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Stadtgärten sind bereit für die Saison:
In Weddings Gärten geht’s jetzt los!

Ges­tern war offi­zi­el­ler Früh­lings­an­fang. Das ist natur­ge­mäß auch der Start­punkt für die meis­ten Kiezgärtner:innen. Man­che Gar­ten­pro­jek­te im Wed­ding wer­keln schon längst, bei ande­ren steht der Sai­son­start unmit­tel­bar bevor. Wir haben bei den Stadt­gär­ten des Stadt­teils nach­ge­fragt, was sie sich vor­ge­nom­men haben, wann sie die Nach­bar­schaft ein­la­den und wel­che Neu­ig­kei­ten es gibt.

In die­sem Text geht es um:
Dies­ter­beet +++ Prin­zen­gar­ten +++ him­mel­beet +++ Wil­de 17 +++ Rote Bee­te +++ Nie­mands­land +++ Bel­ler­mann­gar­ten +++ Gleim-Oase +++ Eli­sa­Beet +++ Mau­er­gar­ten +++ Kro­kus­wie­se im Hum­boldt­hain +++ Gar­ten im Schul-Umwelt-Zen­trum Mit­te +++ Kirch­gar­ten St. Paul +++ Brunnengärten +++ 

Diesterbeet

Das Dies­ter­beet ist ein noch sehr jun­ger Hoch­beet­gar­ten in der Swi­ne­mün­der Stra­ße. Er wur­de im Mai ver­gan­ge­nen Jah­res von einer gro­ßen Anzahl Anwohner:innen mit Unter­stüt­zung des Stadt­teil­ver­eins, des Pro­jekts „ps wed­ding“ und des Quar­tiers­ma­nage­ments auf­ge­baut (Platz da! Jetzt wird gegärt­nert). Seit­dem wird in den 23 blau gestri­che­nen Hoch­bee­ten vor dem ehe­ma­li­gen Stand­ort des Dies­ter­weg-Gym­na­si­um gemein­schaft­lich gegärt­nert. In die­ser Sai­son geht es wei­ter damit, wie der Stadt­teil­ver­ein Brun­nen­vier­tel e.V. mit­teilt. Der Ver­ein fun­giert als Kon­takt für alle, die sich für das Gärt­nern im Dies­ter­beet inter­es­sie­ren. Inter­es­sen­ten kön­nen sich direkt in den Ver­eins­räu­men in der Graun­stra­ße 28 oder per E‑Mail [email protected] unter mel­den (der­zeit sind aber alle Beet vergeben).

Das Pro­blem des Gar­tens wird auch in die­ser Sai­son der feh­len­de Was­ser­an­schluss sein. Die Gärtner:innen müs­sen das Gieß­was­ser mit Kan­nen von Zuhau­se mit­brin­gen oder von den Stra­ßen­brun­nen im Kiez holen. Gele­gent­lich unter­stützt laut Brun­nen­vier­tel e.V. auch der Haus­meis­ter der Musik­schu­le neben­an das Befül­len der Gieß­kan­nen mit einem lan­gen Gar­ten­schlauch. In der wär­me­ren Jah­res­zeit wol­len die Akti­ven des Dies­ter­beets auch wie­der spon­ta­ne Tref­fen mit Kaf­fee und Kuchen im und am Gar­ten orga­ni­sie­ren. Wer das beim Vor­bei­lau­fen oder ‑radeln sieht, ist ein­ge­la­den, anzu­hal­ten und ins Gespräch zu kommen.

Prinzengarten

Vor 130 Jah­ren hat der Eigen­tü­mer der Hut­fa­brik Gat­tel hin­ter der Fabrik in der Prin­zen­al­lee 58 einen Gar­ten ange­legt. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg kam die Bra­che Anfang der 1980er Jah­re wie­der zu einer ursprüng­li­chen Nut­zung zurück. Heu­te teilt sich der Gar­ten sozu­sa­gen in zwei Tei­le. Es gibt einen Genos­sen­schafts­gar­ten der PA58, der etwa 300 Qua­drat­me­ter groß ist und mit Rasen, Stau­den, Obst­sträu­chern und alten Laub­bäu­men bewach­sen ist. Seit zehn Jah­ren gibt es zudem den Prin­zen­gar­ten, einen idyl­li­schen Nach­bar­schafts­gar­ten auf 1230 Qua­drat­me­tern, der fast direkt an der Pan­ke liegt.

