Die Kolumne: Bitte Verdrängung!

Wie oft ist zu lesen und zu hören, dass Gentrifizierung ein Werkzeug des Teufels sei und vor allem Alteingesessene aus ihren Kiezen vertreibt. Sehe ich zwar nicht ganz so, kann aber all jene verstehen, die sich um die soziale Balance in den Weddinger Kiezen sorgen. Dieser Tage erlebte ich bei „Menschen bei Maischberger“ Michael Schaller. Der Besitzer von „Michele – Feinkost & Fremdsprachen“ berichtete über seinen Erfahrungen als Ladenbesitzer im Soldiner Kiez, über sich häufende Einbrüche, massive Schutzgelderpressung und schließlich seine „Flucht“ in die Nähe des Mauerparks. Die weniger schönen Seiten des Weddings wurden mehr als deutlich. Mir kam der Gedanke: Hier kann nur Zuzug helfen. Oder nennt es meinetwegen Verdrängung…

Autor: Ulf Teichert

Die Kolumne erscheint auch jeden Samstag in der Weddinger Ausgabe des Berliner Abendblatts.

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36 Kommentare
  1. […] Wedding hat seine Interessen vertieft. Du hast Dich ausführlich beschäftigt mit den Einheiten „Ausgehen – Restaurants im Wedding„,  „Essen und Trinken„, „Frühstücken im Wedding„, „Ausgehen: Cafés im Wedding„. Auch andere Themen konnten Dein Interesse wecken und Du hast Dich rege eingebracht. Zum Beispiel kommentiertest Du 35 Mal bei „Die Kolumne: Bitte Verdrängung!“ […]

  2. Ich habe so meine Zweifel, ob im Wedding tatsächlich über die Gentrifizierung diskutiert wird. Andere Bezirke in Berlin sind da wohl etwas aktiver. Ein Blick über den Zaun:

    http://wem-gehoert-moabit.de/runder-tisch/

    ist vielleicht hilfreich.

    Aber die Hoffnung stirbt zuletzt ….. auch im Wedding

    Viele Grüße von einem Teilzeit-Weddinger

    P.S. Aber vielleicht weiß einer hier im Blog mehr über die Weddinger Mieter Initiativen

  3. @ Massimo A.- Klar am Thema vorbei, und wortverdreherisch irgendetwas zusammen fabuliert. Die Perspektive, die Sie einnehmen ist die eines Verdrängers.
    Herr Teichert benutzt das G-Wort, er wünscht sich Verdrängung, und er legitimiert dies mit den Problemen des Feinkost-Michel.
    Textanalyse hatte ich in der Mittelstufe der Schule. Sie sollten üben Texte genauer zu studieren und dann versuchen an dem inhaltlichen Gerüst derselben entlang zu argumentieren.
    Der Versuch die Gentrifizierungsgegner als konservativ und gegen jede Veränderung darzustellen ist leicht durchschaubar und mit Verlaub auf Springerpresseniveau. Da helfen auch die bemüht gestelzten Formulierungen nicht.
    Ich glaube Sie sind ein Freund des Neoliberalismus, dessen Siegeszug Sie auch im Wedding gerne ungebremst sehen wollen.
    Keine Sorge, das werden Sie noch erleben. Der Neoliberalismus kennt keine Grenzen und Gnade oder Mitgefühl sowieso nicht. Da sind Sie und Herr Teichert auf der sicheren Seite.

    1. Vielleicht bedeutet einen Text in der Mittelstufe zu analysieren, eng am „inhaltlichen Gerüst [desselben] entlang zu argumentieren.“
      Allerdings sind wir nicht mehr in der Mittelstufe, und ich habe mir erlaubt, die Aussage der Kolumne des Herrn Teichert nicht am buchstäblichen Sinn festzumachen, sondern deren Aussage nach meinem Verständnis zu erforschen. Das war vielleicht ein Fehler.

