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Internationale Musiktage mit 2300 Pfeifen

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Die Hill-Orgel in der St. Afra-Kirche in der Graunstraße. Foto: Institut St. Philipp Neri Berlin
Die Hill-Orgel in der St. Afra-Kir­che in der Graun­stra­ße. Foto: Insti­tut St. Phil­ipp Neri Berlin

Die­ser Text han­delt für die meis­ten Leser von einem eher unge­wöhn­li­chen The­ma: von einer Orgel. Das Instru­ment steht in Kir­che der St. Afra-Gemein­de in der Graun­stra­ße 31. Es soll die größ­te und schöns­te eng­li­sche Orgel in Deutsch­land sein. Wer wei­ter liest, erfährt eini­ges über die Orgel und auch von den 1. Inter­na­tio­na­len Hill-Orgel-Tagen, die am Mitt­woch (17.8.) beginnen.

Über die Hill-Orgel

Orgeln sind alte Instru­men­te. Auch die Hill-Orgel in der Graun­stra­ße ist alt, sie wur­de 1869 vom eng­li­schen Orgel­bau­er Wil­liam Hill gebaut. Im Brun­nen­vier­tel ist sie jedoch die Neue, die ihre Zuhö­rer mit ihrem beson­ders wei­chen und kraft­vol­len Klang begeis­tert. Erst im ver­gan­ge­nen Novem­ber ist das Instru­ment mit sei­nen über 2300 Pfei­fen bei einem Eröff­nungs­kon­zert ein­ge­weiht worden.

Das Insti­tut Phil­ipp Neri hat­te die Orgel vor fünf Jah­ren für nur 1000 bri­ti­sche Pfund in der eng­li­schen Graf­schaft Staf­fordshire von einer geschlos­se­nen Metho­dis­ten­ge­mein­de gekauft. Die katho­li­sche Gemein­de aus Ber­lin hat die güns­ti­ge Gele­gen­heit genutzt, die Orgel gekauft und in Tsche­chi­en restau­rie­ren las­sen. Ins­ge­samt 360.000 Euro haben Restau­rie­rung und Trans­por­te gekos­tet. Wäh­rend 160.000 Euro davon die Lot­to­stif­tung dazu gab, wur­de der gro­ße Rest über Spen­den­geld finanziert.

Die Kirche der St. Afra-Gemeinde

Das Institut Philipp Neri in der Graunstraße. Foto: Andrei Schnell
Das Insti­tut Phil­ipp Neri in der Graun­stra­ße. Foto: And­rei Schnell

Das katho­li­sche Insti­tut Phil­ipp Neri ist die Hei­mat der St. Afra-Gemein­de. Hier in der Graun­stra­ße 31 wird die Mes­se nach klas­si­schem römi­schen Ritus gefei­ert. Dazu gehört zum Bei­spiel, dass die Lit­ur­gie auf Latein abge­hal­ten wird und der Pries­ter sind dem Altar zuwen­det, nicht der Gemein­de. Das Insti­tut Phil­ipp Neri ist eine Gesell­schaft päpst­li­chen Rechts. Das bedeu­tet, sie ist nicht Teil des Erz­bis­tums Ber­lin, son­dern direkt Rom unter­stellt. Daher bekommt die Gemein­de im Brun­nen­vier­tel auch nichts aus dem deut­schen Kir­chen­steu­er­auf­kom­men ab und muss sich aus Spen­den finanzieren.

Die Kir­che in der Graun­stra­ße wur­de 1897/98 im neu­go­ti­schen Stil als Teil eines Stifts erbaut. Seit 1925 wur­de hier auf einer Orgel aus der Kreuz­ber­ger Werk­statt Din­se gespielt. Als die­se unbe­spiel­bar war, wur­de ab 2005 ersatz­wei­se auf dei­ner klei­nen Digi­tal­or­gel musi­ziert. Zunächst soll­te die alte Orgel erneu­ert wer­den, dann bot sich die Gele­gen­heit die Hill-Orgel zu erwerben.

Über die 1. Internationalen Hill-Orgel-Tage

Die restau­rier­te Hill-Orgel kommt nun bei den 1. Inter­na­tio­na­len Hill-Orgel-Tagen in grö­ße­rem Rah­men zu Ein­satz. Vom 17. bis 20. August spie­len Inter­pre­ten aus Schott­land, den USA und Deutsch­land auf dem Instru­ment. Der Ein­tritt zu den Kon­zer­ten in der St. Afra-Kir­che in der Graun­stra­ße ist frei, es wird jedoch um eine Spen­de in Höhe von 10 Euro gebeten.

Die vier Kon­zer­te im Überblick:

  • Mitt­woch, 17. August, 20 Uhr: Gere­on Krah­forst (Maria Laach), Über­ra­schungs­me­nü eines der bedeu­tends­ten Orgel­im­pro­vi­sa­to­ren Deutschlands
  • Don­ners­tag, 18. August, 20 Uhr: Ivan Bos­nar (Zagreb/Rochester, USA), Wer­ke von Bux­te­hu­de, Bach, Dupré und Improvisationen
  • Frei­tag, 19. August, 20 Uhr: Andrew For­bes (Glas­gow Cathe­dral), Wer­ke von Elgar, Widor, Tour­nemi­re, Muhly.
  • Sams­tag, 20. August, 12 Uhr: Jonas Wil­fert (St. Afra, Ber­lin), Impro­vi­sa­tio­nen zum Kir­chen­jahr über Lied­wün­sche des Publikums

Links

Bei­trag über das Insti­tut Phil­ipp Neri auf dem Wed­ding­wei­ser: Das Insti­tut Phil­ipp Neri, eine Oase hin­ter Backsteinmauern

You­tube-Video über den Auf­bau der Hill-Orgel (4:14 Minuten)

Text: Domi­ni­que Hensel

Dominique Hensel

Dominique Hensel lebt und schreibt im Wedding. Jeden zweiten Sonntag gibt sie hier den Newsüberblick für den Stadtteil. Die gelernte Journalistin schreibt für den Blog gern aktuelle Texte - am liebsten zu den Themen Stadtgärten, Kultur, Nachbarschaft und Soziales. Hyperlokal hat Dominique es auf jeden Fall am liebsten und beim Weddingweiser ist sie fast schon immer.

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