Die Sai­son beginnt auf der Flä­che am Sonn­tag (27.3.) mit einem ers­ten Gar­ten­grup­pen­tref­fen der Sai­son. Dann wer­den auch die Bee­te ver­teilt. Der Sai­son sehen die Gärtern:innen aller­dings nicht ohne Sor­gen ent­ge­gen. Denn das Land, auf dem sich der Prin­zen­gar­ten befin­det, gehört dem Land Ber­lin. Das Land will auf der Flä­che nun einen drei­stö­cki­gen Schul­bau für Kin­der mit beson­de­rem För­der­be­darf errich­ten. Die Gärtner:innen weh­ren sich gegen den Bau an die­ser Stelle,d er das Aus für den Kiez­gar­ten bedeu­ten wür­de. Nun will der Bezirk zumin­dest eine öffent­li­che Ver­an­stal­tung mit den Betrof­fe­nen geben; der Ter­min steht noch nicht fest.

Der Prin­zen­gar­ten wird von der Nach­bar­schaft gut genutzt. Es gibt Thea­ter­auf­füh­run­gen, Kom­post­ki­no sowie Fes­te für alle. Die benach­bar­te Wil­helm-Hauff-Grund­schu­le nutzt den Gar­ten als Klas­sen­zim­mer im Grü­nen für Kli­ma-Pro­jekt­ta­ge oder für Thea­ter­auf­füh­run­gen. Aktu­el­le Infor­ma­tio­nen über den Gar­ten gibt es unter ande­rem auf Insta­gram.

himmelbeet

Im him­mel­beet beginnt der Früh­ling in die­sem Jahr nicht unbe­dingt mit Früh­blü­hern und Pflan­zen­tausch­tag. Der Gemein­schafts­gar­ten steht vor einem kom­plet­ten Neu­an­fang. Da die Zwi­schen­nut­zung des Stand­orts in der Ruhe­platz­stra­ße ende­te, wech­selt der Gar­ten zur neu­en Adres­se in der Gar­ten­stra­ße, unweit der Lie­sen­brü­cken. Das meis­te Gar­ten­ma­te­ri­al hat mit finan­zi­el­ler Unter­stüt­zung des Senats bereits den Stand­ort gewech­selt, nur das Gar­ten­ca­fé war­tet noch auf den Umzugs­ter­min. Aller­dings feh­len am neu­en Stand­ort noch grund­le­gen­de Din­ge wie ein Was­ser- und ein Strom­an­schluss. Die Kos­ten, um den Gar­ten auf­zu­bau­en, lie­gen laut him­mel­beet-Team bei über 40.000 Euro. Um das Geld für den Neu­start zusam­men zu bekom­men, hat das him­mel­beet die Spen­den­kam­pa­gne „Ret­tet den him­mel­beet Gemein­schafts­gar­ten“ auf GoFund­Me gestar­tet. Jede Spen­de ist willkommen. 

Wilde 17

Die Wil­de 17 ist inzwi­schen schon einer der eta­blier­ten Gemein­schafts­gär­ten im Wed­ding. Mit dem aktu­ell schö­nen Wet­ter hat die Sai­son in der Bött­ger­stra­ße 17 bereits begon­nen. Auf 650 Qua­drat­me­ter ste­hen 40 Hoch­bee­te. Die Orga­ni­sa­ti­on im Gar­ten ist im Ver­gleich zu den ande­ren Pro­jek­ten die­ser Art beson­ders: gegärt­nert wird näm­lich in AGs. Wie Gün­ter Fuchs vom Gar­ten­team erklärt, bil­den vier Bee­te eine Grup­pe. Die­se wird dann von einem erfah­re­nen Gar­ten­mit­glied und bis zu vier wei­te­ren im Rah­men einer AG genutzt. Indi­vi­du­al­bee­te gibt es kei­ne, ein gemein­schaft­li­ches Gärt­nern ist sozu­sa­gen Pflicht. “Bei uns wird gemein­sam gegärt­nert, geern­tet und dann zusam­men gekocht”, sagt Gün­ter Fuchs. Das geht auch im Gar­ten, zum Bei­spiel im Piz­zao­fen. Der Gar­ten war von Anfang an mit einem Zaun umschlos­sen, akti­ve Mit­glie­der kön­nen jeder­zeit hin­ein, spe­zi­el­le Öff­nungs­zei­ten gibt es daher nicht. 

