Rückblick auf zehn Jahre im Wedding

Zehn Jahre Rückblick Wir schauen zehn Jahre zurück. Die Älteren werden sich noch erinnern: Noch im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends war der Wedding für Menschen außerhalb des Wedding so attraktiv wie – sagen wir – Nordkorea. Das hatte auch Vorteile. Die Weddinger konnten die schönen Ecken ihres von Auswärtigen gemiedenen Stadtteils unter sich genießen, bei niedrigen Mieten und mit guten Einkaufsmöglichkeiten. Nur wenn es ans Ausgehen ging, musste man wohl oder übel auch schon einmal den Wedding verlassen, meistens jedenfalls.

Aus und vorbei – dank des ungebremsten Zuzugs neuer Berliner aus dem In- und Ausland ist auch der Wedding mit seiner zentralen Lage in den Strudel des Immobilienmarktes geraten. Erst hatten wir kein Glück (selbst hier wurden die Wohnungen knapp), dann kam auch noch Pech dazu (die Mieten und auch die Immobilienpreise stiegen). Alteingessene Bewohner der Kieze können sich die Mieten im Wedding nicht mehr leisten. Statt von einem Lottogewinn träumt man im Wedding heute von einer bezahlbaren Wohnung. Wer umziehen muss, für den heißt es: an den Stadtrand oder weg aus Berlin. Dafür sind ganz neue Nachbarn in die Kieze gezogen, die früher einen großen Bogen um den einstigen Arbeiterbezirk Wedding gemacht hätten. Ein Trostpflaster dieser Entwicklung: Für schicke Geschäfte, Cafés, Bars und Restaurants müssen sie jetzt nicht mehr in den Prenzlauer Berg fahren.

Das be’kech zieht nach Neukölln

be'kech
Take your time @ be’kech – verbring deine Zeit im be’kech. Foto: Schnell

Das be’kech ist ein besonderer Ort im Wedding. Zwei junge Frauen haben das Ladengeschäft in der Nummer 14 in der eher tristen Exerzierstraße 2017 übernommen und mit einem innovativen Konzept mit buntem, multikulturellem Leben gefüllt. Ende November haben Louna Sbou und Nina Martin nun jedoch das Ende des be’kech bekannt gegeben. Das so genannte Anticafé schließt.

Zusammenrücken bitte: Nachverdichtung im Wedding

Visualisierung der Aufstockung im Kiez Schillerhöhe. Foto: DAHM Architekten + Ingenieure GmbH

Die wachsende Stadt belegt Brachen, stockt Häuser auf, vergrößert Gebäude. Die Folge: es wird eng. Manchmal wächst der Wedding versteckt im Hinterhof wie in der Müllerstraße 30. Dort hat der Bauherr bestehende Häuser abgerissen und durch ein Wohnhaus mit mehr Grundfläche und mehr Stockwerken ersetzt.

Parkraum­bewirtschaftung beschlossen – ab 2021

HinweisschildEnde August hat das Bezirksamt die flächendeckende Einführung der Parkraumbewirtschaftung in den Ortsteilen Wedding und Gesundbrunnen sowie Moabit und Hansaviertel beschlossen. Damit wird fast der gesamte Bezirk flächendeckend mit Parkzonen ausgestattet. Doch die Umsetzung wird noch einige Zeit benötigen, denn organisatorisch ist das Vorhaben anspruchsvoll. Öffentliche Parkplätze ohne Parkscheinautomaten wird es dann im Wedding nur noch in wenigen Bereichen geben, wo der Parkdruck auch bislang nicht besonders hoch ist: am Volkspark Rehberge und am Schillerpark, in der Julius-Leber-Kaserne und in der Friedrich-Ebert-Siedlung am Rande des Afrikanischen Viertels. Überall sonst wird das Parken für Kraftfahrzeuge ohne die passende Vignette an der Windschutzscheibe kostenpflichtig.

Das sind die Weddinger Weihnachtstürchen

Chor mit Weihnachtsmützen
Chor mit Weihnachtsmützen in der Fabrik Osloer Straße. Foto: Hensel

Aktualisiert 11.12.2019 Jetzt ist es soweit! Die Kinder öffnen ihre Adventskalender und die Erwachsenen können im Wedding in der Adventszeit jede Menge echte Türchen öffnen. Märkte, gemütliche Feiern am Lagerfeuer mit oder ohne Punsch, mit oder ohne Gesang … Die Auswahl ist riesig. Wir geben fünf Tipps für die besondere Wedding-Weihnacht. Außerdem haben wir alle Weihnachtstermine in nach Tagen sortiert und aufgelistet.

5 Bars östlich der Badstraße

Foto (C) Offside

Ausgehen im Wedding ist wie eine Schatzsuche. Ohne eine gute Schatzkarte, Mund-zu-Mund-Propaganda oder einen guten Lokalblog geht da gar nichts. Dabei gibt es genug Auswahl. Man muss sich nur trauen, von den Hauptstraßen in unscheinbare Nebenstraßen auszuweichen. Richtige Kneipenmeilen, wo sich ein Hotspot an den anderen reiht, gibt es im Wedding auch nicht. Zum Glück – so haben die Bars ihren Kreis an Stammgästen aufgebaut und sind nicht auf Touristengruppen und Laufkundschaft angewiesen. Die Barlandschaft im Wedding ist nicht einheitlich. Kaum eine Bar will jedem Publikum gefallen. Man muss sie sich „erarbeiten“.