Bitte kein “Weiter so” bei Karstadt Müllerstraße!

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Karstadt-Rettung in Sicht
Foto: Andaras Hahn

Kar­stadt Mül­ler­stra­ße bekommt eine Stand­ort­ga­ran­tie für vor­erst drei Jah­re. „Ein guter Tag für den Ein­zel­han­dels­stand­ort Ber­lin“, froh­lock­te der Regie­ren­de Bür­ger­meis­ter heu­te auf der Pres­se­kon­fe­renz im Roten Rat­haus. Gemein­sam mit Wirt­schafts­se­na­to­rin Ramo­na Pop (Grü­ne) und Kul­tur­se­na­tor Klaus Lede­rer (Lin­ke) durf­te er den Abschluss einer Absichts­er­klä­rung, eines Let­ters of Intent, ver­kün­den, die Ber­lin mit dem Eigen­tü­mer­kon­zern Signa und den Ver­mie­tern von zumin­dest vier Waren­häu­sern erreicht hat.

Dar­un­ter ist auch der Kar­stadt am Leo­pold­platz im Wed­ding. Bei den Gesprä­chen ging es laut Mül­ler nicht nur um den Erhalt der Stand­or­te für die Ver­sor­gung und die Ent­wick­lung der umlie­gen­den Quar­tie­re, son­dern um die Ret­tung der Arbeits­plät­ze. Auch wenn die Kauf­häu­ser Anker für die Kieze sei­en, beton­te die Wirt­schafts­se­na­to­rin Pop, müs­sen jetzt auch Mil­lio­nen in die Hand genom­men wer­den, um die Waren­häu­ser zu moder­ni­sie­ren und weiterzuentwickeln.

Kommentar

Foto: Andaras Hahn

In Bezug auf die geret­te­ten Arbeits­plät­ze erwar­tet der Regie­ren­de Bür­ger­meis­ter Ver­läss­lich­keit vom Kauf­haus­kon­zern. Das ist zu begrü­ßen, hän­gen doch vie­le beruf­li­che Exis­ten­zen, vor allem von Frau­en, am Kar­stadt Mül­ler­stra­ße. Akut war die Schlie­ßung zwar erst wegen der Coro­na-Pan­de­mie gewor­den, doch sind die Pro­ble­me des Sys­tems Kauf­haus und von Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof schon lan­ge bekannt. Zu alt­mo­disch, zu wenig kun­den­freund­lich, zu sehr aus der Zeit gefal­len: Die Dis­kus­sio­nen der ver­gan­ge­nen Wochen zeig­ten, dass vie­le Kun­din­nen und Kun­den schon längst auf ande­re Geschäf­te oder den Online-Han­del aus­ge­wi­chen sind. Auch und gera­de im Wedding!

Jetzt muss Kar­stadt zei­gen, dass es die Gna­den­frist von drei Jah­ren auch für sich nutzt. Vie­le Ideen sind in den letz­ten Mona­ten durch­ge­spielt wor­den, die wei­ter­ver­folgt wer­den soll­ten. Der Bezirk Mit­te hat Geld für die Fas­sa­den­sa­nie­rung ver­spro­chen. Ein Stand­ort für ein Café oder einen Gemein­schafts­gar­ten auf dem weit­ge­hend ver­wais­ten obe­ren Park­deck wur­de ins Spiel gebracht – viel­leicht die kurz­fris­tig zu klä­ren­de Lösung für das bald hei­mat­lo­se Him­mel­beet! Regio­na­le Pro­duk­te und Lebens­mit­tel nicht nur beim Wed­ding­markt, son­dern dau­er­haft auch bei Kar­stadt – war­um gab es das noch nicht? Bera­tung und ein Ange­bot, das den Unter­schied zum Online-Han­del aus­macht – der Ideen­reich­tum der Ver­ant­wort­li­chen und der Beschäf­tig­ten ist gefor­dert! Ein Wei­ter so darf es jetzt nicht geben, denn drei Jah­re sind schnell vergangen.

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