*Update, 10.2., 14 Uhr: Wir hatten berichtet, das Baumhaus sei in Schieflage geraten, weil Projekte abgesagt wurden. Korrekt ist, dass die Projekte von der Co-Gründerin weitergeführt werden, aber nicht mehr im Baumhaus stattfinden.
In der Gerichtstraße 23 gibt es einen Ort, der seit über zehn Jahren zeigt, wie gemeinschaftliches Arbeiten, Lernen und Gestalten jenseits klassischer Verwertungslogiken aussehen kann: das Baumhaus Berlin. Viele kennen es durch die monatlichen Community Nights, seine Vorbildrolle für gesunde Ernährung und lokale Versorgung sowie als Raum, in dem ökologisches Handeln diskutiert, gelebt und vermittelt wird.


Gegründet wurde das Baumhaus 2013 von Scott Bolden und seiner damaligen Lebenspartnerin – aus der Überzeugung heraus, dass die großen Krisen unserer Zeit nicht allein durch politische Programme gelöst werden, sondern Räume brauchen, in denen Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen und neue Formen der Zusammenarbeit erproben können.
Über 1.300 Menschen haben in den vergangenen Jahren am Aufbau dieses Ortes mitgewirkt. Zum großen Teil ehrenamtlich, gemeinschaftlich und mit dem Anspruch, einen offenen Möglichkeitsraum für Berlin zu schaffen.

Eine kritische Phase
Aktuell befindet sich das Baumhaus in einer entscheidenden Übergangsphase. Ende 2024 wurden zwar die letzten Schulden eines langjährigen Kredits abbezahlt, allerdings sind die Vorstellungen der beiden Gründer*innen inzwischen unüberbrückbar auseinandergegangen. Einige Projekte, für die Das Baumhaus bisher stand, werden nicht mehr vor Ort stattfinden. Die Location selbst kann nur mit neuen Projekten gehalten werden.
Um die nächsten Monate zu überbrücken, hat das Baumhaus eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Die monatlichen Fixkosten von rund 4.000 Euro decken ausschließlich Miete, Energie, Versicherungen und Verwaltung. Ziel sind 12.000 Euro, um den Betrieb bis zum Frühjahr zu sichern und Zeit für eine tragfähige Weiterentwicklung zu gewinnen. Seit 31. Januar läuft die Kampagne, zu Redaktionsschluss wurden bereits 2.100 von 54 Personen gespendet. Daher sind wieder engagierte Unterstützer:innen gefragt, die dazu beitragen, einen Raum für Begegnung, gemeinsames Lernen und kollaboratives Arbeiten zu erhalten.

Stellvertreter für ein akutes Problem unserer Zeit
Ein weiterer wichtiger Ort im Berliner Stadtleben ist also in Gefahr, in einem Moment, in dem Freiräume zunehmend unter Druck stehen. Dabei steht das Baumhaus exemplarisch für eine größere Frage: Welche Räume wollen wir in dieser Stadt erhalten? Und welchen Wert messen wir sozialem, gemeinschaftlichem Engagement bei? Einem wichtigen Hebel demokratischer Verantwortung.
Wo führt das hin, wenn all ihren Initiativen der Boden unter den Füßen weggerissen wird und die aktuelle Sozialpolitik an mehreren Stellen versagt? Leistungen zu kürzen und der Zivilgesellschaft gleichzeitig die Möglichkeit nehmen, sich selbst zu organisieren, ist verantwortungsloses Regieren. Zumindest, wenn wir gemeinsam eine Version der Zukunft schaffen wollen, in der wir friedlich miteinander leben können.
Wer das Baumhaus und die Crowdfunding-Kampagne unterstützen möchte, findet hier weitere Informationen:
- Die Crowdfunding-Kampagne: https://www.goodcrowd.org/saving-das-baumhaus
- Das baumhausberlin.de



Reinhard, diese Meldung gab es schon letztlich! Wenn es so kommen sollte, müssen wir hoffen, dass wenigstens diese jungen Männer die Disziplin aufbringen, ihre leeren coffee cups und Pommestüten nicht auf dem Leo zu verbreiten ….
Hallo Renate
Danke für den Hinweis, habe ich das erste mal davon in der Berliner Z gelesen….
Junge Männer und deren Disziplin…. fein beobachtet, gefällt mir !!
Grüße
Morjen
passt nicht hierher, ist aber ne‘ Schagzeile wert….
Leider Paywall….
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na Prost Mahlzeit