      Und wenn sie mir vorwerfen, ich habe unverständliche, „gestelzte Formulierungen“ bemüht, so muss ich mir diesen Schuh anziehen.
      Ihr Kommentar nämlich, macht deutlich, dass sie meine Aussage nicht erfasst haben.

      Mein Anliegen war es, Kritik daran zu üben, wie über das Thema Gentrifizierung im Wedding im allgemeinen diskutiert wird. Dass, sobald Menschen betroffen sind, deren Ziele und Berufe sich nicht mit den sonst üblichen Bestrebungen und Angeboten decken, sofort eine bestimmte (vorgefertigte?) Meinung hervorgeholt wird.

      Ersetzen wir den in der Kolumne geschilderten Feinkostladen doch einfach einmal durch ein ebenso von Schutzgelderpressung bedrohten anderen Selbständigen. Wären die Reaktionen auf die Kolumne ebenso heftig ausgefallen, wenn es sich um einen Döner-Imbiss oder Späti oder Blumenhandel gehandelt hätte? Vielleicht.
      Aber hätte sich die Diskussion auch so gegen den Inhaber des Geschäftes gerichtet, wie hier? Da kommen mir schon eher Zweifel.
      Leider hat Herr Schaller den falschen Beruf (und den falschen Nachnamen?), um öffentlich auf diesen Misstand in seinem Kiez aufmerksam zu machen. Denn wenn Bio-, Feinkost- oder Konzept- am Anfang der Firma steht, ist der Fall klar, oder?

      Und so ist ihr Kommentar, und insbesondere die einschlägigen davor, meiner Meinung nach Ausdruck des Misstandes der die dringende Diskussion über Gentrifizierung im Viertel lahmlegt.
      Den gegen wen richten sich diese Aussagen? Wen wollen sie belehren? Solche Kommentare richten sich doch eigentlich immer gegen diejenigen, die in der gleichen Situation sind wie die Kommentatoren: Leute, die im Kiez leben.
      Aber was soll bei einer solchen gegenseitigen Haudrauf-Mentalität rumkommen?
      Warum denkt man nicht einmal darüber nach, eine Lösung zu finden, wie Herr Schaller seinen Laden behalten kann, ohne das jemand gleich wegziehen muss, und am Ende nur noch Feinkostläden überbleiben.

      Und was den Vorwurf angeht, dass ich dem Neoliberalismus anhänge, würde ich wirklich gerne wissen, wie Sie darauf kommen.
      Denn den Vorwurf möchte ich allen machen, denen ein Geschäft wie der hier oft bemühte Feinkostladen ein Dorn im Auge ist. Denn bis dieser ein Größenausmaß angenommen hat, dass er aus neoliberaler Sicht zum Gemeinwohl beiträgt, ist der Wedding Berlins beste Wohngegend.
      Stattdessen lebe ich in einem Stadtteil, das größtenteils geprägt ist von entweder Filialen großer, teils internationaler Konzerne, oligopolen Wett- und Spielunternehmen oder prekären Billigläden, die kaum ein Einkommen für deren Inhaber sicherstellen.
      Einen abwechslungsreichen Einzelhandel, der die Chancen auf vielfältige Arbeitsplätze und im besten Fall auch Ausbildungsplätze darstellt, sehe ich nicht.

      Letztlich muss ich zugeben, dass die „Konservativ-Keule“ meinerseits wirklich unangebracht war. Denn damit verhindert man eben den produktiven Diskurs, den ich für dieses Thema gerne sehen würde, und der einzig mein Anliegen war.
      Ich hoffe, dass ich mich diesmal verständlicher Ausgedrückt habe. Ich bin jedenfalls nicht so geübt im Schreiben, so wie Sie es sind.

      Eine Frage bleibt dennoch aus reiner Neugier:
      Welchen Bezug haben Sie eigentlich zum Wedding @tikerscherk?

