Hier wird im Wedding neu gebaut

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5.03.19 An seit Jahr­zehn­ten brach­lie­gen­de Bau­lü­cken dre­hen sich Bau­krä­ne, auch Grund­stü­cke an Bahn­tras­sen sind nicht mehr vor Neu­bau sicher, und selbst ober­fläch­li­chen Beob­ach­tern wird klar: Ber­lin platzt aus allen Näh­ten. Doch was wird gera­de im Wed­ding gebaut und lohnt sich das wenigs­tens im Hin­blick auf die Behe­bung der Wohnungsnot?

1. Altes wird neu

An der Ecke Müllerstr./Ostender Stra­ße baut die AOK ihr neu­es Ärz­te­haus, das Cen­trum für Gesund­heit. Das benach­bar­te Bestands­ge­bäu­de wird dann nach der Fer­tig­stel­lung des Neu­baus im Som­mer 2020 umzie­hen. Die Grund­stein­le­gung soll noch im April erfolgen.

Für Kin­der pas­siert auch etwas: An der Ecke Tege­ler / Luxem­bur­ger Stra­ße wird für den Aben­teu­er­spiel­platz TELUX ein fes­tes Gebäu­de gebaut. Der Spiel­platz bleibt wäh­rend der Bau­zeit geöffnet.

In der Bau­lü­cke Mal­plaquet­str. 19 ist noch ein his­to­ri­sches Fas­sa­den­teil mit Tor­bo­gen, die eins­ti­ge Ein­fahrt in die Osram­hö­fe, erhal­ten. Das Por­tal wird gera­de in einen Neu­bau inte­griert, in dem vor allem gro­ße Woh­nun­gen ent­ste­hen. Auf der Web­site der Archi­tek­ten wird das Pro­jekt erläutert.

2. Baulücken verschwinden

An der Amru­mer Stra­ße hat die Gewo­bag zwei Stu­den­ten­wohn­hei­me hoch­ge­zo­gen. Haus Nor­der­oog befin­det sich an der Ecke See­stra­ße, Haus Süd­er­oog an der Ecke Ost­ender Stra­ße. Ins­ge­samt 88 Ein- und Zwei-Zim­mer-Woh­nun­gen sowie Ein­hei­ten für Wohn­ge­mein­schaf­ten für ins­ge­samt 195 Stu­den­ten sind ent­stan­den. Die außer­ge­wöhn­li­chen Pro­filglas­fas­sa­den mit wenig Fens­tern sind ein Ent­wurf der Archi­tek­tin Sil­via Car­pa­ne­to, sto­ßen aber auf wenig Zuspruch bei den Weddingern.

Wei­te­re Bau­lü­cken wer­den an der Grün­ta­ler Stra­ße 42/43 und an der Frei­en­wal­der Stra­ße 34/35 im Sol­di­ner Kiez geschlos­sen. Auch hier ent­ste­hen Woh­nun­gen. Und im Eng­li­schen Vier­tel in der Glas­gower Stra­ße 28 ver­schwin­det eine Bau­lü­cke, ein Wohn­haus ent­steht. Das Glei­che pas­siert gera­de auch in der Gen­ter Stra­ße – ein schö­nes Wand­bild muss­te dafür verschwinden.

3. Ganz neue Nachbarschaften

Die neu­es­ten Stra­ßen in Gesund­brun­nen sind der Licht­burg­ring und der Bär­bel-Boh­ley-Ring. Dafür wur­den brach­lie­gen­de Flä­chen nörd­lich des Mau­er­parks bebaut. Direkt vor dem Gleim­tun­nel ist ein Kreis­ver­kehr ent­stan­den, von dem der Licht­burg­ring abzweigt. Die­ses Gebiet aus lau­ter neu­en Wohn­ge­bäu­den (Miet- und Eigen­tums­woh­nun­gen gemischt) kehrt dem Wed­ding aber den Rücken zu. Dass es fast nach allen Sei­ten ein­ge­zäunt ist, trägt dazu bei, dass es sich nach einem “Wohn­ghet­to” anfühlt.

4. Am Bahndamm zeigt sich das ganze Spektrum

An der Mül­ler­stra­ße Ecke Lin­dower Stra­ße am Bahn­hof Wed­ding sind die Nach­kriegs­pro­vi­so­ri­en ver­schwun­den und die rie­si­ge, 20.000 Qua­drat­me­ter gro­ße Flä­che wird gera­de für ein neu­es Geschäfts­haus geräumt, das an der Spit­ze zehn Stock­wer­ke hoch sein wird. Regu­lä­re Miet­woh­nun­gen soll es an die­ser zen­tra­len Stel­le nicht geben.

Das Holzhaus Lynarstraße kurz vor der Fertigstellung. Foto: Hensel
Das Holz­haus Lynar­stra­ße kurz vor der Fer­tig­stel­lung. Foto: Hensel

Ganz in der Nähe, am Bahn­damm an der Lynar­stra­ße zei­gen zwei Pro­jek­te, die unter­schied­li­cher nicht sein könn­ten, wel­che Band­brei­te Woh­nungs­neu­bau im Wed­ding inzwi­schen haben kann. An der Haus­num­mer 38/39 wur­de ein Haus aus Holz gebaut, preis­wer­te Woh­nun­gen wer­den durch teu­re­re Woh­nun­gen quer­fi­nan­ziert und es gibt gemein­schaft­lich genutz­te Ein­rich­tun­gen. Doch schon an der nächs­ten Ecke Lynarstraße/Tegeler Stra­ße ent­ste­hen 80 Eigen­tums­woh­nun­gen, die bis zu 800.000 Euro kos­ten, unter dem wohl­klin­gen­den Namen herz.BERLIN. Den über­hitz­ten Miet­woh­nungs­markt dürf­te das Pro­jekt im Schat­ten der Ring­bahn sicher nicht entspannen.

Einen guten Über­blick über die Neu­bau­pro­jek­te im Wed­ding gibt die Sei­te https://www.architektur-urbanistik.berlin/index.php?tags/wedding/

Dort wer­den alle öffent­lich ein­seh­ba­ren Infor­ma­tio­nen zu Bau­stel­len­sich­tun­gen zusammengetragen.

 

Die ehrenamtliche Redaktion besteht aus mehreren Mitgliedern. Wir als Weddingerinnen oder Weddinger schreiben für unseren Kiez.

1 Comment

  1. Wird ja allet schick im Wed­ding. Aus Schmud­del­ecken wer­den Stu­den­ten­wohn­hei­me mit Bio-Laden und aus öden Plät­zen städ­ti­sche Erleb­nis­zo­nen. Ich zah­le jetzt schon 12 Euro kalt pro Qua­drat­me­ter, also kann ich dem allem ent­spannt zusehen.

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