin wur­de vom Haus­recht Gebrauch gemacht und Ner­ling wur­de des Strand­bads ver­wie­sen. Kla­re Kan­te gegen Rechts ist etwas, was über­all wich­tig ist. Im Wed­ding jedoch betrifft es uns alle noch viel mehr. Men­schen wie Ner­ling und ihre Ideo­lo­gien stel­len eine aku­te Gefahr nicht nur für unse­re Demo­kra­tie dar, son­dern auch für vie­le Wed­din­ger im All­tag. Es ist essen­ti­ell, dass Orte wie das Strand­bad Plöt­zen­see siche­re Orte für alle sind.

Rechter Shitstorm im Netz gegen das Strandbad

Auf Grund eines Vide­os von Ner­ling, in dem er die Ereig­nis­se kom­plett anders dar­stellt und sich als Opfer der gan­zen Situa­ti­on sti­li­siert, bekommt das Strand­bad Plöt­zen­see gera­de mas­siv Gegen­wind von Rechts auf ihren Social Media Kanä­len. Zudem ist das E‑Mail-Post­fach voll mit Empör­ten und das Tele­fon steht bei 30–40 Anru­fen die Stun­de auch nicht mehr still. Die­se Tech­ni­ken von Rech­ten sind bekannt. Auch die Goog­le-Bewer­tun­gen vom Strand­bad Plöt­zen­see wer­den durch 1‑S­tern-Bewer­tun­gen her­un­ter­ge­drückt. Es ist in Ber­lin nicht der ers­te rech­te Shit­s­torm gegen eine Ein­rich­tung, die sich klar gegen Rechts­ex­tre­me und natio­na­lis­ti­sche Ideo­lo­gien stellt. Und es wird ver­mut­lich nicht der letz­te sein. Was den Betrof­fe­nen hilft, ist Solidarität.

Betrei­ber Flo­ri­an ist auch heu­te noch von den Berich­ten sei­ner Mit­ar­bei­ter bewegt – er sel­ber ist gera­de nicht vor Ort und wur­de von dem Gan­zen etwas über­rum­pelt. Den­noch ist klar: Im Strand­bad Plöt­zen­see haben Recht­ex­tre­me und Holo­caust­leug­ner kei­nen Platz. Der Wed­ding ist bunt. Die Plöt­ze bleibt bunt. Wir vom Wed­ding­wei­ser ste­hen geschlos­sen hin­ter dem Strand­bad Plötzensee.

Anm.d.R.: Das Video eines Rechts­ex­tre­men und Holo­caust­leug­ners ver­lin­ken wir hier selbst­ver­ständ­lich nicht.

Das Strand­bad Plötzensee
auf Face­book
auf Insta­gram

8 Comments

  1. Lie­be Men­schen vom Strand­bad Plötzensee,
    vie­len Dank für eure Haltung!!
    Sagt eine OMA GEGEN RECHTS💖💖💖
    Ihr seid großartig.
    Ange­li­ka Krüger

  2. Ich fin­de es krass, dass der sich noch hier im Wed­ding rum­treibt. Naja kriegt wahr­schein­lich gera­de schön auf­find von den gan­zen Nazi-Coro­na-Demos hier. Cool, dass sie wenigs­tens sta­bil blei­ben und nicht jeden scheiß dul­den wie man­che ande­re ein Einrichtung.

  3. Gut zu wis­sen, dass Neu-Rech­te & Ras­sis­ten wie die­ser Typ im Strand­bad Plöt­zen­see erkannt und dann auch raus­ge­schickt wer­den. Danke!

  4. Schlimm, dass man hier, im mul­ti­kul­tu­rel­len Wed­ding sol­ches Pack nicht ein­fach davon­ja­gen kann, ohne einen Shit­s­torm von die­sem brau­nen Gesocks auszulösen.
    Und Haus­recht ist nun­mal Haus­recht! Hier wird genau die Demo­kra­tie ein­ge­for­dert, die sonst gna­den­los abge­lehnt wird!

Schreibe einen Kommentar zu Angelika Antworten abbrechen

Your email address will not be published.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.