      1. Entschuldigen Sie bitte die späte Antwort. Hatte erst keien Zeit, und dann hab ich´s vergessen. Ich will dazu auch nicht meh viel schreiben, weil ich mich nicht wiedrholen möchte.
        Aber: „Warum denkt man nicht einmal darüber nach, eine Lösung zu finden, wie Herr Schaller seinen Laden behalten kann, ohne das jemand gleich wegziehen muss, und am Ende nur noch Feinkostläden überbleiben.“
        Richtig. Da stimme ich Ihnen zu. Darum geht es. Verdrängung verhindern und Gewerbe betreiben im Einklang mit bestehenden Strukturen.

        Sie fragen welchen Bezug ich zum Weddung habe?
        Der Bezug heisst: Solidarität.

        Schönen Tag noch!

  4. Und ewig die gleichen Muster. Die gleichen Argumente.
    Die gleiche Art sich dem Thema anzunehmen.

    Man fragt sich dabei schon, ob es nun eigentlich noch um die Sache an sich geht, oder diese nur noch als Vehikel dient, die eigene Weltanschauung zu propagieren; vielleicht zu rechtfertigen?

    Auf der einen Seite steht jemand, der sich Verdrängung wünscht. Und zwar, wenn man die Kolumne des Herrn Teichert einmal ohne Ressentiments interpretiert, vornehmlich die Verdrängung der Kriminalität aus dem Kiez – wobei ich Herrn Teichert einmal bezichtigen möchte, dass ihm sogar eine gänzliche Bekämpfung der Kriminalität noch lieber wäre, als einfach deren Verdrängung in andere Stadtteile.
    Ein Mittel oder „Werkzeug“, wie unser Kolumnist selbst sagt, das zur generellen Verdrängung geeignet scheint, ist Gentrifizierung.
    Wenn man darunter verkürzt den Wandel der Bevölkerungsstruktur eines bestimmbaren Stadtgebietes hin zu einer wohlhabenderen, evtl. bildungsnäheren Bevölkerung versteht, so ist damit allerdings nicht die Kausalität zu einer etwaige geringeren Kriminalität geklärt.
    Selbst wenn man die Aspekte Vermögen und Bildung aus der Gleichung hinauslässt, und lediglich auf Zuzug abstellt, besteht noch kein hinreichender Kausalzusammenhang zu geringerer Kriminalität.
    Die Annahme, Verdrängung durch Gentrifizierung führe zu einer unweigerlichen Verbesserung des Wohnumfeldes, geht folglich fehl.

    Beiden Ansätzen ist jedoch eines gemein. Etwas, dass sie sogar mit der Verdrängung der Kriminalität eint, nämlich: Wandel, Veränderung.

    Und sobald es nur Ansätze eines Wandels gibt, oder jemand diese Veränderungen auch nur
    ersinnt, ohne dass sich schon irgendwelche Anzeichen dahingehend in der Realität zeigen würden, zeigen sich diejenigen der anderen Seite.
    Ultra-konservative Stimmen, die bei jeder Veränderung, entspricht sie nicht den vorgefundenen Gegebenheiten und Strukturen, entweder

    – sofort Gentrifizierung schreien, sofern es sich, wie hier etwa der Feinkostladen, um Angebote gehobener Qualität oder abseitigere Nischen handelt, oder

    – eigenartig stumm bleiben, sofern es sich um Gegenseiten handelt, die schwer einzuschätzen, undurchsichtig sind: Automaten-Casinos, Geldwäschereien, Handel harter Drogen etc.

    Warum eigentlich? Eint sie etwa nicht gemeinsam mit Herrn Teichert zumindest die Sorge „um die soziale Balance in den Weddinger Kiezen“? Scheint es ihnen nicht gerecht, dass jemand seine Erwebstätigkeit frei und ungehindert von kriminellen Absichten Anderer ausübt? Ist die Sorge um eine Gentrifizierung vielleicht doch nicht so groß, als dass man nicht auch weiterhin die Diskussion darüber an immer gleichen Argumenten („Wer war zuerst da?“) und immer wieder erschreckenden Stereotypen (klar, dass Ali die Chipstüte fallen lässt und gehen muss! Der Vorredner sprach übrigens noch von Fußgängern) zu einer nicht ernstzunehmenden Farce verkommen lässt? Woher die Erkenntnis, dass der aktuelle status quo, d.h. auch Müll, eine gewisse Kriminalität und Spannungen zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen, dem entspricht, was der Großteil der hier lebenden Menschen sich für seine Umgebung wünscht.
    Diese Gruppe von Leuten, sind meines Erachtens keine Gentrifizierungs-KritikerInnen oder -GegnerInnen.
    Sie verhalten sich genauso besitzergreifend wie jene, die ihnen als gentrifizierendes Klientel zum angeblichen Feind geworden sind, und sprechen aus ihrer Perspektive ungefragt für Alle.

