Am Tag des Offenen Denkmals Altes neu entdecken

Tag des offenen Denkmals Christiania
Umspann­werk Chris­tia­nia Oslo­er Straße

An die­sem Wochen­en­de des 12. und 13. Sep­tem­ber fin­det der Tag des offe­nen Denk­mals statt. Zahl­rei­che Gebäu­de, die sonst nicht offen ste­hen, kön­nen besich­tigt wer­den, oft im Rah­men von Füh­run­gen. Im Orts­teil Gesund­brun­nen gibt es beson­ders vie­le Ent­de­ckun­gen zu machen. Wir stel­len euch das Pro­gramm vor. Kurz­fris­tig kön­nen sich Anga­ben ändern.

Führungen und mehr

Kre­ma­to­ri­um Wed­ding – silent green Kulturquartier

Blick durch ein Tor auf das KrematoriumDas Kre­ma­to­ri­um zeugt vom kul­tur­his­to­ri­schen Wan­del, der mit der Ein­füh­rung der Feu­er­be­stat­tung als alter­na­ti­ver, welt­li­cher Bei­set­zungs­form in Deutsch­land ein­her­ging. Es wur­de 1909-10 von Wil­liam Mül­ler als ers­tes Kre­ma­to­ri­um Ber­lins erbaut und 1914–15 von Her­mann Jan­sen erwei­tert. 2002 erfolg­te die Schlie­ßung des Kre­ma­to­ri­ums. 2013–15 wur­de das Bau­en­sem­ble durch silent green denk­mal­ge­recht saniert, seit 2014 wird es kul­tu­rell genutzt. silent green Kul­tur­pro­duk­tio­nen erhielt dafür 2018 die Fer­di­nand-von-Quast- Medail­le. Sa/So : Füh­rung: 10 und 11 Uhr, Anmel­dung erfor­der­lich, wei­te­re Ter­mi­ne unter www.silent-green.net/fuehrungen SO: Pro­gramm: wie Sa, fuehrungen@silent-green.net Gericht­str. 35

Gedenk­stät­te Ber­li­ner Mauer

Auf dem Außen­ge­län­de der Gedenk­stät­te befin­den sich zahl­rei­che denk­mal­ge­schütz­te Ele­men­te der Grenz­an­la­gen, die dau­er­haft und nach­hal­tig geschützt wer­den müs­sen. Für die Grenz- und Hin­ter­land­mau­er sowie für die erhal­te­nen Res­te der Grenz­häu­ser und der Ver­söh­nungs­kir­che wer­den beson­de­re Kon­ser­vie­rungs­tech­ni­ken ange­wandt, die anschau­lich erläu­tert wer­den. Zugleich kön­nen die Besu­cher auch den sonst nicht zugäng­li­chen Teil des Außen­ge­län­des mit wei­te­ren Mau­er­tei­len wie einem Wach­turm besich­ti­gen. Sa: Öff­nungs­zeit: 10–18 Uhr, Füh­rung: Wie wird die Mau­er bewahrt? 14 Uhr, Treff­punkt: Besu­cher­zen­trum, Dr. Gün­ter Schlu­sche, Anmel­dung erfor­der­lich bis 11. Sep., presse@stiftung-berliner-mauer.de

Stra­ßen­bahn­be­triebs­hof Gesund­brun­nen – Uferstudios

Jean Krä­mer schuf mit dem Stra­ßen­bahn­be­triebs­hof  1926 ein­drucks­vol­le Werk­stät­ten, die die kla­ren For­men der Neu­en Sach­lich­keit mit expres­si­ven Moti­ven ver­ei­nen und noch heu­te der Bewe­gung ver­schrie­ben sind. Am Tag des offe­nen Denk­mals sind die Gebäu­de, betrie­ben von der Ufer­stu­di­os GmbH, in ihrer heu­ti­gen Nut­zung als Recher­che- und Pro­duk­ti­ons­ort für zeit­ge­nös­si­schen Tanz zu erkun­den. SA: Öff­nungs­zeit: 14–22 Uhr SO: Öff­nungs­zeit: 12–21 Uhr Füh­rung: Fort­schrei­bung der Bewe­gung. Die Schön­heit der Indus­trie­bau­kul­tur und span­nen­de Ein­bli­cke in Tanz­pro­ben. 14 und 16 Uhr, Treff­punkt: Schorn­stein, Explo­ra­tio­nen: Showings, Instal­la­tio­nen und Gesprä­che zum The­ma Nach­hal­tig­keit im Rah­men der Tanz­nacht 2020 der Tanz­fa­brik Ber­lin, Details unter www.uferstudios.com

