Coffee Circle röstet seinen Kaffee nun selbst

coffee circle
Hier kommt bei Cof­fee Cir­cle der Kaf­fee in die Beu­tel. Foto: And­rei Schnell Abfüllmaschine

Nach­dem Cof­fee Cir­le bereits seit Jah­ren  gerös­te­te Kaf­fee­boh­nen ver­kauft hat, hat das Unter­neh­men nun auch eine Röst­ma­schi­ne erwor­ben. Rund 250.000 Euro hat die Fir­ma mit Sitz im Wed­ding aus­ge­ge­ben. Pro Durch­gang kön­nen 60 Kilo­gramm der weiß­li­chen getrock­ne­ten rohen Boh­nen zu brau­nen Kaf­fee­boh­nen gerös­tet wer­den. Am 27. April durf­te die Pres­se den gan­zen Tag lang Kaf­fee­ma­schi­nen, Kaf­fee­boh­nen und Kaf­fee­zu­be­rei­tung und natür­lich auch die Röst­ma­schi­ne ken­nen­ler­nen. Im Juli wird der Kenn­lern­tag mit Kaf­fee­ver­kos­tung und Brüh­work­shops für alle Kun­den wie­der­holt. Dann will das seit sie­ben Jah­ren bestehen­de Online-Unter­neh­men sich von Ange­sicht zu Ange­sicht vor­stel­len. Und es will dann auch sei­ne sozia­len Pro­jek­te in Äthio­pi­en präsentieren.

Kaf­fee ist heu­te nicht mehr ein­fach nur heiß und schwarz – zur Zeit ent­wi­ckelt sich Kaf­fee zu einem Gour­met­pro­dukt, bei dem die rich­ti­ge Maschi­ne, die rich­ti­ge Boh­ne, das rich­ti­ge Auf­brü­hen ent­schei­dend sind. Kaf­fee ist fast schon so etwas wie Tee. Eben weil Kaf­fee nicht mehr ein­fach Kaf­fee ist, bie­tet der Händ­ler Cof­fee Cir­cle in der Wed­din­ger Lin­dower Stra­ße zwölf ver­schie­denee Spe­zia­li­tä­ten­kaf­fee und Espress­oboh­nen an. Der­zeit kom­men die Boh­nen vor allem aus Äthio­pi­en. Im Ver­kauf sind aber auch Boh­nen aus Kolum­bi­en. Kaf­fee­sor­ten aus dem Anbau­land Kenia soll dem­nächst hinzukommen.

Kaffeetrinken als gute Tat

Im Trend ist dabei auch, dass das Kaf­fee­trin­ken zur guten Tat wird. So wie die Hand­ar­bei­ter der Fly­ing Roas­ters in der Hoch­stra­ße 43 zwackt auch das Online-Unter­neh­men in der Lin­dower Stra­ße 18 von den Ein­nah­men Geld für Ent­wick­lungs­hil­fe ab. Von jedem ver­kauf­ten Kilo­gramm geht bei Cof­fee Cir­cle ein Euro für sozia­le Pro­jek­te, zum Bei­spiel für Grund­was­ser­brun­nen in Äthiopien.

Nach eige­nen Anga­ben hat Cof­fee Cir­cle seit 2010 über 475.000 Euro für sozia­le Pro­jek­te in äthio­pi­schen Kaf­fee­re­gio­nen aus­ge­ge­ben. Durch zusätz­li­che Spen­den errech­net sich über den garan­tier­ten einen Euro pro ver­kauf­ten Kilo­gramm ein Wert von 1,37 Euro pro Kilo­gramm. Cof­fee Cir­cle arbei­tet bei sei­nen Pro­jek­ten mit dem Deut­schen Welt­hun­ger­hil­fe e.V. zusammen.

