Unsere Autor:innen sind nicht nur im Wedding unterwegs – sie sind mittendrin im Alltag. Im Supermarkt, auf dem Spielplatz oder beim Schlendern durchs Viertel: Überall warten Geschichten, Geräusche, Begegnungen. Und manchmal schreiben uns sogar Leser:innen direkt. So entstehen sie – diese kleinen, echten Kiezmomente. Alles Wedding.
Wedding by the sea

Morgens, halb 11 in der Otawistraße. Ich habe mich mit einem Kaffee und einer Apfeltasche vor die kleine türkische Bäckerei gesetzt. Pause im Home-Office. Auf dem Kopf habe ich die helle Schirmmütze, die ich mir von unserem Ostseeurlaub mitgebracht habe. Vorbeigelaufen kommt ein Mann Mitte 40 in rotem T-Shirt und kurzen Hosen. Er bleibt stehen und salutiert: „Mein Kapitän, Mein Kapitän!“ Erst da fällt mir auf, dass ich auch den blau-weiß-gestreiften Pullover von der Küste angezogen habe. So ganz will ich wohl nicht, dass mein Urlaub schon vorbei ist. „Moin, moin“ grüße ich seemännisch zurück. Mein Weddinger Matrose grinst und läuft mit strammem Schritt weiter.
Pfand – aber sofort in bar, bitte

Ich stehe an der Kasse im Supermarkt am Leopoldplatz. Vor mir nur drei Leute mit kleinen Einkäufen mitten in der Woche – überschaubar. Die Kassiererin wirkt fit, mit Headset und guter Laune.
Doch dann stockt die Schlange. Am Anfang gibt es ein Problem mit einer App, die partout nicht kassieren will. Mehrere Versuche, halbe Diskussionen, die Kundin ist genervt. Sie habe noch nie eine „deutsche, banktaugliche“ App auf ihr Handy geladen und werde das auch nie tun. Da ahnte ich schon: Das dauert.
Plötzlich drängelt sich ein weiterer Kunde dazu. In der Hand nur ein Pfandbon, den er der Kassiererin fast vors Gesicht hält. Sein Anliegen: sofortige Barauszahlung. Dass die Kasse noch blockiert ist, scheint er gar nicht zu verstehen.
Die Kassiererin, ohnehin mit dem App-Problem beschäftigt, bittet ihn mehrfach, sich hinten anzustellen. Doch er bleibt freundlich, aber bestimmt: Er wolle sofort sein Geld. Selbst ihre deutlichen Gesten helfen nicht.
Ich versuche zu vermitteln: „Lassen Sie ihn doch eben den Bon einlösen, das geht doch schnell.“ Doch die Kassiererin bleibt hart: „Nein, das geht bei uns nicht. Der Pfandautomat ist direkt gegenüber – sonst würden sich ständig Leute mit Pfandbons vordrängeln. Das ist unfair!“
Und tatsächlich: Am Leo sieht man oft, wie die Pfandjäger mit mega-großen Plastiktüten am Automaten alles abladen und dann gleich an die Kassen drängen. Da habe ich verstanden: Fairness muss sein – auch beim Pfand.
Renate Straetling

Eine Mondfinsternis gab es neulich bei klarem Himmel zu beobachten. Andaras Hahn hat den Mond über der Swinemünder Brücke fotografiert.
Mitgehört im Wedding
Die Mutter steht mit dem Kinderwagen vor dem Aufzug am U-Bahnhof Osloer Straße. Die Türen gehen auf – vollgestopft mit Koffern, Rollator, Fahrrad. Der ältere Herr: „Kommen Sie, wir rücken zusammen.“
Die Radfahrerin: „Ich nehm die Treppe, kein Problem.“ – und schiebt ihr Rad heraus. Ein junger Mann zieht seinen Koffer enger ran: „Jetzt passt’s.“
Oben angekommen, ein kurzes Nicken, ein Lächeln – und alle gehen ihrer Wege.
Und jetzt seid ihr dran!
Ihr habt etwas gesehen oder erlebt, das in die Kiez-Momente gehört? Dann schickt uns eure Entdeckung – gern mit Foto – an:
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Und wenn ihr Lust auf mehr Wedding habt: Bleibt dran! Wir sammeln weiter für euch – kleine und große Geschichten aus dem Kiez.

Kennt ihr schon die App, mit der ihr den Wedding immer dabei habt? Nehmt euer Smartphone: Auf weddingweiser.de/app könnt ihr in den App Store gehen und seid ab sofort immer bestens informiert.


Great read! These little Kiez moments bring the neighborhood to life. The mix of everyday stories and community spirit is heartwarming. Keep up the fantastic work!
Hallo Unblockierte Baseballspiele
Hab das mal für alle Weddinger, und mir, die nicht der englischen Sprache mächtig sind mit Deepl übersetzt
Toller Artikel! Diese kleinen Kiez-Momente erwecken das Viertel zum Leben. Die Mischung aus Alltagsgeschichten und Gemeinschaftsgeist ist herzerwärmend. Weiter so mit dieser fantastischen Arbeit!
Danke! Das geht runter wie Öl
Nette Banalitäten aus dem Kiez. Haben Sie Interesse an meinem denkwürdigen Kiezmoment, in dem eine türkische Jugendgang versucht hat, mich auf offener Straße am helllichten Tag totzuschlagen. Die nicht so schönen Seiten in Wedding.
Nein, dafür sind andere zuständig! Vielleicht lieber an die B.Z.?
wenn das nicht die Ignoranz ist, die der AFD viele Stimmen bringt, so oft und konsequent es unsere „guten“ Weltverbesserer es zeigen. Herr Chrupalla wird sich dafür bedanken 🤣🤣🤣