Geöff­net ist immer, wenn jemand da ist oder wenn es Ver­an­stal­tun­gen gibt. Davon gab es in den letz­ten Jah­ren vie­le: Kino im Rah­men von “süß + sal­zig”, Kon­zer­te und Kin­der­pro­gram­me im Rah­men des Pan­ke Par­cours und vie­les mehr. In die­sem Jahr soll am Tag der Nach­barn (20.5.) laut Gün­ter Fuchs auf jeden Fall etwas los sein im Gar­ten. Alle wei­te­ren Ver­an­stal­tun­gen in die­ser Sai­son sind noch unsi­cher, denn die Wil­de 17 steht vor einer beson­ders schwie­ri­gen Sai­son. Weil auf dem Grund­stück rechts neben dem Gar­ten ein neu­es Haus gebaut wird, muss der Gar­ten mit Bau­lärm leben und vor­über­ge­hend auch einen Teil sei­ner Flä­che räu­men. Ein Strei­fen ganz rechts vom Ein­gang wird dem Bau­her­ren neben­an als Zuwe­gung zum Bau­platz die­nen – lei­der ste­hen der Piz­zao­fen und die Büh­ne der Wil­den 17 genau auf dem Stück, dass vor­über­ge­hend geräumt wer­den muss. Gün­ter Fuchs hofft, dass der Gar­ten und auch der Piz­zao­fen kei­nen Scha­den neh­men und der Bau schnell been­det sein wird und auf dem Stadt­gar­ten gegen­über dem Lobe Block bald wie­der eine nor­ma­le Sai­son kom­men wird.

Das Bezirks­amt hat kürz­lich einen klei­nen Film über die Wil­de 17 ver­öf­fent­licht, der auf You­tube abruf­bar ist: Begeg­nun­gen in Mit­te: Die wil­de 17 in Gesundbrunnen

Rote Beete

Im Gar­ten am Cent­re Fran­cais in der Mül­ler­stra­ße hat die Gar­ten­sai­son bereits begon­nen. Auch die­ser Gar­ten steht vor einer Neu­ge­stal­tung, aller­dings soll die nun begon­ne­ne Sai­son noch ganz regu­lär lau­fen. Spä­ter soll es eine Neu­struk­tu­rie­rung geben, ein Teil der Park­platz­flä­che wird ent­sie­gelt (Ein zwei­tes Leben für die Roten Bee­te). Auch in die­sem Jahr soll es ver­schie­de­ne Bau- und Pflanz­ak­tio­nen geben. Die Ter­mi­ne wer­den auf der Web­sei­te des Gar­tens veröffentlicht.

Wer Lust hat, bei den Roten Bee­ten mit­zu­gärt­nern, der kann sich per E‑Mail unter [email protected] mel­den. Inter­es­sen­ten wer­den zu den regel­mä­ßi­gen Tref­fen ein­ge­la­den und kön­nen alle nöti­gen Infos erhal­ten. Doch nicht nur Pri­vat­per­so­nen kön­nen gärt­ne­risch tätig wer­den. Im Gemein­schafts­gar­ten gibt es auch Part­ner­bee­te für Initia­ti­ven aus dem Kiez und aus Ber­lin. Die Kita Gän­se­blüm­chen ist bereits dabei, das Domi­zil Mül­ler­stra­ße auch, und wer als Ini­ti­tia­ti­ve eben­falls mit­ma­chen möch­te, kann sich auch unter der E‑Mail-Adres­se melden.

Für alle Gärtner:innen und alle Nachbar:innen ist die Umsetz­bar immer am zwei­ten und­vier­ten Frei­tag im Monat von 17 bis 21.30 Uhr geöff­net. Jeder kann kom­men, auf Spen­den­ba­sis etwas trin­ken, am Lager­feu­er sit­zen und über den Gar­ten und die Welt plau­dern. Aktu­ell arbei­tet das Gar­ten­team dar­an, dass die Bar ein Mal im Monat auch Sonn­tag­nach­mit­tag öff­net und als Café fun­giert. Auch natur­be­zo­ge­ne Frei­zeit­an­ge­bo­te für Eltern und Kin­der sind in dem Zusam­men­hang geplant. Die Bar kann auch von benach­bar­ten Initia­ti­ven im Kiez gegen Spen­de genutzt wer­den. Wer sich dafür inter­es­siert, kann sich per E‑Mail unter [email protected] melden.