Über­res­te des Kur­ba­des Luisenbad

Seit vie­len Jah­ren schlum­mern die Über­res­te des Kur­ba­des Lui­sen­bad in einem Wed­din­ger Hin­ter­hof. Hier spru­del­te einst die legen­dä­re Gesund­brun­nen­quel­le. Ende des 18. Jahr­hun­derts kurier­ten sich gicht­ge­plag­te Ber­li­ner und Ber­li­ne­rin­nen an die­sem Ort. Nach zahl­rei­chen Besit­zer­wech­seln schenk­te Köni­gin Lui­se dem Bad im Jahr 1809 ihren Namen – der Kur­ort an der Pan­ke erleb­te eine kur­ze Renais­sance. Ob sie jemals selbst von der Heil­quel­le getrun­ken hat, bleibt ein Geheim­nis. SA: Vor­trag: Bau­en im denk­mal­ge­schütz­ten Bestand. 12 Uhr, Rebec­ca Ches­t­nutt und Robert Niess, Füh­rung: im Anschluss an den Vor­trag, Treff­punkt: vor der Biblio­thek, Tho­mas Gärt­ner und Mar­lies Mäder SO: Füh­rung: 14 Uhr, Treff­punkt: wie Sa

Ehem. 32. Gemein­de­schu­le – Mit­te Museum

Das Gebäu­de des Mit­te Muse­ums wur­de 1864–66 als 32. Gemein­de­schu­le nach einem Ent­wurf von Stadt­bau­rat Adolf Gers­ten­berg und Bau­meis­ter Peter­sen errich­tet. Es war das ers­te öffent­li­che Gebäu­de in den 1861 ein­ge­mein­de­ten Vor­or­ten Gesund­brun­nen und Wed­ding. Heu­te zählt es zu den ältes­ten noch erhal­te­nen Schul­ge­bäu­den Ber­lins. Der für den spät­klas­si­zis­ti­schen Stil der Ber­li­ner Bau­aka­de­mie typi­sche Bau wird seit 1987 muse­al genutzt. Sonn­tag Füh­rung:  15 Uhr, Moni­ka Klei­ner, Anmel­dung erfor­der­lich bis 11. Sep.

Ev. Ste­pha­nu­s­kir­che

Die Kir­che (1902–04 von Adolf Bürck­ner) mit ihrem fast 80 m hohem Turm hält eini­ge Beson­der­hei­ten bereit, dar­un­ter Bil­der und Sta­tu­en ver­schie­de­ner Men­schen, die sich um die Reform der Kir­che, um Tole­ranz für die Viel­falt und um die Mensch­lich­keit ver­dient gemacht haben. In der Kir­che steht die ein­zi­ge Orgel der schle­si­schen Orgel­bau­er Schlag & Söh­ne, die in Ber­lin erhal­ten geblie­ben ist. Außer­dem hängt hier der größ­te Rad­leuch­ter Deutsch­lands. So: Orgel­füh­rung und ‑kon­zert: 15 Uhr, Age-Freerk Bokma

Hut­fa­brik Gattel

Die Hut­fa­brik der Gebrü­der Richard und Max Gat­tel ist ein Bei­spiel für den indus­tri­el­len Auf­schwung in der Grün­der­zeit. 1933 wur­de die Fabrik zwangs­ver­kauft und die Nut­zung zu Wohn­zwe­cken umge­wid­met. Die Gebrü­der Gat­tel sowie ihre Ehe­frau­en, Ella Pin­thus und Anne­lie­se Hirsch, wur­den depor­tiert und umge­bracht. 1981 wur­de die Fabrik besetzt und gehört heu­te der Woh­nungs­bau­ge­nos­sen­schaft Prin­zen­al­lee. Rund 90 Men­schen leben hier in unter­schied­li­chen Wohn­for­men zusam­men. Sa/So: Öff­nungs­zeit: 14–18 Uhr mit Füh­rung nach Bedarf, Treff­punkt: vor dem Haus­ca­fé, Offe­nes Ate­lier: hand­ge­webt in ber­lin – Dag­mar Reh­se. Vor­füh­rung am Web­stuhl und Infor­ma­tio­nen über Web­kur­se, Aus­stel­lung: Geschich­te der Prin­zen­al­lee 58 SO: Pro­gramm: 11–18 Uhr , Prin­zen­al­lee 58