    Und das ist leider das Dilemma, dass nur jenen zugehört werden kann, die auch sprechen. Und es sich in der einschläfernden Öde dieser ewig gleichen Diskussionen offenbart, dass diejenigen, die nicht auf Hundedreck ausrutschen oder über Sperrmüll auf dem Spielplatz stolpern wollen, dass diejenigen, die ihren Lebensunterhalt mit selbständiger Arbeit jenseits des vielfach vorgefundenen Angebots bestreiten, leider viel zu wenig zu Wort kommen. Und wenn, dann kennt man den Ausgang des Gesprächsverlaufs schon vorab.

    Damit ist eine sachliche und an erster Stelle produktive Diskussion über die Gentrifizierung des Wedding nicht zu führen. Entscheidungen werden dann an anderen Stellen gemacht, ohne die Anwohner zu hören. Dritte profitieren davon, dass gemeinsame Utopien erst gar nicht entwickelt werden können. Und im schlimmsten Fall empfinden diejenigen, so wie Herr Teichert, denen das Wort über die Wünsche zum eigenen Wohnumfeld durch diese konservative Haltung immerzu abgeschnitten wird, in der sonst so bedrohlichen Gentrifizierung, die eigentliche Erlösung.

    1. Danke für diese ausführlichen Klarstellungen!

      I. Ü. Muss man nicht direkt die Gentrifizierungskeule rausholen, wenn man versucht, einen Kiez am weiteren Abrutschen zu hindern. Denn das ist dass, was hier (in den vergangenen Jahren passiert).
      Die sog. „Alteingesessenen“ waren überwiegend keine „bildungsfernen Schichten“; der Wedding war ein Arbeiterviertel mit entsprechend angepasstem niedrigen Mietniveau. In der Folge zogen aber – ob der günstigen citynahen Lage bei gleichzeitig niedrigen Mieten – Menschen hierhin (Nationalität unbedeutend!), die heute als bildungsferne und finanziell arme Bewohner ihr Dasein fristen.
      Wenn man heute mal mit den „echten“ Alteingessenen spricht, zeigt sich schnell, dass dieser Verfall des Kiezes weder von ihnen herbeigeführt noch goutiert wird – weil: DIE wollen es nämlich auch „schön“ haben.

    2. haha, wie durchschaubar.
      „…die eigentliche erlösung“ – muhahaha!
      schließe mich tikerscherk an – thema verfehlt,
      setzen, sec…

      1. Ich schließe mich ebenfalls tikerscherk an – aus dem Kontext gezogene Zitat-Fragmente sind wirklich auf Springerpresseniveau.

  5. Und wo sollen die hin, die dann verdrängt werden? Dahin, wo Sie sie nicht mehr sehen? Toller Vorschlag, echt, ey! Niemand hat das Recht, sowas zu fordern!

    Haut ab hier, ich will euch hier nicht sehen. Ich habe eine Idee für diese Gegend, aber da passt ihr, die hier seid Jahrzehnten und Generationen wohnt, nicht mehr rein. Das stelle ich mir alles ganz anders vor. Wohin ihr geht? Mir egal. In Paris funktioniert das doch auch (…)

    (…) überhaupt nicht.