Auch Kul­tur im Gar­ten ist in die­ser Sai­son wie­der geplant. Thea­ter und Kon­zer­te sowie eine Ver­an­stal­tung zur Fête de la Musi­que am 21. Juni ste­hen auf der Wunsch­lis­te in die­sem Jahr. Dar­über hin­aus gibt es auch aus­wär­ti­ge Gäs­te im Gar­ten So orga­ni­siert das Team zusam­men mit dem Cent­re Fran­cais und dem Netz­werk Urba­ne Gär­ten Ber­lin einen deutsch-fran­zö­si­schen Gemein­schafts­gar­ten­aus­tausch – im Mai in Paris und im Sep­tem­ber dann in Berlin. 

Niemandsland

Den Gemein­schafts­gar­ten Nie­mands­land gibt es bereits seit 2015. Die bei­den evan­ge­li­schen Kir­chen­ge­mein­den Am Wein­berg und Ver­söh­nung laden gemein­sam zum Gärt­nern hin­ter der Kapel­le der Ver­söh­nung in der Ber­nau­er Stra­ße ein. Wo einst die Ber­li­ner Mau­er stand und ein Todes­strei­fen die Stadt teil­te, ist ein idyl­li­scher Gar­ten ent­stan­den, der die Men­schen ver­bin­den soll. Monat­lich gibt es Gar­ten­ein­sät­ze und von Früh­jahr bis Herbst die Mög­lich­keit zum gemein­schaft­li­chen Gärt­nern. Der Auf­takt in die­sem Jahr war bereits am 5. März. Die nächs­ten Ter­mi­ne sind am 9. April und am 7. Mai. Infor­ma­tio­nen dazu gibt es online auf der Sei­te der Kir­chen­ge­mein­de oder im Gemein­de­bü­ro in der Ber­nau­er Stra­ße 111, das tele­fo­nisch unter (030) 4 63 60 34 erreich­bar ist. Dort kön­nen sich auch alle mel­den, die gern mit­gärt­nern möchten.

Aktu­ell gibt es laut Pfar­rer Tho­mas Jeut­ner 55 Gärtner:innen im Nie­mands­land-Gar­ten. Sie kom­men von bei­den Sei­ten der ehe­ma­li­gen Mau­er – aus Alt-Mit­te und aus dem Wed­ding. 15 Natio­nen sind ver­tre­ten. Mit­ma­chen kann jeder, Kir­chen- oder Gemein­de­mit­glied muss man nicht sein. “Der Gar­ten ist ein poli­ti­scher, spi­ri­tu­el­ler und öko­lo­gi­scher Ort”, umreißt Pfar­rer Jeut­ner und ergänzt: “Es wach­sen hier nicht nur Zuc­chi­ni und Blu­men, hier wächst auch Ver­bun­den­heit.” Seit der Coro­na-Pan­de­mie wird der Gar­ten sonn­tags auch für den Got­tes­dienst genutzt.

Der Nie­mands­land-Gar­ten soll auch in die­ser Sai­son wie­der Raum für ver­schie­de­ne Ver­an­stal­tun­gen bie­ten. Am 16. April ist ein Oster­feu­er geplant. Schon fast Tra­di­ti­on hat die Betei­li­gung am Lan­gen Tag der Stadt­na­tur, der in die­sem Jahr am 11. und 12. Juni statt­fin­det. Laut Pfar­rer Jeut­ner soll es dabei Gar­ten­füh­run­gen geben und auch ein Imker ist mit von der Par­tie. Eben­falls Tra­di­ti­on ist das Chor­kon­zert am Johan­nis­tag (24.6.), auch in die­sem Jahr soll das so sein. 

