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Bezirk will noch 2022 erste Straßensperren errichten:
Kiezblock Brüsseler Kiez

Bezirk will noch 2022 erste Straßensperren errichten

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Unter den zwölf “Kiez­blocks” für Mit­te ist die Pla­nung für den im Brüs­se­ler Kiez schon rela­tiv weit gedie­hen. Die neue BVV Mit­te hat bereits im Novem­ber mit den Stim­men von Grü­nen, SPD und Lin­ken ein Kon­zept zur Umset­zung emp­foh­len, das von einer loka­len Initia­ti­ve ent­wi­ckelt wor­den war. Der Bezirk will das Kon­zept jetzt prü­fen und strebt an, noch in die­sem Jahr mit der Umsetzung zu beginnen.

Mit Hil­fe von Pol­ler­rei­hen quer und dia­go­nal über die Straße soll der Durch­gangs­ver­kehr durch den Brüs­se­ler Kiez unmög­lich gemacht wer­den. Man kann ihn nach Umsetzung des Kon­zepts mit vier­räd­ri­gen Kraft­fahr­zeu­gen weder in Nord-Süd- noch in Ost-West-Rich­tung mehr durchfahren. Dazu soll an der Kreu­zung Gen­ter und Ost­ender Straße eine Dia­go­nal­sper­re auf­ge­baut wer­den, die den KfZ-Verkehr aus Rich­tung Mül­ler­stra­ße zur Luxem­bur­ger hin lei­tet (und umge­kehrt) und den von der See­stra­ße über die
Ant­wer­pe­ner wie­der zurück zur See­stra­ße schickt (sie­he Kar­te). Die Ost­ender Stra­ße wird zusätz­lich auf Höhe der Mit­tel­strei­fen Ant­wer­pe­ner Stra­ße und Ernst-Friedrich-Promenade gesperrt, die Brüs­se­ler Stra­ße an der Kreu­zung Antwerpener.


Bei der Ent­wick­lung des Ver­kehrs- und Frei­raum­kon­zep­tes Brüs­se­ler Kiez im Jahr 2017 waren ähn­li­che Vor­schlä­ge zwar öffent­lich debat­tiert, aber von den beauf­trag­ten Verkehrsplanern nicht berück­sich­tigt wor­den. Auch das Straßen- und Grün­flä­chen­amt stand damals sol­chen Ideen noch äußerst kri­tisch gegen­über. Als von “gebiets­frem­den Ver­kehr beson­ders belas­te­ten Bereich hat­ten die Experten nach inten­si­ven Unter­su­chun­gen damals die gesam­te Gen­ter Stra­ße iden­ti­fi­ziert und eine Ver­en­gung der Fahrbahn sowie Geh­weg-Vor­stre­ckun­gen in den Kreuzungsbereichen vor­ge­schla­gen. Den größ­ten Teil der Verkehrsströme im Gebiet führ­ten sie jedoch auf Park­such­ver­kehr von Orts­frem­den zurück: Vor allem die Beschäf­tig­ten und Stu­die­ren­den der Hoch­schu­le für Tech­nik und die Beschäftigten und Besu­cher des Virchow-Kli­ni­kums sowie des Rathauses Wed­ding iden­ti­fi­zier­ten sie als des­sen Hauptursache.

Ihre For­de­rung nach Park­raum­be­wirt­schaf­tung wird demnächst umge­setzt: Ab dem 15. Juni sol­len Brüs­se­ler und Spren­gel­kiez zusam­men die “Park­zo­ne 77″ bil­den. Dann fällt der Park­such­ver­kehr Orts­frem­der fast völ­lig weg, was sich spür­bar auf die Ver­kehrs­be­las­tung im Brüs­se­ler Kiez aus­wir­ken soll. Die zusätz­lich gefor­der­te Ver­en­gung der Gen­ter Stra­ße schei­ter­te bis­lang vor allem an den ein­ge­schränk­ten per­so­nel­len Kapa­zi­tä­ten des zustän­di­gen Straßen- und Grün­flä­chen­am­tes, nicht aber an den Finan­zen: Die Gen­ter Stra­ße liegt im “Leben­di­gen Zen­trum Müllerstraße”, wo für sol­che Maß­nah­men För­der­mit­tel des gleich­na­mi­gen Bund-Län­der-Pro­gramms zur Ver­fü­gung stehen.


Kiezblock
Ers­te Dia­go­nal­sper­re an der Bel­ler­mann­stra­ße; Foto: And­rei Schnell

“Die hier skiz­zier­ten Ansät­ze zur Ver­kehrs­be­ru­hi­gung mittels Dia­go­nal­sper­ren sind im Rah­men der dama­li­gen Betrachtung des Unter­su­chungs­raums nicht berück­sich­tigt wor­den”, so führ­te das Bezirks­amt am 22.2.22 in einer Stel­lung­nah­me an die BVV Mit­te aus: “Einer­seits ist dies der kri­ti­schen Auf­fas­sung von Dia­go­nal­sper­ren durch die Fach­öf­fent­lich­keit zum dama­li­gen Zeit­punkt geschul­det, ande­rer­seits lag der Fokus zum Zeit­punkt der Erstel­lung in ers­ter Linie auf linea­ren Maß­nah­men (im Zusam­men­hang
des Stra­ßen­ver­laufs). Die sich nun auch in Ber­lin ste­tig mul­ti­pli­zie­ren­de Auf­fas­sung, dass gan­ze Stra­ßen­blö­cke von Durch­gangs­ver­keh­ren via Dia­go­nal­sper­ren befreit wer­den sol­len, hat der Bezirk Mit­te in sei­nen konzeptionellen Über­le­gun­gen auf­ge­grif­fen. Im Umfeld des Bellermannkiezes wur­den ers­te Dia­go­nal­sper­ren bereits errichtet. Das SGA (Stra­ßen- und Grün­flä­chen­amt, Anm. d. Red.) beabsichtigt, die Maß­nah­men für den Brüs­se­ler Kiez zu prüfen und in eine umset­zungs­rei­fe Kon­zep­ti­on zu überführen. Der Beginn der Umset­zung wird in 2022 ange­strebt. Ver­zö­ge­run­gen kön­nen jedoch infol­ge hoher Aus­las­tung und ver­wal­tungs­recht­li­cher Ver­fah­ren nicht ausgeschlossen werden.”

Autor: Chris­tof Schaffelder

Aus­führ­li­che Infor­ma­tio­nen zum Ver­kehrs- und Freiraumkonzept Brüs­se­ler Kiez fin­den Sie auf www.muellerstrasse-aktiv.de/downloads unter dem Stich­wort »ver­kehrs- und
frei­raum­kon­zept nebenstraßen«

Die­ser Arti­kel erschien zuerst in der Sanie­rungs­zei­tung “Ecke Mül­ler­stra­ße”, Aus­ga­be April/Mai 2022

Gastautor

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2 Comments

  1. Hal­lo Max

    hat­ten sie es zum Piz­za­es­sen mit oder ohne Kin­der­wa­gen auf die ande­re Stra­ßen­sei­te geschafft

    Ehr­lich man sie brin­gen mich jedes mal zum lachen … sie ret­ten mir mei­nen Tag 

    Dan­ke und Gruß

  2. Glück­wunsch an den Brüs­se­ler Kiez, da wird die Fahr­rad Stra­ße jetzt wirk­lich zur Fahr­rad Straße.
    Wir hat­ten auf­ge­hört dort Piz­za essen zu gehen, da der Kfz Ver­kehr schlicht nerv­te, schön dass es bald wie­der mög­lich ist.

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