  6. @Ariane
    no risk, no fun

    Wer einmal in der South Bronx und Kapstadt gelebt hat, für den ist der Wedding das Paradies

  7. @Robo Term

    „muss sich jeder Kiosk im Wedding leisten“

    Warum eigentlich??

    Gehört zur Standardausrüstung im Wedding auch eine Schreckschußpistole?

    1. ja, auf jeden fall! is superkrass gefährlich hier und kann ich wirklich niemandem empfehlen! danger! alarm! back2xhain mitm mietwagen, schnell, schnell!

  8. Das müssen ja ganz dicke Fische gewesen sein – nein was sag ich: HAIE!!!
    HAllo?!?!?! Schon mal was von Kameras gehört? Sind auch nicht so teuer. Kann/muss sich fast jeder Kiosk im Wedding leisten.

    „Wir brauchen 120 Euro, mach die klar“, sagte eine unbekannte Stimme. „Ich schick den großen Bruder vorbei.“

    Quelle:
    http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article124061189/Ein-Berliner-auf-der-Flucht-vor-Schutzgelderpressern.html

  9. geh halt weg, wenn es dir hier nicht gefällt.

    1. „harharharharharhar!“

  10. Wer sich ein wenig mehr für die organisierte Kriminalität interessiert sollte vielleicht einmal die Bücher von Roberto Saviano

    http://de.wikipedia.org/wiki/Roberto_Saviano

    lesen.

    Und hier einige Kommentare von ihm zum beliebtesten Mafia- und Camorra Investitionsland in Europa:

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-52715202.html

    http://www.welt.de/vermischtes/article116529578/Die-Mafia-ist-in-Deutschland-absurd-sicher.html

    Was wir nicht brauchen ist Verdrängung. sondern an die Wurzeln des Problems herangehen und verstärkt das Finanzamt einsetzen.

    Wieviele Pizzerien im Wedding sind entweder “ Geldwaschanlagen “ oder müssen monatlich Súmme X als “ Abgabe “ zahlen???

    Und was die Verdrängung der Mafia betrifft, glauben Sie tatsächlich dass es in Zehlendorf und Frohnau keine Mafia gibt??

    Vielleicht lassen sie sich einmal vom BKA über die organisierte Kriminalität aufklären!!

  11. Sorry Herr Faust, nicht sie sind für die Verdrängung sondern Herrr Teichert

  12. Lieber Herr Teichert,

    gehen Sie einmal über den Kurfürstendamm und rufen Camorra und Mafia:

    Sie würden sich wundern, wieviele Häuser einstürzen:-)

    Warum weil in der Zwischenzeit die Drogen- , Memschenhändler- und auch Müllentsorgungsprofite über “ Waschmaschinen “ sich in Häuser verwandelt haben.

    Und was wäre wohl wenn ich hier im Wedding auch Mafia und Camorra rufen würde?

    Was meinen sie wieviele BMWs und Daimlers würde auf einmal stehen bleiben.

    Und : Al Capone wurde nicht weger seiner Kriminalitätsfälle ins Gefängnis gebracht, sondern durch das Finanzamt!!!

    Wenn Jochen Faust sich hier für Verdrängung einsetzt mag dies aus einer Tunnelperspektive vielleicht richtig sein, aber die Realität sieht leider anders aus in Deutschland und damit auch in Berlin.

  13. schwacher beitrag.

  14. lieber ulf teichert,

    ich hoffe, dass du irgendwann ebenfalls und zwar vollkommen selbstverständlich (wie für verdrängende üblich) von noch besser situierten/gebildeteren zugezogenen aus deiner heimat verdrängt wirst…dann aber nicht, weil du denen zu kriminell bist, sondern vielleicht einfach, weil du…nun ja…offensichtlich einer etwas dümmlichen minderheit im kiez gehörst. du passt dann einfach nicht mehr so gut in die noch besser zahlende nachbarschaft. müsste dann aber eigentlich ok für dich sein, oder?