Wer den Gar­ten ein­mal besucht, der kann viel­leicht auch auf die vor­bild­li­che Regen­was­ser­nut­zung ach­ten. Drei gro­ße Tanks ste­hen im Gar­ten, jeder fasst 1000 Liter Was­ser. Das Was­ser stammt aus der Zis­ter­ne unter der Kapel­le der Ver­söh­nung; sie fasst 6000 Liter Regenwasser.

Bellermanngarten

Der neu­es­te Gemein­schafts­gar­ten im Wed­ding ist gera­de im Ent­ste­hen. Die Gar­ten­grup­pe hat sich am Frei­tag (18.3.) gegrün­det, gegärt­nert soll ab April in Hoch­bee­ten, die zwi­schen den Dia­go­nal­sper­ren in der Bel­ler­mann­stra­ße in Höhe der Euler­stra­ße ste­hen. Auch ein Park­let soll Pflanz- und Sitz­mög­lich­kei­ten bie­ten. Eine Art Lit­fass­säu­le ist als Pinn­wand für den Bel­ler­mann­gar­ten ange­dacht. sie ist bereits fer­tig und war­tet nur noch auf die end­gül­ti­ge Auf­stell-Geneh­mi­gung durch das Bezirks­amt. Even­tu­ell soll eine mul­ti­funk­tio­na­le Büh­ne ent­ste­hen, die auch für das geplan­te Som­mer­fest genutzt wer­den soll. Der Gar­ten­auf­bau wird vom Pro­jekt Kli­ma­kiez Bad­stra­ße, einem Pro­jekt des Quar­tiers­ma­nage­ment Bad­stra­ße, unter­stützt. Noch wer­den Nachbar:innen gesucht, die beim Bel­ler­mann­gar­ten mit­ma­chen möch­ten. Wei­te­re Fra­gen beant­wor­tet Emmi­ly Wie­den­höft per E‑Mail unter [email protected] oder tele­fo­nisch unter (030) 6 11 23 34. 

Gleim-Oase

Die Gleim-Oase ist eine Gar­ten beson­de­rer Art. Die Bee­te befin­den sich auf der gro­ßen Ver­kehrs­in­sel vor dem Gleim­tun­nel an der Gren­ze zum Prenz­lau­er Berg. Seit vie­len Jah­ren wird die Gleim-Oase von einer Paten­schafts­in­itia­ti­ve kom­plett ehren­amt­lich gepflegt. Im ver­gan­ge­nen Jahr wur­den nach län­ge­rer Suche wei­te­re Pat:innen gefun­den, die das Team ver­stär­ken. Für die kom­men­de Sai­son gibt es bereits Plä­ne, wie Dun­ja Berndt, eine der Pat:innen, erklärt. Vor allem kann es nie­mals genug Hän­de geben, um die 550 Qua­drat­me­ter gro­ße Ver­kehrs­in­sel zu bepflan­zen und zu pfle­gen: „Die kom­men­de Gar­ten­sai­son wird wie­der gemein­sam mit dem Janai­nas e.V. und mit Unter­stüt­zung des Brun­nen­vier­tel e.V. gestal­tet. Hän­de mit grü­nem Dau­men sind stets will­kom­men – auch unab­hän­gig von Aktionen.” 

Dem­nächst soll es eine Bücher­box auf der Oase geben – das städ­ti­sche Woh­nungs­un­ter­neh­men dege­wo hat­te das ange­regt. „Wir alle war­ten noch auf die Geneh­mi­gung“, sagt Dun­ja Berndt. Die Box sol­le dann vom Stadt­teil­ver­ein betreut wer­den. Auch Ver­an­stal­tun­gen sind bereits geplant. So soll es im Mai in Zusam­men­ar­be­ti mit den Prin­zes­sin­nen­gär­ten eine Stadt­na­tur-Wild­pflan­zen­füh­rung geben. Am 7. juli ist eine Akti­on mit „Rest­los glück­lich“ geplant. Unter dem Mot­to „Zero Was­te – alles ver­wer­ten für ein bun­tes Buf­fet!“ geht es um Lebens­mit­tel­ret­tung und ‑ver­wer­tung. Kon­takt zur Gleim-Oase kann man unter [email protected] auf­neh­men. Über Ver­an­stal­tun­gen wird unter ande­rem auf der Face­book-Sei­te informiert.

