Flüchtlinge auch in WGs willkommen

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“Flücht­lin­ge will­kom­men“ heißt das Hilfs­pro­jekt von drei jun­gen Ber­li­ner Grün­dern, das sich sei­nen Namen zum Pro­gramm gemacht hat. Das neue Pro­jekt mit Sitz im Wed­ding ver­mit­telt Flücht­lin­ge, statt in staat­li­che Mas­sen­un­ter­künf­te, in pri­va­te WG- Zim­mer und hilft damit auf ganz eige­ne Wei­se, Brü­cken zwi­schen den Kul­tu­ren zu bauen.

International erfolgreich

Flüchtlinge willkommen(C)Lina OlabiErst seit dem 28. Novem­ber ver­gan­ge­nen Jah­res ist das Hilfs­pro­jekt online und erfährt bereits jetzt einen enor­men Zuspruch in Ber­lin und dar­über hin­aus. „Wir sind selbst posi­tiv über­rascht, wie schnell unser Pro­jekt ange­nom­men wur­de“, so Mit­be­grün­der Jonas Kakosch­ke. „Wir haben aktu­ell 300 bun­des­wei­te Anmel­dun­gen und arbei­ten rund um die Uhr dar­an, eine Ver­mitt­lung zwi­schen den Geflüch­te­ten und den WGs her­zu­stel­len.“ Ent­stan­den ist die Idee durch einen Aus­lands­auf­ent­halt sei­ner Mit­be­woh­ne­rin und ‑grün­de­rin Marei­ke Gei­ling. „Ich hät­te mei­ne Mie­te allei­ne nicht zah­len kön­nen“, sagt Kakosch­ke, „und habe dann den Auf­ruf des Flücht­lings­rats Ber­lin gehört, Flücht­lin­ge in Wohn­ge­mein­schaf­ten auf­zu­neh­men. Er bat im Freun­des- und Bekann­ten­kreis um klei­ne Spen­den zwi­schen drei und 50 Euro monat­lich. Dadurch kam inner­halb kür­zes­ter Zeit die Jah­res­mie­te für Jonas’ neu­en Mit­be­woh­ner aus Mali zusam­men. Der Grund­stein für das Hilfs­pro­jekt war gelegt. Fach­li­che Unter­stüt­zung bekom­men Marei­ke und Jonas von Gol­de Ebding, die drit­te Initia­to­rin von „Flücht­lin­ge will­kom­men“. Sie hat­te bereits im ver­gan­ge­nen Jahr im Auf­trag der Dia­ko­nie Flücht­lin­ge am Ora­ni­en­platz unter­stützt. Das Pro­jekt wur­de zwar im Ber­li­ner Wed­ding gegrün­det, war aber von Anfang an auf eine bun­des­wei­te Nach­fra­ge aus­ge­rich­tet. Für jeden, der eben­falls geflüch­te­te Men­schen in pri­va­te Wohn­ge­mein­schaf­ten ver­mit­teln möch­te, stellt sich „Flücht­lin­ge will­kom­men“ als eine Art Cha­ri­ty Fran­chise mit Logo und Web­sei­te zur Ver­fü­gung. Auf die­se Wei­se konn­te am 5. Janu­ar bereits das ers­te Hilfs­pro­jekt in Öster­reich online gehen.

In Ber­lin konn­ten bis­lang fünf Flücht­lin­ge in pri­va­te Wohn­ge­mein­schaf­ten ver­mit­telt wer­den. Denn obwohl durch die pri­va­te Finan­zie­rung eine poli­ti­sche Abhän­gig­keit umgan­gen wer­de, sei­en den­noch eine Viel­zahl von Abspra­chen und Ver­mitt­lun­gen nötig. Der­zeit arbei­ten die drei Grün­der rund um die Uhr an ihrem Pro­jekt und bezie­hen kein Gehalt für ihre Arbeit. Trotz­dem stellt Jonas Kokosch­ke abschlie­ßend fest: „Es ist uns ein per­sön­li­ches Anlie­gen, einer gro­ßen Mas­se von Men­schen einen ein­fa­chen Bezug zu geflüch­te­ten Men­schen zu ermög­li­chen. Vie­le kön­nen ihr Wis­sen nur aus den Medi­en bezie­hen, und durch ein Zusam­men­le­ben ent­steht ein schnel­ler Kon­takt zwi­schen den Freun­des – und Familienkreisen.“

Wer das Pro­jekt „Flücht­lin­ge will­kom­men“ als Pate oder finan­zi­ell unter­stüt­zen möch­te, erhält alle wei­te­ren Infor­ma­tio­nen auf der Web­site.

Autor: Lina Ola­bi, Ber­li­ner Abend­blatt Foto: Jean-Paul Pas­tor Guzmàn/Flüchtlinge willkommen

Der Arti­kel wur­de uns von unse­rem Koope­ra­ti­ons­part­ner Ber­li­ner Abend­blatt zur Ver­fü­gung gestellt.

Gastautor

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2 Comments

  1. […] Die Besu­cher erwar­tet ein Ange­bot an Mode, Schmuck, Acces­soires, Möbeln und Kunst. Es wer­den vie­le loka­le Pro­duk­te ange­bo­ten, wie bei­spiels­wei­se Klei­dung der Mon­ta­ge­hal­le-Ber­lin, Strick­wa­re von la bobi­ne, Schmuck von KLÜNCK, Natur­kos­me­tik von Beau­ty Fusi­on, Möbel von Mabel­le­vie, Designs von Color­blind Pat­terns, Male­rei­en der Bil­der­ma­che­rin Ire­ne Stader und Illus­tra­tio­nen von Niis Puk – aus dem Wed­ding für den Wed­ding. Kuli­na­risch ver­sor­gen die­se drei Gas­tro­no­men aus dem Kiez die Besu­cher: Tas­sen­Ku­chen, Stru­del­ka und die Kaf­fee­rös­te­rei Five Roas­ters. Zusätz­lich wird ein neu­ar­ti­ger, ergän­zen­der Stand gezeigt, der nicht­kom­mer­zi­el­len Orga­ni­sa­tio­nen zur frei­en Ver­fü­gung gestellt wird, z.B. dem Pro­jekt “Flücht­lin­ge willkommen“. […]

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