Der eigene Röster

Maria Hänel
Stu­den­tin Maria Hänel führt durch die Pro­duk­ti­on. Foto: And­rei Schnell

Doch das Start-Up-Unter­neh­men dreht ein grö­ße­res Kaf­fee­rad als die Fly­ing Roas­ters. Die besa­ßen dafür aller­dings von Anfang an eine eige­ne Röst­ma­schi­ne. Mit der eige­nen Röst­ma­schi­ne an den Start ging auch der Rös­ter Cof­fee­star in der Mül­ler­stra­ße. Cof­fee­star, betrie­ben von Jut­ta Krebs und Mari­an­ne Brück als Krebs und Brück GbR, nutz­ten beim Rös­ten das 2007 ange­mel­de­te Patent DE 102007017385 A1 “Ver­fah­ren und Vor­rich­tung zum Rös­ten von Kaf­fee­boh­nen” von Karl-Heinz Rie­ser. Die ver­mut­lich kleins­te Röst­ma­schi­ne im Wed­ding hat Attis Cafe in der Dront­hei­mer Stra­ße 1b. Inha­ber Kacper Cza­chow­ski hat sein Café vor kur­zem umbe­nannt in Kawamanufaktur.

Cof­fee Cir­cle wur­de schon 2010 gegrün­det. Im Wed­ding ist Cof­fee Cir­cle bereits seit drei Jah­ren in einem Hin­ter­hof auf drei Eta­gen ansäs­sig. Aber erst im Sep­tem­ber 2016 wur­de die eige­ne Röst­ma­schi­ne ange­schafft. Gerös­tet wird wie auch bei den Kaf­fee­hand­wer­kern “im scho­nen­den Trommelröstverfahren”.

Wer im Wed­ding Kaf­fee von Cof­fee Cir­cle pro­bie­ren will, der kann online bestel­len oder schaut in der Gericht­stra­ße bei Dark & Twis­ty oder Silent Green vorbei.

Über das Start-Up Coffee Circle

Büro
Im Büro von Cof­fee Cir­cle. Foto: Promo

Cof­fee Cir­cle hat 52 Ange­stell­te – vor allem im Büro. Die Mit­ar­bei­ter der Röst­ab­tei­lung ver­ar­bei­ten im Erd­ge­schoss fünf Ton­nen Kaf­fee pro Woche, wie es in einer Mit­tei­lung heißt. Über 300 Ton­nen Kaf­fee habe Cof­fee Cir­cle seit 2010 ver­kauft. Das sind Dimen­sio­nen, wo man nicht mehr von einem Hand­werks­be­trieb, son­dern bereits von einem mit­tel­stän­di­sches Unter­neh­men spricht. Doch die­se Stu­fe ist auf der Lei­ter ganz nach oben eher eine der unte­ren Spros­sen für Cof­fee Cir­cle: “Unser Ziel ist, Euro­pas größ­ter Online­händ­ler für Kaf­fee­spe­zia­li­tä­ten zu wer­den”, sagt Mar­tin Elwert, einer der Grün­der selbst­be­wusst. Vor Auf­bau der eige­nen Röst­ma­schi­ne im Wed­ding ließ Cof­fee Cir­cle bei Five Ele­phants in der Kreuz­bur­ger Glo­gau­er Stra­ße rösten.

Die Bran­chen­me­di­en www.deutsche-startups.de und www.gruenderszene.de berich­ten, dass der Ein­zel­händ­ler Ten­gel­mann einer grö­ße­ren Inves­to­ren von Cof­fee Cir­cle ist – aller­dings lie­gen die­se Anga­ben bereits mehr als ein Jahr zurück. Digi­ta­le Mit­be­wer­ber der vir­tu­el­len Rös­ter sind in alpha­be­ti­scher Rei­hen­fol­ge Blatt­Boh­ne aus Bonn, Ear­ly­bird Cof­fee aus Stutt­gart, der Able­ger von Mymu­es­li mit Namen Green Cup Cof­fee, Hap­py Cof­fee aus Ham­burg oder Myko­na in Hohenschönhausen.

LINKS
Web­sei­te mit Online­shop von Cof­fee Circle
Bei­trag des Wed­ding­wei­sers aus dem Jahr 2014: „Cof­fee Cir­cle“: Äthio­pi­sche Kaf­fee­boh­nen aus dem Wed­ding.

Text: And­rei Schnell; Foto: Oben und Mit­te: And­rei Schnell; Foto unten: Mate­ri­al von Cof­fee Circle

Andrei Schnell

Man hat mir versichert, es gäbe keine Vorschrift zu gendern und ich sei in dieser Frage frei, nicht wahr? Mein Hintergrund ist ostdeutsch, das beruht auf Erlebnissen. Politik sehe ich mir an wie den Sport. Wenn ich ein Buch lese, möchte ich es gleich besprechen. Ich mag Geschichten und Geschichte. Mister Gum möchte ich noch erwähnen.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.