ElisaBeet

Im Eli­sa­Beet im Sol­di­ner Kiez hat die Sai­son bereits am Frei­tag (18.3.) begon­nen. Jeder kann ab sofort wie­der frei­tags von 15 bis 18 Uhr zum gemein­sa­men Gärt­nern und Bau­en vor­bei­kom­men. Am Don­ners­tag (24.3.) star­tet auch das Kin­der-Work­shop-Pro­gramm des Pro­jekts Stadt­na­tur wie­der. Ange­mel­de­te Kin­der im alter von fünf bis neun Jah­ren kön­nen das nächs­te Mal am 24. März, 31. März und 7. April jeweils von 15 bis 17 Uhr an einem Work­shop im Gar­ten teilnehmen. 

Das Eli­sa­Beet befin­det sich auf einem unge­nutz­ten Teil des St. Eli­sa­beth II Fried­hof. Der Zugang ist von der Wollank­stra­ße 66 aus. Vor dort aus kön­nen Besucher:innen den Schil­dern fol­gen. Das Fried­hofs­ge­län­de und damit der Gar­ten sind im März jeden Tag von 8 bis 18 Uhr geöff­net. Für den 9. April (10–18 Uhr) ist ein Pflan­zen­markt geplant. Die Besucher:innen erwar­ten öko­lo­gisch-gezo­ge­ne Jung­pflan­zen und Topf­kräu­ter direkt aus dem Wed­ding. Wei­te­re Ver­an­stal­tun­gen fin­den sich im Ver­an­stal­tungs­ka­len­der des himmelbeets.

Mauergarten

Der Mau­er­gar­ten, ist das nicht im Prenz­lau­er Berg? Offi­zi­ell schon, zumin­dest heu­te. Bis vor fünf Jah­ren befand sich der Mau­er­gar­ten jedoch im Wed­ding. Durch eine Ver­schie­bung der Bezirks­gren­ze ist nun der kom­plet­te Mau­er­park – und damit der Gemein­schafts­gar­ten – Teil des Nach­bar­be­zirks (Bei­trag: Mau­er­park – geschenkt!). Die Ver­bin­dun­gen zum Brun­nen­vier­tel sind aber eng geblie­ben, so kom­men vie­le Mau­er­gärt­ner aus dem Wed­ding und die offi­zi­el­le Post­adres­se ist c/o Olof-Pal­me-Zen­trum, Dem­mi­ner Stra­ße 28. Daher bleibt der Mau­er­gar­ten auch in unse­rer Frühlingsliste.

Wer im Mau­er­gar­ten nahe dem Park­ein­gang an der Lort­zing­stra­ße gärt­nert, pflanzt und pflegt Pflan­zen in einem öffent­li­chen Park. Mit­ma­chen kann prak­tisch jeder: es ste­hen ein Gemein­schafts­beet und ein Ver­eins­beet zur Ver­fü­gung. Die Indi­vi­du­al­bee­te sind gera­de alle belegt, infor­miert Nadi­ne Fass­ben­der vom Mau­er­gar­ten. Wer beim Mau­er­gar­ten ein­steigt, beginnt mit einer kos­ten­lo­sen Ken­nen­lern-Sai­son, die von März bis Okto­ber geht. Wer sich für den Ein­stieg inter­es­siert, kann am 10. April um 13 Uhr zu einem Ein­füh­rungs­tref­fen gehen, anschlie­ßend wer­den Hoch­bee­te gebaut.

In der aktu­el­len Sai­son arbei­tet das Mau­er­gar­ten-Team wei­ter an sei­nem Bie­nen­pro­jekt (Schau­bie­nen­stand und Lern­werk­statt, Wei­den­zaun flech­ten). Im April/Mai soll dann ein Bie­nen­schwarm ein­ge­fan­gen wer­den und im Mau­er­gar­ten hei­misch wer­den. Auch bei die­sem Pro­jekt wer­den Mitstreiter:innen gesucht. Wer Inter­es­se am Gar­ten hat, kann den News­let­ter per E‑Mail unter [email protected] bestel­len oder im Gar­ten-Kalen­der nach geeig­ne­ten Ter­mi­nen nachschauen. 

