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Weddinger Gärten: Der Mauergarten kommt wieder!

Blick auf die Fläche des Mauergartens. Derzeit: Baustelle. Foto: D. Hensel
Blick auf die Flä­che des Mau­er­gar­tens. Der­zeit: Bau­stel­le. Foto: D. Hensel

Ein Gar­ten ist mehr als Bee­te und Blüm­chen. Es geht um weit mehr als ums Pflan­zen… Sol­che irgend­wie merk­wür­dig klin­gen­den Sät­ze gehen Gar­ten­grün­dern mit über­zeug­tem Ton über die Lip­pen. Wer nicht in Gemein­schafts­gär­ten auf­ge­wach­sen ist, wun­dert sich. Dass die Theo­rie aber stimmt, kann man der­zeit im Inter­kul­tu­rel­len Gemein­schafts­gar­ten Mau­er­gar­ten beob­ach­ten. Denn den Gar­ten gibt es im Moment nicht, er ist eine Bau­stel­le ohne Bee­te und nur ein Hau­fen Sand. Den­noch lebt der Gar­ten und wächst weiter.

Der Mauerpark wird gerade erweitert. Ist das fertig, kehrt der Garten zurück. Foto: D. Hensel
Der Mau­er­park wird gera­de erwei­tert. Ist das fer­tig, kehrt der Gar­ten zurück. Foto: D. Hensel

Auf der Flä­che, auf der noch im ver­gan­ge­nen Jahr der Mau­er­gar­ten war, ste­hen Bag­ger her­um, Sand­hau­fen tür­men sich hoch. Die Bee­te sind im ver­gan­ge­nen Jahr abge­baut wor­den, die Bie­nen­stö­cke muss­ten wei­chen. Grund ist die Erwei­te­rung des Mau­er­parks. Die Erwei­te­rungs­flä­che wird der­zeit gestal­tet. Ist das been­det, soll der Gar­ten an sei­nem alten Stand­ort wie­der auf­ge­baut wer­den. Die Grün Ber­lin GmbH wird für den Mau­er­park – und somit auch für die Flä­che des Gemein­schafts­gar­tens – ver­ant­wort­lich sein. Ähn­lich wie beim Gar­ten auf dem Tem­pel­ho­fer Feld wer­den die Mau­er­gärt­ner jedoch auch hier im öffent­li­chen Park gärt­nern dürfen.

Der Neuaufbau des Mauergarten geht voran

Hochbeet für den Mauergarten werden bald wieder gebaut. Diese hier sind aus dem Jahr 2013. Foto: D. Hensel
Hoch­beet für den Mau­er­gar­ten wer­den bald wie­der gebaut. Die­se hier sind aus dem Jahr 2013. Foto: D. Hensel

Am 9. April beginnt die Sai­son. Ziel der Initia­ti­ve ist es, den Gar­ten in die­sem Früh­jahr wie­der auf­zu­bau­en. Hin­ter den Kulis­sen war­ten die Gärt­ner und Gärt­ne­rin­nen auf die neue Sai­son und haben schon viel vor­be­rei­tet. Sie haben sich getrof­fen, meist im Frei­zeiteck des Stadt­teil­ver­eins Brun­nen­vier­tel e.V. und im Olof-Pal­me-Zen­trum, sie haben dis­ku­tiert und Plä­ne gemacht. Bevor es wie­der Grü­nen und Blü­hen kann im Mau­er­gar­ten, muss der Koope­ra­ti­ons­ver­trag mit der Grün Ber­lin GmbH geschlos­sen sein, bis Ende März soll ein Flä­chen­plan fer­tig sein. Die­ser legt fest, wie vie­le Bee­te ent­ste­hen kön­nen und wie sie ange­ord­net werden.

