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Gemütlich einkehren an der Wiesenstraße:
Café Humboldthain – zwischen Waschsalon und Wohnzimmer

27. März 2026
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Wer durch die Wiesenstraße nahe dem S-Bahnhof läuft, könnte leicht daran vorbeigehen. Erst auf den zweiten Blick fällt über dem Eingang ein verblasster Schriftzug auf: „Waschsalon“. Ein kleines Stück Vergangenheit, das verrät, dass hier in grauer Vorzeit wohl einmal Wäsche gewaschen wurde. Heute riecht es an dieser Stelle nach Kaffee, frisch gebackenem Kuchen und manchmal auch nach warmem Milchreis. Seit 2024 befindet sich hier das Café Humboldthain, betrieben von Deniz Cam.

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Schon beim Eintreten merkt man, dass dieser Ort nicht glatt durchgestylt ist. Das Café wirkt eher wie ein Raum, der über Jahre gewachsen ist. Dunkelgraue Wände, Vintage-Möbel, runde und eckige Holztische, ein dunkelgrünes Sofa und alte Kinosessel aus NVA-Beständen schaffen eine Mischung aus Wohnzimmer und Kiezcafé. Der Raum ist klein, aber geschickt in mehrere Bereiche unterteilt: vorne Plätze für einen schnellen Kaffee am Fenster, weiter hinten gemütliche Ecken für längere Gespräche.
Der Boden ist mit mediterranen Fliesen ausgelegt, deren Muster fast wie ein Mosaik wirken. Auf den Tischen stehen kleine Glasflaschen mit Tulpen und Frühlingsblumen. Über allem hängt warmes Licht von einfachen Lampen.

Ein Blick zur Theke lohnt sich: Dort stehen zwei große gläserne Kuchentresen, gefüllt mit Torten, Kuchen und Tiramisu. Daneben ragt eine große Saftpresse hervor, der eigentliche Mittelpunkt des Cafés, links die Kaffeemaschine. Auf der Wand darüber hängt eine große runde Uhr. Drum herum sind vier kleinere Uhren mit Städtenamen angebracht: New York, Tokio, Kapstadt und Istanbul. Ein kleines Detail, das dem Raum etwas Weltläufiges gibt.

Die Karte ist bewusst unkompliziert. Neben Kaffee und Kuchen gibt es Simit-Baguettes, belegte Brote, Milchreis, Suppen und ein wechselndes Tagesgericht. Besonders beliebt sind die Frühstücksangebote: ein veganes Frühstück, ein türkisches Frühstück, eine süße Variante – und das „Weddinger Original“, das den Kiez auch auf der Speisekarte würdigt.

Das Café Humboldthain ist kein Ort, der aus einem einzigen Designkonzept entstanden ist. Vielmehr wirkt es wie ein Raum, der Geschichten sammelt – vom alten Waschsalon über die gebrauchten Möbel bis zu den Menschen, die hier täglich vorbeikommen. Genau das macht den Charme aus: ein Café, das eher nach Nachbarschaft als nach Szene aussieht.
Und vielleicht ist genau das der Grund, warum man hier schnell länger sitzen bleibt als geplant. Ein Kaffee wird zum zweiten, dazu vielleicht ein Stück Torte – und plötzlich fühlt sich der Ort an wie ein kleines Wohnzimmer im Kiez.

Café Humboldthain, Wiesenstr. 2

tgl. geöffnet 08:04- 18:36 Uhr

Joachim Faust

Joachim Faust

hat 2011 den Blog gegründet. Heute leitet er das Projekt Weddingweiser. Mag die Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen gleichermaßen.

3 Comments Schreibe einen Kommentar

  1. Negativ Beispiel der Gentrifizierung im Kiez!
    Alte Bäckerei dort war sympathischer und hinterlässt Lücke der Grundversorgung.
    Immerhin bekommt der Laden neue Kundschaft ein paar Hausnr. weiter in der Straße. Möbilierte 1 Zimmer Wohnung für 1200€.
    Der Wedding kommt!

  2. Morjen
    soll das ein Spass sein oder wie kommt das das Cafe um 8:04 öffnet und um 18:36 schließt. Das war auch schon mal bei einem anderen Cafe so mit den Öffnungszeiten.
    Bei Online-Arztterminen hab ich das auch fast jedesmal, da bekomme ich zb eine Termin für 11:27
    bin verwirrt :)))
    netten Freitag noch

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