Krokuswiese im Humboldthain

Wenn der Früh­ling ganz offi­zi­ell beginnt, ist der Zau­ber auf der Kro­kus­wie­se im Hum­boldt­hain eigent­lich auch schon wie­der vor­bei. Die wei­ßen, lila und gel­ben Kro­kus­se gehö­ren ja zu den ers­ten Früh­blü­hern in jedem Jahr. Auch in die­ser Sai­son hat die vom Stra­ßen- und Grün­flä­chen­amt Mit­te gepfleg­te Früh­lings­wie­se für viel Stau­nen und unzäh­li­ge Fotos gesorgt. Wie vie­le Kro­kus­se dort blü­hen, weiß natür­lich nie­mand. Revier­lei­ter Uwe Diec­k­ow weiß nur, wie vie­le jedes Jahr dazu­kom­men: „Wie­vie­le es sind, weiß ich natür­lich nicht. Aber wir ste­cken jedes Jahr 10.000 Kro­kus­se neu.“ Die­se Auf­ga­be ste­he immer im Oktober/November an. Ansons­ten benö­ti­ge die Kro­kus­wie­se nicht viel Pfle­ge. „Nach der Blü­te, wenn die Blät­ter gelb gewor­den sind, wird noch gemäht. Das machen wir, damit die Kraft aus den Blät­tern in die Knol­le geht“, sagt der Revier­lei­ter. Wann die Wie­se ange­legt wur­de, weiß der Revier­lei­ter nicht. „Die Kro­kus­wie­se gab es schon lan­ge, bevor ich Revier­lei­ter wur­de, bestimmt schon 30 oder 40 Jah­re“, sagt Diec­k­ow. Damit sie noch lan­ge schön bleibt, sei es wich­tig, dass die Men­schen sich an die vom Bezirks­amt auf­ge­stell­ten Schil­der hal­ten: Bit­te nicht betre­ten! „Man kann die Fotos doch auch vom Weg­rand machen!“, appel­liert der Revierleiter.

Die Krokuswiese im Humboldthain im März 2022. Foto: Hensel
Die Kro­kus­wie­se im Hum­boldt­hain im März 2022. Foto: Hensel

Garten im Schul-Umwelt-Zentrum Mitte

Der Gar­ten im Schul-Umwelt-Zen­trum (SUZ) in der Scharn­we­ber­stra­ße (und auch der in der See­stra­ße) ist ein wah­res Para­dies – mit Flä­chen für gärt­nern­de Schul­klas­sen, dem Natur­denk­mal Eis­zeit­dü­ne, den Gewächs­häu­sern und auch mit öffent­li­chen Ver­an­stal­tun­gen. Die Gar­ten­sai­son beginnt in die­sem Jahr Mit­te März, erklärt die päd­ago­gi­sche Lei­te­rin Dr. Julia­ne Orsen­ne. „In der See­stra­ße und Scharn­we­ber­stra­ße sind bereits 25 Bee­te ver­ge­ben an Kitas, Grund­schu­len und Sekun­dar­klas­sen“, sagt Dr. Orsen­ne. Für die Grup­pen sind die Flä­chen ein exter­ner Lern­raum, eine Art Ersatz-Schul­gar­ten bei feh­len­den eige­nen Flä­chen. Auch die umwelt­päd­ago­gi­schen Fort­bil­dun­gen für Lehrer:innen haben bereits begonnen.

Auch für die Öffent­lich­keit öff­net sich der idyl­li­sche Gar­ten in der Scharn­we­ber­stra­ße in die­ser Sai­son wie­der zu ver­schie­de­nen Ver­an­stal­tun­gen. Am 7. Mai von 11 bis 17 Uhr fin­det ein Tag der offe­nen Tür mit dem belieb­ten Pflan­zen­markt statt. Dazu gibt es ein bun­tes Kin­der­pro­gramm, Speis und Trank, Dünen­füh­rung, Bie­nen­füh­run­gen und bun­te Stän­de. Am 18. Mai von 10 bis 15 Uhr prä­sen­tie­ren sich Umwelt- und Kli­ma­pro­jek­te des Bezirks Mit­te im SUZ und das Bezirks­amt ver­leiht am Ende des Umwelt- und Kli­ma­preis Mit­te. Am Welt­bie­nen­tag am 20. Mai gibt es nach­mit­tags eine Bie­nen­füh­rung, Fräu­lein Brehms Tier­le­ben spielt „Die wil­den Bie­nen“ und es gibt Bie­nen­stich vom Förderverein. 