Mit AGs, Bauaktionen und Vorträgen startet die Saison

In den letz­ten Mona­ten haben die Mau­er­gärt­ner ihre Arbeit neu struk­tu­riert und ver­schie­de­ne Arbeits­ge­mein­schaf­ten gegrün­det. Es gibt eine Kom­mu­ni­ka­ti­ons-AG, eine Ver­trags-AG, eine Flä­chen-AG, eine Beet-AG, eine Fund­rai­sing-AG, eine Kunst- und Spiel-AG und eine AG Soli­da­ri­sches Imkern. Für den neu­en Mau­er­gar­ten wol­len die nun Akti­vis­ten einen Holz­la­ger-Schup­pen und Hoch­bee­te bau­en. Die Akti­on fin­det am Sonn­tag, den 19. März ab 13 Uhr im Olof-Pal­me-Zen­trum in der Dem­mi­ner Stra­ße 28 statt. Inter­es­sen­ten sind dazu eingeladen.

Im Garten wurde geimkert - und die Bienen sollen auch zurückkehren. Foto: D. Hensel
Im Gar­ten wur­de geim­kert – und die Bie­nen sol­len auch zurück­keh­ren. Foto: D. Hensel

Dar­über hin­aus wur­den zwei Exper­ten­vor­trä­ge orga­ni­siert, die Impul­se für den Wie­der­auf­bau des Gar­tens geben sol­len. Der ers­te fin­det am Diens­tag, den 21. März zwi­schen 19.30 und 21 Uhr im Olof-Pal­me-Zen­trum statt. Das The­ma lau­tet „Pro­blem­be­wäl­ti­gungs­stra­te­gien von Gemein­schafts­gär­ten“. Dabei geht es um ganz prak­ti­sche Din­ge wie die Orga­ni­sa­ti­on von Was­ser, aber auch um Betei­li­gung und Kom­mu­ni­ka­ti­on in den Gar­ten­pro­jek­ten. Die „Unter­flur-Bewäs­se­rung von Hoch­bee­ten“ ist am Diens­tag, den 28. März The­ma. Vol­ker Heg­mann, seit 2011 Gärt­ner im Gemein­schafts­gar­ten “All­men­de-Kon­tor” auf dem Tem­pel­ho­fer Feld, wird über sei­ne Erfah­run­gen spre­chen. Los geht es um 19.30 Uhr im Olof-Pal­me-Zen­trum. Sobald die Flä­che im Mau­er­park dann frei­ge­ge­ben ist, kann der Gar­ten neu entstehen.

Mit dem Wedding verbunden – trotz Grenzverschiebung

So wie früher soll es in den Hochbeeten im Mauergarten wieder wachsen. Foto: D. Hensel
So wie frü­her soll es in den Hoch­bee­ten im Mau­er­gar­ten wie­der wach­sen. Foto: D. Hensel

Durch die Ver­schie­bung der Bezirks­gren­ze (sie­he Arti­kel: Mau­er­park – geschenkt!)liegt der Mau­er­park nun kom­plett im Bezirk Pan­kow. Die Mau­er­gar­ten­flä­che, die zuvor Teil des Brun­nen­vier­tels war, ist nun eben­falls in Pan­kow. Seit der Grün­dung des Mau­er­gar­ten sind Men­schen aus Pan­kow und aus dem Wed­ding gemein­sam im Gar­ten aktiv. Die Initia­ti­ve bleibt trotz der Grenz­ver­schie­bung mit dem Brun­nen­vier­tel ver­bun­den. Vie­le der aktivs­ten Mau­er­gärt­ner sind Brun­nen­viert­ler. Die Mau­er­gärt­ner nut­zen des­halb wei­ter­hin Räu­me im Brun­nen­vier­tel für ihre Tref­fen und Bauaktionen.

Inter­kul­tu­rel­ler Gemein­schafts­gar­ten Mau­er­gar­ten, im Mau­er­park (nahe Zugang Lort­zing­stra­ße), E‑Mail: info@mauergarten.net

Text und Fotos: Domi­ni­que Hensel

Dominique Hensel

Dominique Hensel lebt und schreibt im Wedding. Sonntags gibt sie hier den Newsüberblick für den Stadtteil, fotografiert dort für unseren Instagram-Kanal (Freitag) und hat hier und da einen aktuellen Text für uns - gern zum Thema Stadtgärten, Kultur, Nachbarschaft und Soziales. Hyperlokal hat sie es auf jeden Fall am liebsten und beim Weddingweiser ist sie fast schon immer.

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