  15. Liebe Ariane, der Autor schlussfolgert eigentlich nur, dass ihm ein Wedding mit etwas weniger Kriminalität schon ganz gut gefallen würde. Was das mit der Verdrängung „sozialer Randgruppen“ zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht. Es sei denn, Sie selbst (und nicht der böse Autor) würden dort die Schutzgelderpresser und Einbrecher vermuten.

    1. Ich erlaube mir Ihnen zu antworten. Schauen Sie sich bitte den Ttel des Beitrages an. Und dann lesen Sie nach, was der Begriff Gentrifizierung bedeutet, und schon sehen Sie, dass Ariane Recht hat, und der Autor das offensichtlich genau so meint.
      Ginge es hier bloß um das Thema „weniger Kriminalität“, dann könnte man das ja auch so benennen.

      1. danke.
        hinzufügen möchte ich folgendes gedankenspiel:
        unser michele hat ne bomben geschäftsidee. feinkost im wedding. kriegter nen schicken kredit, weil er den richtigen nachnamen hat und ja auch fast
        sowas wie hochkultur macht. vermieter: „mensch feinkost in meim haus,
        is ja fast sowat wie hochkultur. machenwa dochma die miete im haus nen bissel höher. dann bleiben auch die hartzies weg und mit michele hab ich ja nen grund. is ja fast hochkultur!“ bärbel und denny leben aber von hartz. sind aufstocker, weils nämlich noch keinen gesetzlichen mindestlohn gibt. „mist, das amt will uns nichmehr bei der miete unterstützen. müssenwa ausziehen oder sollnwa auch nen feinkostladen aufmachen?“ – „ne, wir kriegen doch keinen kredit!“ hm, was machen? vielleicht mal michele fragen? „raus – ihr vergrault mir mein hochkulturelles publikum! kann doch nix dafür, dasset hier teurer wird! zieht doch nach marzahn!“- „was solln wir denn in marzahn? wir wohnen hier seid unserer kindheit. unsere eltern und freunde auch! wir kennen doch niemanden in marzahn. und unser arbeitsweg verdoppelt sich auch!“ „harharharharhar! is mir doch egal! mir gefällts jetzt hier! und ihr müsst weg!“ vermieter: „harharharhar!“ und da fassen bärbel und denny nen plan: „na wenn wir dem michele egal sind, dann isser uns auch egal. er is ja indirekt schuld an unserer not. lass ihm doch einfach die differenz für unsere miete und nen bissel luxuszulage abnehmen!“ – „tolle idee!“

        der druck, der durch die preiserhöhungen in die nachbarschaften getragen wird, erzeugt eine spannung. wie sollen sich die leute ohne geld denn gegen diesen finanziellen verwertungsdruck wehren? wahlen? weil moralische werte gegenüber geld mehr wert haben? weil gesetz gleich recht ist?

        „harharharharharhar!“

        1. Hab mir den Film eben angeschaut. Stark.
          Danke für den Link!

  16. Selten soetwas hanebüchenes gelesen.
    Das Wort Verdrängung impliziert ja eigentlich schon, dass es nicht richtig ist.
    Wenn aber der Autor nun schlussfolgert, dass die Schutzgelderpressung des Feinkost(!)-Michels durchaus ein Grund , für die Verdrängung der Altingesessenen sei, da frage ich mich zum einen nach dem logischen Zusammenhang, zum anderen auch nach dem Gerechtigkeitsempfinden und der sozialen Kompetenz des Autors. Sind Sie etwa Investor, oder einfach nur sehr, sehr unbedarft?
    Unterstellen Sie, dass die zukünfig zu Verdrängenden diejenigen sind, die erpressen und Steine in Scheiben werfen, oder geht es hier um eine gewünschte soziale Säuberung, einen großen Aufwasch, mit dem man Erpresser, Hartzer und das ganze andere asoziale Gesocks aus dem Kiez, ähm, verdrängen möchte, und dafür händeringend nach einer Rechtfertigung sucht- sich diese im Zweifelsfall einfach irgendwie zusammen konstruiert.
    Was ist eigentlich los mit jemandem, der solche Zusammenhänge herstellt?
    Und abschließend: wer war denn zuerst da? Feinkost-Michel, oder seine Nachbarn? Eben. Keine weiteren Fragen mehr.
    Der Weddingweiser sollte bei dem bleiben, was er kann: verherrlichende und verharmlosende Texte über die Entwicklung des Wedding zusammenzimmern, und über Dinge von denen die Autoren nichts verstehen besser schweigen.
    Danke.