Am 11. Juni schließ­lich nimmt das SUZ teil am Lan­gen Tag der Stadt­na­tur. Zwi­schen 13 und 17 Uhr prä­sen­tiert sich das Pro­jekt „Die Wurm­kis­te fürs Klas­sen­zim­mer“. Wie­der spielt Fräu­lein Brehms Tier­le­ben „Der Regen­wurm“, es gibt Kunst aus der Natur, Dünen­füh­run­gen, Bie­nen­füh­run­gen, Natur­be­ob­ach­tun­gen, Kin­der­pro­gramm und Kuchen im Gar­ten. Aktu­el­le Infos gibt es online auf www.schulumweltzentrum.de sowie neu­er­dings auch auf Insta­gram (@schul_umwelt_zentrum_mitte).

Kirchgarten St. Paul

Die Evan­ge­li­sche Kir­chen­ge­mein­de an der Pan­ke will in die­sem Jahr den Kirch­gar­ten rund um die St. Paul-Kir­che begrü­nen. Ent­ste­hen soll eine Oase für alle Men­schen der Gemein­de. Gegärt­nert wird in Bee­ten im Erd­bo­den und in Hoch­bee­ten hin­ter der Kir­che. Für die zwei­te Gar­ten­ak­ti­on wer­den noch hel­fen­de Hän­de gesucht (eine ers­te hat bereits statt­ge­fun­den): am Mon­tag, den 4. April soll ab 11 Uhr gemein­sam gegärt­nert wer­den. Ansprech­part­ne­rin ist die Sozi­al­päd­ago­gin Ulri­ke Bröd­ler, die tele­fo­nisch unter (030) 46 98 70 20 oder per E‑Mail unter u‑[email protected] erreich­bar ist.

Brunnengärten

Im Brun­nen­vier­tel gibt es zahl­rei­che Gar­ten­pro­jek­te: vom Gemein­schafts­gar­ten im Hin­ter­hof über begrün­te Baum­schei­ben, Hoch­bee­te, Pflanz­scha­len, Bal­ko­ne und bis hin zu Dach­gär­ten. Alle zwei Jah­re öff­nen die Brun­nen­Gär­ten für ein Wochen­en­de ihre Pfor­ten und laden Interessent:innen aus der Nach­bar­schaft auf eine Erkun­dungs­tour ein – eine Gar­ten­schau im Kiez. Zum Abschluss der Bru­GA fin­det immer am am Sonn­tag­nach­mit­tag ein Fest im Gar­ten des Olof-Pal­me-Zen­trums statt. Auch in die­sem Jahr orga­ni­siert der Brun­nen­vier­tel e.V. die Brun­nen­vier­tel Gar­ten­schau (Bru­Ga). Sie fin­det am 3. von 13 bis 18 Uhr und 4. Sep­tem­ber von 11 bis 15 Uhr statt. Initia­ti­ven im Brun­nen­vier­tel, die ihren Gar­ten bei der Bru­Ga prä­sen­tie­ren möch­ten, kön­nen sich bis zum 30. Mai anmel­den. Das aus­ge­füll­te For­mu­lar (PDF) kann per E‑Mail an [email protected] geschickt wer­den. Außer­dem kann es auch im Frei­zeiteck in der Graun­stra­ße 28 abge­ge­ben werden.

Haben wir ein Gar­ten­pro­jekt im Wed­ding ver­ges­sen oder gibt es einen ver­steck­ten Gar­ten, den wir noch nicht ken­nen? Wir ergän­zen sehr gern, wenn ihr uns zwei Fotos und die nöti­gen Infor­ma­tio­nen schickt. Bit­te direkt an unse­re Autorin per E‑Mail unter [email protected]!

Dominique Hensel

Dominique Hensel lebt und schreibt im Wedding. Jeden zweiten Sonntag gibt sie hier den Newsüberblick für den Stadtteil. Die gelernte Journalistin schreibt für den Blog gern aktuelle Texte - am liebsten zu den Themen Stadtgärten, Kultur, Nachbarschaft und Soziales. Hyperlokal hat Dominique es auf jeden Fall am liebsten und beim Weddingweiser ist sie fast schon immer.

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