Kolo­nis­ten­haus von 1782 und die Kolo­nie an der Panke

Das unschein­ba­re, ein­stö­cki­ge Kolo­nis­ten­haus wur­de 1782 als Teil der Kolo­nie hin­ter dem Gesund­brun­nen errich­tet und ist das ältes­te Bau­werk in die­sem Orts­teil. Eine Päch­ter­fa­mi­lie leb­te auf einer Grund­flä­che von 7 x 7 m und bau­te Obst und Gemü­se für das wach­sen­de Ber­lin an. Das Gebäu­de ver­mit­telt ein Bild von den schwie­ri­gen Lebens­be­din­gun­gen der armen Bevöl­ke­rung die­ser Zeit. Auf­grund der sehr ein­fa­chen Bau­wei­se sind nur weni­ge Ori­gi­nal­bau­tei­le erhal­ten, die restau­ra­to­risch frei­ge­legt wur­den. Sa: Füh­rung: 13.30 Uhr, Treff­punkt: Gar­ten,  Kolo­nie­str. 57

Umspann­werk Christiania

Der Bewag-Stand­ort Chris­tia­nia wur­de 1928–29 nach Plä­nen von Hans Hein­rich Mül­ler in Anleh­nung an Schin­kels Back­stein­bau­ten im Auf­trag der Bewag errich­tet. Das Gebäu­de wur­de 1977 zu einem Büro­haus umge­baut und stand ab 1997 leer, bis 2005 das Pro­jekt Kul­tur­wirt­schaft­li­ches Zen­trum Chris­tia­nia sei­ne Arbeit auf­nahm. Wo frü­her Trans­for­ma­to­ren stan­den, haben seit­her Künst­ler und Unter­neh­men aus Berei­chen der Krea­tiv­wirt­schaft ein neu­es Zuhau­se gefun­den. Sa: Füh­rung: 13 Uhr, Hol­ger Rasche Kul­tur­wirt­schaft Chris­tia­nia ‚Oslo­er Str. 16–17

Die Wohn­an­la­ge Afri­ka­ni­sche Stra­ße von Lud­wig Mies van der Rohe

Die Wohn­an­la­ge von Lud­wig Mies van der Rohe gehört zu den früh aus­ge­führ­ten öffent­li­chen Woh­nungs­bau­vor­ha­ben der Wei­ma­rer Repu­blik in Ber­lin. Sie ent­stand 1926–27, gleich­zei­tig mit dem Haus, das der Archi­tekt für die Wei­ßen­hof-Sied­lung in Stutt­gart ent­warf. Von 1930–33 lei­te­te Mies van der Rohe das Bau­haus in Des­sau und Ber­lin. Die “Wohn­ku­ben” im dama­li­gen Bezirk Wed­ding gehö­ren zu den weni­gen Bau­ten, die er vor sei­ner Emi­gra­ti­on 1938 nach den USA in Ber­lin ver­wirk­licht hat.  Sams­tag GEÄNDERTE ZEITEN: Füh­rung: 10 und 13 Uhr (ABSAGE: 15 Uhr), Bet­ti­na Güld­ner, Anmel­dung erfor­der­lich bis 11. Sep.

Ex-Dies­ter­weg Gymnasium

Anno erzählt, das Geschichts­pro­jekt im Brun­nen­vier­tel, berich­tet über das vor­ma­li­ge Dies­ter­weg-Gym­na­si­um, davor Ran­ke-Gym­na­si­um, davor Wed­din­ger Ober­stu­fen­zen­trum in der Swi­ne­mün­der Stra­ße. Zwei Wed­din­ger, die Ende der 1970er Jah­re zu den ers­ten Schü­lern in der oran­ge­far­be­nen Schu­le zähl­ten, erin­nern sich. Die Erin­ne­run­gen sind auf einem Audio-Mit­schnitt zu hören. Und es gibt Fotos von 1977 bis heu­te.  Die Begrün­dung, war­um das Schul­haus 2019 vom Lan­des­denk­mal­amt geschützt wur­de, ist eben­falls vor Ort an einem Stand zusam­men­ge­fasst. Sonn­tag„ 11 Uhr, Swi­ne­mün­der Straße.

Alle Ver­an­stal­tun­gen, alle Adres­sen, auch für die Anmel­dung, bit­te online über­prü­fen (Ände­run­gen kön­nen sich kurz­fris­tig ergeben)


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