  17. ok, nur kurz zum verständnis:
    der autor akzeptiert die sorgen der anwohner zum thema verdrängung.
    der autor guckt maischberger und hört „michele“ über schutzgelderpressung klagen.
    der autor schlußfolgert, das verdrängung sozialer randgruppen nun doch gut sei.

    samma, sind wir hier bei der bild? oder im forum vom tagesspiegel? klar, kolummne und so – hab ich schon geschnallt. aber son profanen bullshit hab ich hier nun nich erwartet. ganz ekliges spiel mit den ängsten von menschen. ganz eklig… immer schön auf die symptome kloppen, nicht die dynamik in den fokus nehmen… oh, wie billig.

    1. schön aufn punkt gebracht…spare ich mir das schreiben.

    2. WORD !

  18. Kann ich auch nachvollziehen…

    Wie oft laufe ich über die Tegeler- , Sprengel- oder Samoastrasse und direkt um mich herum lassen die Fußgänger ihre Papiertaschentücher, Chipstüten oder was auch immer fallen. Dabei sind die Eltern häufig auch das negative Vorbild für ihre Kinder.
    Beruflich bin ich oft in anderen Stadtteilen unterwegs (sog. „bessere Viertel“) und muss dabei feststellen, das es diesen Grad der (bewußten) Verschmutzung nur selten erreicht.
    Und dann wünsche ich mir auch in unserem schönen Sprengelkiez etwas mehr Gentrifizierung….

    1. Bitte bei Kommentaren auf einen respektvollen Ton untereinander achten. Wir löschen bei Verstößen gnadenlos!

    2. da mir die „dirtyversion“ untersgt wurde…nochmal…nur für mein verständnis:

      weil helmut keine chipstüten im kiez mehr sehen will, muss ali gehen?

      1. Nö – nicht Ali muss gehen, sondern es würde reichen, wenn ALLE einen respektvolleren Umgang mit der Umwelt im allgemeinen und dem Kiez im speziellen pflegen würden.
        Und es lässt sich deutlich ablesen, dass sog. bildungsferne Schichten hier zumindest Nachholbedarf haben. Eine sog. Gentrifizierung bringt üblicherweise auch eine andere Bevölkerungsschicht ins Viertel – und da ist es egal, ob Ali, Heinz oder Wladislaw…

      2. Nachklapp:
        Viele Social Media Experten schließen vom Nickname eines Foristen auf seinen Charakter – eine Meinung, der ich mich vorbehaltlos anschließen kann!

      3. ach helmut…du verstehst es wirklich nicht, oder?

        1. erklär mir doch einfach mal, mit welchem recht diese „bildungsfernen schichten“ aus ihrem heimatkiez verdrängt werden sollen. MANN, DIE LEBEN HIER IHR LEBEN !
        wenn du verdrängung von menschen aus ihrem lebensraum, nur weil sie nicht deine vorstellung von ordnung leben, als legitimes mittel ansiehst, dann solltest du dir überlegen, ob du nicht weit asozialere tendenzen in dir trägst, als ein mensch, der gedankenverloren die chipstüte fallen lässt.

        2. wieso wohnst du nicht in einem der „besseren viertel“?

        3. von wem redest du, wenn du von „unserem schönen Sprengelkiez“ redest?
        ist es nicht vielleicht, wenn du schon besitzanschprüche ins spiel bringst, eher der kiez der hier aufgewachsenen…teilweise „bildungsfernen“ menschen?

        p.s. auf was für einen charakter schließt du denn aufgrund meines nicknames?

      4. HELMUT ?

Kommentare sind geschlossen.